Nach langer Zeit hat unsere Bürgerreporterin Evelyn Barth wieder einmal das Freilichtmuseum Lindlar besucht. Auf dem Gelände sind inzwischen so viele Gebäude zu besichtigen, dass man hier gut und gerne einen ganzen Tag verbringen kann. Mit zurückgebracht hat sie eine Fotoreportage (Teil 1) und eine Ausflugsempfehlung (nicht nur) für Familien.

Mit dem Auto sind wir quer durchs Bergische Land gefahren, über Bärbroich hinunter nach Immekeppel und haben die herbstlichen Aussichten genossen. Im Eingang des LVR-Freilichtmuseum vor den Toren von Lindlar gab man uns einen Wegeplan und wir beschlossen, „immer rechtsrum” den Berg hinauf zu laufen.

Foto: Evelyn Barth

Dieser Plan führt uns zuerst zur Schmiede (Foto oben). Alle Museumsgebäude waren an ihren ursprünglichen Standorten abgerissen und sind auf dem weitläufigen Gelände neu aufgebaut worden. So ist inzwischen ein ganzes Dorf entstanden.

Die Schmiede stand früher im Ort Lindlar. Dort wurde sie vom Schmiedemeister Willi Anhalt betrieben – der Pferde beschlagen und landwirtschaftliche Geräte wie Pflügen und Eggen repariert hatte, aber auch Wagenräder. Das ganze Haus quillt über von handwerklichen Geräten und Maschinen. An der hinteren Wand dominiert die große Feuerstelle.

Das nächste Ziel ist der „Hof zum Eigen“, zu dem sechs Gebäude gehören. Wir schauen uns als erstes die Zehntscheune an. Hier lieferten die Bauern früher den Zehnten ihrer Erträge an die jeweiligen Pächter ab, deren Grundstücke die Bauern bewirtschafteten. Die Scheue stand ursprüngliche in Honrath bei Rösrath und war Teil eines Gutes, das dem Kloster Gräfrath bei Solingen gehörte.

Die Scheune ist ein Fachwerk-Gebäude, die Gefache sind mit Stroh und Lehm ausgefüllt. Die rechte Seite beschreibt mit großen Fotos den Abriss und Wiederaufbau der Scheune. Im linken Teil stehen Bankreihen, vermutlich finden dort heute die Veranstaltungen des Museums statt.

Gegenüber der Scheune steht das Wohn- und Stallhaus Windeck-Hoppengarten. Ein Haus indem Menschen und Tiere gemeinsam wohnten. Hinter dem Haus liegt ein Brunnen.

Die Feuerstelle befindet sich im Eingangsflur, eine Eisenplatte trennt die Feuerstelle vom Wohnbereich, der über diese Platte beheizt wurde. Die Feuerstelle räucherte nicht nur Wurst und Fleisch, sondern vor allem im Winter auch die Bewohner, wenn sich der Rauch im Flur fing.

Die Eisenplatte der Feuerstelle auf der Wohnraumseite.

In die oberen Wohnräume führt eine enge steile Treppe. Links vom Eingang befinden sich die Wohnräume, in denen sich auch ein Spinnrad und der Webstuhl zu sehen sind.

Rechts ging es in den Stall, einen Tiefstall, in dem nicht entmistet wurde. Man schichtete immer neues Stroh auf den bereist liegenden Mist und erhielt dadurch eine dicke Schicht Dünger.

Der Weg führt dann zur Bandweberei der Familie Thiemann aus Rosdorf. Auf diesen Webstühlen wurden hauptsächlich Hutbänder gewebt. Der Betrieb wurde nach drei Generationen erst 1970 aufgegeben.Hier finden auch Vorführungen statt.

Neben dem Bandweberhaus im Freien befinden sich die Toilette und ein kleiner Garten.

Der Weg führte nun weiter hinauf zum Nordtor der Anlage. Dort steht ein kleiner Kiosk mit spitzem Türmchen, in dem man Süßes und Getränke kaufen kann.

In Oberlingenbach stoßen wir auf eine Scheune aus Denklingen, die eine interessante Daueraustellung über Landmaschinen beherbergt. Sie zeigt anhand von Videos die Entwicklung einiger Landmaschinen.

Inzwischen sind wir seit fast drei Stunden auf den Beinen und bekommen Hunger. Da passt es gut, dass in der alten Gaststätte Römer aus Wuppertal-Elberfeld ein Restaurant betrieben wird. Wir bestellen die Currywurst mit hausgemachter Currysoße (wirklich lecker). Beim Essen entscheiden wir uns dann aber, die Besichtigung an dieser Stelle zu beenden. Es ist einfach zuviel Input für einen Tag. Also werden wir den unteren Teil des Museums im Frühling besuchen.

Anreise mit dem Bus
Von Bergisch Gladbach aus muss man zunächst nach Bensberg fahren und dort in die Linie 421 nach Lindlar umsteigen. Dieser Bus hält aber nicht beim Haupteingang des Museums, sondern fährt das Nordtor beim Kiosk an. Der Nordeingang wird aber nur bei Veranstaltungen im Museum geöffnet. Also muss man sich irgendwie bemerkbar machen, wird mit Glück eingelassen und läuft dann den ganzen Berg hinunter, um am Eingangsgebäude den Eintritt zu zahlen.

Die Alternative wäre, mit der 421 durchzufahren bis Lindlar und dort mit der Linie 333 wieder zurück zum Parkplatz des Freilichtmuseums. Das ist allerdings eine Himmelfahrt von ca. 1,5 Stunden.

Der Besuch des Museums ist auch für Kinder nicht nie langweilig. Es gibt auch unterwegs neben den Wegen Interessantes zu entdecken. Ein hölzernes Klangspiel, auf dem man Töne erzeugen kann. Ein Stein, der Kopfklänge macht, wenn man den Kopf hineinsteckt. Auch Tiere gibt es zu sehen, allerdings sind es zu dieser Jahreszeit nur noch ein paar Rinder und Ziegen. Bei der alten Frau, die Wasser schöpft, dachten wir tatsächlich von Weitem, die sei echt.

So trödelten wir nach dem Essen den Berg wieder hinunter zum Haupteingang und nahmen uns von dort noch ein paar Souvenirs mit. Unser Fazit: Hier kann man einen schönen Tag in angenehmer Gesellschaft verbringen, mit vielen Erinnerungen an die Kindheit.

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