v.l.: Bettina Althoff, Christine Ockenfels

Wanderungen in der Natur können für Menschen in Trauer eine bedeutende Hilfe sein, die Zeit der Trauer zu überstehen und Kraftquellen zu finden. Bettina Althoff und Christine Ockenfels von der Initiative „Ökumenisch unterwegs in Bensberg“ bieten Wanderungen an und laden ein, diese Möglichkeit der Trauerbewältigung zu nutzen.

Die Initiative „Ökumenisch unterwegs in Bensberg“ bietet seit September 2022 mehrmals im Jahr eine Trauerwanderung an. Den ausgebildeten Trauerbegleiterinnen Bettina Althoff und Christine Ockenfels ist es ein Herzensanliegen, trauernden Menschen Wege zu eröffnen, auf dem die Trauer mitten im Leben Raum finden kann. Dazu machen sie sich mit den Trauernden auf den Weg in die Natur. 

Bevor es losgeht, werden die Teilnehmenden eingeladen, zuerst sich selbst und den eigenen Körper und Atem zu spüren. Unterwegs gibt es Impulse, die die beiden Trauerbegleiterinnen als Einladung und Anregung verstehen. Sie können eine Unterstützung sein, in der Trauer zu sich selbst zu finden, eigene Gefühle zuzulassen, neue Perspektiven oder auch Kraftquellen zu entdecken.

Die Teilnehmenden können sich ganz frei fühlen, inwieweit sie die Themen und Fragen der Impulse für sich aufgreifen oder darüber sprechen wollen. Manchmal ergibt sich durch einen Impuls ein reger Austausch über das jeweils eigene Erleben des Verlustes und die Bewältigung des Alltags.

Trauerwege werden begehbar

Im Gehen auf dem „Lebensweg“ zeigt sich, wie individuell verschiedene Trauerwege begehbar werden können. Es wird oft als tröstlich und ermutigend erlebt, ein Stück des Weges miteinander zu gehen. Zwischendurch gibt es eine Pause und eine kleine Stärkung. Die Trauerbegleiterinnen haben immer etwas Süßes oder Obst dabei, in der kühleren Jahreszeit auch warmen Tee.

Meistens geht es während der Wanderung recht lebendig zu, die Gesprächspartner/innen wechseln sich ab, so wie es sich ergibt und gewünscht ist. Und es ist nicht immer nur ernst und traurig – es gibt auch schon mal Anlässe, die erheitern und zum Lachen bewegen. Wer das Bedürfnis hat, zwischendurch ein Stück still für sich zu gehen, wird von den Trauerbegleiterinnen ermutigt, sich das zu gönnen und dabei die tragende Kraft der Gruppe zu spüren.

Zum Abschluss der Wanderung können sich die Teilnehmenden ein Foto aussuchen, das zu ihrer augenblicklichen Befindlichkeit passt. Eine kurze Rückmeldung der Teilnehmenden rundet die Wanderung ab. Die Teilnehmenden bekommen auch das Blatt mit den Impulsen. So können sie den Impulsen später in Ruhe nachspüren oder die Wanderung noch einmal nachwandern. Am Ende werden gerne schon mal Adressen ausgetauscht mit dem Wunsch sich wieder zu treffen.

Man verabschiedet sich mit der Perspektive, bei der nächsten Wanderung wieder dabei zu sein. Trauernde, die mehrmals mitgewandert sind, stellen fest, dass die Trauer immer zu ihrem Leben gehören wird, sich aber mittlerweile verändert hat. Das Leben wird inzwischen leichter bewältigt und Lichtblicke sind mehr geworden. Auch wenn der Verlust schon länger zurück liegt, manchmal Jahre, braucht sich niemand zu scheuen, mitzuwandern.

Termine, Anmeldung und Treffpunkte

Die Treffpunkte der Wanderungen wechseln und werden bei der Anmeldung bekannt gegeben. Information zu den Terminen und zur Anmeldung finden sich im Flyer der hier zum Download bereit steht. Die Teilnahme ist kostenlos.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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