Die Teams der Frauenberatung, Mädchenberatung und des Frauenhauses in Rhein-Berg befürchten, dass das lange geplante Gewalthilfegesetz bei den Haushaltsberatungen des Bundestags auf der Strecke bleibt – und notwendige finanzielle Hilfe ausfällt. Daher beteiligen sie sich am Montag an einer landesweite Protestaktion mit der klaren Forderung: Unsere Tür muss offen bleiben für Frauen und deren Kinder und Mädchen, denen Gewalt widerfährt!

Das Netzwerk NRW gegen Gewalt an Frauen hat für den 9. September einen breit angelegten Protesttag geplant. Dieser weist auf die Notwendigkeit hin, dass das im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geplante Gewalthilfegesetz zeitnah verabschiedet und die Umsetzung mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet wird. 

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Der Bund hat sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, endlich die Kosten für den Ausbau des Gewalthilfesystems mitzutragen. Das Gewalthilfegesetz des BMFSFJ hat inzwischen auch die Unterstützung der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen der Länder (GFMK) erhalten. Doch seit der Sommerpause des Bundestages stehen alle Pläne auf der Kippe. Es besteht die große Gefahr, dass das lange erwartete Gesetz aufgrund der laufenden Haushaltsverhandlungen scheitert. 

Wir, die Mitarbeiterinnen der Allgemeinen Frauenberatungsstelle, der Mädchenberatungs-stelle beide für den Rheinisch-Bergischen Kreis und des Frauenhauses, begrüßen die Einführung eines solchen Gesetzes sehr und fordern dringend eine Beschleunigung des Prozesses sowie verbindliche Zusagen für den Haushalt 2025.

Denn: es ist bereits 5 nach 12 für die Fraueninfrastruktur. Wir beteiligen uns deshalb mit einer Protestaktion unter dem Motto: 

Unsere Tür muss offen bleiben für Frauen und deren Kinder und Mädchen denen Gewalt widerfährt! Gewalthilfegesetz darf nicht an Budgetfragen scheitern! 

Am Montag, 9.9.2024 um 10 Uhr
Konrad-Adenauer-Platz (Marktplatz)
Bergisch Gladbach 

Deutlich mehr Frauen zu Gewalt beraten

Wie dringend der Bedarf an Beratung für von Gewalt betroffene Frauen ist, zeigt unsere (Frauenberatungsstelle) Statistik: Im Jahr 2022 wurden 38% aller Klientinnen zum Thema Gewalt beraten, im Jahr 2023 waren es 54%, eine Steigerung von 16%.

Das deckt sich mit den bundesweit erhobenen Zahlen: Das Anfang Juni veröffentlichte Bundeslagebild zur häuslichen Gewalt unterstreicht den zwingenden Bedarf an verstärktem Schutz und spezifischer Beratung.

Die Zahlen zu Partnerschaftsgewalt sind im Jahr 2023 erneut gestiegen und haben in den letzten fünf Jahren insgesamt um 19,5 Prozent zugenommen. Zudem zeigt eine kürzlich veröffentlichte, vom BMFSFJ beauftragte Kostenstudie deutlich, wie gravierend die Finanzierungslücken im Hilfesystem sind. 

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