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Grundsätzlich sei sie gesprächs- und kompromissbereit, erklärt die Stadtverwaltung mit Blick auf die Einrichtung einer temporären Fußgängerzone in der Schlossstraße. Vermutungen, so solle eine dauerhafte autofreie Zone vorbereitet werden, weist sie zurück. Zur Abwehr von Gefahren sehe sie derzeit keine Alternative – und setzt auf eine Verkehrserziehung.

Auf den Protest der Händlerschaft der Schlossstraße reagiert die Abteilung Stadtplanung der Stadtverwaltung mit einer Klarstellung: Die Regelung der Fußgängerzone sei temporär und gelte nur für die Zeit des Umbaus der Bensberger Einkaufsstraße. Vermutungen, so solle eine dauerhafte Fußgängerzone vorbereitet werden, weist sie klar zurück.

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Die Sperrung der Straße ab dem Emilienbrunnen sei eine „leider notwendige Reaktion auf das bedauerliche und in Teilen rücksichtslose Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmenden“. Für Kompromisse sei die Stadt offen – aber „stets unter Berücksichtigung baulicher Belange und dem Verhalten der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer“. 

Wie berichtet hatte sich der überwiegende Teil der Inhaber-geführten Geschäfte auf der Schlossstraße einer Petition angeschlossen, die eine Aufhebung der Fußgängerzone und eine Befahrbarkeit bis zur Baustelle fordert.

Aktualisierung: Inzwischen hat der Initiator Werner Stümper seine Petition an den Petitionsausschuss des Landtages und Bürgermeister Frank Stein verschickt und den vollständigen Text veröffentlicht. Darin formuliert die Händlerschaft eine Reihe von Forderungen. Insgesamt hätten sich 64 von 68 befragten Inhaber-geführten Geschäften gegen die (temporäre) Fußgängerzone gestellt. Wir dokumentieren die Petition weiter unten im Wortlaut.

Auch die Interessengemeinschaft Bensberger Handel + Gewerbe (IBH) stellte sich auf Nachfrage voll und ganz hinter die Petition. Die Einschränkungen für die Geschäfte und die vielen Kunden, die aus der weiteren Umgebung anreisten, müssten so gering wie möglich gehalten werden, sagte ein Sprecher der IBH. Die Fußgängerzone sei eine weitere Einschränkung – ohne Vorteile für die Stadt oder die Bauarbeiten zu bringen.

Dagegen äußern sich viele Bürger:innen zufrieden mit der neuen Regel und fordern eine klare Durchsetzung.

„Verkehrserziehung durch verstärkte Kontrollen“

Trotz verstärkter Kontrollen werde die Beschilderung der Fußgängerzone durch viele Verkehrsteilnehmer missachtet, räumt die Stadt ein. Die Verkehrsüberwachung sei regelmäßig vor Ort. Wer dort parkt, werde gebührenpflichtig verwarnt, einfahrende Fahrzeugführer angesprochen. Angaben zur Zahl der Verwarnungen macht die Stadt nicht.

Die Stadt setze jetzt auf „eine Verkehrserziehung durch verstärkte Kontrollen und – im ersten Schritt – ggf. vermehrte Abmahnungen“, erklärt die Verwaltung. Dabei hoffe sie, dass die Beschilderung bald allen Verkehrsteilnehmer:innen bekannt sei und eingehalten werde.

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59 : 4 – Bensberger Händler stemmen sich gegen Fußgängerzone

Bis auf wenige Ausnahmen lehnen die Inhaber-geführten Geschäfte in der Schlossstraße eine Fußgängerzone vor ihrer Ladentür ab – temporär und erst recht als Dauerlösung. Sie fürchten um ihre Existenz und pochen darauf, dass die Stadt ihre Zusagen einhält. Wie man das aktuelle Chaos in den Griff bekommt, dafür haben die Händlerinnen und Händler konkrete Vorschläge.

Vermutungen aus der Händlerschaft, die Bauarbeiten könnten im Bereich der Kreissparkasse absichtlich verzögert werden (um die Einrichtung eines Wendehammers zu verhindern) weist die Stadt deutlich zurück. Sie selbst habe genauso wie die Händerschaft ein großes Interesse an der schnellstmöglichen Fertigstellung der Schlossstraße.

Trotz aller Vorarbeiten sorgen immer wieder unerwartete Funde vor Ort die Arbeiten. So seien vor der Kreissparkasse mehrere zu hoch liegende Netz- und Datenkabel gefunden worden. Hier seien zunächst die Eigentümer festgestellt und zum Umlegen aufgefordert worden. Was einen Vorlauf erfordere und erst jetzt erledigt werden konnte. Danach sei ein Glasfaserkabel eingebracht worden, dann erst konnte die Kastenrinne eingebaut werden. Nun müsse noch das Betonfundament aushärten.

Provisorische Straße kostet viel Zeit

Der Wunsch der Händlerschaft, die Straße in der Baupause während der Vorweihnachtszeit durch die Baustelle hindurch befahrbar zu machen, sei im Prinzip zwar machbar, erläutert die Stadt. Dafür müssten aber bereits jetzt die Pflasterarbeiten eingestellt werden, damit die Fahrbahn in der notwendigen gebundenen Bauweise erstellt und abgehärtet werden könne. Dieser Zeitverlust würde die Arbeite „weit zurückwerfen“.

Die Stadt habe Verständnis für die Sorgten der Händlerschaft, stehe für Gespräch stets bereit und setze auf eine „gute, faire und partnerschaftliche Kommunikation“.  Über das Stadtteilbüro und die Fachabteilungen sei die Stadt ständig für Fragen des Handels erreichbar, das sei bekannt und werde auch angenommen. Zudem unterstütze die Stadt die Geschäfte wo möglich – zum Beispiel durch viele Hinweise auf Parkmöglichkeiten oder durch ein geplantes Baustellenkonzert.

Und dennoch müsse die Stadt den politischen Beschluss zum Umbau der Schlossstraße umsetzen – und Gefahren abwehren. Genau das sei mit der Einrichtung der temporären Fußgängerzone gemacht worden. Und abgesehen von der Kritik der Händlerschaft habe es auch viele positive Rückmeldungen gegeben.

Dokumentation

Die Petition der Händerschaft im Wortlaut

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Es ist für mich unbegreiflich, wie sich die Stadt von vielen Autofahrern an der Nase herumführen lässt. Oder haben wir es hier mit einem Klüngel zwischen Stadt und Händlerschaft zu tun? Als die Schlossstraße noch durchgängig befahrbar war sah man täglich das Ordnungsamt kontrollieren, heute so gut wie nie.

  2. Tja, was soll Bensberg mit einer Fußgängerzone?
    Ein Dorf und eine Fußgängerzone?
    Sehen soweit das Denken reicht.
    Das zeigt die Petition.

  3. Gestern Abend im Halbdunklen wurde eifrig kontrolliert, OAmt und Polizei vor Ort. Zu einem Zeitpunkt wo man kaum nachvollziehen kann, dass die dort -zugegebenermaßen rechtswidrig parkenden Fahrzeuge- eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen.
    Und ja, die Beschilderung könnte deutlicher sein, auch wenn die meisten Autofahrer wohl genau wissen was Fußgängerzone bedeutet. Denke die meisten die hineinfahren wissen das auch, nur interessiert es sie nicht. Das kann man kritisieren. Was ich mich aber immer frage, braucht es überhaupt diese Regelungswut, und ist die Gefahr wirklich so gegenwärtig das unbedingt gehandelt werden muss? Ich sehe und empfinde dies nicht, und bin regelmäßig vor Ort. Kann man nicht darauf vertrauen das alle Verkehrsteilnehmer aufeinander achten, und es auch mal ohne Regelungen und Verbote übergangsweise funktioniert. Was ist so schlimm daran dort wenden zu müssen? Geht das nur mit einem Wendehammer? In vielen Straßen im Stadtgebiet wird auch gewendet, die sind tlw viel enger, und mit Fußgänger u.a. Muss man überall rechnen. Es gibt vielbesuchte Städte da begegnen sich Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer und Straßenbahnen teilweise auch ohne Überwege u.ä., und es funktioniert dauerhaft. Ich plädiere dafür weniger zu regeln und mehr zuzutrauen. Die Haltung der Händler kann ich durchaus verstehen.

    1. “Kann man nicht darauf vertrauen das alle Verkehrsteilnehmer aufeinander achten”
      Vertrauen? Thorsten, gehen Sie davon aus, dass Verkehrsunfälle mit Absicht geschehen?
      Die meisten Unfallverursacher überschätzen einfach ihre Fahrtüchtigkeit!
      Die Verkehrsunfälle, verursacht durch JUNGE Autofahrer, geschehen durch zu schnelles Fahren oder weil sie möglicherweise alkoholisiert unterwegs sind.
      Oder Unfälle mit ÄLTEREN Autofahrern. Altersbedingt verlieren sie bei komplexeren Verkehrssituationen schnell die Übersicht, das Einparken, Rangieren und Reagieren funktioniert irgendwann einfach nicht mehr wie früher.

      1. Hallo Ulla, ich kann sehr häufig auf einen großen Parkplatz schauen. Dort parken die älteren Menschen bestens ein, haben das noch ohne Hilfsmittel gelernt. Die meisten jungen Leute können nicht mehr einparken.
        Die meisten und vor allem schlimmsten Unfälle bauen die jungen und mittelalten Fahrer aufgrund Fehleinschätzung der Verkehrslage, Überbewertung ihres Fahrkönnens und der Fahrtüchtigkeit (Alkohol, andere Drogen, Aufpuschmittel und/oder Müdigkeit).

    2. Haben Sie mal beobachtet, wie dort 10 oder 15 Autos im Gänsemarsch rückwärts rausfahren? Ein absurd-amüsanter Anblick, den hoffentlich irgendwer für youtube festhält. Weniger amüsant ist es, als Fußgänger in einer Fußgängerzone “weggehupt” zu werden.
      Fazit: Auch ich würde mir wünschen, dass es ohne Verbote funktioniert – aber offenbar sind viele Autofahrende zu dumm dazu.

      1. Die Autofahrenden VERTRAUEN eben darauf, dass die Fußgänger, Fußgängerinnen, Kinder usw. – anders als die an- und umgefahrenen Abfallbehälter, Pfosten und Bäumchen – schnell genug reagieren und beiseite springen werden.

  4. Ich kann mich nur an den Kopf fassen, welcher hanebüchener Unsinn hier teilweise geschrieben wird. Als Beispiel: “Was haben Händler von die Schlossstraße befahrenden Autos” bis “..-.radikalisierte Händler erdreistet…! Mir scheint, einige der Kommentierenden wollen hier ihr Mütchen kühlen, und das mit unlauteren Worten.

  5. Ist ja schon unglaublich, dass sich da eine Handvoll radikalisierte Händler erdreisten, sich gegen den Willen der Stadt und der Bürger (Kunden, Anwohner, Menschen mit Rollatoren und Kinderwagen) zu stellen und von „UNSERER“ Straße sprechen. Die Schlosstr. ist Allgemeineigentum und aus Steuermitteln und Geldern der Anwohner finanziert. Deren Wille sollte entscheidend sein und nicht der Wille einer lautstark tösenden Händlerschaft, welche das verzerrte Weltbild besitzt, im Alleingang das Bild der Schlossstr. prägen zu können.

  6. Als Wahlbernsberger muss ich leider sagen, das das Ordnungsamt, wie auch fast alle Behörden in Bergisch Gladbach vollkommen überlastet sind und ihrem Auftrag nur mangelhaft nachkommen. Im Gebiet rechts der Friedrich Offermann Straße wurde in den letzten 3 Jahren kein Mitarbeiter des Ordnungsamtes gesehen, genauso wenig wie Polizisten oder Straßenreinigung. Eine Straße urplötzlich zur Fußgängerzone zu erklären und diese dann nicht optisch zu sperren, das ist Mal wieder mehr Schildbürger Streich als sinnvolle Verwaltung. Die Straße ohne weitere Parkmöglichkeiten zur Fußgängerzone um zu widmen ist vollkommen am Bedarf vorbei. Aber in Bergisch Gladbach hat man es ja schon lange damit, die Geschäfte in die Knie und in die Flucht zu zwingen.

    1. nun…heute war ein Mitarbeiter vom Ordnungsamt da. Ich denke, nachdem er festgestellt hat, wie lohnend das für die Stadt sein kann, wird er sicherlich bald wieder vor Ort sein.

  7. Wenn die Stadt nicht will, dass Autos in den Bereich einfahren, dann sollen sie das bitte klar ausschildern. Ich bin da selber schon reingefahren, um im Marcos zu essen, meine Eltern sind da schon reingefahren, um einkaufen zu können und ich war in der Tat bei weitem nicht alleine.

    Und wenn dauerhaft keine Fußgängerzone geplant ist – weil sie anscheinend für nachteilig gehalten wurde, vermutlich für die Ladengeschäfte – dann ist eine temporäre Fußgängerzone erst recht nicht sinnvoll.

    Und da wir alle nun wirklich zur Genüge Beispiele kennen, wo öffentliche Bauvorhaben sich endlos ausdehnen und auch die bisherige Umgestaltung der Schlossstraße da keine Ausnahme darstellte, kann ich auch verstehen, dass die Geschäftsinhaber einer temporären Fußgängerzone extrem kritisch gegenüberstehen. Denn die Umsatzverluste bekommen sie nicht ersetzt.

    Und so eine temporäre Fußgängerzone mitten in der Baustelle hat im Zweifel auch nur die Nachteile (niemand kann direkt vor dem Geschäft parken) ohne die Vorteile zu haben (es findet urbanes Leben in der autofreien Fläche statt). Denn ich denke nicht, dass die Cafés, Restaurants und Geschäfte drumherum jetzt die autofreie Zone wirklich sinnvoll nutzen können.

    1. Es ist klar ausgeschildert. Und gerade die Baustelle und die fehlende Wendemöglichkeit und der eigentlich vorgesehene Einrichtungsverkehr und damit die schmale Fahrbahn und das wiederholte Falschparken auf den Gehwegen macht die temporäre Ausschilderung zur Gefahrenabwehr notwendig. So die nachvollziehbare Erläuterung der Stadt.

      1. Eine Beschilderung an der Einfahrt mit drei Schildern:
        „Sackgasse“, darüber „Fußgängerzone“ und darunter „Wenden nicht möglich“
        ist nicht eindeutig und verwirrend!

        Wenn ein Auto da nicht reinfahren darf, dann sollte man das durch ein klares “Einfahrt verboten” (Verkehrszeichen 267, rotes Schild mit weißem Querbalken) kennzeichnen. Und nicht die Leute damit verwirren, dass man ihnen mitteilt, dass es sich um eine Sackgasse handelt, in der sie nicht wenden können. Denn diese beiden Informationen sind ja nur relevant, wenn man in die Straße reinfährt.
        Woraus dann alle Leute, deren Führerscheinprüfung länger als 1 Jahr her ist, den Schluss ziehen, dass sie hier also wohl mit vielen Fußgängern rechnen und ganz langsam fahren müssen (analog zu einer verkehrsberuhigten Spielstraße) und am Ende dann auf eine Sackgasse treffen werden, in der es keine explizite Wendemöglichkeit gibt.

        Da nützt es nichts, dass die StVO natürlich sagt, dass in einer Fußgängerzone Autos nichts verloren haben. Denn diese feinen Unterscheidungen zwischen Spielstraße und Fußgängerzone haben – GANZ OFFENSICHTLICH – sehr viele Autofahrer nicht mehr auf dem Schirm. Wäre es anders, würden nicht soviele Autos in den Baustellenbereich einfahren.

        Diese eindeutig unzureichende Beschilderung jetzt mit einem Einsatz von Knöllchen-Verteilern kompensieren zu wollen statt einfach ein “Einfahrt verboten”-Schild aufzuhängen, kann man nur noch entweder als Schildbürgerstreich oder als absichtliche Abzocke der Bürger interpretieren, je nachdem, wieviel Fähigkeiten man unserer Stadtverwaltung noch zutraut.

      2. Dass man in einer Fußgängerzone nicht mit dem Auto herumkurvt, dürfte bloß denen entgangen oder entfallen sein, die sich die Hose mit der Kneifzange anziehen.

        Die Leute fahren da rein, weil es ihnen sch…egal ist, da könnten noch so viele Verbotsschilder hängen.

      3. Na mit der Haltung passen sie ja dann perfekt in unser Schilda hinein.

        Lieber allen anderen Mitbürgern unterstellen, dass sie A****löcher sind als einfach ein Schild auszutauschen.

      4. Allen Mitbürgern? Was eine egozentrische Minderheit da treibt, kann man glücklicherweise nicht allen anlasten. Vielleicht lesen Sie beim nächsten durch, was Sie geschrieben haben, ehe Sie es absenden.

    2. Was genau an “Fußgängerzone” ist nicht zu verstehen? Fahren Sie auch in der Innenstadt von Bergisch Gladbach direkt vor die Geschäfte? Ein paar Meter zu Fuß kann wohl heute niemand mehr gehen? Fragen Sie doch mal bei den Händlern, ob die nicht Drive-In Geschäfte errichten können, dann brauchen Sie in Zukunft gar nicht mehr auszusteigen und ohne motorisiertes Fahrzeug in die Geschäfte zu gehen.
      Es gibt in direkter Nachbarschaft zur Schloßstraße an die 500 Parkplätze, auf einem davon wird auch sicher ihr Auto ein Plätzchen zum Stehen finden!
      Übrigens war die Schloßstraße in meiner Kindheit auf dem entsprechenden Abschnitt auch schon Fußgängerzone. Und damals ist aufgrund dieser Tatsache kein Geschäft pleite gegangen.
      Zur Info: Ich versuche grundsätzlich in Geschäften, deren Inhaber sich so gebahren wie in der Schloßstraße (gibt es ja leider auch in anderen Stadtteilen) grundsätzlich nicht mehr einkaufen zu gehen. Wem Fußgänger und Radfahrer so dermaßen egal sind und wer jegliche wissenschaftlichen Studien zum Thema “autofreie Geschäftsbereiche” ignoriert, kann auch gut ohne mein Geld auskommen.

  8. Wir schreiben das Jahr 2024 und ich wundere mich, dass es (immer noch) Befürworter gibt, die der Schlossstraße als Fußgängerzone das Wort reden. Fußgängerzonen sind Sixties! Und die langjährige Erfahrung mit Fußgängerzonen ist negativ!

    Das zeigen die Erfahrungen: Das Leben einer reinen Fußgängerzone teilt sich in 4 Phasen:

    Phase 1: eine Einkaufsstraße wird für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt und ausschließlich Zufußgehenden gewidmet. Das führt zu einem quantitativen und qualitativen Einbruch in der Kundenfrequenz (meint die umsatzrelevante Käuferfrequenz).

    Die Folge: Qualitativ hochwertige und traditionelle Einzelhandelsgeschäfte, insbesondere inhabergeführte Geschäfte, verkraften das finanziell nicht und schließen.

    Phase 2: In die aufgegebenen Handelsgeschäfte ziehen Filialisten, wie es sie überall gibt. Damit wird die Straße für Flaneure zunehmend uninteressant. Dies führt zu einer weiteren Abnahme von Passanten und Kunden.

    Die Folge: Filialbetriebe geben den Standort auf und schließen.

    Phase 3: In die leerstehenden Geschäfte rücken Billigläden nach. Fastfood-to-go-Läden, Candy-Shops, Handyshops, Kioske, temporäre Pop-Up-Stores, etc.

    Die Folge: Die Fußgänger-Einkaufsstraße wird für ein bürgerliches Publikum vollends uninteressant.

    Phase 4: Die unattraktive Fußgängerzone wird bevölkert von herumlungernden Personen, zum Aufenthalt von Wohnungslosen, und zum Kiez für aggressive Personengruppen.

    Die Folge: die Fußgängerzone wird, insbesondere abends und nachts, zum Angstraum, den man tunlichst meidet.

    Diese „Gesetzmäßigkeit“ einer Phasenentwicklung ist überall zu beobachten, auch in publikumsstarken Städten:
    Beispiel Köln: welche Entwicklung hat die Hohe Straße genommen von einer einstmals hochwertigen Einkaufsstraße zu einer Durchgangspassage.

    Beispiel München: in der einst qualitativ sehr hochwertigen Sendlinger Straße zählt man nach der Umwandlung in eine Fußgängerstraße nunmehr 70 Geschäftsschließungen (Q: SZ)

    Beispiel Berlin: Der Versuch, die hochwertige Friedrichstraße autofrei zu machen, hat zu einer Katastrophe in der Einzelhandelsstruktur geführt und wurde vom Senat abgebrochen. Aber viele Premiumanbieter sind weggegangen.
    Von Städten wie Gelsenkirchen u. a. soll hier gar nicht die Rede sein…

    Fazit: heutige Stadtplaner sehen in reinen Fußgängerzonen eher kritisch die Gefahr, dass sie zum Niedergang von Innenstädten beitragen, als dass sie zur Aufwertung von Städten verhelfen.

    Das alles sollte man hinsichtlich der Bensberger Schlossstraße bedenken, die schon heute abends wie ausgestorben ist.

    1. … deshalb wollen auch unsere Stadtplaner die Schlossstr. zur Flaniermeile mit hoher Erlebnisqualität aufwerten statt zum Autofriedhof?

    2. Als die Schloßstraße noch Fußgängerzone war, war sie wesentlich belebter, es gab keinen bzw. kaum Leerstand. Seit wieder Autos durchfahren, geht es bergab – und nein, nicht weil es eine abschüssige Einbahnstraße ist…

    3. Haben Sie eine neutrale, seriöse Quelle für Ihre vier Phasen? Und mal angenommen, Ihre These trifft zu, dann bleiben Sie den Nachweis schuldig, dass Sie eine Kausalität schildern und nicht nur eine Koinzidenz.

      Abgesehen davon: Wenn die Geschäfte schließen, halten sich in einer Einkaufsstraße weniger Menschen auf, das dürfte plausibel sein. Meinen Sie, daran ändert sich etwas, wenn zu dieser Zeit Autos durchfahren?

    4. Lieber Arno,

      ich habe deine Behauptungen mal querchecken lassen, du bist dran:

      1. Allgemeine Einschätzung: Sind Fußgängerzonen ein Auslaufmodell?
      Die Ansicht, dass Fußgängerzonen „Sixties“ seien und sich seit ihrer Einführung negativ entwickelt hätten, ist stark vereinfacht. In vielen Städten weltweit sind Fußgängerzonen heute beliebte Treffpunkte und tragen zur Lebensqualität bei. Städte wie Kopenhagen und Amsterdam haben gezeigt, dass autofreie Zonen eine belebende Wirkung auf städtische Räume haben können, wenn sie gut geplant und mit begleitenden Maßnahmen unterstützt werden.

      2. Die Phasen der Entwicklung einer Fußgängerzone: Realität oder Einzelfälle?
      Phase 1: Frequenz- und Umsatzrückgang durch die Umwandlung zur Fußgängerzone
      Es stimmt, dass eine Umwandlung zur Fußgängerzone oft eine Anpassungsphase mit sich bringt, in der manche Geschäfte schließen oder umziehen. Eine vorübergehende Reduktion der Kundenfrequenz ist möglich, weil die Umgewöhnung Zeit braucht. Doch langfristige Untersuchungen, beispielsweise in Zürich und Wien, haben gezeigt, dass die Fußgängerzonen nicht unbedingt zu weniger, sondern oft zu mehr Kundschaft führen, die länger verweilt und somit potenziell mehr ausgibt.

      Phase 2: Filialisierung und Verlust der Attraktivität für Flaneure
      Es gibt tatsächlich die Tendenz, dass große Ketten Filialen in beliebten Fußgängerzonen eröffnen, was einerseits ein standardisiertes Bild erzeugen kann. Allerdings ist diese Entwicklung nicht zwingend negativ: Viele Fußgängerzonen ziehen gerade durch diese Filialisten an, da sie als Publikumsmagnete fungieren. Letztlich hängt dies stark von der regionalen Wirtschaft und den Mietpreisen ab – Faktoren, die auch ohne Fußgängerzone zur „Filialisierung“ führen können.

      Phase 3: Billigläden und Verlust der Attraktivität für ein „bürgerliches Publikum“
      Dass Fußgängerzonen durch Billigläden abgewertet werden, ist kein Gesetz, sondern eine Frage der städtischen Planung. Erfolgreiche Fußgängerzonen profitieren von ausgewogenen Miet- und Nutzungsstrukturen, die durch Stadtratsbeschlüsse reguliert werden können. Einige Städte fördern durch spezielle Programme gezielt eine Mischung von Einzelhandel, Gastronomie und Kulturangeboten, was die Attraktivität der Fußgängerzone erhöht.

      Phase 4: Angstraum und soziale Probleme
      Die Vorstellung, dass Fußgängerzonen zwangsläufig zum Angstraum werden, ist stark übertrieben und verallgemeinernd. Es gibt keine eindeutigen Studien, die belegen, dass Fußgängerzonen häufiger von sozialen Problemen betroffen sind als andere Straßen. Vielmehr ist die Sicherheit in Fußgängerzonen oft höher, da die Präsenz von Menschen, Beleuchtung und Überwachung in der Regel besser sind.

      3. Beispiele für Städte: Köln, München, Berlin
      Die genannten Städte haben unterschiedliche Ergebnisse mit Fußgängerzonen erzielt, wobei die Ursachen hierfür vielfältig sind. Die Sendlinger Straße in München hat durch die Umgestaltung an manchen Stellen hohe Leerstände erlitten, was jedoch auch auf den Onlinehandel und Mietpreissteigerungen zurückzuführen ist. Die Friedrichstraße in Berlin ist tatsächlich ein Beispiel für eine Umgestaltung, die nicht den erhofften Erfolg brachte – doch wurden hier vor allem Planungsfehler wie der Mangel an gastronomischen Angeboten und Sitzmöglichkeiten als Ursachen genannt.

      Fazit: Eine zu einfache „Gesetzmäßigkeit“
      Es gibt keine universelle „Gesetzmäßigkeit“, die voraussagt, dass Fußgängerzonen zwangsläufig den Niedergang von Innenstädten bewirken. Vielmehr sind die Faktoren sehr unterschiedlich und hängen stark von der Planung und der Attraktivität des Konzepts ab. Bensberg könnte von einer gut gestalteten Fußgängerzone profitieren, wenn sie sich an den Bedürfnissen der Einwohner orientiert, zusätzliche Angebote (wie Gastronomie, Spielplätze und Veranstaltungen) integriert und darauf achtet, eine attraktive Mischung von Geschäften zu fördern.

      Abschließend: Der Text vermittelt ein eindimensionales Bild, das der Realität vieler erfolgreicher Fußgängerzonen nicht gerecht wird. Eine umfassende Planung und gezielte Maßnahmen zur Gestaltung und Belebung sind entscheidend für den Erfolg einer Fußgängerzone – dies sollte bei der Diskussion zur Schlossstraße berücksichtigt werden.

      1. Vielen Dank für Ihren Beitrag.
        Es ist doch stark zu vermuten, dass immer wieder die These mit der “Anzahl von Geburten in Häusern mit Störchen auf dem Dach” bemüht wird, weil anscheinend der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalitätszusammenhang nicht klar zu sein scheint.
        Anstatt sich gegen die Realität zu stemmen, sollte der eine oder andere Händler sich überlegen Veränderungen, die zweifelsohne im Einkaufsverhalten der heutigen und künftigen Kundschaft vorliegen, positiv zu begegnen sowie Angebot und Service entsprechend darauf auszurichten. Ansonsten tut dies ohnehin jemand anderes.

  9. Wenn da Verkehrsroudies unbefugterweise die Fußgängerzone rücksichtslos weiterhin befahren, reicht keine Erziehungsmaßnahme von Seiten der Stadt. Da sollten Poller installiert werden, welche den Weg in die Fußgängerzone blockieren und in den Zeiten der Anlieferung sich automatisch öffnen. Dann braucht das Ordnungsamt auch nur während dieses kleinen Zeitfensters zu kontrollieren … sonst gibt das nix mit ausschließlich erzieherischen Maßnahmen.

  10. Wenn ich in der Schloßstraße einkaufe, habe ich oft die latente Angst, dass jemand Gas und Bremse verwechselt und mich zwischen Auto und Einkaufsladen zermalmt. Stellen sie sich mal 5min da hin, sie hören mehr aufheulende Motoren als bei jedem Tunertreffen.
    Es gibt genügend Parkplätze in Bensberg, die gut zu Fuß zu erreichen sind. Wieso nicht einfach eine dauerhafte Fußgängerzone errichten?
    In Bergisch Gladbach geht das auch und da sind die Parkplätze nicht weiter entfernt als in Bensberg.

    1. Genau das ist ein Grund, weswegen ich die Schloßstraße seit Jahren möglichst meide. Ein entspanntes Flanieren ist für mich in dem Bereich, der seit einigen Jahren befahren werden darf und regelmäßig kreuz und quer beparkt wird, ebenso wenig möglich wie in dem Bereich zwischen dem Emilienbrunnen und dem Kino, weil dort die Gehwege viel zu schmal sind und ich permanent ausweichen muss, wenn mir Menschen entgegenkommen oder zum Betrachten der Auslagen stehenbleiben.

  11. Ich finde die Beschilderung an der Einfahrt in die temporäre Fußgängerzone Schlossstraße:
    “Sackgasse”, darüber “Fußgängerzone” und darunter “Wenden nicht möglich”
    verwirrend.
    Um die Straße für den Verkehr zu sperren ist das Schild “Durchfahrt verboten” eindeutig. Warum wurde das nicht angebracht???
    Dass Fahrräder und Lieferverkehr möglich sind, kann mit einem entsprechenden Zusatzschild darunter angezeigt werden.

    1. Eine mobile Sperre, die bei Notfalleinsätzen zur Seite gestellt werden kann, würde ausreichen. Während der Zeiten der Belieferung der Läden könnte dann tatsächliche ein/e Ordnungsamtsmitarbeitende/r „Einlassdienst“ machen.

  12. Ja. Bensberg ist eine Autostadt. Warum eigentlich?

    Der Weg in die Schloßstraße geht von fast überall bergauf und ist zu Fuß viel anstrengender als mit dem Auto – und dauert dazu auch noch länger. Das kann man gerade den Alten nicht zumuten? In unsere Straße im Tal hinter dem Berg haben mit dem Generationenwechsel unzählige Autos Einzug gehalten, man kommt kaum mehr durch.

    Die inzwischen überwiegend in hohem Alter verstorbenen ehemaligen Nachbarn waren hingegen fast täglich zu Fuß unterwegs ins Städtchen. Und haben unterwegs bei einem Pläuschchen ihre Sozialkontakte mit den Nachbarn gepflegt.

    Das Einzugsgebiet der Einzelhändler erstreckt sich weit ins Umland, von wo die Kunden mit dem Auto anreisen. Die brauchen Parkmöglichkeiten, von denen aus sie die Geschäfte schnell und mühelos erreichen. Aber müssen die unbedingt vor dem Haupteingang in der Schossstraße liegen?

    Wir haben inzwischen das Doppel-Parkdeck auf der zentral gelegenen Schlossgalerie, von dem man bequem mit dem Aufzug ins Erdgeschoss fahren und von da aus die gesamte Schlossstraße erreichen kann. Daneben gibt es Parkhäuser im und gegenüber dem Amtsgericht und in der Schosspassage. Außerdem haben viele Geschäfte eigene Parkplätze oder – jedenfalls nach Instandsetzung – als solche geeignete Flächen an der Steinstraße, sodass man auch direkt am Laden parken kann.

    Dass die Wege von diesen zahlreichen Parkmöglichkeiten jenseits des Straßenraums der Schloßstraße Besucher abschrecken könnten, erscheint – außer bei schwer Gehbehinderten – kaum vorstellbar.

    Nach meiner Überzeugung würde eine Fußgängerzone Kunden nicht abschrecken, sondern im Gegenteil anziehen und den Umsatz stärken.

    Dafür spricht schon, dass alle großen Städte ihre Haupt-Einkaufsstraßen als Fußgängerzonen ausweisen. Dass die Ladenbetreiber auf der Schildergasse, Hohe Straße etc sich zur Belebung des Geschäfts nach Autoverkehr vor dem Haus sehnen, wäre mir neu. Auch kleinere Städte haben übrigens nette Fußgängerzonen, wie ich erst kürzlich in Gummersbach feststellen konnte.

    Solche von Autoverkehr unbelasteten Einkaufsstraßen versetzen wohl nicht nur mich regelmäßig in erhöhte Kaufbereitschaft – und zwar nicht aus weltanschaulich-verkehrspolitischen Gründen, sondern weil ich auf dem Weg zu meinem Zielgeschäft an anderen Läden mit interessanter Auslage vorbeischlendere, mich so in den Laden locken lasse und mich dann nicht selten zu einem spontanen Kauf entscheide. Das erfreut mich und stärkt den lokalen Umsatz.

    Das ist doch letztlich auch der wesentliche Vorteil des örtlichen Handels gegenüber seinem Hauptkonkurrenten – dem online-Handel, der an Bequemlichkeit nicht zu überbieten und meist auch preislich nicht zu schlagen ist. Ich gehe dennoch lieber ins Geschäft – nicht nur, weil ich die Ware dann ansehen, -fühlen und -probieren kann, sondern vor allem, weil es mir Spaß macht, unterwegs an anderen Geschäften vorbei zu spazieren, schöne Dinge, interessante Angebote oder neugierig machende Schaufenster zu entdecken, im Straßencafé einzukehren, ein Schwätzchen zu halten, die Passanten zu beobachten, und mich so zu neuen Entdeckungen inspirieren zu lassen.

    Nach einer jahrelangen Durststrecke könnte sie Schloßstraße nach ihrem extrem aufwändigen und langwierigen Umbau so ein Einkaufserlebnis bieten – und damit die Lebensqualität für alle deutlich verbessern. Eltern könnten ihre Kinder unbesorgt herumsausen lassen, während sie bummeln, plaudern oder kaufen, die Jugend könnte auf den Bänken chillen, kontaktfreudige Ältere hätten Orte für zufällige oder gezielte Begegnungen, kurz: der Weg ins Städtchen würde nicht nur zum Besorgen irgendwelcher Dinge dienen, sondern wäre ein schöner Teil des sozialen Lebens.

    Diesen riesigen Vorreil gegenüber dem Versandhandel werfen Bensbergs Händler weg, indem sie auf der Befahrbarkeit der Schlossstraße bestehen.

    Schade für Bensberg – und schade für dessen Handel!

    1. Eine kleine Randbemerkung: Auch ich als “schwer Gehbehinderter” (80%/G) freue mich über die zur Zeit beruhigte Schloßstrasse! Insbesondere die installierten Bänke sind gegenüber den bisherigen Sitzmöglichkeiten eine Wohltat. Dass sie im beim derzeitigen und zu erwartenden (Winter)Wetter nicht nutzbar sind, ist nicht so schlimm – man kann ja auch ein Päuschen beim Türken, Griechen, Cafe Cult oder einem der zahlreichen Bäcker einlegen.

      Die Argumentation “Alte und Gebrechliche” gegen eine Fußgängerzone heranzuziehen, ist m.E. ein vorgeschobenes Argument. Das lasse ich lediglich für Rollstuhlnutzende (da gibt es auch junge Menschen!) gelten, denn aufgrund er Bensberger Topografie ist es für diesen Personenkreis tatsächlich ggfs. etwas schwieriger sich zu den Geschäften zu bewegen.

  13. Wie man sich über dieses Thema nur so aufregen kann. Am Ende sind es nicht eine handvoll Parkplätze mehr, die dafür sorgen, dass man einkauft, sondern die Attraktivität des Angebotes. Und diese Attraktivität entsteht für mich durch das entspannte erreichen der Geschäfte, eine freundliche Beratung/Bedienung und eine Angebot, dass mich interessiert zu einem vernünftigen Preis.
    Ich erreiche die ganze Schlossstraße perfekt vom Parkhaus in der Schlosspassage oder der Schloss-Galerie (und muss dazu nicht mal 200m gehen). Wozu muss man da noch die Schlossstraße befahren? Und wenn ich mit meinen Kindern durch die Straße laufe oder in einer der Außengastronomien einkehre ist es wesentlich angenehmer, wenn keine Autos fahren.

  14. Die Situation ist, zumal für auswärtige Besucher:innen, schon halbwegs verwirrend: Da stehen große Schilder “Fußgängerzone” – und trotzdem fahren Alle rein. Statt jetzt massenhaft Knöllchen zu verteilen (und damit den Konflikt noch weiter anzuheizen), wäre es vielleicht besser, eine:n Mitarbeiter:in des Ordnungsamts dort zu postieren, um die Einfahrt zu kontrollieren und die Lage zu erklären? Zumindest für die Vorweihnachtszeit wäre das doch hoffentlich machbar.

    1. Ist das ein ernstgemeinter Vorschlag. Ich kann es mir kaum vorstellen.
      In unserer Straße ist Parken nur in eingezeichneten Flächen erlaubt und immer wieder werden Fahrzeuge außerhalb abgestellt. Ich bitte daher dann auch um einen Mitarbeiter, der dort stationiert wird. Und vielleicht kann er dann auch gleich noch die Straßenreinigung übernehmen.

    2. Eine mobile Sperre, die bei Feuerwehreinsätzen zur Seite gestellt werden kann, würde ausreichen. Während der Zeiten der Belieferung der Läden könnte dann tatsächliche ein/e Ordnungsamtsmitarbeitende/r “Einlassdienst” machen.

  15. Das hört sich doch sehr gut und schlüssig an. Die Stadt läßt sich durch eine weitgehend radikalisierte Händlerschaft nicht einschüchtern und mit dem Nasenring durch das Dorf jagen sondern bleibt bei Ihrer Linie, die temporäre Fußgängerzone während der Bauphase konsequent durchzusetzen.

    1. Lieber Herr Thimme, liebe Leser, als Händler in der Schlossstrasse darf ich mich vielleicht auch nochmal äußern.

      Wir Händler sind weder “radikalisiert” noch wollen wir ein Verkehrschaos in der Straße. Wir wollen auch nichts Neues! Wir möchten nur, dass die Stadt sich an Absprachen und konkrete Planungen und Zusagen hält, die vor Baubeginn mit der Händlerschaft besprochen wurde um uns die Bauphase so gut wie möglich überstehen zu lassen.

      Wir sehen, wie in einem Kommentar erwähnt, auch nicht die Schlosstrasse als unser Eigentum an! Wir zahlen nur gute Mieten und Gewebesteuer am Ort. Und zudem ist für die Händler die Situation vor Ort existentiell! Ich verstehe die Bedürfnisse der Bürger nach einer “ruhigen” Einkaufsstraße sehr wohl.

      Verkehrsberuhigt mit deutlich weniger Parkplätzen ist ja auch die Planung. Wir fürchten uns aber vor einer “toten” Einkaufsstraße, die es, zumindest Herbst-Winter, ohne Außengastronomie und nur mit ein paar Fußgängern auf riesigen Flächen, wäre! Wenn dann noch mehr Leerstände dazu kommen…. Gute Nacht Bensberg!

      Wir sind keine Großstadt und haben nicht die Frequenz einer Schildergasse. Sie dürfen uns glauben, dass wir auch für Bensberg das Beste wollen! Und das wir uns auch Gedanken darum machen. Unsere Petition der Stadt gegenüber soll lediglich einen zugesagten Ablauf der Baustelle einfordern. Denn bis jetzt wurde nichts davon gehalten, obwohl mehr möglich wäre!

      Verzeihen sie uns, dass wir nach zwei Jahren Corona und dann folgenden Wirtschaftskrisen ohne Rücklagen etwas nervös sind wenn es um Experimente auf unsere Kosten geht!?
      Und zu Thema Gesprächsbereitschaft der Stadt. Schon wieder ist einfach nur “Nichts” möglich!! Auch wenn sich das schlüssig anhört. Auch Zusagen einzuhalten bedarf einer Planung!!

      1. Wenn Sie sich vor einer Szenerie „nur mit ein paar Fußgängern auf riesigen Flächen“ fürchten, meinen Sie dann, es wäre irgendetwas gewonnen, wenn diese wenigen Fußgänger jeweils in einem Auto säßen?

      2. Also eine Fußgängerzone in der Zeit der Außengastro? z.B. März bis September, wäre doch ein Anfang ;)

      3. Lieber Herr Stümper, liebe Händler, liebe Leser, dass die in der Schlossstraße ansässigen Händler “auf dem Zahnfleisch gehen” und sich große Sorgen machen, kann ich sehr gut nachvollziehen. Es tut mir auch leid, wenn manche Kommentare – absichtlich oder unabsichtlich – ein Gegeneinandet von Kunden/Bürgern und Händlern suggerieren. Sicher wünschen wir alle uns eine lebendige und florierende Innenstadt.

        Ich vermute, dass der Umbau der Schloßstraße erheblich weniger zeitraubend geplant war. Vielleicht hätte man das – in meinen Augen – wirklich sehr schöne, aber offenbar extrem aufwändig zu verlegende Pflaster auch gar nicht erst gewählt, wenn man vorhergesehen hätte, dass das Ganze dadurch (?) so extrem lang dauert. Dass das die Händler an den Rand der Existenz bringt (… und manche darüber hinaus), wundert mich nicht.

        Nun ist es aber nunmal so, und die Schlossstraße wird richtig schön. Im Spätsommer hat man von der neuen Lebendigkeit schon einen ersten Eindruck bekommen – ich habe mich dort jedenfalls zum ersten Mal wirklich wohlgefühlt. Richtig mediterran, entspannt luxuriös und freundlich wirkte es auf mich. Aus dieser teuer erkauften Situation sollte man doch jetzt das Beste machen. Und das wäre aus meiner Sicht ganz klar eine Fußgängerzone.

        Dass sich bei uns nicht solche Menschenmassen wie in Köln durch die enge Hohe Straße wälzen werden, wäre dabei für den Wohlfühleffekt nur von Vorteil. Und wenn sich zeigen sollte, dass die Straße im Winter ohne Autos nicht mehr angenehm großzügig wirkt, sondern tot – und deshalb die Umsätze der Höndler zurückgehen, könnte man sicherlich schnell gegensteuern – vielleicht sogar ohne “belebende” Autos.

        Das Schöne an der Schlossstraße ist doch gerade das reichhaltige und vielseitige Angebot, das noch dazu nützlich ist. Dass man von vornherein nur einen Laden ansteuert, dürfte da doch gar nicht so häufig sein. Und die Zeiten, in denen man sein Bouquet vor dem Blumenladen ins Auto legte, zum Haushaltwarenladen weiterfuhr, vor der Tür parkte und dann mit der neuen Saftpresse die dritte Fahrt zum Sportgeschäft antrat, um ohne jeden Fußweg nun noch eine neue Skiausrüstung zu besorgen, sind ohnehin vorbei. Dafür ist der Run auf die Parkplätze zu groß und ein freier Parkplatz wird vor der Ladentüre ohnehin kaum zu finden sein.

        Daran wird übrigens auch eine Verkehrsberuhigung nichts ändern. Den Drang, einfach schnell bis vor den Laden zu fahren – dem auch ich immer mal wieder erlegen bin, und den ich mit viel Zeit im Stau und Chaos der Schlossstraße bezahlt habe – scheint dem Menschen auf wundersame Weise eigen zu sein. Nur eine Vollsperrung für den Autoverkehr würde hier Abhilfe schaffen.