Die schlimmsten Befürchtungen für den Winter sind ausgeblieben, nun macht sich auch in der lokalen Wirtschaft wieder etwas mehr Zuversicht breit. Nicht mehr zwei Drittel, sondern nur noch ein Drittel der Unternehmen schaut pessimistisch in die Zukunft, ergab eine neue Umfrage der IHK Köln.

Im Herbst hatten sich die Firmen im Rheinisch-Bergischen Kreis in der IHK-Umfrage deutlich schlechter zu ihren Geschäftsaussichten als die Wirtschaft im gesamten Kammerbezirk Köln, obwohl sich die meisten Unternehmer:innen im direkte Gespräch etwas differenzierte ausgedrückt hatten.

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Doch nun weist auch die neue IHK-Konjunkturumfrage ein deutlich besseres Bild aus. Zwar bewerten mit 22 Prozent der Unternehmen etwas weniger ihre Lage als gut als bei der Vorumfrage (25 Prozent). Aber eine wirklich schlechte Lage melden nur noch 15 Prozent (Vorumfrage 26 Prozent), berichtet die IHK.

„Die Unternehmen haben sich resilienter erwiesen als zunächst erwartet. Es ist ihrem Mut, ihrer Kreativität und ihrer Anpassungsfähigkeit zu verdanken, dass die Lage besser ist, als befürchtet und die Erwartungen nicht mehr ganz so schlecht ausfallen,“ betont Ellen Lindner, die neue Leiterin der Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg der IHK Köln.

Vor allem die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate sind deutlich optimistischer. Acht Prozent der Unternehmen rechnen mit einer positiveren Entwicklung (Vorumfrage drei Prozent), nur noch 36 Prozent gehen von einer ungünstigeren Entwicklung aus (Vorumfrage 65 Prozent). Der pessimistische Anteil ist damit nur noch knapp größer als im gesamten Kammerbezirk (32 Prozent).

So hat sich die Stimmung der Unternehmen seit 2018 entwickelt. Schon seit 2019 ging es bergab, es folgte der tiefe Einbruch zu Beginn der Corona-Pandemie und mit Russlands Angriff auf die Ukraine ein weiterer Rückschlag. Inzwischen ist das Vor-Corona-Niveau bei der Beurteilung von Lage und Ausblick wieder weitgehend erreicht.

Die Investitionsbereitschaft bleibt laut IHK gleich: Nur jeder fünfte Betrieb im Rheinisch-Bergischen Kreis wolle mehr investieren, knapp die Hälfte plane geringere Investitionen. 

Die Beschäftigungsaussichten habe sich um 17 Punkte zwar verbessert, allerdings liege der IHK-Beschäftigungsindikator mit minus neun Punkten weiterhin im negativen Bereich. 

Als Hauptrisiken nennen die Unternehmen im Rheinisch-Bergischen Kreis an erster Stelle klar die Energie- und Rohstoffpreise (71 Prozent), gefolgt vom Fachkräftemangel, den 59 Prozent als riskant für das eigene Geschäft einschätzen.  Es folgten die Arbeitskosten mit 53 Prozent.

Geschäftsstellenleiterin Lindner gesteht zu, dass „der aktive Einsatz der Politik in Krisenzeiten durchaus Positives bewirkt hat“. Dennoch verhinderten ein „mangelnder politischer Reformwille und die abnehmende Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland eine nachhaltige Erholung“.

Kritisch sei die Lage besonders bei energieintensiven Industriebetrieben. Trotz Verbesserung des Konjunkturklimas bestehe daher das Risiko, „dass viele Schlüsselunternehmen für den Wohlstand in unserer Region ihre Produktion aus Deutschland weg in andere Länder verlagern, in denen Energie sicherer und günstiger zu haben ist“, befürchtet Lindner.

Auch jenseits der Energiekosten seien die Rahmenbedingungen mehr als herausfordernd, betont Lindner, und zählt einige Probleme aus Sicht der Unternehmen auf: eine ausufernde Bürokratie, eine marode Infrastruktur und der sich immer stärker manifestierende Arbeitskräftemangel.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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