Die Agentur für Arbeit in Bergisch Gladbach. Foto: Thomas Merkenich

Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist die Quote der Arbeitslosen in Rhein-Berg deutlich zurück gegangen, die Zahl der freien Stellen und Ausbildungsplätze steigt. Zwar sind im Juli sehr viele Kriegsvertriebene aus der Ukraine in die Zählung des Jobscenters aufgenommen worden, von ihnen können bislang aber nur sehr wenige eine Arbeit aufnehmen.

Beim Blick auf die Arbeitsmarktstatistik darf man nicht zu nah rangehen, wenn man den Trend richtig erfassen will. Wer auf den Vergleich von Juli auf Juni schaut, sieht auch im Rheinisch-Bergischen Kreis einen Anstieg. Aber das sei im Sommer immer so, weil viele Ausbildungsverhältnisse und befristete Arbeitsverhältnisse enden, erläutert Pascal Salmen, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach. Gerade die Jugendlichen seien in der Regel schnell wieder versorgt.

Aussagekräftiger ist der Jahresvergleich. Und dabei zeigt sich, dass die Zahl der Arbeitslosen in Rhein-Berg im Juli 2022 gegenüber Juli 2021 um 882 auf jetzt 8.599 reduziert hat. Die Arbeitslosenquote ging im Kreis von 6,2 auf 5,7 Prozent zurück.

In der Stadt Bergisch Gladbach sankt die Quote von 7,2 auf 6.4 Prozent.

Mehr als 600 Ukraine-Flüchtlinge beim Jobcenter

Hinzu kommt ein weiterer Sondereffekt: In den vergangenen beiden Monaten sind die Kriegsvertriebenen aus der Ukraine in die Statistik aufgenommen worden, sie erhalten ihre Leistungen jetzt vom Jobcenter.

So erhöhte sich die Zahl der Personen in der Grundsicherung beim Jobcenter um 510, das sind auch 61 mehr als vor einem Jahr. Aber darunter befinden sich 496 Menschen mit der ukrainischen Staatsbürgerschaft. Schon im Juni waren 118 von ihnen in die Grundsicherung und damit auch die Statistik des Jobcenters aufgenommen worden.

Als Arbeitslose, die dem Arbeitsmarkt auch tatsächlich zur Verfügung stehen, wurden dagegen im Juni und Juli nur acht Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit registriert. Viele der Flüchtlinge durchlaufen zunächst Sprach- und Integrationskurse; die vielen Frauen mit Kindern unter ihnen benötigen zudem eine Kinderbetreuung, bevor sie arbeiten können.

Hohe Nachfrage nach Arbeitskräften

In der eigentlichen Arbeitslosenversicherung ging die Zahl der erfassten Personen dagegen um 943 gegenüber dem Vorjahr zurück – das ist eine sehr deutliche Reduzierung um 23 Prozent.

Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften hoch. Und auch Auszubildende sind gesucht. 1.768 freie Stellen sind dem Arbeitsamt gemeldet, 215 oder 13,8 Prozent mehr als im Juli 2021.

Telefonische Berufsberatung unter der kostenlosen Hotline 0800 4 5555 00 oder online www.arbeitsagentur.de/beratungswunsch. Die Arbeitgeber-Hotline ist unter 0800 4 5555 20 zu erreichen.

Zudem sind in Rhein-Berg 435 Ausbildungsplätze noch unbesetzt – 77 oder 21,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch wenn das Ausbildungsjahr 2022 gerade startet, „gibt es noch viele Chancen für Suchende“, betont Sahlmen: „Es gibt weiterhin freie Ausbildungsstellen in nahezu allen Bereichen. 

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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