Schon im Sommer ahtten Unterspülungen den Strundeweg zwischen Igeler Mühle und Eulenburg massiv eingeengt. Fotos: Bernd Beckermann / ADFC

Erst vor einem Jahr hatte die Stadt die auch touristisch wichtige Route entlang der Strunde mit erheblicher Verzögerung repariert. Aber nicht nachhaltig: Erneut gibt es eine Unterspülung, wieder dringt das Springkraut vor. Höchste Zeit, dass Bauhof und Grünflächenamt für Abhilfe sorgen, fordert der ADFC. Er befürchtet, dass diese Radroute aufgegeben wird und sich die Anbindung von Herrenstrunden weiter verschlechtert.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des ADFC Rhein-Berg

Genau von zwölf Monaten hatte der ADFC auf die Probleme bei den Wegweisern, der Unterhaltung und der Pflege des mit öffentlich Mitteln geförderten Rad- und Gehweges entlang der Strunde hingewiesen. Der immerhin Stadt-, Kreis- und Landesweit als touristische Radroute unter dem Namen „Erlebnisroute Ost“ beworben wird.

+ Anzeige +

Anlass vor einem Jahr war die Sperrung des Weges wegen einer Unterspülung der Strunde zwischen Eulenburg und Igeler Mühle sowie die Unpassierbarkeit des Weges durch exzessives Vordringen des ökologisch unerwünschten, invasiven drüsigen Springkrauts. Beide Probleme wurde kurz vor dem öffentlichkeitswirksamen Strundefestes vor dem 1. September 2024 behoben.

Leider war die Sanierung der Unterspülung nicht nachhaltig: Nur ein halbes Jahr später seit Februar 2025 gibt es eine erneute Unterspülung nur wenige Meter vor der alten Stelle entfernt. Erneut gibt es einen steilen Kantenabbruch (siehe Foto oben), der die Breite des Weges so stark einschränkt, dass Rollatoren, Kinderwagen und Fahrräder mit Anhängern die Engstelle nicht mehr gefahrlos passieren können.

Eintrittspforte der Unterspülung unterhalb der Gabiolen

Die einzige sichtbare Maßnahme seit Eintritt der Beschädigung ist die Absicherung der Gefahrenstelle mit Gittern. Versuche einer provisorischen Abdichtung der seit Februar konstanten Unterspülung über die mit Steinen gefüllten Gabionen hinaus sind nicht erkennbar.

Dadurch steigt das Risiko einer weiteren Beschädigung des Dammes bei zukünftigen Starkregenereignissen. Wie vor einem Jahr stellt sich die Frage, wann die provisorische Reparatur und eine grundlegende Sanierung erfolgt. 

Ein weiteres Problem mit unzureichender Passierbarkeit des Weges ist im Abschnitt zwischen Igeler Mühle und der Einmündung des Hombaches zu beobachten.  Das drüsige Springkraut ist von beiden Seiten eingewuchert und erschwert den Begegnungsverkehr erheblich.

Auch dieses Problem ist nicht neu und auch hier wurde im letzten Jahr kurz vor dem Strundefest für Abhilfe gesorgt. Da es in diesem Jahr kein Strundefest gibt, ist zu befürchten, dass die Nutzung der „Erlebnisroute Ost“ weiterhin kein ungetrübt positives Erlebnis bleibt.

Gefährliche Einladung

Zu guter Letzt möchte der ADFC auf eine weitere Gefahrenstelle hinweisen. Sie befindet auf der Böschung gegenüber der Einmündung des Hombacher Wegs auf die Landesstraße. Seit dort vor zwei Jahren am Straßenbankett an Versorgungsleitungen gearbeitet wurden, hat ablaufendes Regenwasser sich einen eigenen Weg durch die Böschung gesucht und die Grasschicht ausgewaschen.

Böschungseinbruch gegenüber Einmündung Hombacher Weg (seit 2023!)

Der entstandene Böschungseinbruch wird von einigen Radlern als Einladung fehl-interpretiert, hier vom Hombacher Weg kommend die stark und schnell befahrene Landesstraße zu überqueren, um den kürzesten, aber gefährlichen Weg auf den tiefergelegenen Geh/Rad-Weg zu nehmen.

Eine Wiederherstellung der alten Böschung durch Bauhof und Grünflächenamt der Stadt ist mehr als überfällig. Leider gab es trotz wiederholter Hinweise des ADFC bisher keine Reaktion seitens der Stadtverwaltung.

Nur der Landesbetrieb Straßen NRW hat zwischenzeitlich reagiert: Zum Schutz des KFZ-Verkehrs wurden im Bereich des Böschungseinbruch fünf Leitpfosten als sichtbare Begrenzungspfeiler aufgestellt.

Hinweis-Leitpfosten von Strassen.nrw vor und nach dem Böschungseinbruch

Wegfall der Radroute?

Ausblick: Es gibt offensichtlich Bestrebungen der Stadt, den Strundeweg im Strundetal wegen mangelnder Breite nicht mehr als Radroute auszuschildern. Wenn es dazu kommen würde, würde sich das Problem des fehlenden Radweges zwischen Herrenstrunden und Bergisch Gladbach verschärfen und der Radverkehr verstärkt in den Mischverkehr mit KFZ (ab der Eulenburg ohne Tempo-Limit !) gezwungen.

Seit der Zustandsanalyse in der ADFC-Wegeschau 2019 gab es keine einzige positive Veränderung für den Radverkehr im Strundetal. Vielleicht schaffen es der nächste Bürgermeister und der nächste Stadtrat, endlich die Schaffung einer sicheren Radverkehrsstruktur im Strundetal als ein Prio-1 Projekt einzuleiten? 

Text: Bernhard Beckermann, Verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Rhein-Berg

Der ADFC ist ein Verband von RadlerInnen, die das Ziel verfolgen, den Verkehr fahrrad- und fußgängerfreundlicher zu gestalten. Neben seinem Engagement für eine umweltbewusste und damit nachhaltige Mobilität berät der ADFC in allen Fragen rund ums Fahrrad. Eine Vielzahl von geführten Radtouren lässt...

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

19

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Eine Sanierung und Ertüchtigung des Strunderadwegs ist wirklich überfällig!
    Der Weg ist sowohl für Freizeittouren als auch für “ernsthaftes Radfahren” ;-) ideal – bzw. er könnte es sein, wenn er ausreichend breit und zumindest bis zum Strundepark beleuchtet wäre. Sicherer als die Landstraße ist er sowieso.
    Bergisch Gladbach hat so gut wie keine Radwege (genauer: 3 Stück), und die wenigen, die es gibt, verfallen mangels Pflege. Traurig… aber Dank an den ADFC für’s beharrliche Dranbleiben!

    Der Übergang am Hombacher Weg sollte ordentlich und sicher gestaltet werden. Natürlich wollen Radfahrer wie auch Fußgänger möglichst schnell von der Straße weg, das sollte Ihnen ermöglicht werden!

  2. Also über ernsthaftes Rad fahren lässt sich ja streiten. Ich passieren diese Gefahrenstelle aufjedenfall immer problemlos.
    Was ich allerdings nicht verstehe ist warum man die Böschung an der Einmündung Hombacher Weg nicht endlich richtig als Über querung anlegt sondern eher anregt dieses zu verhindern.
    Viele Radfahrer und Fussgänger nutzen diesen “illegalen” Übergang in beide Richtungen. Um eben zu vermeiden an der viel gefährlicherern Straße entlang zu gehen bis zu einem sicheren Übergang der wo immer auch sein soll.

    1. Dieser Überweg war eigentlich ein Weg für die Kühe des Bauern Eyberg, die sowohl auf der Seite von Gut Schiff wie auch auf der Seite des Hombacher Weges geweidet wurden. Soweit mir bekannt ist, wird die Weide am Hombacher Weg aber
      nicht mehr genutzt.
      Dieser Überweg ist für Fußgänger und Radfahrer nicht ungefährlich, da die Autos auf der Kürtener Straße aus Richtung Bergisch Gladbach hier sehr schnell fahren dürfen und durch die hohen Bäume und das Unkraut an der Kurve eine sehr schlechte Einsicht haben in die Einmündung Hombacher Weg. In diesem Jahr hat es an dieser Stelle bereits mehrere Unfälle gegeben.

      1. Also ist es sicherer an der Straße entlang zu gehen, bis genau wohin??? Richtig es gibt keinen Übergang. Und da die Menschheit bequem ist wird sie immer den kürzesten Weg wählen. Und der ist dort

  3. Nein, da kann auch der gute Kumpel Migenda nichts machen? Ich bin fassungslos. Überall werden und sollen Fahrradstraßen eingerichtet oder stehen unmittelbar davor. Diesen schönen Radweg aber lässt die Stadt verkommen. Vielleicht sollte der “adfc” beim Kumpel mal nachfragen, was das soll. Der sieht sich ja für beinahe alles verantwortlich und könnte mit der Sanierung dieses Radweges vielleicht noch ein paar wohl dringend benötigte Stimmen für die Grünen einsammeln. Mit seiner Fahrradstraßen -Phobie hat er viele Kritiker geschaffen, die bei der Wahl daran denken werden, was Migenda ihnen da vor die Nase gesetzt hat.

    1. Ihre offensichtliche Besessenheit von Fahrradstraßen, dem ADFC und der Person des Herrn Migenda hat schon was pathologisches.

      1. Als wenn es pro Negativ-Nennung (hier wieder + 2x “Migenda”), “Stein”, “adfc” “Fahrrad- oder Laurentiusstraße” usw. eine Prämie oder Punkte gäbe.

        An anderer Stelle heute lobt er, wenn jemand Höflichkeit und Respekt gegenüber anderen Mitmenschen fordert.

        Dabei sind seine eigenen Leserbriefe an Respektlosigkeit/Unhöflichkeit
        kaum noch zu überbieten.
        An dem Fahrrad- und Radwegegegner Herrn Havermann wird Herr Zapf sich vielleicht auch noch die Zähne ausbeißen.

    2. Und Fremdwörter sind Glücksache – wenn Herr Havermann Herrn Migenda eine Fahrradstraßen-Phobie bescheinigt, dann ist das schon lustig.

  4. Vielen Dank für die schöne Zusammenfassung.

    Ich möchte hiermit auf einen weiteren Punkt aufmerksam machen. Die Zusammenfassung habe ich über die App RADar! vermittelt, allerdings ist keine Rückmeldung dazu gekommen.

    Vom Hombacher Weg kommend und auf der T-Kreuzung mit dem Fahrrad stehend, um in Richtung Kürtener Str. Standtzenturm abzubiegen, aufgrund der leichten Kurve der Kürtener Str. (siehe Bild “Hinweis-Leitpfosten von Strassen.nrw vor und nach dem Böschungseinbruch” im Bericht oben) und der starken Vegetation (sieht man im Bild oben die gegenüberliegende Straßenseite nicht) kann man kaum die Linkskurve gefahrenfrei absolvieren. da rasen die Autos aus der Kurve mit 70 kN/m und mehr.

    Ich habe den Vorschlag gemacht, dass man wenigstens einen großen Spiegel platziert, damit die Kurve und die Autos zu sehen sind. Die Lage des Spiegels müsste irgendwo nach den fünf Leitpfosten (im Bild oben zu sehen) platziert sein.

    Zum Überqueren der Kürtener Straße von der anderen Seite kommend (von Erlebnisroute Ost in Richtung Hobacher Weg) stehe ich immer genau in der Kurve, damit ich auf beiden Seiten etwas sehen kann und schnell überqueren kann. Ehrlich gesagt ist dies die einzige Lösung, die mir einfällt, damit ich diese Kreuzung überquere und heil oben in Herkenrath ankomme!

  5. Die einzige Möglichkeit das drüsige Springkraut zu bekämpfen besteht darin, es VOR der Samenbildung ca. im
    Juni zu mähen, notfalls mit der Sense. Dieses muss zunächst jährlich erfolgen, da die Samen lange keimfähig sind.
    Wenn die Stadt dieses nicht macht, um Geld zu sparen, wird das Springkraut-Problem zur Dauerbaustelle.

    1. Das Springkraut ist momentan gute Nahrung für die BIENEN! Sonst ist schon vieles verblüht!

      1. Das Springkraut ist eine invasive Art (aus Indien), die hier eigentlich nicht hingehört. Es verbreitet sich rasant und verdrängt heimische Arten. Es gibt hier zum Beispiel auch das kleinere gemeine Springkraut. Im Lerbacher Wald gibt es das wieder seitdem das drüsige Springkraut erfolgreich zurückgedrängt wurde.
        Das gleiche gilt übrigens für den Schmetterlingsflieder, dessen Nutzbarkeit für Insekten höchst umstritten ist. In der Schweiz ist er als invasiver Neophyt schon seit Jahren streng verboten. Der Schmetterlingsflieder breitet sich ebenfalls an der Strunde stark aus und verdrängt andere wertvolle heimische Pflanzen.

    2. Die Samen schmecken ziemlich gut – im Herbst eine prima Wegzehrung beim Wandern oder Radfahren! Ob die Bekämpfung noch viel Sinn ergibt, jetzt da es sich überall ausgebreitet hat…ich weiß es nicht.

  6. Der Weg an der Strunde ist schön, aber für ernsthaftes Radfahren (zum Job, einkaufen…) ungeeignet. Es ist ein „Freizeit-Radweg“. Absolut überfällig ist ein Radweg entlang der Straße!

    1. Na ja, was ist ernsthaftes Radfahren? Ich fahre fast täglich mit dem Fahrrad nach Bergisch Gladbach und zwar an der Strunde entlang. Die Straße ist mir viel zu gefährlich.
      Erstaunlich das auf der Straße noch nichts passiert ist jedenfalls nicht meines Wissens. Tempo 100 ist erlaubt….. Es ist eng, selbst Busse halten die vorgeschriebenen 1,50 m Abstand nicht ein.

      Danke an den ADFC dass ihr nochmal darauf aufmerksam macht!

  7. Haben die engagierten Mitglieder des ADFC nicht die Möglichkeit die Wegefähigkeit wiederherzustellen?
    Evtl. mit ein paar Spuntwänden zur Strunde um die nächste Unterspülung zu verhindern/verzögern.

    1. Nein, wenn Laien sich am Tiefbau versuchen, wird in der Regel alles noch schlimmer. Da ist der ADFC gut beraten, wenn er das den Profis überlässt.

  8. Bereits letztes Jahr wurde der Weg nach langer Sperrung erst für das Strundetal-Fest repariert. Dieses Jahr gibt es kein Fest, also wird auch nichts gemacht. Es wird tatsächlich so, als wäre der Stadt dieser Weg einfach egal.