Foto: Thomas Merkenich

Die Umwandlung der Laurentiusstraße zur Fahrradstraße wird nach Einschätzung der CDU-Fraktion Stillstand bewirken und sei ein Symbol für den Widerspruch, zwischen „rot-grüner Ideologie und der Lebenswirklichkeit der Menschen“.

Stillstand – im wahrsten Sinne des Wortes – wird die rot-grün geprägte „Verkehrsberuhigung zu Gunsten des Fahrrades“ in der Laurentiusstraße bewirken. Die Laurentiusstraße ist zwischenzeitlich zu einem Symbol geworden, wie rot-grüne Ideologie und die Lebenswirklichkeit der Bürgerinnen und Bürger im Widerspruch stehen. Ziel einer verantwortungsvollen Politik muss das wertschätzende Miteinander und das gemeinsame Ringen um den besten Weg sein. 

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Hinweis der Redaktion: Das Bürgerportal steht als Plattform für alle Vereine, Initiativen, Parteien und Einrichtungen der Stadt zur Verfügung. Dieser Beitrag stammt vom Ortsverband der Grünen.

„Es mutet wie betriebsames, unreflektiertes Handeln an, so wie diese Fahrradstraße durchgeboxt wird. Mehrfach beantragte Machbarkeitsprüfungen und tatsächlich belastbare Zahlen zur Nutzung der Straße durch Fahrrad- und Autofahrer fehlen genauso, wie eine Schleppkurvenberechnung im Bereich der Durchfahrt von der Laurentiusstraße auf den Buchmühlen-Parkplatz. An dieser Stelle soll eine völlig undurchdachte Ableitung des Kfz-Verkehrs stattfinden,“ empört sich Hermann-Josef Wagner, der planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion ist.

„Es wird einfach beschlossen, statt Vernunft walten zu lassen, wie noch beim konstruktiven Denkanstoß der CDU in Sachen Fahrradweg Buddestraße. Vielleicht, weil ein entsprechender Verkehrsversuch hier zum einzig richtigen, aber unerwünschten Ergebnis führte?“ 

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Laurentiusstraße soll eine unechte Sackgasse werden

Nach einer wieder einmal langen Debatte hat der Verkehrsausschuss beschlossen, wie in der künftigen Fahrradstraße Laurentiusstraße der Durchgangsverkehr unterbunden werden soll: Per Barriere auf Höhe der Buchmühlenstraße. Auf Antrag der FWG wird zuvor ein Verkehrversuch gemacht.

„Das Konzept dahinter ist, Bürgerinnen und Bürgern den Kfz-Verkehr zu verleiden und mit Verboten grüne Umerziehungsgedanken durchzusetzen“, ist Lutz Schade (Sprecher der CDU-Fraktion im Ausschuss für Mobilität und Verkehrsflächen) überzeugt und sieht sich durch die Äußerung von „Bündnis 90/Die Grünen“, den Kfz-Verkehr schon weit vor Paffrather Straße und Laurentiusstraße „abfangen“ zu wollen, bestätigt.

„Trotzdem steht außer Frage, dass eine Ableitung des Verkehrs über den Buchmühlen-Parkplatz nicht funktioniert. Die politisch grün geprägte Lösung „Laurentiusstraße als Fahrradstraße“ setzt mit Gewalt um, was vorne und hinten nicht passt. Mit dieser absurden Lösung wird man den tatsächlichen Verkehrsproblemen in der Stadt nicht gerecht, sondern verursacht nur weiteren Stillstand!“ 

„Höchst denkwürdig, dass auf unsere berechtigten Einwände keinerlei Rücksicht genommen wird und auf die mehrheitlichen Wünsche und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger schon gar nicht“, empört sich Wagner.

Er denkt dabei an die Gängelung der Gewebetreibenden, privaten und geschäftlichen Besucherinnen und Besucher und Lieferdiensten, die den neuen Anwohnerbereich Laurentiusstraße nur noch ohne Auto erreichen sollen. Viele Besucherinnen und Besucher von Marienkrankenhaus (MKH), Klinik am Berg und Friedhof müssen ansehnliche Umwege über Gertrudenstraße, Im Aspert und Hornstraße in Kauf nehmen, um an ihr Ziel zu kommen.

Für das MKH- Parkhaus mit seinen rund 300 täglich mehrfach stark frequentierten Plätzen ist die Ein- und Ausfahrt nur noch über die Straße Am Broich möglich. Direkt an der Grundschule vorbei! Eine große, nicht abschätzbare Gefahr für die dort radelnden Kinder und unnötige, zusätzliche CO2-Emissionen durch die im Stau stehenden Autos! 

Lutz Schade: „Schon im Gutachten zur Einrichtung von Fahrradstraßen in Bergisch Gladbach vom Juli 2021 ist nachzulesen, dass Kfz-Verkehrsverlagerungen zwangsläufig zu Überlastung im Hauptstraßennetz führen. Wer keinen Verkehrsinfarkt will, sollte nur dort Fahrradstraßen vorsehen, wo auch ernsthaft zu erwarten ist, dass das Fahrrad der vorrangige Verkehrsträger sein wird. Im Hinblick auf die die mittlerweile gut ausgebauten Radwegeverbindungen über die Straße An der Gohrsmühle ist das für die Laurentiusstraße nicht zu erwarten. Zumal die zurzeit praktizierte Lösung von Bürgerinnen und Bürgern sowie allen, die sich mit Vernunft und Verstand für die Belange der Verkehrsplanung in unserer Stadt einsetzen, gut angenommen ist.“ 

Aus diesem Grund hatte die CDU im letzten Ausschuss für Mobilität und Verkehrsflächen beantragt, die jetzige Lösung, die ein vernünftiges Miteinander in der Laurentiusstraße ermöglicht, beizubehalten. Leider gab es für diesen Antrag keine politische Mehrheit.

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24 Kommentare

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  1. Werte CDU,
    Wenn Ihr Euch mit dem Verwaltungsvorschlag beschäftigt hättet, so hätten wir über eventuelle Verbesserungen (Öffnung auch für das Linksabbiegen zum Parkhaus MHK) diskutieren können.
    Ihr aber wolltet den Beschluss zur Fahrradstraße aufheben (und dabei testen, ob daran auch ohne FDP eine Mehrheit festhält) – mit dieser Fundamentalopposition habt Ihr die Chance zu einer Verbesserung im Einzelfall verpasst.

  2. Nur zur Klarstellung: die FDP tritt für die Einrichtung einer Fahrradstrasse mit dem ursprünglichen Konzept ein. Nur die Ableitung des Kfz. Verkehrs in eine Fussgängerzone!! halten wir für einen völlig untauglichen Plan. Die FDP wird sich weiter für eine Mobilitätswende einsetzen. Dazu haben wir bereits in unserem Wahlprogramm 2020 entsprechende Vorschläge gemacht. Im Kern geht es um eine intelligente Vernetzung aller Verkehrsträger und um Anreize für Bürgerinnen und Bürger gerade im Innenstadtverkehr die Nutzung des Autos zu reduzieren.

    1. Klar gestellt: das Wahlprogramm findet man auf der website der FDP GL. Die Vorschläge für die Mobilität sind so allgemein formuliert, dass sie auf jede Kommune, jedes Bundesland und auch auf die ganze Republik passen. Es gibt neben der uralten Idee zur Verlängerung des schienengebundenen ÖPNV einen einzigen konkreten Vorschlag für eine Mobilitätswende: eine zusätzliche Anbindung an die A4.

      1. Allgemein und unsubstantiiert formulierte Wahlprogramme sind wohl das Markenzeichen jeder Partei; auch hier in Bergisch Gladbach.

  3. Was für ein peinlicher gekaufter Artikel von der CDU. Für wie blöd hält die CDU eigentlich die Wählerschaft in Bergisch Gladbach? Aber es gibt halt Fraktionen, bei denen alles so bleiben soll wie es ist – und die CDU gehört nun einmal dazu.
    Von daher schön, dass sie sich so treu bleibt und man nachwievor weiß woran man bei der CDU ist.
    Für mich als junger Wähler zeigt dieser Beitrag wieder einmal wen ich garantiert nicht wählen darf, wenn ich Fortschritte und Veränderung in der Verkehrs- und Klimapolitik möchte.

    1. Dieser Artikel ist nicht „gekauft“. Das Bürgerportal ist eine Plattform für alle Vereine, Initiativen, Einrichtungen und demokratischen Parteien in Bergisch Gladbach.

  4. Das die CDU mal wieder anderen Ideologie vorwirft, während sie selbst vollkommen ideologisch handelt und argumentiert – geschenkt.

    Der wahre Hohn ist aber zuerst zu schreiben „Ziel einer verantwortungsvollen Politik muss das wertschätzende Miteinander und das gemeinsame Ringen um den besten Weg sein.“

    Und dann kommt sowas:
    „Es mutet wie betriebsames, unreflektiertes Handeln an, so wie diese Fahrradstraße durchgeboxt wird“
    „völlig undurchdacht“
    „Es wird einfach beschlossen, statt Vernunft walten zu lassen“
    „Bürgerinnen und Bürgern den Kfz-Verkehr zu verleiden und mit Verboten grüne Umerziehungsgedanken durchzusetzen“
    „setzt mit Gewalt um, was vorne und hinten nicht passt“
    „absurde Lösung“
    „Gängelung“

    Ich dachte, gerade der CDU sei „Anstand“ so wichtig? Wann kommt die Wutbürger-Koalition mit der AfD? Man stimmt ja bisher schon gerne gemeinsam.

    1. Es fehlt noch „empört sich […]“. In anderen Beiträgen der CDU hier im Bürgerportal wird man auch leicht fündig.
      Die sprachliche Nähe der CDU (hier speziell in Bergisch Gladbach, aber auch im Allgemeinen) zu Rechtspopulisten ist in der Tat eine Entwicklung, die ich mit großer Sorge sehe.

  5. Die jetzt beschlossene Lösung mit der „unechten Sackgasse“ ist von den Verkehrsingenieuren der Stadt zusammen mit der Polizei erarbeitet worden. Sie basiert auf der Straßenverkehrsordnung, nach der in Fahrradstraßen andere Verkehre reduziert werden sollen.
 Jeder Autofahrer kann weiterhin alle Ziele in der Laurentiusstraße (Grundstücke, Parkhaus Krankenhaus, Einzelhandel, Gastronomie usw.) erreichen.


    Warum glauben die Kritiker, dass sie mehr von der Sache verstehen als die Verkehrsexperten?


    Ein Blick nach Köln: Autofahrer können Köln-Ehrenfeld (109.000 Einwohner, so viele wie ganz Bergisch Gladbach) nur noch auf den Hauptverkehrsstraßen durchqueren. Alle Wohngebiete sind geprägt durch „unechte Sackgassen“.


    Ehrenfeld verödet nicht! Im Gegenteil, es wird als lebenswerter Stadtteil immer beliebter, Gastronomie und Einzelhandel florieren.


    Bergisch Gladbach hat ein Straßennetz von ca. 430 km. Von diesen 403 km werden jetzt 900 Meter (0,25 %!) zur Fahrradstraße. 
Glauben die Kritiker wirklich, dass diese 900 Meter der Untergang der Stadt sind? 900 Meter, die für Autofahrer immer noch befahrbar sind, nur nicht für den Durchgangsverkehr?
 Wer ist hier idiologisch unterwegs?

  6. Die Nachkarterei in den hier abgegebenen Kommentare nützt Niemandem. Da sind übrigens nicht nur die letzten 20 Jahre anzusetzen sondern die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, in der kein Verkehrskonzept zustande kam. Aber warum verfolgt die neue Koalition ihre alten Pläne? Weil die in einer Zeit begannen, als es eine Ampel mit Ratshoheit gab und man lustig und fidel und auf Teufel komm raus unbedingt Versprechen aus der letzten Wahl halten wollte. Die unglaublichen Vorhaben mit Buddestraße, 400 m Bus/Fahrradstraße zwischen 2 Keisverkehren und die Laurentiusstraße mit der Nachfolgerin Odenthaler Str. zeigen ein Bild von Verbohrtheit und Schildbürgerstreichen, das ihresgleichen sucht. Nun wird auch noch die Fahrrad-Vergewaltigung der Steinstraße angekündigt, dem früheren Wunsch folgend, mit dem Fahrrad über die Buddestraße (Typographie ist für die Leute kein Begriff) den Busbhanhof erreichen. Steinstraße, 3 Spuren, 2 enge für Autos, eine enge für Busse, auf der evtl. wie in Gladbach auch Fahrräder sich bewegen sollen? Ja gehts noch gefährlicher? Wer wird sich dort mit einem Fahrrad in den Verkehr stürzen wollen?

    Es wird nicht für die Bevölkerung gearbeitet sondern für ein kleines Häuflein Fahrradbewusste, die ihre Einstellung auf alle oktroieren wollen, befeuert von Fahrrad-Vereinen, die ihre Satzungen für Evangelien halten und berauscht von dem eigenen lauten Schreien.

    Es bedarf keiner Belehrung, dass die CO2-Werte deutlich verringert werden müssen. Davon kommt ein Großteil vom motorisierten Individaulverkehr. Sich deshalb kopflos in die Umwandlung zu einer Fahrradstadt like Kopenhagen zu stürzen, zeugt vom Unvermögen zu differenzieren, was Not tut und was Wahlnachfolgefeigenblatt ist.

    Welche Kriterien wird die Fahrradlobby wohl anführen, wenn sich lauter E-Fahrzeuge auf den Straßen bewegen? Dann wird es wohl um die Herstellung von Batterien gehen, die Entsorgung derselben oder vielleicht die Tatsache, dass diese Fahrzeuge kaum zu hören sind und deshalb eine Gefahr darstellen – vor allem für Radfahrer. Diese Menschen haben das Fahrradfahren derart hochstelisiert, dass Lastenrad-Fahrer:innen, die sich auf den bestehenden Radwegen als zu breit empfinden, trotz Radweg auf der Straße fahren. Dann kann man ahnen, wie die nächste Stufe der Fahrradrakete heißen wird: Freie Fahrt für Lastenräder!, wofür dann alle Radwege noch mal verbreitert werden.

    Gäbe es ein Verkehrskonzept intelligenter Art, würde das darauf hinweisen, dass nur eine ausgewogene Beachtung aller Verkehrsteilnehmer zu Fortschritten im Straßenverkehr führt.

  7. Den Äusserungen der Herren Wagner und Schade stimme ich in weiten Teilen zu.

    Als das Projekt „Laurentiusstrasse als Fahrradstrasse gestartet wurde, sah das Konzept eine verkehrsberuhigte Strasse mit Vorfahrt für Fahrradfahrer vor. Die Strasse sollte offen bleiben für Kfz. Verkehr der Anlieger und Anlieferer, selbstverständlich mit Zugang zum Parkhaus des Marienkrankenhaus.

    Der jetzt verabschiedete Plan einer Sackgasse mit Ableitung über den Buchmühlenplatz ist wirklichkeitsfremd, gefährlich und erzeugt zusätzlichen Verkehr in der Innenstadt. Für mich ist überhaupt nicht nachvollziehbar, wie ein Dezernent für Stadtentwicklung und Mobilität einen solchen Plan betreiben und unterstützen kann.

    Als die FDP in die Ampelkoalition eingetreten ist, haben bei den Grünen Pragmatiker mit einer Vision für die Stadt das politischen Handeln bestimmt, doch im Laufe der letzten zwei Jahre haben Dogmatiker und „Umerzieher“ übernommen – schade. Bürger und Bürgerinnen werden diesen Kurs bei der nächsten Kommunalwahl bewerten.

    1. Ich vermisse ein aktives politisches Gestalten der FDP in unserer Stadt, lieber Herr Krell. Eigene Vorschläge, Ideen, Anträge, … Selbst mit einem Wahlergebnis von nur 5% sollte es zu mehr reichen als zum ewigen „mit uns nicht“.

    2. Auch werden die Bürger*innen IHREN seltsamen Kurs bewerten…

      Umerzieher? Was soll dieses Wording bewirken? Schon mal etwas von Verkehrswende gehört? Ohne diese wird es nicht gehen! Aber die findet ja im Bund unter Herrn Wissing ebenfalls nicht statt.

      Wir sind de facto eine Großstadt (deutschlandweit!) mit einem extrem schlechten Fahrradnetz. Seit einem Jahr sind leichte Fortschritte zu erkennen. Mehr aber nicht. Schauen Sie mal was in Paris in den letzten 2 Jahren passiert ist… ja, selbst in Köln entstehen überall Fahrradstraßen. Und ist davon sie Welt untergegangen? Ganz sicher nicht….

      1. Einen vom ADFC (Fahrradverband) erstellter Fahrradklima-Test erscheint mir ähnlich hinterfragenswert wie ein Autoklima-Test, der vom ADAC erstellt würde. Beide Vereine sind Lobbyisten.

      2. Naja, es wurden halt Radfahrende gefragt, wie die Situation bei ihnen vor Ort ist. Da haben in Bergisch Gladbach immerhin 690 Personen teilgenommen, die sehr schlechte Noten für Infrastruktur, Sicherheitsgefühl und viele andere Dinge vergeben haben. Insgesamt sogar mit einer Tendenz nach unten im Vergleich zu den Jahren davor. Von den 40 anderen Städten vergleichbarer Größe wurden nur in einer Stadt schlechtere Bewertungen abgegeben. Selbst wenn man also das Fragebogendesign oder die Teilnehmendengewinnung kritisieren möchte, die Vergleichbarkeit bleibt ja erhalten. Und das Radfahrende zur Qualität des Radfahrens befragt werden, macht durchaus Sinn, finden Sie nicht?

        Wenn der ADAC Autofahrende befragt, wie Verkehrssituation in verschiedenen Städten, ließe sich daraus ja auch eine Vergleichbarkeit ableiten. Auch dort würde Bergisch Gladbach sicherlich nicht gut abschneiden, nebenbei bemerkt.

  8. Die CDU möchte die Bürger zum Autofahren erziehen und zwingen, was schon lange bekannt ist. Diese gefährliche Ideologie ignoriert, dass das Auto als Massenverkehrsmittel unter anderem wegen der Peak-Oil Problematik keine Zukunft hat.

    Wer eine Verkehrswende „by design“ und nicht „by disaster“ vorzieht, wäre also gut beraten, sich nach politischen Alternativen umzuschauen.

  9. Die CDU traut sich was! Die CDU hat in Bergisch Gladbach jegliche Veränderung des Verkehrsmix in Richtung Fahrrad blockiert und verschlafen. Die Umsetzung des von der CDU selbst initiierten Mobilitäts-Konzepts fand nicht statt.

    Dabei lagen und liegen die Themen, die ganz konkreten Vorschläge schon lange auf dem Tisch. Immer gab es Hinderungsgründe, mal durch die Topographie begründet, mal wird aus Rücksicht auf die eigene Klientel argumentiert, die vermeintlich lieber mit dem Auto unterwegs ist. Der Satz „Der Kunde möchte mit dem Auto am liebsten bis zur Kasse vorfahren“ inspirierte eine ganze Generation von CDU-Verkehrsexperten in Bergisch Gladbach, neuerdings auch wieder in Schildgen und in der Laurentiusstrasse.

    Im Politikverständnis der CDU war und ist es wichtiger, einer vermeintlichen Mehrheit von Auto-Fans zu dienen, als eigene Konzepte für den Verkehrswandel zu entwickeln. In diesem Zusammenhang auf einen drohenden Stillstand zu verweisen ist da schon einigermaßen unverschämt und eliminiert auch noch den kleinsten Rest an Glaubwürdigkeit und Zukunftsfähigkeit.

  10. Die Partei, die seit 20 Jahren immer die größte Fraktion in Rat stellt – 20 Jahre, in denen sich ein Berg von Modernisierungs- und Investitionsbedarf aufgetürmt hat, der nun mit einem großem Kraftakt Schritt für Schritt abgetragen werden muss – pickt sich eine verkehrspolitische Maßnahme heraus, die endlich einen Schritt einen Schritt nach vorne bedeutet. Eine Maßnahme, die eine spürbare Weiterentwicklung der Innenstadt hin zu mehr Aufenthaltsqualität und Gleichbehandlung verschiedenener Mobilitätsformen als Ziel hat. Nach Jahren des schwarzen Stillstands. Und „warnt vor Stillstand durch grün-roten Aktionismus“. Wären die Ergebnisse der langjährigen Unbeweglichkeit nicht so ernst könnte man an Satire denken.

  11. Die CDU hat von den 52 Maßnahmen in ihrem 2016 beschlossenen Mobilitätskonzept gerade mal 3 Maßnahmen umgesetzt! Daher haben wir die Misere! Ich möchte gerne einmal eine Fahrradtour für alle CDU-MitgliederInnen durch die Stadt fahren sehen, damit sie praktisch erfahren, wie angenehm das Radfahren im Gladbacher Autoverkehr ist. Ich habe das Gefühl, die CDU bestreitet, dass mehr Radverkehr in GL besser für alle sei.

  12. „nicht abschätzbare Gefahr für die dort radelnden Kinder“
    Sie mal an, sobald man sie also als vermeintliches Argument GEGEN eine Fahrrad-Maßnahme instrumentieren kann, entdeckt sogar die CDU plötzlich die Interessen von radfahrenden Kindern…

    1. Kleines Schmankerl am Rande: Eltern wird ja explizit von der Polizei davon abgeraten, Kinder vor der „Radfahrprüfung“ mit dem Fahhrad zur Schule kommen zu lassen. Diese findet meist erst kurz Ende der vierten Klasse statt. Viele Schulleitungen versuchen sogar, dass als Regel durchzusetzen. Vielleicht macht sich mal jemand die Mühe zu ermitteln, wieviele Kinder tatsächlich zu dieser Grundschule mit dem Rad kommen.

  13. Die CDU ist durch ihre eigene Ideologie gefangen und versucht dem ehem. Stadtrat mit dieser Haltung einen Gefallen zu tun. Schon seltsam, wenn man seit 2016 aus dem eigenen Mobilitätskonzept keine aktive Handlung ableiten kann und sich nur daran reibt, wie man die Besitzstandswahrung erhalten kann!