Auf dem Gelände der Gnadenkirche sollen die Bäume gepflanzt werden. Foto: Thomas Merkenich

An die Opfer der rechtsextremen Terrororgruppe NSU soll in Bergisch Gladbach schon bald eine Gedenkstätte auf dem Gelände der Gnadenkirche in der Stadtmmitte erinnern. Der Integrationsrat pflanzt dort „10 + 1 Bäumen für die Opfer des NSU“. Eine Hinweistafel soll Informationen vor Ort bereitstellen.

Bereits auf seiner Sitzung im Februar hat der Integrationsrat der Stadt die Errichtung der Gedenkstätte „10 + 1 Bäume für die Opfer des NSU“ beschlossen. Demzufolge ist die Errichtung, Pflege und Finanzierung einer entsprechenden Gedenkstätte durch den Integrationsrat vorgesehen, heißt es dazu in einer Mitteilung an den Stadtrat am Dienstag.

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Die Gedenkstätte werde in Kooperation mit Partnern wie dem Streuobstwiesenverein e.V., dem Bergischen Geschichtsverein Rhein-Berg e.V. sowie dem Ernährungsrat Bergisches Land e.V. errichtet. Wenn möglich noch im Spätsommer oder Herbst 2023 dieses Jahres.

Mit der Gedenkstätte wird an die Opfer der rechtsextremen Terrorgruppe NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) erinnert: Zwischen 2000 und 2006 ermordete die Gruppe neun Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, zudem wird ein Polizistenmord in 2007 den beiden Haupttätern Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt angelastet. Das Duo beging 2011 Suizid, die Komplizin Beate Zschäpe wurde rechtskräftig verurteilt.

„10 + 1“ steht für die zehn NSU-Opfer plus ein Baum für alle weiteren unbekannten Opfer rassistischer Angriffe. Hintergründe auf Wikipedia sowie beim Landesintegrationsrat NRW.

Gedenkstätte an der Gnadenkirche

Die Gedenkstätte ist auf dem Gelände der evangelischen Gnadenkirche in der Stadtmitte geplant. Die Kosten in Höhe von 3.000 Euro sollen aus dem Budget des Integrationsrates beglichen werden.

Für Beschaffung, Pflanzung und dauerhafte Pflege der Bäume zeichnet der Streuobstwiesenverein e.V. verantwortlich. Eine Hinweistafel wird durch den Integrationsrat beschafft und aufgestellt.

Aufruf des Landesintegrationsrats NRW

Die Kosten für den weiteren Pflege- und Erhaltungsaufwand würden nach Ablauf des ersten Finanzierungsjahres (Beginn Sommer/Herbst 2023) jährlich neu durch den Integrationsrat beschlossen werden, heißt es in der Mitteilung an den Rat.

Der Landesintegrationsrat NRW hatte 2020 die Integrationsräte und Kommunen in NRW zu der Aktion „10 + 1″ aufgerufen. Hintergrund war der Anschlag von Hanau in 2020, bei dem neun Menschen mit Migrationshintergrund von einem Rechtsextremen ermordet wurden.

Zudem verzeichnete der Landesintegrationsrat die Schändung von Mahnmalen der NSU-Opfer. Die Aktion 10 + 1 wende sich auch gegen den „Kahlschlag an gemeinsamen menschlichen Werten“.

war bis Anfang 2024 Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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