Nach 17 Jahren ist Schluss für die alte Besetzung: Mit einer kleinen Tournee verabschiedet sich die von Heinz-D. Haun gegründete Amateurtheatergruppe TheaterWeltenErschaffen von ihrem Publikum. Für den letzten Vorhang hat die Truppe ein buntes und vielschichtiges Stück über das Theaterspielen selbst ausgewählt, mit viel Selbstironie und Augenzwinkern. Im Herbst soll es unter altem Namen mit neuer Leitung weiter gehen. Ein kurzer Rück- und Ausblick.

Geht es um das absurde Genre auf der Bühne, kommt man in der Region nicht an TheaterWeltenErschaffen vorbei. Vor 17 Jahren gründete Theatermacher und Autor Heinz-D. Haun die Truppe. Seither haben die Laiendarsteller Stücke von Giraudoux, Mrozek, Dürrenmatt, Tschechow oder Gogol auf die Bühne gebracht.

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Ihr Markenkern: Ironische Zuspitzung, Bezug zum aktuellem Zeitgeschehen. Mit fein gesetzten Dosierungen an Irrsinn. Es geht um Volkstheater. Wer sie gesehen hat der weiß: Die Inszenierungen sind nicht abgehoben oder elitär, es ist „Theater zum Anfassen“. Ohne große Distanz, mit Nähe zum Publikum. Die Stücke wollen unterhaltsam sein, sind aber nie ohne Anspruch.

Gründete TheaterWeltenErschaffen vor 17 Jahren: Theatermacher und Autor Heinz-D. Haun

Der Name entstand 2007/08, als die Truppe das Stück „Weltenerschaffen“ aufführte. Eine gemeinsame Produktion mit der Kreativitätsschule in Refrath. Fünf Jahre zuvor hatte man schon „Persephone“ in der Deutzer Brücke aufgeführt,2005 folgte das „Glücks-Projekt“ in der Andreaskirche.

TheaterWeltenErschaffen – Produktionen seit 2008

• “Unsichtbares Theater”, Bergisch Gladbach 2008/09, Bergisch Gladbach und Köln

• “WerdenVergehenWerden”, Bergisch Gladbach, 2009 – eine Theatercollage von Birte Lefherz und Heinz-D. Haun in Kooperation mit dem Kölner Chor Second Monday, dem Jungen Theater der Kreativitätsschule Bergisch Gladbach und der Kindertheatergruppe Ludentis; Aufführungen im Industriemuseum Neue Dombach, Bergisch Gladbach

• “Die Irre von Chaillot” nach Jean Giraudoux, Bergisch Gladbach, Köln 2009/10, Aufführungen in Köln und Bergisch Gladbach

• “Auf hoher See” und “Das Martyrium des Piotr O’Hey” nach Slawomir Mrozek, Köln 2011, Aufführungen in Köln und Bergisch Gladbach

• “Schöner Tag heute!” nach “Pantagleize” von Michel de Ghelderode, Bergisch Gladbach 2012, Aufführungen in Köln und Bergisch Gladbach 2012/13

• „Luzifers Nöte mit der Demokratie und der Autobahn“ von Rolf Stemmle, Bergisch Gladbach 2013, Aufführungen in Bergisch Gladbach und Köln 2013/14

• „Sommer-Skurrinale 2014“ – Einakter und Dramolette von Ken Campbell, Fernando Arrabal, Jean Tardieu, Slawomir Mrozek, Kurt Tucholsky, Georg Kreisler u. a.; Aufführungen in Bergisch Gladbach und Köln 2014

• „Romulus der Große“ – nach dem gleichnamigen Stuck „Romulus der Große“ von Friedrich Dürrenmatt, Aufführungen in Bergisch Gladbach und Köln, 2014/15

• „Sommer-Skurrinale 2015“ Einakter und Dramolette von Ken Campbell, Fernando Arrabal, Jean Tardieu, Slawomir Mrozek, Kurt Tucholsky, Georg Kreisler u. a., Aufführungen in Bergisch Gladbach und Köln 2015

• „Der Selbstmörder“ nach dem gleichnamigen Stück von Nikolai Robertowitsch Erdmann, Aufführungen in Bergisch Gladbach 2015/16

• „Die Irre von Chaillot“ – Zweit-Inszenierung nach dem gleichnamigen Stück von Jean Giraudoux, Aufführungen in Bergisch Gladbach 2016/17

• „Astoria“ – Inszenierung des Stücks von Jura Soyfer in einer Bearbeitung von Heinz-D. Haun unter Mitwirkung von Mitgliedern des Ensembles, Aufführungen in Bergisch Gladbach 2017/18

• „Der Weltuntergang“ – Inszenierung nach dem gleichnamigen Stück von Jura Soyfer in einer Bearbeitung von Heinz-D. Haun, Aufführungen in Bergisch Gladbach 2018/19

• „Menschen sind komische Leute“ – Sommertheaterprojekt von Heinz-D. Haun unter Verwendung von Text- und Stückpassagen von Günter Bruno Fuchs, Peter Bichsel, Elias Canetti und anderen, Aufführungen in Bergisch Gladbach 2022

• „Geschichten aus dem alten Russland“ – Inszenierung dreier Theaterstücke Anton Tschechows und Nikolai Gogols, Aufführungen in Bergisch Gladbach 2023

• aktuell „TheaterWeltenErschaffen spielt nicht “Schneckenzähmen” von Vera Högel, aber vielleicht “Wilhelm Tell” von Friedrich Schiller“
Ein Kaleidoskop über das Theaterspielen im Speziellen und TheaterWeltenErschaffen im Besonderen – Collage von Heinz-D. Haun unter Mitarbeit von Mitgliedern des Ensembles, Bergisch Gladbach 2024

Ab der Spielzeit 2008/09 ging es Schlag auf Schlag – jedes Jahr eine neue Produktion unter dem Namen TheaterWeltenErschaffen. Mal in Koproduktion, oft auch in Köln zu sehen, und immer in Bergisch Gladbach.

Damit ist Mitte März Schluss, das Ensemble spielt in der bekannten Besetzung zum letzten Mal. Unter dem rätselhaften Titel TheaterWeltenErschaffen spielt nicht “Schneckenzähmen” von Vera Högel, aber vielleicht “WilhelmTell” von Friedrich Schiller ist ein szenisches Kaleidoskop über das Theatermachen im Speziellen und über TheaterWeltenErschaffen im Besonderen zu sehen.

TheaterWeltenErschaffen – die Abschiedstournee

Sa 24. Februar 20 Uhr, So 25. Februar, 18 Uhr
Theas Theater, Jakobstr. 103, 51465 Bergisch Gladbach, Karten 15 Euro (erm. 10 €), Reservierung: 02202/9276500 oder kontakt@theas_theatertheaterschule

Sa 9. März 18 Uhr
Schreinerei Fesk – fällt aus

Sa 16. März, 18 Uhr, So 17. März 18 Uhr
Gemeindesaal der Kirche zum Frieden Gottes, Eintritt frei,  Spende erwünscht, Reservierung: 02202/250837 oder info@tweev.de

Das Werk verwendet Stückauszüge und Versatzstücke von Fernando Arrabal, Mathias Diehm, Egon Fridell, Heinz-D. Haun, Lutz Hübner, Jan Küveler, Friedrich Schiller und Joachim B. Schmidt. Geschrieben wurde es Leiter Haun unter Mitwirkung von Mitgliedern der Gruppe. „Das Ensemble freut sich auf ein Wiedersehen mit seinen Fans, um mit allen ein buntes und vielfältiges Abschiedstheater mit viel Augenzwinkern und Selbstironie zu feiern“, so Haun im Vorfeld der Tournee.

TheaterWeltenErschaffen – die Köpfe

Ensemble: Gudrun Bachmann, Sophie Blome, Christiane Bonn, Norbert Bonn, Sylvia Braun, Lothar Ferling, Heinz-D. Haun, Simone Justus, Ingrid Mohr, Harald Mohr, Thomas Neubacher, Marie-Luise Stepina, Manfred Tesch, Marlies Winkler
Orchester: Ines Geck, Günter Rodenbach
Leitung: Heinz-D. Haun
Mehr Infos im Web

Manchmal ist ein Ende auch Neubeginn – eine neue Formation unter der Leitung des langjährigen Ensemblemitglieds Norbert Bonn soll unter gleichem Namen ab Herbst die Tradition erschaffener Theaterwelten fortsetzen, heißt es bei dem Ensemble.

war bis Anfang 2024 Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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