Fotos: Philipp J. Bösel Credit: photo © philipp j. bösel

Etwas mehr als 100 Menschen haben sich am Freitag am Klimastreik in Bergisch Gladbach beteiligt und zugleich Solidarität mit den Streikenden im ÖPNV bekundet. Dazu hatten Fridays for Future und die Gewerkschaft Verdi gemeinsam bundesweit aufgerufen. Zur geplanten Übergabe von Unterschriften kam es nicht – weil Zusagen aus der Politik fehlten.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung der Initiative „WirFahrenZusammen“.

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Wenn der öffentliche Personennahverkehr bestreikt wird, führt das oft zu Unmut bei Fahrgästen. Eine Antwort kann aber auch Solidarität mit den Beschäftigten bedeuten.

In Bergisch Gladbach sind am Freitagmittag etwa 100 Menschen aller Altersgruppen zu einem Demonstrations-Zug durch die Innenstadt und einer Kundgebung auf dem Konrad-Adenauer-Platz zusammengekommen. Fridays for Future Deutschland und die Gewerkschaft ver.di hatten gemeinsam zu einem Klima-Streik unter dem Motto #WirFahrenZusammen aufgerufen, der bundesweit in über 100 Städten stattfand. 

Diesmal gingen Klimabewegte, Fahrgäste und Beschäftigte des ÖPNV zusammen auf die Straße.

Fotos: Philipp J. Bösel

Die gemeinsamen Forderungen sind gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und gleichzeitig massive Investitionen, damit eine sozial-gerechte Verkehrswende möglich wird. Um dem zusätzlichen Nachdruck zu verleihen, wurde am Freitag bundesweit die gemeinsame Petition an viele Politiker*innen übergeben.

Allein in Bergisch Gladbach stellten sich knapp 900 Menschen mit ihrer Unterschrift hinter das Anliegen, in ganz Deutschland kamen über 200.000 Unterschriften zusammen. Auch in Bergisch Gladbach war eine Übergabe geplant, welche aber aufgrund fehlender Zusagen der eingeladenen Politiker, nicht statt finden konnte, was die Teilnehmer*innen sehr bedauerten.

Fotos: Klaus Hansen

Viele der Demonstrierenden hatten große Banner und kleine Schilder zum Marktplatz mitgebracht oder sich sogar verkleidet. Positive Botschaften wie „Wir können was tun“ oder „Liebe Deine Erde wie Dich selbst“ waren zu lesen, gleichzeitig wurden deutliche Kritik an der bisherigen Klima- und Verkehrspolitik sowie Forderungen für einen attraktiveren öffentlichen Nahverkehr laut. Auch das Ziel Klimaschutz und Arbeitskampf zu verbinden, war klar zu lesen.

Dies wurde auch in den Redebeiträgen bei der Kundgebung deutlich. Wir fassen die wichtigsten Aussagen zusammen:

Simon Käsbach, 16-jähriger Aktivist bei WirFahrenZusammen, berichtete in seiner Rede über die Arbeitsbedingungen im ÖPNV: „Aktuell müssen die Beschäftigten immer länger arbeiten. Durch den Personalmangel verteilt sich die Last auf immer weniger Schultern, wodurch die Krankenstände hoch sind. Deshalb streiken die Kolleg*innen gerade und fordern Entlastung. Die braucht es, damit es überhaupt noch Menschen gibt, die die Busse und Bahnen fahren. Es geht uns also alle an und deshalb solidarisieren wir uns.”

Angelika Freimuth forderte bessere Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung sowie Buspläne in leichter Sprache.

Friedhelm Bihn, Sprecher für den Verkehrsclub Deutschland, begrüßte die kürzlich zwischen Bund und Ländern getroffene Entscheidung, das Deutschlandticket für Studierende zum vergünstigten Preis von 29,40 € im Monat anzubieten. Er betonte gleichzeitig, dass es eine langfristige Finanzierung des Deutschlandtickets und einen Ausbau des ÖPNV speziell im ländlichen Raum brauche.

Credit: photo © philipp j. bösel

Roland Vossebrecker von der Initiative KlimaGerecht Leben sagte: “Klimastreik ist Solidarität, Gemeinschaft und Kampf für Gerechtigkeit”. 

„Für den Kampf gegen Rechtsextremismus braucht es konkrete politische Maßnahmen. Es braucht eine Politik, die den Menschen wieder Sicherheit gibt. Dazu zählt auch eine gute Mobilität mit fairen Arbeitsbedingungen. Deshalb schließen wir uns zusammen und fordern mit Wirfahrenzusammen genau das!” so Hannah Käsbach, Aktivistin bei WirFahrenZusammen.

Der bundesweite Klimastreik stellt den Höhepunkt der Wirfahrenzusammen-Kampagne dar, aber definitiv nicht das Ende. Nach diesem starken Zeichen am Freitag, solle die Zusammenarbeit weiter gehen. Denn in den Tarifverhandlungen gibt es in den meisten Ländern noch keine Einigung und das Durchsetzten von Investitionen in einen guten Nahverkehr für alle, erfordere weiterhin öffentlichen Druck. 

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