Springreiterin Clara Beggerow, erfolgreich für den RV Hebborner Hof in Parcours bis zur Klasse M. (c/o RV Hebborner Hof)

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert ist der Reiterverein Hebborner Hof alljährlich Gastgeber für sein großes Reitturnier, die Bergisch Classics. Die Pandemie brachte eine Neuerung, die sich nun schon etabliert hat: Dressur- und Springtage finden in den kommenden zwei Wochen getrennt statt.

Die Gastgeber vom Reiterverein Hebborner Hof stehen in den Startlöchern: Nur noch wenige Tage bis zum Start der Bergisch Classics:

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  • Dressurreiter freuen sich auf 20 Wettbewerbe in verschiedenen Klassen bis S*** (13./14. August).
  • Für die Springreiter werden die Parcours in der Folgewoche aufgebaut (18. bis 21. August). An vier Tagen starten 24 Prüfungen, von E wie Einsteiger bis S**.

Zwei Dinge sind beim hochklassigsten der Springwettbewerbe, dem Großen Preis von Bergisch Gladbach (Sonja-Kill-Gedächtnisspringen), wo die Hindernisstangen auf 1,45 Meter Höhe angehoben werden, stets sicher: Es wird spannend und es wird Überraschungen geben. Weil die Besten der Besten nach Hebborn reisen und alles geben, um den Gewinn mit nach Hause zu nehmen.

Während des Springens ist es auf den Zuschauerrängen beinahe so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Höchste Konzentration von Reitern und Pferden ist gefragt. Die Bergisch Gladbacher Reitsportfans sind ein Publikum, das um diesen Nervenkitzel Bescheid weiß und erst nach dem letzten fehlerfreien Hindernis tosenden Applaus spendet. 

Routiniers im Springsattel: 18. bis 21.8.

Angreifen für einen Podestplatz wird Springreiter Bassem Hassan Mohammed aus Katar. Der Nationenpreisreiter ritt für sein Land bereits erfolgreich bei Olympia und Asienspielen. Zur Zeit trainiert er auf dem Hebborner Hof und reitet die Global Champions Tour, eine internationale Turnierserie in der schwersten Kategorie. 

Ganz vorne mitreiten will auch Cedric Wolf, 2018 Doppel-Europameister der Jungen Reiter und jetzt hocherfolgreich im U 25-Lager.

Mit Felix Schneider aus Bornheim und Sebastian Adams aus Kerken gehen zwei Routiniers und Stammgäste bei den Bergisch Classics an den Start. Adams holte dieses Jahr im Sattel seines Holsteiner-Wallachs Carlo von Kielslück als Dritter der Rheinischen Meisterschaften Bronze. Den Großen Preis der Bergisch Classics konnten beide schon einmal für sich entscheiden, aber die Amazonen könnten den Herren gefährlich werden. 

Lara Wittlings startet für den Gastgeber RV Hebborner Hof und wurde dieses Jahr Zweite bei den Rheinischen Meisterschaften mit ihrem Erfolgspferd Sir de Tiji Z.  Kurz darauf meisterte sie mit ihrer erst sieben Jahre alten Stute Scardi bei den Kreismeisterschaften des Reiterverbands Bergisch Land in Leichlingen den Parcours fast ohne Strafpunkte und ging als Vizemeisterin der großen Tour (LK 1-3) vom Platz.

Ein Wörtchen mitreden beim Kampf um den Preisgewinn wird auch Franziska Zimmermann, Springcoach auf dem Hebborner Hof und vielfach hoch platziert bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Ihre größten Erfolge waren bisher Rang fünf bei den Deutschen Meisterschaften der Springreiterinnen 2019 in Balve und eine Top-Ten-Platzierung bei den Deutschen Meisterschaften in Riesenbeck 2020.

Josie Türk wurde im vergangenen Jahr Kreismeisterin S, Foto: Thomas Fritzen/RV Hebborner Hof

Dressur-Stars im Viereck – 13. und 14.8.

In den Dressurwettbewerben empfehlen sich ebenfalls Paarungen aus den eigenen Reihen. Allen voran Josephine-Elisabeth Türk, die sich mit ihrem Hannoveraner-Wallach Le Noir B aktuell in Bestform zeigt. Die Odenthalerin hofft, ihre eindrucksvolle Siegserie in der S-Klasse fortsetzen zu können. Beim diesjährigen Bundesfinale des Amateur-Cups vom Förderkreis für Amateur- und Berufsreitsport (FAB) stand sie im Juni als Drittplatzierte auf dem Podest.

Eine Visitenkarte für die Bergisch Classics hat aber auch Luisa Türk abgegeben, die mit ihren Pferden aus eigener Zucht derzeit die M-Klasse im Dressurviereck dominiert und zuletzt den Titelgewinn der bergischen Kreismeisterschaften in der großen Tour (Klasse M* und M**) für sich entscheiden konnte. Bei den Bergisch Classics will sie ihre gute Form bestätigen.

Für den Großen Dressurpreis von Bergisch Gladbach, einer Prüfung mit Kürfinale auf S***-Niveau, haben sich prominente Namen wie Annabel Frenzen, Jessica Krieg und Viktoria Eulner angesagt. Auch Heiner Schiergen war in Bergisch Gladbach schon siegreich. Der Erfolgstrainer aus Krefeld will in Bergisch Gladbach wieder ganz nach vorne reiten.

Turnier mit viel Programm      

Bei den sportlichen Wettbewerben rechnen die Veranstalter mit mehr als 1700 Pferden und 700 Teilnehmern aus ganz NRW und dem Bundesgebiet, darunter Nachwuchsreiter, Amateure und Profis. „Reiterinnen und Reiter erwarten optimale Turnierbedingungen. Das Feedback aus dem letzten Jahr war durchweg  positiv“, freut sich Vereinschef Matthias Beggerow. Das Publikum erlebt ein umfangreiches Sport- und Rahmenprogramm mit Shoppingmeile und kulinarischen Angeboten.

„Bergisch Classics Academy“ ist ein neues Format, das Weiterbildungsmöglichkeiten rund um den Pferdesport bietet. Renommierte Ausbilder geben ihr Wissen weiter, in ihren Vorträgen geht es um die Partnerschaft und das Vertrauen zwischen Reiter und Pferd.

Der Sportwissenschaftler und Pferdefachmann Matthias Bojer von der Deutschen Sporthochschule Köln stellt Grundsätze des modernen  Trainings für ein fittes und gesundes Pferd vor (15. August, 18-20 Uhr).

Der ehemalige Deutsche Meister der Berufsreiter und Ausbilder Hubertus Graf Zedtwitz liefert wertvolle Tipps für Dressurreiter, von der Ausbildungsskala fürs Pferd bis zur Vorbereitung auf Turnierprüfungen (16. August, 18-20 Uhr). 

Nachwuchs fördern

Die Bergisch Classics sind traditionell ein Zuhause für den Nachwuchs- und Spitzenreitsport, von der Führzügelklasse bis zum Dressurchampionat und Springparcours in der schwersten Klasse. Die Idee dahinter erläutert Peter Lautz, zweiter Vorsitzender im Verein: „Wir haben viele Prüfungen in den Disziplinen Dressur und Springen für junge Pferde ausgeschrieben, ebenso für Nachwuchsreiter aus der Region. Aber auch Amateure der verschiedenen Leistungsklassen und Professionals sind am Start.“

Im Fokus steht der Reitsport mit allem, was zwei- und vierbeinige Newcomer und Routiniers brauchen, um sich auf der größeren Bühne zu präsentieren. Dies werde auch künftig das Konzept der Bergisch Classics bleiben, sind sich die Macher vom RV Hebborner Hof einig: Tradition mit Zukunft! 

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Katrin Voss

Journalistin, Zeitungsredakteurin, Pressewart für den Reiterverein Hebborner Hof e.V.

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