Das Stimmungsbild der Unternehmen in Rhein-Berg laut Herbstumfrage der IHK Köln

Die Herbst-Umfrage der IHK Köln unter den Unternehmen der Region fällt ambivalent aus: Ihre aktuelle Lage bezeichnen deutlich mehr Firmen als noch im Frühjahr als gut – doch die Prognosen sind düster. IHK-Vertreterin Eva Babatz macht die Politik dafür verantwortlich, dass die Unternehmen „am Rande der Verzweiflung“ stünden.

Im Konjunkturbericht der IHK Köln für den gesamten Kammerbezirk nimmt der Rheinisch-Bergische Kreis erneut eine Sonderrolle ein: In der Frühjahrsumfrage hatten die Unternehmen hier vor Ort eine deutlich schlechtere Beurteilung der Lage geliefert, als die Nachbarn: Nur 14 Prozent der Teilnehmenden bewertete sie damals als gut.

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Jetzt sind die rheinisch-bergischen Firmen die einzigen im Kreis, die laut IHK eine Verbesserung der Lage konstatieren: immerhin 25 Prozent bezeichnen sie jetzt als gut. Diese Sonderentwicklung könnte jedoch auf die kleine Stichprobe zurückgehen: Nur knapp 80 Unternehmen aus Rhein-Berg haben sich an der Umfrage beteiligt.

Eindeutig wird es jedoch, wenn es um die Zukunft geht. Im ganzen Kammerbezirk erwarten 52 Prozent der teilnehmenden Firmen eine Verschlechterung der Lage, in Rhein-Berg sind es sogar 65 Prozent. Nur noch drei Prozent rechnen demnach mit einer Verbesserung.

Entsprechend geht die Investitionsbereitschaft in den Keller. 46 Prozent der teilnehmenden Unternehmen will die Investitionen verringern, nur 17 Prozent erhöhen. Nicht ganz so schlimm sieht es bei der Beschäftigung aus.

Die Ursachen der Misere

Bei den Risiken, die den schlechten Zukunftserwartungen zugrunde liegen, gibt es gleich drei Mega-Themen: 93 der Firmen führen den Energie- und Rohstoffmangel an, 67 Prozent die schwache Inlandsnachfrage und 62 Prozent den Fachkräftemangel, so die Umfrageergebnisse.

Eva Babatz, Leiterin der Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg der IHK Köln, sieht die Unternehmen „am Rand der Verzweiflung“. Dafür macht sie die deutsche Politik verantwortlich: Die Antworten der Betriebe spiegelten „Verunsicherung wegen der unklaren und zögerlichen politischen Weichenstellungen und Frust über Bürokratie und Langsamkeit von Verwaltungsprozessen“.

Die Unternehmen könnten „mitten in der Energiekrise nicht planen, sie wissen nicht, welche Belastungen auf sie zukommen und welche Energie ihnen morgen noch zur Verfügung steht“, so Babatz.

Inflation, Zurückhaltung der Kunden und der Fach- und Arbeitskräftemangel spielten dagegen eine „eher nachgelagerte Rolle“.

Wie die Unternehmen reagieren

Wie die Unternehmen auf die steigenden Preise reagieren wollen, dafür gibt es keine regionale Auswertungen. Aber auch die Daten für den gesamten Kammerbezirk sind aufschlussreich: 61 Prozent der Unternehmen wollen sie zum Großteil an die Kunden weitergeben, weitere elf Prozent sehen sich selbst von den Kostensteigerungen gar nicht betroffen.

44 Prozent investieren in Energiesparmaßnahmen, zudem wollen 15 Prozent auf andere Energieträger umsteigen. Nur 16 Prozent wollen ihre Produktion reduzieren.

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Redaktion

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