Der ADFC hat die Vorschläge der Stadtverwaltung für Ausbau und Priorisierung der Fahrradstraßen und der Radwegenetze in Bergisch Gladbach gründlich unter die Lupe genommen. Er begrüßt das Gesamtkonzept und einige der Maßnahmen, hat aber einige konkrete Änderungsvorschläge. So sei die Routenführung entlang des Bahndamms nicht sinnvoll. Die Route von Schildgen nach Paffrath solle vorgezogen werden.
Wir dokumentieren einen Beitrag des ADFC
Das Wichtigste auf einen Blick
Der ADFC hat die Pläne der Stadtverwaltung zur Priorisierung von Radrouten und Fahrradstraßen unter die Lupe genommen:
- Das Gesamtkonzept, im Zusammenhang mit der Prüfung von Fahrradstraßen ein Routennetz abseits der Hauptverkehrsstraßen zu entwickeln und zu priorisieren, wird begrüßt.
- Die Pläne für die Routenführung und Einrichtung von Fahrradstraßen zwischen Refrath und Bensberg (West-Ost-Verbindung) werden ebenfalls begrüßt.
- Die Routenführung unterhalb des Bahndamms (Nord-Süd-Verbindung und Teil der im Klimaschutzkonzept geplanten Tangente) ist so nicht sinnvoll. Sie sollte in beiden Richtungen geändert/verlängert werden
- Die West-Ost-Verbindung über die Hermann-Löns-Straße bis zum S-Bahnhof sollte wegen der geplanten Schließung des Bahnüberganges an der Tannenbergstraße und fehlender kurzfristiger Lösungen auf Prio 2 abgestuft werden.
- Stattdessen sollte die verkehrsarme Route von Schildgen nach Paffrath als Schulradweg sowie als Teil der Nord-Süd-Tangente mit Prio 1 aufgestuft und so weit wie möglich als Fahrradstraße umgesetzt werden.
Dieses modifizierte Konzept führt zu folgender Verteilung von Fahrradstraßen im Stadtgebiet:

Wo und wann sollen die Fahrradstraßen kommen?
Zwischen den politischen Parteien, den Radverkehrsverbänden und der Radverkehrs-Community ist es unstrittig, dass konsequent umgesetzte Fahrradstraßen einen wichtigen Beitrag zu einer sicheren und attraktiven Rad-Infrastruktur leisten. Umstritten war bislang, welche Strecken im Straßennetz sich als Fahrradstraßen eignen (Wo?) und welche Priorität die Umplanung hat (Wann?).
Die Stadtverwaltung hat jetzt alle bisherigen Vorschläge für Fahrradstraßen (60!) gesammelt und tabellarisch mit den drei Kriterien „mögliche Umsetzung bis 2026“, „nach 2026“ oder „ungeeignet“ (z.B. Hauptverkehrsstraßen) bewertet (AMV TOP Ö11, Unterlagen im Ratsinformationssystem)
Verwaltung schlägt umfangreiches Radverkehrsnetz vor
Dem Ausschuss für Mobilität und Verkehrsflächen legt die Stadtverwaltung einen Vorschlag für ein umfangreiches Radverkehrsnetz vor. Hintergrund waren die vielen und unterschiedlichen Prüfaufträge seitens der Politik, Fahrradverbänden und aus der Bürgerschaft an die Verwaltung, Fahrradstraßen und -routen zu prüfen.
Für die Priorisierung hat die Verwaltung die vorgeschlagenen Straßen unter dem Netzgedanken betrachtet und untersucht, ob die Straßen Teil einer wichtigen Route sind (z.B. Verbindung zu Schulen, Stadtteilen, Arbeitsplätzen).
Diese führte zur Definition von mehr als 20 Routen, davon werden
- 3 Routen (F2, F31 und F4) mit der Priorität I
- 6 Routen mit der Priorität II
- 10 Routen mit der Priorität III
eingestuft (s.u. Bild 1, Karte Radrouten – Priorität, AMV-Anlage 5)

Dieser aufwändige Prozess hilft bei der notwendigen Priorisierung der nötigen Maßnahmen.
In einigen Details ist die als Ergebnis entwickelte Routenführung und Priorisierung auf den Karten, an denen der ADFC und Pro Velo ursprünglich beteiligt waren, aus AFDC-Sicht nicht nachvollziehbar, zumal die Kriterien für die Priorisierung nicht benannt werden. Hier sind noch Änderungen nötig.
Der AMV ist gefordert
Die AMV-Beschlussvorlage der Verwaltung zu Ö11 sieht jetzt für die priorisierten Routen F2, F31 und F4 Prüfaufträge vor, auf welchen Abschnitten Radverkehrsanlagen (d.h.: Fahrradstraßen, Radwege, Radfahrstreifen, Schutzstreifen oder radverkehrsfreundliche Kreuzungen) angelegt werden können.
Über die Einrichtung von Fahrradstraßen hinaus soll also geprüft werden, wie die priorisierten Routen für den Radverkehr insgesamt verbessert werden können.
Für insgesamt neun Straßen aus den Radrouten F2 und F31 soll unabhängig von der o.a. Gesamt-Prüfung eine Umplanung als Fahrradstraße beschlossen werden.

Bewertung der Prio-1-Routen
F2: Attraktive Ost-West-Route
Die Route F2 ist eine weitgehend zur Hauptverkehrsachse – der L136 – zwischen Refrath und Bensberg parallel verlaufende West-Ost-Route. Sie beginnt am Buchenkampsweg an der Kölner Stadtgrenze in Refrath und endet auf der Gartenstraße an der KVB-Endstation in Bensberg.

Der notwendige Lückenschluss parallel zur KVB-Haltestelle Lustheide wird im Rahmen des Ausbaus/Verlängerung der Bahnsteige durch die KVB geprüft (Umsetzung leider erst mittelfristig).
Der ADFC begrüßt die Priorisierung dieser Route als Vorrangroute, da sie auf weitgehend KFZ-armen Straßen die Stadtteile Lustheide, Refrath, Kippekausen, Frankenforst und Bensberg verbindet sowie Zugang zu 4 weiterführende Schulen, 4 Grundschulen und mehreren ÖPNV-Haltestellen ermöglicht. Außerdem ist sie für Pendler in Richtung Köln über Brück und Merheim attraktiv.
Wir begrüßen auch die Umplanung der auf dieser Route befindlichen Straßen Buchenkampsweg, Siegenstraße, Wickenpfädchen, Friesenstraße, Hasenweg, Kaule (Nord-Teil) und Gartenstraße.
Unabhängig von der Einrichtung dieser Fahrradstraßen ist aber kritisch zu prüfen, wie auf dieser Route die ungesicherten und gefährlichen Querungen der Hauptverkehrsstraßen „In den Auen“, Dolmanstraße und Frankenforster Straße sicherer gestaltet werden können.
F31 am Bahndamm: Nicht nachvollziehbar
Die Route F31 führt nach einem Umweg über die Richard-Zanders-Straße und den Sieglindenweg in Gronau zunächst unterhalb des alten Bahndamms nord-südlich bis zur Kreuzung Obersaal/ Saaler Straße und dann ost-westlich über die Traßwege durch Refrath bis zur Straße „In den Auen“ im Refrather Westen (Siehe Karte in Bild 4, obere Route, vorgeschlagene Fahrradstraße in Rot, Änderungsvorschlag in Grün, ADFC-Darstellung)

Der ADFC hält diese Routenfestlegung und die Priorisierung für nicht nachvollziehbar. Die Route stellt u.E. eine künstliche Verbindung der hoch prioritären Nord-Süd-Verbindung am Bahndamm mit einer weniger prioritären West-Ost-Verbindung zwischen Refrath und Lückerath dar. So wird die Route selten gefahren.
Die Route am Bahndamm sollte auch nicht an der Richard-Zanders-Straße beginnen und östlich durch enge Gassen über den Sieglindenweg die Kaufhalle umgehen. Stattdessen solle sie als Zubringer zur Radpendlerroute (RPR2) nach Köln am Finanzamt direkt mit der Refrather Straße verknüpft werden. Der teilweise etwas enge Abschnitt zwischen Refrather Weg und Sieglindenweg ist akzeptabel.
Auf der südlichen Seite sollte die Route am Ende der Straße Golfplatz an der Kreuzung Obersaal (vor der Eissporthalle) nicht in Richtung Refrath abknicken, sondern weiter Bahndamm-parallel die Saaler Straße queren und nach Querung der KVB-Trasse in Frankenforst mit der Route F2 vernetzt werden.
Dieser Routenverlauf ist als interkommunaler Zubringer zum Agger-Sülz-Radweg und in den Königsforst seit langem schon regelkonform ausgeschildert und wird sehr stark genutzt. Außerdem ist diese Route integraler Teil der im Klima-Konzept der Stadt beschlossenen Nord-Süd-Verbindung von Leverkusen nach Rösrath.
Die vorgeschlagene Umplanung der Straße Golfplatz zur Fahrradstraße wird begrüßt. Zusammen mit einer notwendigen Verbesserung der Sicherheit an den kritischen Querungen des Sieglindenweg und der Saaler Straße wird dadurch die Attraktivität der Route erhöht.
Der Verwaltungsvorschlag zur Führung der weiteren Route durch den Alten und Neuen Traßweg (Einbahnstraße) bis zu „In den Auen“ mit 2 kritischen Querungsstellen an der Dolmanstraße ist abzulehnen. Sie sollte von der Bahndamm-Route F31 abgetrennt und als separate Route F32 eingestuft werden.
Die Umplanung des Ost-Teils des wenig KFZ-frequentieren Alten Traßweges als Fahrradstraße halten wir allerdings für konsensfähig, wenig aufwändig und würde die Attraktivität als Schulweg (Otto-Hahn-Schulen) erhöhen.
Eine Fahrradstraße ist aber auf dem Neuen Traßweg als Einbahnstraße und wegen zu lösender Parkplatz-Probleme eher schwierig. Für die gesamte Route bis zu „In den Auen“ ist nach Ansicht des ADFC insgesamt nur die Priorität 2 gerechtfertigt.
F4: Als Ost-West-Route derzeit nicht sinnvoll
Die Route F4 ist eine West-Ost-Route, die an der Duckterather Straße nahe der Kölner Stadtgrenze beginnt und über die Hermann-Löns-Straße zur S-Bahn-Querung an der Tannenbergstraße führt und über die Kalkstraße mit der Radpendlerroute (RPR) verknüpft wird (Siehe Bild 5).

Diese Rad-Route wird nach Ansicht des ADFC derzeit eher wenig genutzt. Sie ist aber wichtig, weil nach dem beschlossenen Wegfall des überirdischen Bahnüberganges an der Tannenbergstraße die Querung der S-Bahn und die Erreichbarkeit des Bahnhofs für den Radverkehr extrem erschwert wird.
Die Route ist nur sinnvoll, wenn als Ersatz eine Tunnel-Unterquerung geschaffen wird. Eine Realisierung innerhalb der nächsten 3 Jahre ist aber völlig illusorisch. Daher sollte die Route als Prio 2 eingestuft werden, zumal eine abschnittsweise Umplanung als Fahrradstraße ist auf dieser Route nicht sinnvoll und nicht geplant ist.
Unabhängig von der Routenpriorität und des Fahrradstraßenkonzepts spricht aber nichts dagegen, angesichts des „Strategischen Entwicklungskonzept Gronau“ und der entstandenen Neubausiedlungen, die Anlage von Radfahrstreifen an der Hermann-Löns-Straße zu prüfen.
F7: Wichtige Nord-Süd-Verbindung verdient höhere Priorität
Im Tausch gegen die Route F4 sollte die Route F7 die Priorität 1 erhalten. Diese Route ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung, die Schildgen über die Straße „Sträßchen Siefen“ und den Herkenfelder Weg mit Paffrath verbindet (siehe Karte in Bild 5 oben, vorgeschlagene Fahrradstraße in rot, unten Route F4, ADFC-Darstellung).
Die Route F7 ist eine verkehrsarme Alternative zur Kempener Straße. Nicht nur als Schulweg zur IGP, sondern auch als weiterer Abschnitt der im Klima-Konzept beschlossenen Nord-Süd-Rad-Tangente von Leverkusen nach Rösrath.
Zwischen der IGP und dem Beginn des Herkenfelder Weges könnte die Borngasse sowie zwischen Torringen und der Kempener Straße der Herkenfelder Weg mit wenig Aufwand als Fahrradstraße umgeplant werden. Dies erfüllt die bereits aus dem Jahr 2021 stammende Forderung des ADFC diesen „schlauen“ IGP-Schulweg attraktiver zu machen.
Ebenfalls mit wenigem Aufwand sollte die Straße „Sträßchen Siefen“ als Fahrradstraße umgeplant werden, zumal diese Route im weiteren Verlauf über den schon verkehrsberuhigten Odenthaler Markweg und „Im Ahlemaar“ fortgeführt wird.
Blick auf das große Ganze
Unabhängig von den Aktivitäten für die verkehrsarmen Neben-Netz-Routen sollte nicht vergessen werden, dass ein Großteil des Pendler-Radverkehrs mittelfristig weiterhin auf den Hauptverkehrs- und Erschließungsstraßen stattfinden wird. Auch diese Straßen benötigen eine hohe Priorität für den Ausbau einer sicheren Radverkehrs-Infrastruktur (siehe auch entsprechende Einlassungen des Verkehrsdezernenten).
Auf einigen Abschnitten der Odenthaler, der Alten Wipperfürther und der Paffrather Straße sind gute Anfänge gemacht, die Planungen müssen aber zügiger fortgesetzt werden.
Konzepte und Umsetzungen für die Altenberger-Dom- und die Leverkusener Straße in Schildgen werden vorangetrieben und warten auf Beschlussfassungen.
Für die wichtigen Verbindungen nach Herrenstrunden und nach Herkenrath über Sand (Landestraßen in der Baulast von Strassen.nrw) fehlt aber noch jegliches Konzept für eine gemeinsame Strategie mit dem Landesbetrieb, z.B. über gemeinsame Planungsvereinbarungen.
Mit der Festlegung und Entwurfsplanung der Routen für die Radpendlerroute von Bergisch Gladbach nach Köln und der Zubringer-Route von Bensberg über Refrath steht ein weiteres größeres Projekt an, welches sicherlich auch großen Anteil am „Priorisierungsgeschäft“ der Mobilitätsabteilung haben wird.
Geld ist nicht alles
Gelder für den Ausbau der Infrastruktur sind im Investitionsplan des Doppelhalts 2024/2025 großzügig eingestellt (780 bzw. 1220 Tausend Euro allein für Fahrradstraßen bzw. Radpendlerrouten). Es ist aber sehr fraglich, in welchem Umfang diese Investitionen tatsächlich auch umgesetzt werden können.
In den letzten 3 Jahren ist infolge von Einflussnahme der Auto-Lobby, Parteien-Streit und Personal-Mangel leider nicht allzu viel Sichtbares verwirklicht worden und es herrscht ein enormes Umsetzungsdefizit). Das jährliche Investment in den Radverkehr pro Einwohner lag gerade einmal bei ca. 2,- EUR.
Es kann also nur besser werden und wir hoffen für die geplanten Fahrradstraßen, dass sie Ende 2026 auch tatsächlich umgesetzt sind.


Natürlich hat jeder die von ihm gefahrene Route gerne in Priorität 1. Aber von Seiten des ADFC hier die verschiedenen Routen gegeneinander auszuspielen und madig zu machen ist schade.
Gerade die hier angesprochene F31 in dem Teilstück von der Saaler Mühle zur Straße In der Auen im Refrather Westen, gegen die sich hier ausgesprochen wird, hat für den Fahrradverkehr in Refrath zentrale Bedeutung. An der Route liegt das Refrather Zentrum und zahlreiche weiterführende Schulen (Otto-Hahn-Schulen, Waldorfschule, Wilhelm-Wagner-Schule).
Gerade die Radrouten auf den Nebenstraßen sind für den sicheren Straßenverkehr der Kinder sehr wichtig, sich hier in dem Kontext stattdessen u.a. für Radstreifen auf Hauptstraßen einzusetzen ist doch sehr schade.
Da ist viel Wahres dran. Allerdings brauchen die Hauptverkehrsstraßen tatsächlich etwas mehr Aufmerksamkeit, da das Befahren der Nebenstraßen weitgehend unproblematisch ist. Ob dann jedoch der Ruf nach Radstreifen der Weisheit letzter Schluss ist, möchte ich auch bezweifeln. Die Konzentration auf neuralgische Punkte wie Querungungen wäre da sinnvoller – wie zum Beispiel eine sinnvolle Querung der Dolmanstraße auszusehen hätte, ist der Karte nicht zu entnehmen.
Und letztlich: Die Ausweisung von Routen halte ich grundsätzlich für sekundär, da Radfahrer ohnehin die Strecke wählen, die für sie den besten Kompromiss aus praktischer Befahrbarkeit und Streckeneffizienz darstellt. Eine Forderung wie die „Vernetzung“ von Route F31 mit Route F2 ist z.B. angesichts der Umwegsensibilität des Radverkehrs für all diejenigen völlig akademisch, die ins Zentrum Refraths oder in den Refrather Norden kommen wollen.
Ganz abgesehen davon würde es einem Verein, der in der Verkehrsplanung ernstgenommen werden möchte, doch gut zu Gesicht stehen, wenn in einem von ihm verantworteten Artikel die Straßennamen richtig geschrieben würden.
Es geht der Stadt bei der Einführung des Radverkehrsnetzes nicht in erster Linie um die “Ausweisung“, sondern vor allem um die Prüfung der Etablierung von Radverkehrsführungen und damit der Stärkung der entsprechenden Routen. Auch im Zusammenhang mit möglichen Ausweisungen von Fahrradstraßen.
(vgl. verlinkten Artikel „Verwaltung schlägt umfangreiches Radverkehrsnetz vor“)
Als aktives Mitglied des ADFC kann ich versichern, dass die Routen nicht gegeneinander ausgespielt wurden, da auch der ADFC – wie oben beschrieben – den Ausbau eines umfangreichen Nebenroutenradnetzes als essenziell erachtet. Es wurde vielmehr versucht die Priorisierung und die Routenführung der Stadt zu verstehen und zu bewerten. Dabei wurde aber auch darauf hingewiesen, dass das Hauptstraßennetz (wie die Herman-Löns-Straße) zusätzlich berücksichtigt werden muss.
Bei den Prio 1 Routen kam der ADFC teils zu einem anderen Ergebnis, wie im Artikel für mich nachvollziehbar detailliert erläutert. Auch wurden kritische Punkte wie Querungen z.B. der Dolmanstraße deutlich herausgestellt. Die Etablierung einer Nord-Süd-Verbindung bzw. Teilen davon sollte aus genannten Gründen der (zeitliche) Vorzug gegeben werden.
Die Qualität der Arbeit von Ehrenamtlichen an der (falschen) Schreibweise von Straßennamen fest zu machen, finde ich schwierig. Dennoch sehe ich das Potential.
Was heißt „Etablierung“? Gewöhnlich etabliert der Radverkehr seine Routen selbst nach Effizienz. Wie sollte man da von der Stadt aus einen zeitlichen Vorrang einräumen? Dasselbe gilt für die Routenführung.
Auf die kritische Querung der Dolmanstraße wird im Artikel tatsächlich zweimal hingewiesen. Sie wird aber lediglich konstatiert und in einem Fall als Argument dafür verwendet, eine „Route“ abzutrennen, ohne das mit einem Gestaltungsvorschlag zu verbinden. Das leuchtet m.E. nicht ein.
Was die Schreibung betrifft: Straßennamen wie „In den Auen“, „Straße Golfplatz“ oder „Refrather Straße“ lassen auch bei ehrenamtlich Tätigen den Eindruck entstehen, dass sie in den beschriebenen Gebieten selbst keine Ortskenntnis haben. Präzision bei Fakten kostet kein Geld.
Zwei Punkte aus Druckers Texten möchte ich unterstreichen (“Befahren der Nebenstraßen weitgehend unproblematisch”, “kritische Querung der Dolmanstraße”): Ich fahre recht häufig auf der Route Kaule, Alt-Frankenforst, Refrath und weiter nach Brück. Hier sind (neben einem stellenweise reparaturbedürftigen Straßenbelag) die Überquerungen der Hauptverkehrsstraßen Kölner Straße, Dolmanstraße, In der Auen kritisch. Auf dem Rest der Strecke ist der Autoverkehr recht schwach und langsam. Eine Fahrradroute oder gar Fahrradstraßen auszuweisen bringt also wenig, wenn man nicht die eigentlichen Knackpunkte angeht.
@ C. Vogt – d’accord – Die Herausstellung dieser Problematik lässt sich exakt mit den von Ihnen genannten Straßenquerungen der obigen Stellungnahme des ADFC unter “F2: Attraktive Ost-West-Route” entnehmen.
@ Drucker – Gestaltungsvorschläge bei der Einrichtung von Radverkehrsführungen unterbreitet der ADFC im Übrigen sehr regelmäßig. Vor allem bei konkreten Projekten, aber auch proaktiv. Nicht immer öffentlich. Herzliche Einladung sich daran als Mitglied und erfahrener Radler mit guter Ortskenntnis zu beteiligen.
https://in-gl.de/2023/02/28/adfc-fordert-lueckenschluss-am-driescher-kreisel/
https://in-gl.de/2022/10/17/schildgen-radverbaende-legen-kompromiss-vorschlag-vor/
Danke, aber wenn ich mich tatsächlich dazu entschließen sollte, Mitglied in einem einschlägigen Verein zu werden, dann würde es eher der VCD werden, da er eine klarere politische Haltung vertritt, sich weniger durch Radtouristik-Themen ablenken lässt und eine deutlichere Position zum Thema Fahrradhelm einnimmt.
Die eigentliche Frage ist doch, welche realen Verbesserungen für Radfahrende umgesetzt werden. Auf manchen der definierten ‘Routen’ gibt es faktisch kein Ausbaupotential, z.B. F31: Hier geht es wohl (nur) darum, ein Teilstück des Alten Traßwegs als ‘Fahrradstraße’ auszuweisen. Kann mensch machen – bringt Radfahrenden aber keinen Vorteil.
Die vorgeschlagene Änderung (Finanzamt bis OHG) würde genau die neuralgischen Punkte in den Blick rücken, die vom Verwaltungsvorschlag ausgeklammert werden: Die Querungen Sieglindenweg, Obersaal und Saaler Straße.
@Drucker: Die Querung der Dolmanstraße an der Straßenbahn ist ein altbekanntes Problem. Seitens der Verwaltung gibt es die Idee, rechts und links der Schienen je eine Verkehrsinsel anzulegen. Nicht ideal, aber ich wüsste auch keine bessere Lösung.
Die F31 soll ja nicht an der Straßenbahn queren, sondern laut Karte an der Einmündung Alter Traßweg/Dolmanstraße. Das ginge eigentlich nur, wenn man die Fußgängerampel Nähe Pommesbude auch zur Radfahrerampel machen würde und die Radfahrer dann auf der westlichen Seite der Dolmanstraße ein kurzes Stück als Geisterfahrer bis zum Marktplatz fahren lassen würde (was offiziell nicht ginge, ohne den Radweg dort zum Zweirichtungsweg zu machen, wofür er zu schmal ist). Oder indem man die Fußgängerampel wieder an ihren früheren Standort verlegt und Radfahrer dann direkt über den Marktplatz leitet – damit würde man allerdings einen Umweg für Fußgänger schaffen, und beide Lösungen würden Freitags zu Marktzeiten nicht funktionieren.
Verkehrstechnisch sauber wäre es im Grunde, wenn man Radfahrer vom alten Traßweg aus nach Norden führt, bis gegenüber der Einmündung Steinbreche/Dolmanstraße, und dort einen Überweg und eine Ampelregelung installiert. Die Ampelanlage gibt es ohnehin zur Auslösung bei Bedarf für die Feuerwehr. Mit einer Bedarfsschaltung für den Überweg mit Rufknopf für Rad- und Fußverkehr sowie einer Induktionsschleife am Ende der Steinbreche würde man zum einen Fahrradquerungen erleichtern und zum anderen dafür sorgen, dass man aus der Steinbreche (auch mit dem Auto) endlich mal nach links abbiegen kann, ohne sich stundenlang die Reifen plattzustehen.
Schon klar: Die Dolman-Querung an der Straßenbahn gehört zu F2 – und ist unabhängig davon ein altbekanntes, hundertfach diskutiertes Ärgernis.
Die ‘Route F31’ durch Refrath scheint mir eher akademisch. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, den Stadtteil in West-Ost-Richtung zu durchfahren – welche davon gewählt wird, hängt vom genauen Start- und Zielpunkt ab. Insofern bin ich etwas skeptisch, ob eine detaillierte Betrachtung und Optimierung genau dieser einen Streckenführung sonderlich zielführend ist. In diesem Bereich gibt es etliche Querungsmöglichkeiten – wenn eine fehlt, dann m.E. an der Bernhard-Eyberg-Straße/ Sandbüchel. Aber es gibt schon arg viele Ampeln auf den 2 km…
Ja, da haben Sie schon Recht. Wer sich auskennt, fährt ohnehin nach Bedarf.
Ein Strecke für Ortsunkundige kann man natürlich ausweisen, aber die vorgeschlagene Führung ist tatsächlich ein wenig weltfremd. Warum sollten da beide Richtungen über den Neuen Traßweg (weiter oben hatte ich Alten und Neuen verwechselt) geführt werden, wenn man den Alten Traßweg ohne jede Baumaßnahme oder Umwidmung schon jetzt problemlos bis zur Dolmanstraße runter- und den Neuen Traßweg von der Dolmanstraße aus rauffahren kann? Die Einmündungen in „An der Wallburg“ liegen nur ein paar Dutzend Meter auseinander und eine vernünftige Querung der Dolmanstraße (oder eine Idee dazu) gibt es an beiden Straßen nicht.
Der “adfc”, Schrecken aller Autofahrer, Schönschreiber aller Wege, auf denen Fahrräder besser vorankommen sollen, Verführer der Verwaltung, seinen Intensionen zu folgen, seien sie noch so hanebüchen, scheint tatsächlich anzunehmen, dass die Stadt ihm zu Willen ist und nach seinen Vorstellungen so schnell wie möglich Fahrrädern überall Vorfahrt zu verschaffen, wo er will.
So wird es nicht gehen. All den Menschen, die gerne und möglichst oft Fahrrad fahren wollen, in den Kopf zu setzen, dass dieser Verein nun die Verkehrspolitik GLs übernommen hat, scheint mir doch arg nach Hybris zu klingen.
Der “adfc” bestimmt also, was an Änderungen sinnvoll ist oder was nicht, welche Wege den Möglichkeiten der Radfahrer entgegenkommen oder welche nicht, wo Autos den Radverkehr stören und bieten mit diesem Plan ein verwirrendes und kaum nachzuvollziehendes, inflationäres Angebot für die Zeit, wo viele Millionen aufs Rad gestiegen sind, aber nicht für heute und die nächsten 10 Jahre.
Es kann keine Zweifel geben, immer mehr Mneschen aufs Rad zu setzen, um schädliche Emnissionen zurückzudrängen. Es gibt keine Zweifel, dass Radfahren zur körperlichen Ertüchtigung beiträgt. Und ebenso wichtig ist die Vorbereitung der Straßen und Wege, die hoffentlich mit immer Radfahrern belebt sein werden. Was mich jedoch nicht überzeugt sind all diese Maßnahmen, ohne den Gesamtverkehr im Auge zu behalten, also auch die verhassten Autos und die Fußgänger.
Und was noch wichtiger wäre als einer Stadt beinahe vorzuschreiben, was sie in einem bestimmten Verkehrs-Segment zu tun hat, dass der “adfc” endlich mal Anstrengungen unternehmen würde, seinen Anhängern bzw. den Leuten, denen er gedankliche Heimat will, Verkehrsregeln zu vermitteln, die sie auch be- und einhalten!!!
Immer wieder erbaulich zu lesen, wenn Sie es Ihren Intimfeinden mal wieder so richtig zeigen. Furchtlos, aufrecht und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Herr Havermann, Sie sind ein Held. Man sollte jeden Quadratmeter Asphalt mit der eigenen Zunge reinigen, über den Sie Ihre dieselbetriebenen Reifen rollen zu lassen geruhen.
Ich bin wsl einer der wenigen, der häufiger die Route F31 so fährt. Zumindest von / bis nach Refrath. Und von der Richard-Zanders-Str. östlich an Zanders vorbei zum Turbokreisel.
Wie ist eigentlich der Stand bzgl. eines Radwegs quer durch das Zandersgelände.
Aber grundsätzlich gehe ich bei den Vorschlägen mit. Schön, dass sich so detailliert Gedanken gemacht werden.
Wenn ich es richtig verstanden habe, soll im Mai, im Rahmen einer Feier auf dem Zanders Gelände der Rad/Fußweg quer durch das Gelände eröffnet werden.
Das ist in der Planung, aber ein konkretes Datum ist uns noch nicht bekannt. Es wird noch bis Mitte des Jahres dauern, bis der Insolvenzverwalter alle Bereiche geräumt hat.
https://in-gl.de/2023/11/16/kurz-knapp-zanders-auschuss-beraet-perspektive-2045/