Foto: Thomas Merkenich

Die CDU-Fraktion appelliert an die Stadtverwaltung, ihre Pläne für die Altenberger-Dom-Straße „nicht einfach von oben nach unten durchzusetzen“. Statt dessen müssen sie mit den Leuten vor Ort reden und die Pläne anpassen. Gleichzeitig bekräftigt sie ihre Forderungen – und warnt vor „chaotischen Verhältnissen“.

„Eine aktive Bürgerbeteiligung eröffnet einer Verwaltung immer auch die große Chance, bessere Lösungsansätze für Probleme gemeinsam mit den Bürgern vor Ort zu finden.“ Mit diesen Worten erneuert der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion, Harald Henkel, seinen Appell an Verwaltungsspitze und Ampel-Bündnis, nicht einfach eine Planung für das Schildgener Zentrum von oben nach unten durchzusetzen, sondern die Leute vor Ort zu fragen, um Verwaltungspläne kritisch zu hinterfragen und ggf.  anzupassen. 

+ Anzeige +

Henkel, der den Ortsteil Schildgen im Stadtrat vertritt und Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Schildgen/Katterbach ist, wundert sich zudem darüber, dass die zweite, deutlich unproblematischere Bauphase zwischen der Leverkusener und der Schlebuscher Straße nicht vorgezogen wird.

„Will die Stadt hier Fakten zugunsten der Fahrrad-Lobby schaffen? Das wäre dann ein „rein taktisches Vorgehen“, bemängelt Henkel. Er würde auch hier die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger bei den Planungen begrüßen. 

Kompromissbereitschaft bei allen notwendig

Die Vorstellungen der CDU-Fraktion für Schildgen fasst Henkel so zusammen: 

  • Wir halten an dem Bau eines Kreisverkehrs an der Abzweigung Schlebuscher Straße/Altenberger-Dom-Straße in jedem Fall fest, den die Verwaltung in ihren Plänen bislang ablehnt, obwohl Kreisverkehre den Verkehrsfluss erhöhen.
  • Wir sind für eine komplette Erneuerung der Fahrbahndecke und lehnen jedwede oberflächlichen kosmetischen Reparaturen ab.
  • Wir sind für die komplette Erneuerung der Bürgersteige, wogegen die Verwaltung sie nach der neuesten Planung für nicht mehr notwendig erachtet.
  • Wir sind im Bereich Schlebuscher Straße bis Leverkusener Straße/Voiswinkler Straße für die objektive Prüfung einer Tempo-30-Zone.
  • Wir plädieren für einen ausreichend breiten kombinierten Fuß-Radweg auf einer Straßenseite, wobei die Autofahrbahn für den Radverkehr freigegeben ist. Auch die Radlerinnen und Radler sollten Einschränkungen in Kauf nehmen und – wie alle anderen Verkehrsteilnehmer – Kompromissbereitschaft signalisieren.
  • Wir sind für die Schaffung einer bepflanzten Übergangshilfe (Mittelinsel) im Bereich der Kreishandwerkerschaft, vergleichbar der begrünten Mittel-Querung im Bereich der „Neuen Nußbaumer Straße“ in Paffrath.
  • Wir sind gegen die Streichung der öffentlichen Parkplätze auf der Altenberger-Dom-Straße.
  • Wir sind gegen die Schaffung von Einbahnstraßen, wie es von der Verwaltung für den Concordiaweg oder den Fahner Weg angedacht gewesen ist.

Warnung vor chaotischen Verhältnissen

Auch der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Dr. Michael Metten, appelliert an Verwaltung und Ampel-Bündnis, sich bei allen Maßnahmen an den Belangen der Menschen vor Ort zu orientieren.  Es sei wichtig, generell mehr für den Fahrradverkehr zu tun, aber eine einseitige Bevorzugung dieses Verkehrsmittels könne am Ende zu chaotischen Verhältnissen führen.

Es müsse gelingen, zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern eine gleichberechtigte Koexistenz im zur Verfügung stehenden Straßenraum zu schaffen – in Schildgen wie auch in anderen Ortsteilen.

image_pdfPDFimage_printDrucken

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

8 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Gab es eigentlich eine „echte Bürgerbeteiligung“ bei der Errichtung der „Autofahrbahn“ und bei der Einrichtung der „öffentlichen“ Parkplätze?

  2. Angst vor einer „einseitigen Bevorzugung“ zu haben, ist mehr als realitätsfern. In welcher Welt leben die Herren der CDU?
    In einer Veranstaltung des Bürgervereins hat Herr Henkel klar und deutlich gemacht, wo er die Prioritäten sieht. Und zwar ganz klar beim ruhenden und fahrenden Autoverkehr. „Der Primus sind die Parkplätze, nicht die Radfahrstreifen.“
    Wer dabei noch von „Mobilitätswende“ oder „Mobilitätsmix“ spricht, ist einfach nicht ehrlich. Ist schonmal einer der CDU-Herren mit dem Fahrrad durch Bergisch Gladbach gefahren? Ich bin nach jeder Fahrt froh, dass ich keinen Zusammenstoß mit einem Auto oder LKW erlitten habe.
    Ich wünsche mir, dass meine Kinder, wir Eltern und auch die Großeltern unserer Kinder sicher mit dem Fahrrad ihre Wege zurücklegen können.
    Raum ist begrenzt (Ressourcen übrigens auch), wenn man das eine fördern will, muss man zwangsläufig dem anderen einen kleinen Teil abringen. Und trotzdem steht auch in Bergisch Gladbach immer noch der mit großem Abstand meiste Raum dem motorisierten Verkehr zur Verfügung.
    Manchmal sollte es helfen, sich Faktenkundig zu machen.

  3. Die Sprache zeigt genau, welches Interessen vertreten werden: „…, wobei die Autofahrbahn für den Radverkehr freigegeben ist.“. Es gibt keine Autofahrbahn. Es gibt eine Fahrbahn, die für Fahrzeuge verpflichtend zu nutzen ist. Fahrräder sind Fahrzeuge. Fahrräder müssen und sollen nur dann die Fahrbahn nicht verwenden, wenn es nutzungspflichtige Fahrradwege gibt. Wer auch im Jahr 2023 noch von Autofahrbahn spricht, ist weiterhin im Abwehrkampf gegen die Verkehrswende stehen geblieben und versucht die Augen vor der Zukunft zu verschließen.

  4. Dass die CDU das Thema Bürgerbeteiligung ja erst von der Oppositionsbank aus plötzlich entdeckt hat und nun populistisch auszuschlachten versucht, ist das Eine.

    Das Andere ist, dass das Pronom „echt“ hier impliziert, dass man die bisherige Bürgerbeteilugung als solche nicht anerkennt. Dann bleibt für mich die Frage: wann ist denn für die CDU Bürgerbeteiligung „echt“? Erst wenn das gewünschte Ergebnis dabei heraus kommt? Ein Schelm wer böses dabei denkt.

    Eine richtiggehende Frechheit aber ist die Forderung, dass die Radfahrenden jetzt auch mal „Einschränkungen“ in kauf nehmen- und „Kompromissbereitschaft“ zeigen sollen. Sorry, aber sowas kann nur von Leuten kommen, die ihr Lebtag immer nur mit dem Auto durch die Stadt gefahren sind.

    Wenn irgendeine Gruppe von Verkehrsteilnehmern in Bergisch Gladbach in Verzicht und Kompromiss erprobt ist, sind es Radfahrer und Fußgänger.

    Was richtig ist: eine einseitige Bevorzugung eines Verkehrsmittels darf es nicht (mehr) geben. Das gilt allerdings auch und vor allem für das Auto, dem ungebrochen der Bärenanteil des Verkehrsraums zugestanden wird.

    Der gesamte Beitrag der CDU schreit förmlich, dass man aber am Status Quo verbissen festzuhalten gedenkt. Der Hinweis auf „gleichberechtigte Koexistenz“ mutet in dem Kontext wie Hohn an.

  5. Die CDU hätte diesen Vorschlag schon lange umsetzen können – sie hat lange genug regiert. Die CDU kann als Opposition wunderbar (scheinheilige) Vorschläge verkaufen – sie braucht keine Lösung zu finden, die die meisten Bürger mittragen und die bezahlbar und zeitnah realisierbar ist. Bürgerbeteiligungen gab und gibt es in diesem Fall – hat die CDU nicht aufgepasst?

  6. Sollte der Kompromiss-Vorschlag der Radverbände tatsächlich an Ihnen vorbei gegangen sein Herr Henkel? Dann schlage ich vor, mit Ihrer Fraktion in Kontakt zu treten, die diesen in allen technischen Details vorliegen hat.

    Im Bürgerportal finden Sie die etwas leichter zu lesende Zusammenfassung: https://in-gl.de/2022/10/17/schildgen-radverbaende-legen-kompromiss-vorschlag-vor

    Gruß von einem Bürger aus Schildgen, der sich sehr wohl von der Stadtverwaltung beteiligt fühlt.

    PS. Nach der aktuellen Beschlussvorlage für den AMV sind auch weitere Ideen und Kritikpunkte aus der Bürgerversammlung zumindest als Prüfaufträge (Kreisverkehr, Gehwegsanierung, Zebrastreifen, etc.) berücksichtigt worden.

  7. Die Autolobby in Person von Herrn Henkel macht hier tatsächlich einige vernünftige Vorschläge. Leider fällt es schwer darauf einzugehen, da Herr Henkel in seiner Grundüberzeugung, dass es einen Kompromiss geben müsse, von falschen Voraussetzungen ausgeht. Die Stadt möchte minimale Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr umsetzen. Auf Teile dieser Minimalvorschläge zugunsten des alles dominierenden Verkehrsmittels zu verzichten, wäre kein Kompromiss.

    Sehen Sie es so, Herr Henkel: Die eigentlich Forderung, die Verkehre gleich zu behandeln, würde im gegebenen Straßenraum bedeuten, Spuren für den motorisierten Verkehr zu sperren, etwa durch verschiedene Einbahnstraßenregelungen. Die Fahrradlobby (wen meinen Sie damit eigentlich?) hat eine solche Forderung nie erhoben, d.h. ist von vornherein einen Kompromiss eingegangen.

    Die Stadt hätte offensiver in der ursprünglichen Planung sein sollen, dann hätte sie ihre eigentlichen Vorschläge hinterher als Kompromiss verkaufen können.

  8. Lieber Herr Henkel,
    Sie wundern sich darüber, dass der zweite Bauabschnitt NICHT vorgezogen wird? Wird er doch. Eben weil er (mutmaßlich) unproblematischer ist.
    Das hat nichts mit „Fakten schaffen zugunsten der Fahrradlobby“ zu tun.
    Auch eine Bürgerbeteiligung hat es schon gegeben – oder was war das für eine Veranstaltung in der Kreishandwerkerschaft?
    Dort wurde eine PLANUNG der Stadt vorgestellt. Jeder der Anwesenden konnte seine Meinung dazu kundtun. Soll jeder Bürger eine Planung einreichen? Ohne Ahnung von Vorschriften und sonstiger Materie?

    Nun zu Ihren Vorstellungen:

    Kreisverkehr: gern. Da bin ich dabei. Er ermöglicht für alle VerkehrsteilnehmerInnen eine/n unkomplizierte/n Weiterfahrt/Richtungswechsel.

    Komplette Erneuerung der Fahrbahndecke: hatte ich so verstanden, dass das gemacht werden soll: abfräsen und neu drauf.

    Erneuerung der Gehwege:
    Ja, bitte! Ich war tatsächlich enttäuscht zu hören, dass das nicht geplant sei.

    Tempo 30: ist doch quasi schon entschieden. Niemand ist dagegen.

    Kombinierter Geh-Rad-Weg auf einer Seite:
    Von welcher Seite reden Sie? Bergauf entspricht das dem Vorschlag der Radfahrverbände. Zusätzlich zum Radfahrstreifen bergab.
    Oder soll der auf die Bergab-Seite? Dort ist er aufgrund des Gefälles weder als Einrichtungs- noch als Zweirichtungsweg zulässig.

    Bepflanzte Mittelinsel:
    Klingt prinzipiell erstmal nett, macht aber für mich auf Höhe der Kreishandwerkerschaft eher weniger Sinn. Auf Höhe der Post fände ich sie sinnvoller.
    Es gilt dabei aber den Platzbedarf zu beachten und, je nach Verkehrsführung, die Gefährdung von RadfahrerInnen durch zu enge Überholmanöver knapp vor oder auf Höhe einer solchen Insel (selbst wiederholt erlebt).

    Streichung der Parkplätze:
    Ein Erhalt des Parkstreifens ist schlicht nicht möglich. Der Platz wird anderweitig benötigt.
    Selbst wenn lediglich auf der Bergauf- Seite ein gemeinsamer Geh-Rad-Weg geschaffen würde und sonst alles beim Alten bliebe, wird dafür der Streifen benötigt, weil das Hochbord deutlich verbreitert werden muss, um regelkonform und barrierefrei zu sein. Abgesehen davon wäre diese absolute Minimalmaßnahme (Lösung ist das falsche Wort) keine Verbesserung für irgendeine Gruppe von VerkehrsteilnehmerInnen:
    Die Parkplätze wären weg, die RadfahrerInnen müssten bergab weiterhin im Mischverkehr fahren, was für die zahlreichen SchülerInnen eine Zumutung ist.
    FußgängerInnen würden weiter gefährdet, weil zahlreiche RadfahrerInnen aus Angst und Unsicherheit weiterhin regelwidrig den Gehweg nutzen würden.

    Einbahnstraßen: Der Punkt ist in keiner der mir bekannten Planungen vorgekommen (oder ich hatte Tomaten auf den Augen). Halte ich auch für falsch, da dadurch mutmaßlich das Fahrtempo erhöht wird (wegen fehlenden Gegenverkehrs). Meines Wissens hat sich auch die Polizei /Stadt schon immer dagegen ausgesprochen.
    Meines Erachtens wäre eine „Spielstraße“ oder zeitweise Sperrung (zu Schulbeginn und -Ende) eine Alternative.

    Was die Kompromissbereitschaft angeht, die Herr Metten einfordert:
    Die Radfahrverbände haben einen Kompromiss vorgelegt, der zumindest das Halten auf einer Straßenseite (bergauf) ermöglicht.
    Die Goldlösung – abgetrennte Bereiche für jede Art von VerkehrsteilnehmerInnen – ist ohnehin nicht möglich.
    Worin liegt denn der Kompromiss von Seiten der Autolobby (wenn Sie schon solche Begrifflichkeiten ins Spiel bringen) bei Ihren Forderungen? Ich sehe keinen.
    Auch von „gleichberechtigter Koexistenz“ kann ich so nichts erkennen. Es läuft wieder auf das gleiche Fazit hinaus: VIIIEEEL Platz den Autos und den restlichen Raum können sich RadfahrerInnen und FußgängerInnen dann teilen.

    Ich wiederhole gern nochmal mein Angebot, dass ich Ihnen vor ein oder zwei Jahren schon einmal gemacht habe: ich fahre gern mit Ihnen durch Schildgen. Selbstverständlich mit dem Rad und zu verschiedenen Zeiten. Dann können Sie hautnah erleben, dass es SO nicht bleiben kann.