Foto: Alexander Schiele

Medienscouts oder Digital-Lotsen helfen Mitschüler:innen beim Umgang mit der digitalen Welt. 38 Jugendliche aus acht Schulen des Rheinisch-Bergischen Kreises haben sich am Albertus Magnus Gymnasium zum Medienscout qualifiziert.

38 Jugendliche aus acht verschiedenen Schulen im Rheinisch-Bergischen Kreis haben im Bensberger Albertus-Magnus-Gymnasium ihre Qualifizierung zu Medienscouts abgeschlossen. In fünf Workshops machten sie sich gemeinsam mit ihren 16 Beratungslehrinnen und -lehrern fit, um ihre Mitschülerinnen und Mitschüler für die vielfältigen Chancen und Gefahren der digitalen Welt zu sensibilisieren. Damit bildete das Bildungsnetzwerk des Rheinisch-Bergischen Kreises in Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Medien NRW schon die sechste Generation von Digital-Lotsen aus. 

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Ebenso wichtig wie die Warnung vor vielfältigen digitalen Fallen ist es für die Medienscouts, auf die Chancen und Möglichkeiten der Angebote im Netz und auf dem Smartphone hinzuweisen und wie diese kreativ genutzt werden können. Medienscouts sind inzwischen an 29 der 33 weiterführenden Schulen aus dem gesamten Kreisgebiet fest verankert – darunter befinden sich auch sechs Förderschulen. Bei der sechsten Runde qualifizierten sich erneut die Freie Waldorfschule, das Albertus-Magnus-Gymnasium, beide aus Bergisch Gladbach, die Gesamtschule Kürten und das Rösrather Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Aber es kamen auch wieder neue Schulen hinzu, die das Netzwerk der Medienscouts bereichern. Mit der LVR-Schule am Königsforst weiß nun eine weitere Förderschule Medienscouts in ihren Reihen. In Leichlingen machten sich die Sekundarschule und das Gymnasium auf den Weg, um mit den Medienscouts digitale Wegweiser im Schulalltag zu verankern. Bei der noch jungen Gesamtschule Rösrath sind die Internet-Expertinnen und Experten fast seit der Gründung ein wichtiger Teil des Präventionsangebots. 

„Die große Resonanz der Schulen zeigt, dass Medienscouts eine wichtige und beständige Rolle für das Peer-to-Peer Lernen in der Region innehaben“, machte Bildungsdezernentin Aggi Thieme bei der Zertifikatsübergabe deutlich und freute sich über den weiteren Zuwachs im Netzwerk. Schulrat Martin Schneider betonte die Bedeutung digitaler Kompetenzen für die Jugendlichen und lobte sie für ihren Einsatz, um ihre Mitschülerinnen und Mitschüler zu unterstützen und zu beraten.

Foto: Bettina Junker-Kuck

In den fünf Workshops, die jeweils einen ganzen Tag einnahmen, machten sich die Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren in den Schwerpunkten Internet und Sicherheit, Soziale Netzwerke, Prävention von Cybermobbing, Smartphone und digitale Spiele fit. Letztere standen bei der Veranstaltung am Albertus-Magnus-Gymnasium im Mittelpunkt. In einem abschließenden Rollenspiel diskutierten die Jugendlichen als Spieler, Eltern, Lehrkräfte, Spielehersteller sowie Kinderärzte die unterschiedlichen Aspekte digitaler Spiele. Die Inhalte der Diskussion und die Positionen der Protagonisten hatten sie zuvor in Gruppen erarbeitet. Bei der Gesprächsrunde machten sie in ihrer jeweiligen Rolle die unterschiedlichen Blickwinkel und möglichen Konfliktherde, die das Spielen am Computer mit sich bringt, gut deutlich.

Die Dauer des täglichen Spielens und der Einsatz von Spielen im Unterricht wurden beispielsweise sehr kontrovers diskutiert. Auch die finanziellen Risiken durch In-Game- und In-App-Käufe, den käuflichen Erwerb von virtuellen Gütern oder neuen Spielfunktionen, thematisierten die neu qualifizierten Medienscouts. Ebenfalls ging die Runde auf gesundheitliche Gefahren ein. Somit erarbeiteten sich die Medienscouts ein umfassendes Wissensportfolio, das sie nun an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler weitertransportieren können. 

Das dürfte den jungen Medienexpertinnen und -experten gut gelingen, weil sie bei den Kindern und Jugendlichen ihrer Schulen auf hohe Akzeptanz treffen. Der entscheidende Grund dafür ist, dass sie sich als Gleichaltrige, sogenannte Peers, auf Augenhöhe begegnen. Deshalb leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Medienkompetenzförderung ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler und sind ein tragender Pfeiler der Präventionskette – beispielsweise, um Cybergewalt an jungen Menschen zu verhindern.

Zur Ausbildung weiterer Medienscouts startet schon im kommenden Jahr die nächste Qualifizierungsrunde. Dafür haben sich bereits acht Schulen angemeldet und es sind noch Plätze für weitere frei. Wer teilnehmen möchte, kann sich per E-Mail an bildungsnetzwerk@rbk-online.de wenden.

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RBK

Rheinisch-Bergischer Kreis

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