Martha und David Vortrefflich als junges Paar; Foto: Fam. Vortrefflich

Im Rahmen der Aktivitäten rund um den Holocaust-Gedenktag laden der Städtepartnerschaftsverein Ganey Tikva – Bergisch Gladbach in Kooperation mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis, dem Katholischen Bildungswerk sowie dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium zu einer besonderen Filmvorführung mit anschließendem Gespräch ins Kreishaus ein.

Wir dokumentieren eine Mitteilung des Rheinisch Bergischen Kreises.

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Am Vorabend des Internationalen Gedenktags an die Opfer des Holocaust, am Freitag, 26. Januar, können Interessierte den Film „Vergessener Holocaust – Eine Reise nach Transnistrien“ aus dem Jahr 2019 sehen. Im Film lernt Felix Zuckermann aus Czernowitz, Sohn der Holocaust-Überlebenden Rosa Zuckermann, erstmals die Deportationsrouten seiner Mutter kennen.

Vor Filmbeginn geben Schülerinnen und Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums eine Einführung in das Thema. Im Anschluss berichtet Ruthy Vortrefflich aus Bergisch Gladbachs Partnerstadt Ganey Tikva per Videoschalte von den Erfahrungen ihres eigenen Vaters in den Lagern Transistriens.

Vergessener Holocaust – Eine Reise nach Transnistrien
26.1.24 um 18:30
Kreishaus, Sitzungssaal, Rübezahlwald 7, Bergisch Gladbach
Einführung: Schüler:innen des Dietrich Bonhoeffer-Gymnasiumg
Anschließend Videoschalte zu Ruthy Vortrefflich in Ganes Tikva
Musikalische Begleitung: Klezmer-Ensemble „Die Zitrönchen“
Eintritt frei.

Zum Hintergrund

Transistrien ist ein weniger bekannter Landstrich in der heutigen Republik Moldau an der ukrainischen Grenze gelegenSchon immer war die Region Zankapfel verschiedener Mächte und sie wurde zu einem grausamen Tatort der Vernichtung jüdischen Lebens im Nationalsozialismus.

Zwischen 1941 und 1944 stand Transnistrien unter rumänischer Besatzungsverwaltung. Da die Rumänen mit Nazi-Deutschland paktierten, wurden in Transnistrien zahlreiche Lager errichtet, wohin ca. 150.000 Jüdinnen und Juden aus der Bukowina und Bessarabien deportiert wurden. Zwei Drittel von ihnen fanden den Tod.

Landrat Stephan Santelmann zeigt sich von der Thematik betroffen: „Der Film mahnt uns, den Holocaust in jeder Gestalt niemals zu vergessen. Er ist ein weiterer eindrücklicher und schmerzhafter Beleg für die unfassbaren Verbrechen des Nazi-Regimes. Mein herzlicher Dank gilt ganz besonders den Schülerinnen und Schülern des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums für ihre vorbildliche Beschäftigung mit diesem schwierigen Thema. Ich werde alles mir Mögliche dafür tun, dass Rassismus und Antisemitismus nie wieder Platz in unserer Gesellschaft finden können. Dazu trägt dieser Film am Vorabend des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in besonderer Weise bei.“

David Vortrefflich mit seiner Tocher Ruthy; Foto Fam. Vortrefflich

Ruthy Vortrefflich, wohnhaft in Bergisch Gladbachs Partnerstadt Ganey Tikvaberichtet in der Veranstaltung per Videoschalte von den Erfahrungen ihres eigenen Vaters in diesen Lagern. Er gehörte zu den wenigen, die die Lager überlebten und 1950 nach Israel auswanderten. Dort wurde 1962 Tochter Ruthy geboren. Sie hat zu Hause nur deutsch gesprochen und ist mit der deutschen Kultur aufgewachsen.

Seit 1984 lebt sie in Ganey Tikva und ist herzlich mit Menschen in Bergisch Gladbach verbunden. Ihr Vater David starb erst 2021 mit 100 Jahren, 10 Monate nach seiner Frau Martha.

Ruthy Vortrefflich erinnert sich: „Mein Vater hat einiges über seine Zeit in Transnistrien erzählt, aber oft musste er abbrechen, denn die Erlebnisse waren zu schrecklich. Vielleicht wollte er aber auch uns Kinder vor den Schrecken schützen. Trotzdem habe ich alles aufgeschrieben, was ich in Erinnerung habe, damit die Geschichten meines Vaters und meiner Mutter bleiben.

Zum Film

Vergessener Holocaust – Eine Reise nach Transnistrien
(Dokumentarfilm, DE/UKR/MD 2020, 35 Min., Deutsch und OmdU).
Regie: Resa Asarschahab,
Konzept: Markus Winkler und Kristina Forbat.
Mit Felix Zuckermann, Oleksii Yakoviichuk, Mykola Kuschnir, Klara Katz u. a.

Rheinisch-Bergischer Kreis

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