Foto: Angelina Meurer

Inmitten zahlreicher Krisen und Herausforderungen haben sich die jungen Menschen im Krea-Jugendclub intensiv mit dem Generationenkonflikt auseinandergesetzt. Dabei entdeckten sie, dass die verschiedenen Generationen mehr Gemeinsamkeiten haben, als vermutet. Diese Erkenntnisse haben sie eindrucksvoll in Fotografien festgehalten, die nun im Jugendcafé der Kreativitätsschule ausgestellt werden.

Aktuelle Krisen wie der Klimawandel, die Inflation und weltweite Konflikte verunsichern die junge Generation. Während die Auswirkungen auch für sie spürbar werden, suchen sie nach Orientierung. Seit 2022 setzen sich daher zehn Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 bis 26 Jahren im Krea-Jugendclub in einer Arbeitsgruppe mit der „Agenda 2030“ auseinander. Dabei betrachten sie vor allem die Herausforderungen, die für junge Menschen in Europa bedeutsam sind.

Beim Thema Nachhaltigkeit haben sich die Jugendlichen auch mit dem Generationenkonflikt beschäftigt: „Uns ist aufgefallen, dass Nachhaltigkeit nicht nur Umweltschutz umfasst, sondern auch die verschiedenen Generationen und Kulturen“, erinnert sich Linda – sie ist Tanzcoach im Krea-Jugendclub. Daraus entstand bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen das Interesse an einem Austausch zwischen den Generationen.

Hip-Hop-Workshops für „Ältere“

Zunächst wurden Hip-Hop-Workshops für „ältere“ Generationen angeboten, die vor allem von Menschen im Alter zwischen vierzig und fünfzig Jahren besucht wurden. „Wir haben uns damit beschäftigt, welche Lebensweisheiten Menschen mit sich bringen und haben uns immer wieder bei den Workshops ausgetauscht“, erklärt Linda.

Das Ergebnis: Die Lebensweisheiten und Ansichten auf die Welt unterscheiden sich kaum, denn alle Menschen möchten das Schöne im Leben sehen. „Jeder versucht irgendwie, seinen Lebensweg zu beschreiten und das ist bei den jungen Leuten nicht anders als bei den älteren Menschen“, betont sie. 

Austausch und Begegnungen bewegten die Jugendlichen dann zu einem Fotoprojekt, das die Lebensweisheiten der unterschiedlichen Menschen zum Ausdruck bringen sollte. Dazu haben sie viele Personen fotografiert und nach ihren Lebensgrundsätzen befragt.

„Alle Porträts wurden mit Sprüchen und Lebensweisheiten versehen. Diese stammen von den Protagonisten der Bilder“, erklärt Sigrid Brenner, Leiterin des Krea-Jugendclubs.

Eine der Fotografien stammt von Sofia, die erst spät zum Projekt dazugestoßen ist und sich ihrer Freundin Sophia angeschlossen hat. Die beiden gingen sehr frei an das Projekt heran und entschieden sich bei ihrem Bild für die positive Botschaft „Beauty begins the moment you decide to be yourself“.

„Diese Botschaft passt perfekt zu den Gemeinsamkeiten zwischen den älteren und jüngeren Generationen“, sagt Sofia. Für sie ist es wichtig, die bestehenden Klischees aufzubrechen und einen Schritt auf die älteren Generationen zuzugehen.

Die Ausstellung kann ab dem 28.10. bis zum 20.12.2024 täglich von 15 bis 19 Uhr besucht werden. Kreativität Jugendclub, An der Wolfsmaar 11, Bergisch Gladbach-Refrath.

Auch JayJay sieht in den Fotografien einen Mehrwert und beschreibt das Fotografieren als „positives Schöpfen“. Seine Fotografie hat für ihn auch eine emotionale Komponente: Er fotografierte eine Person, die für ihn sehr viel Positivität sowie Ruhe ausstahlt, die er bewundert und die für ihn und sein Leben sehr wichtig ist.

Er gibt dabei zu verstehen: „Jeder Mensch hat es verdient abgelichtet und fotografiert zu werden, denn jeder Mensch hat eine Geschichte“.

Das Fotoprojekt in der Krea ist ein Teil von „Generation Europe – The Academy“ und wird unter anderem durch Erasmus+, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie durch das Landesministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration NRW gefördert.

Die Ausstellung der vielfältigen Porträts im Jugendcafé der Kreativitätsschule Bergisch Gladbach lädt dazu ein, die Geschichten und Weisheiten der Menschen zu entdecken und verstehen zu lernen.

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