Mit Hilfe der NRW-Initiative „Kurve kriegen“ geht die Polizei auch in Rhein-Berg neue Wege. Das primäre Ziel ist, Kinder und Jugendliche vor einem dauerhaften Abgleiten in die Kriminalität zu bewahren. Dabei soll der Ausbau eines Netzwerkes mit Jugendämtern, Schulen und weiteren Trägern helfen.

Das einzigartige und innovative Konzept: Pädagogische Fachkräfte und erfahrene Kriminalbeamte arbeiten gemeinsam mit delinquenten Kindern und Jugendlichen, die mindestens ein Gewaltdelikt oder drei Eigentumsdelikte begangen haben und deren Lebensumstände von sehr vielen Problemen belastet sind.

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Das Aufnahmealter für „Kurve kriegen“ liegt bei 8 bis 15 Jahren. Die Teilnahme endet spätestens mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres.

2011 ist die Initiative des Innenmisteriums NRW mit 8 Pilotstandorten gestartet. Seit 2017 findet aufgrund der nachhaltigen Erfolge ein verstärkter Ausbau in den Kreispolizeibehörden Nordrhein-Westfalens statt. Aktuell sind es bereits 38 der 47 Kreispolizeibehörden und in diesem Jahr kommen drei weitere Standorte hinzu.

Am 1.7.2022 ist auch im Rheinisch-Bergischen Kreis der Start von „Kurve kriegen“ erfolgt. Der polizeiliche Ansprechpartner für den Rheinisch-Bergischen Kreis ist Kriminalhauptkommissar Stefan Lurz. Das Fachkräfteteam der Initiative wird komplettiert durch Pädagogen der Diakonie Michaelshoven (Kinder- und Jugendhilfe).

Ziel ist neben der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Ausbau eines Netzwerkes mit u.a. Jugendämtern, Schulen und weiteren Trägern. Erst durch eine enge Kooperation wird die Initiative „Kurve kriegen“ zu einem Erfolg.

Hierbei gilt folgender Grundsatz: Frühe Hilfe statt späte Härte – einige Kinder und Jugendliche, die der Polizei schon früh durch die Begehung von Straftaten auffallen, können sich später zu Intensivtätern mit einem hohen Gewaltpotenzial entwickeln.

Das primäre Ziel ist, genau solche Kinder und Jugendliche vor einem dauerhaften Abgleiten in die Kriminalität zu bewahren.

Mit Blick auf die vielen Opfer und die enormen sozialen Folgekosten, die ein Intensivtäter verursacht, muss die Intervention frühestmöglich erfolgen – und zwar noch bevor die „kriminelle Karriere“ Fahrt aufnimmt.

Mit den Zielen, bei Kindern und Jugendlichen individuelle Ressourcen zu fördern, persönliche Fähigkeiten zu verbessern und Verhaltensänderungen herbeizuführen, vermitteln die pädagogischen Fachkräfte passgenaue und individuelle Hilfen aus einer Vielzahl von Angeboten lokaler Drittanbieter. Dieses professionelle und rollenklare Miteinander führt nachhaltig zu weniger Jugendkriminalität.

Die Teilnahme an der Initiative „Kurve kriegen“ ist kostenlos. Die Finanzierung erfolgt über das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Teilnahme ist zudem freiwillig und basiert auf einer Zustimmung der Erziehungsberechtigten und des Kindes/Jugendlichen.

Weitere Informationen erhalten Interessenten im Internet oder bei Kriminalhauptkommissar Stefan Lurz, Polizeilicher Ansprechpartner „Kurve kriegen“, Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz, E-Mail: stefan.lurz@polizei.nrw.de

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