Das historische Rathaus in Gladbach. Foto: Thomas Merkenich

Die Stadt Bergisch Gladbach soll neue deutsche Staatsbürger:innen künftig mit einer Einbürgerungsfeier begrüßen. Ein entsprechendes Konzept von Verwaltung und Integrationsrat wurde jetzt in dem Gremium einstimmig verabschiedet. Es soll der Einbürgerung von jährlich 300 bis 400 Menschen einen feierlichen und würdigen Rahmen zu geben. Allerdings ist die Finanzierung noch offen.

Angestoßen wurde diese Idee in einem Antrag des Integrationsrates an die Stadt aus vergangenem Juni: Durch Einbürgerungsfeiern wolle man den Neubürger:innen mit einer offenen Willkommenskultur gegenübertreten. Wertschätzung für den Schritt ausdrücken, dass Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen, schrieb der Vorstand.

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Der Vorstoß kam an: Gemeinsam mit der Verwaltung wurde nun ein Konzept für Einbürgerungsfeiern entwickelt, dass vergangenen Donnerstag im Integrationsrat einstimmig verabschiedet worden ist. Ende November soll der Ausschuss für Soziales final entscheiden.

Bei den Feiern geht es um einen symbolischen Akt. Sie würden laut Verwaltung nicht die formale und rechtlich bindende Einbürgerung ersetzen. Die solle nach wie vor durch die Aushändigung der Einbürgerungsurkunde beim Kreis erfolgen.

Wie geht das? Infos zur Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit gibt es auf den Webseiten des Rheinisch-Bergischen Kreises

Bis zu sechs Feiern

Das vorgestellte Konzept sieht bis zu sechs Feiern pro Jahr vor, abhängig von den tatsächlichen Einbürgerungszahlen. Für 2023 rechne man laut Verwaltung mit rund 320 Einbürgerungen (2022: 383), nachdem im ersten Halbjahr 162 Menschen eingebürgert worden seien.

Gestartet werden solle im ersten Quartal 2024, für jene Menschen die zu Beginn des neuen Jahres eingebürgert wurden. Als Ort wird der historische Ratssaal Stadtmitte vorgeschlagen. Veranstalter seien Stadt und Integrationsrat, der Bürgermeister habe bereits grünes Licht gegeben.

Finanzierung offen

Migrations-Organisationen hätten zudem Interesse signalisiert, bei der Feier präsent zu sein. Während der Feier solle unter anderem eine Willkommensurkunde und ein kleines Gastgeschenk überreicht werden sowie gemeinsam die Nationalhymne gesungen werden.

Ohne Raummiete schätzen die Initiatoren die möglichen Kosten auf circa 1.000 Euro je Veranstaltung. Eine Kostendeckung habe verwaltungsseitig noch nicht erfolgen können.

Die Verwaltung versuche, bis zur nächsten Sitzung des Integrationsrates Ende Januar 2024 die Finanzierung zu klären. Denkbar seien auch Sponsoren, um die Bewirtung der Gäste während der Einbürgerungsfeier zu bezahlen.

war bis Anfang 2024 Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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  1. Es ist ein Ausdruck des Willkommens und des Respekts, die Eingebürgerten nebst Ihren Angehörigen, Verwandten zu einer Feierstunde einzuladen. Andere Kommunen in Deutschland pflegen diese Kultur schon seit Jahrzehnten. Die Eingebürgerten freuen sich nach meiner beruflichen Erfahrung sehr über eine solche Einladung und kleiden sich als einem solchem Anlass festlich, um dieses zu zeigen. Es geht ihnen aber nicht nur um Äußerlichkeiten, sondern um die innere Verbundenheit zu Deutschland als Staat mit seinen Grundwerten unseres Grundgesetzes, wie ich es aus vielen Gesprächen erfahren habe.

  2. Eine sehr sinnvolle Idee. In klassischen Einwanderungsländern wie z.B. den USA oder Kanada ist eine solche Zeremonie Teil des Standardprogrammes. Schade, dass hier die Kommunen Eigeninitiative zeigen müssen. Umso schöner, dass Bergisch Gladbach diese Initiative zeigt.

  3. Hallo Herr/Frau Dr. Alban,

    dass was Sie schreiben ist nicht gerade sehr freundlich.

    Ich möchte Ihnen kurz erzählen wie es bei mir mit der Einbürgerung im Jahr 2007 gelaufen ist: Um 8:30 Uhr sollte ich im Bürgerbüro erscheinen. Das Zimmmer des Beamten war voller Rauch und er hat gerade gefrühstückt. Ich bin darein. Er ist aufgestanden. Kurz gesagt: Herzlichen Glückwunsch, Sie dürfen sich in Deuschland ab sofort ausschließlich als Deutsche ausweisen, in Ihrem Heimat als … und in Drittstaaten wie Sie möchten… Das war es dann.

    Ich habe in Deustchland ein Hochschulstudium erflogreich abgeschlossen und bin in dem Beruf seit 17 Jahren in Vollzeit tätig. Bezahle höchste Steuer und Krankenkasse. Bin voll integriert und habe Familie gegründet und Kind bekommen. Möchten Sie sagen, dass solche Leute keine Feier verdienen?

    Bis heute vermisse ich diese Feier wo ich richtig herzlich aufgenommen werden möchte…

    Ihnen einen schönen Tag noch.

  4. Ich hoffe, dass hier keine zusätzlichen Steuer-Euros ausgegeben werden.

    “Wertschätzung für den Schritt ausdrücken, dass Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen”
    Die Wertschätzung wird mit der Erteilung gezeigt oder muss man heute dankbar sein, wenn die noch jemand haben will?

    “Migrations-Organisationen hätten zudem Interesse signalisiert, bei der Feier präsent zu sein.”
    Was sind denn Migrations-Organisationen? Wären Integrations-Organisationen nicht besser?

    “Willkommensurkunde und ein kleines Gastgeschenk”
    Braucht es die wirklich, wenn die Damen und Herren bereits voll integriert sind und voller Überzeugung die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen?

    Man zeigt seine Dankbarkeit und Respekt gegenüber dem Land, dass einen aufnimmt und kann dann gerne zu Hause feiern oder privat organisiert. Die steuerfinanzierte Feier ist im Kreishaus.

    Und ja, es ist jeder herzlich eingeladen, die dt. Staatsbürgerschaft anzunehmen, wenn er mit Fleiß und Tatendrang auf dem Boden der FDGO steht, egal welcher Religion oder Farbe er sich zugehörig fühlt.

    1. Schade, daß Sie als erstes an das Monitäre denken. Ich bin sicher, es wird Ihnen auch zukünftig nichts Lebensnotwendiges fehlen. Jedes Kind wird bei uns mit Geschenken freudig empfangen, ein schöner Brauch. Und ich freue mich auch, wenn Menschen bei uns “ankommen” und bewußt ein Teil unserer Gesellschaft werden möchten, hier eine neue zweite Heimat finden. Warum sollten wir diese in Bergisch Gladbach nicht angemessen willkommen heißen? Der Ratssaal ist ein geeigneter Ort dafür.

      Die Gastfreundschaft in vielen Herkunftsländern der neuen Staatsbürger kann uns für das Zusammenleben ein positives Beispiel geben.