Großflächige Heizungen wie Wand- und Fußbodenheizungen sind im Trend, gerade in Kombination mit Wärmepumpen macht das viel Sinn – auch in Altbauten. Das hat allerdings Auswirkungen auf die Auswahl der Bodenbeläge. Der Parkett- und Bodenleger-Meister Ralph Schneppensiefen erklärt, was Sie dabei beachten sollten.

Es gibt wohl kaum einen Neubau im privaten Wohnbereich, der noch ohne Fußbodenheizung gebaut wird. Im Hinblick auf den zukünftig verstärkten Einsatz von Wärmepumpen wird auch aus diesem Grund die Beheizung unserer Wohnräume mittels großflächiger Wärmekörper, wie z.B. Wand – und Fußbodenheizungen, immer mehr zum Standard im Bauwesen. Gleichfalls ist eine deutlich gesteigerte Nachfrage zum nachträglichen Einbau von Fußbodenheizungen im Altbau zu verzeichnen.

Diese Entwicklung ist für unsere Beratung ein entscheidender Faktor bei der Auswahl von Bodenbelägen für unsere Kunden.

Für den Einsatz auf einer Fußbodenheizung müssen dafür vorgesehene Bodenbeläge bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen: 

  1. der Wärmedurchlasswiderstand darf nicht mehr als 15 m² K/W betragen. 
  2. Das Produkt muss Oberflächentemperaturen des Estrichs von 29°C und 32°C in den Randbereichen aushalten.

Bodenbeläge, deren zulässiger Temperaturbereich auf niedrigere Temperaturen begrenzt werden, sind nur eingeschränkt für den Einsatz auf Fußbodenheizungen geeignet.

Diese Bodenbeläge sind geeignet

Bei keramischen Fliesen und Natursteinböden sind, abgesehen von Maßnahmen gegen Rissbildung, die wenigsten Einschränkungen zu erwarten. Alle anderen Arten von Bodenbelägen erfordern ein wenig mehr Aufmerksamkeit bei der Auswahl und Beratung.

Elastische Bodenbeläge haben in der Regel einen geringen Wärmedurchlasswiderstand, dafür wenig Speichervermögen. Vinyl kann, je nach Qualität, durch den Verlust an flüchtigen Weichmachern, mehr oder weniger stark schrumpfen.

Bei Teppichböden ist, aufgrund der guten Dämmeigenschaften, der Wärmedurchlasswiderstand zu beachten. Je nach Herstellungsverfahren kann die Farbe des Bodens bei hohen Temperaturen schneller „verschießen“. Dicke, flauschige Teppiche und Teppichböden sind in der Regel nicht geeignet.

Mehrschichtige modulare Bodenbeläge und Laminat werden in der Regel schwimmend auf einer Dämmunterlage verlegt. Hier ist zu beachten, dass der Wärmedurchlass beider Komponenten, nämlich Bodenbelag und Dämmunterlage, berücksichtigt wird. Besondere Aufmerksamkeit gilt hier auch den ausreichend großen Dehnungsfugen zu allen aufgehenden Bauteilen.

Parkettböden erfüllen ebenfalls in vielen Variationen die Voraussetzungen für den Einsatz auf Fußbodenheizung. Für das Holz ist weniger die Temperatur entscheidend, sondern die damit einhergehende niedrige Luftfeuchte. Trockene Raumluft lässt das Holz schrumpfen, es kommt zu Fugen und Spannungen im Holz, die auch zu Verformungen führen können. Auf eine gute Produktqualität ist unbedingt zu achten.

Weitere allgemeine Empfehlungen beim Einsatz von Parkett auf Fußbodenheizung sind:

  • Es sollten nur gut geeignete Holzarten ausgewählt werden 
  • Kein untertrocknetes Holz einbauen
  • Die Hölzer sollten möglichst dünn sein
  • Die Hölzer sollten möglichst schmal sein
  • Massivholz sollte ein bestimmtes Verhältnis von Dicke zu Breite einhalten (1:4)
  • Mehrschichtparkettelemente sollten möglichst klein und kurz sein
  • Der Wärmedurchlass sollte bei ca. 10 m² K/W liegen, maximal bei 15 m² K/W
  • Verlegung am besten in Mustern mit Richtungswechsel (Würfel, Fischgrat, Flechtmuster)
  • Die Fußbodenhölzer sollten vollflächig verklebt werden

Ausnahmen bestätigen die Regel, aber bitte nur in Abstimmung mit einem guten Fachbetrieb.

Durch neue Technologien und Wärmedämmung reduzieren sich die Betriebstemperaturen moderner Heizsysteme, so dass die hohen Bodentemperatur immer weniger eine Rolle spielen. Anders ist das bei elektrischen Fußbodenheizungen, es gelten die gleichen Regeln wie für Warmwasserfußbodenheizungen, zusätzlich ist die Aufheizgeschwindigkeit zu beachten.

Für alle Arten von Flächenheizungen gilt: 

  • immer mit allen Heizkreisen gleichmäßig heizen, anstatt einzelne Heizkreise abzuschalten
  • niedrige Vorlauftemperaturen sparen Energie
  • vermeiden Sie das zusätzliche Auslegen voluminöser, dichter Teppiche

Sprechen Sie frühzeitig mit einem Fachmann für Parkett und Bodenbeläge und planen Sie den Fußbodenaufbau gründlich, das verhindert unangenehme Überraschungen und sorgt für viele Jahre sorgenfreier Nutzung des Bodenbelags Ihrer Wahl.

Mit besten Grüßen,

Ihr Ralph Schneppensiefen


Die Schneppensiefen GmbH & Co KG verlegt seit über einem halben Jahrhundert Parkett und Bodenbeläge im Großraum Bergisch Gladbach. Werte wie Beständigkeit, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit haben für den regionalen Familienbetrieb oberste Priorität. Das 13-köpfige Team besteht ausschließlich aus fachausgebildeten Profis, ihr Sachverstand rechtfertigt Ihr Vertrauen.

Zur Person: Ralph Schneppensiefen hatte das Unternehmen ab 1996 in zweiter Generation geführt. Die Liebe zum Werkstoff Holz fand der Parkett- und Bodenleger-Meister durch einen kleinen Umweg: „In meiner ersten Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur stellte ich fest, dass die Arbeit mit Metall nicht meine Welt ist.“ Stattdessen ließ er sich von der Passion seines Vaters Willy anstecken und begeisterte sich fortan für die Arbeit mit Massivholz und „das Schaffen von dauerhaften Werten“.

Anfang 2024 hat Schneppensiefen das Unternehmen an seine Nachfolger Christian Nowak und Ole Zimmermann übergeben. Ralph Schneppensiegen arbeitet als Sachverständiger für den Bereich Parkett und Bodenbeläge und steht den neuen Inhabern und alleinigen Gesellschaftern als Berater zur Verfügung.

Kontakt
Schneppensiefen GmbH & Co KG
Parkett & Bodenbeläge
Hermann-Löns-Straße 109
51469 Bergisch Gladbach

Tel: 02202 866920
Website
Mail: info@schneppensiefen-kg.de

Weitere Beiträge

So erhalten Sie den Wert Ihres Parketts

Ein Parkettboden hält zwölf, bei sehr guter Pflege auch 40 Jahre. Bei raschen Mieterwechseln und / oder einem rücksichtslosen Umgang altert der Bodenbelag jedoch sehr viel schneller. Aber auch dann muss er nicht unbedingt komplett geschliffen werden – es gibt auch weniger aufwendige Methoden, den Wert zu erhalten. (Bezahlter Beitrag)

Schöne Fußböden schützen: Die richtigen Stuhl- und Möbelgleiter

Wer das neue Parkett oder den neuen Vinylboden schützen will, sollte Stuhlgleiter nutzen – und zwar die richtigen. Denn falsche, beschädigte, verschlissene oder ungepflegte Produkte richten schwere Schäden an und können bei Hartbelägen sehr unangenehme Geräusche verursachen. (Bezahlter Beitrag)

Der richtige Bodenbelag für eine Mietwohnung

Zu unseren Kunden zählen unter anderem viele Vermieter von privaten Wohnungen. Bei der Beratung stellt sich immer wieder die Frage nach dem besten Bodenbelag für die Mietwohnungen und die Antwort lautet regelmäßig: „Es kommt darauf an“. Wir stellen die wichtigsten Alternativen vor. (Bezahlter Beitrag)

Wie oft kann ein Parkettboden geschliffen werden?

Parkettböden boomen seit vielen Jahren. In vielen Wohnungen und Büros wurden sie verlegt. Nach vielen Jahren der Nutzung kommt irgendwann der Punkt, an dem die Oberfläche des Parketts durch Reinigung und Pflege nicht mehr zufriedenstellend aufbereitet werden kann. Jetzt helfen in der Regel nur noch das Abschleifen und der Aufbau einer neuen Oberfläche – einer…

Ist ein Parkettfußboden nachhaltig?

Für die Klima-Belastung eines Baustoffs ist die Lebensdauer ausgesprochen wichtig. Das gilt auch für Holz: je länger es genutzt wird, desto besser die CO2-Bilanz. Unter diesem Gesichtspunkt ist ein Holzparkett besonders nachhaltig. Allerdings kommt es auch darauf an, welche Parkettart gewählt, wie es verlegt und wie es gepflegt wird. (Bezahlter Beitrag)

Geölte Parkettböden richtig pflegen

Seit vielen Jahren erfreuen sich geölte Parkettböden und Landhausdielen großer Beliebtheit. Immer wieder werden wir danach gefragt, wie ein geölter Holzfußboden richtig zu pflegen ist. Parkett- und Bodenleger-Meister Ralph Schneppensiefen liefert die Antworten. (Bezahlter Beitrag)

ist Parkett- und Bodenleger-Meister und führt die Schneppensiefen GmbH & Co KG seit 1996 in zweiter Generation. Er ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. In seiner Freizeit hat er das Bierbrauen für sich entdeckt.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.