Der Kreisverband der Linken stellt sich hinter einen Bürgerantrag von zwei eigenen Mitgliedern, der sich dafür stark macht, einen Platz oder eine Straße in Bergisch Gladbach nach der getöteten iranischen Kurdin Mahsa Amini zu benennen – und so Solidarität mit den Protesten für Frauenrechte und Freiheit in Iran zu zeigen.

Die 22 jahrige iranische Kurdin Mahsa Amini wurde am 16. September 2022 im Iran von der islamistischen Sittenpolizei festgenommen, weil sie den Hidschāb (Kopftuch) in der Öffentlichkeit nicht korrekt getragen habe. Zwei Stunden nach ihrer Festnahme wurde sie von der Polizeistation in ein Krankenhaus gebracht. Dort erlag sie drei Tage später der Folter, der sie durch die Polizei ausgesetzt war.

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Mahsa Amini (Iran) Bildquelle: en.wikipedia.org

Ihr Tod löst aktuell massive Proteste der jungen Menschen ihm Iran aus. Diese setzen sich für mehr Frauenrechte und demokratische Freiheiten ein. Die iranische Regierung geht mit brutaler Gewalt gegen die Demonstrationen vor. Mahsa Amini ist zu einem Symbol der iranischen Freiheitsbewegung geworden.

Die Antragsteller des Bürgerantrags Halleh S. Bagherzadeh und Tomás M. Santillán wollen mit dem Bürgerantrag ein deutliches Zeichen der Solidarität setzen und hoffen, dass sich die Mehrheit des Stadtrats diesem Vorschlag anschließt, zukünftig eine neue Straße oder einen neuen Platz nach Mahsa Amini zu benennen.

Hale Bagherzadeh ist für DIE LINKE. Mitglied im Integrationsrat Bergisch Gladbach und kann das Schweigen der deutschen Öffentlichkeit nicht verstehen. „Es ist schade, dass alle von Menschenrechten sprechen, aber bei dem Thema Iran weichen viele dann aus und bleiben bei Lippenbekenntnissen. Mit dem Antrag eine Straße zu benennen, kann die Zivilgesellschaft ein deutliches und dauerhaftes Zeichen setzen.“

Hinweis der Redaktion: Das Bürgerportal steht als Plattform für alle Vereine, Initiativen, Parteien und Einrichtungen der Stadt zur Verfügung. Dieser Beitrag stammt vom Ortsverband der Grünen.

Tomás M. Santillán, Sprecher DIE LINKE. im Rheinisch-Bergischen Kreis ist besorgt: „Wir schauen mit großer Sorge in den Iran. Obwohl die Machthaber mit scharfer Munition auf ihr eigenes Volk schießen lassen, gehen landesweit hunderttausende weiter auf die Straße. Viele Menschen wurden schon getötet, tausende Demonstraten*innen wurden verhaftet und müssen die Todesstrafe befürchten. Dennoch lassen sich die Menschen nicht beirren und sind entschlossen die islamistische Diktatur, die sie nunmehr 43 Jahre unterdrückt, endlich zu beseitigen. DIE LINKE. steht solidarisch an der Seite des iranischen Volkes und unterstützt es in ihrem Kampf für Frauenrechte, Menschenrechte und demokratische Freiheit!“

DIE LINKE. Rheinisch Bergischer Kreis ruft dazu auf, sich den Protestaktionen der iranischen Opposition anzuschließen und in aller Deutlichkeit ihre Solidarität zu bekunden, statt zu schweigen. DIE LINKE. erwartet von der Bundesregierung eine deutlichere Reaktion und die klare Unterstützung der Protestbewegung im Iran.

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bergisch Gladbach können mit einer solchen Namensgebung nicht nur an Mahsa Amini erinnern, sondern auch ihre Solidarität mit den iranischen Frauen erklären, die für mehr Frauen- und Menschenrechte eintreten.

Der Bürgerantrag an den Rat der Stadt Bergisch Gladbach als PDF download

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1 Kommentar

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  1. Danke dir Halleh Bagherzadeh,

    Du setzt sich als die einzige Ausländerin im Integrationsrat (alle anderen haben einen deutschen Pass) unermütlich für Frauenrechte und gegen den politischen Islamismus, das Kopftuch und die Unterdrückung der Frauen im Iran, Kurdistan, Türkei, Afghanistan und überall ein.

    Kämpfe weiter so und lass dich nicht von den Muslimfreunden und Kopftuchträgerinnen einschüchtern.

    Mein Herz ist bei unseren kurdischen Schwestern im Iran!