Die CDU Bergisch Gladbach hat ihren Vorsitzenden nach 20 Jahren ein weiteres Mal bestätigt und mit der Aufstellung der Kandidat:innen den Startschuss für den Kommunalwahlkampf gegeben. In den 26 Wahlkreisen treten fünf Frauen und 21 Männer an, die 52 Namen lange Reserveliste wird von Fraktionschef Michael Metten angeführt.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der CDU Bergisch Gladbach

Ein kräftiges Signal für den Kommunalwahlen im September sandte jetzt die CDU Bergisch Gladbach. Über 120 Personen waren bei der Mitgliederversammlung anwesend, bei der neben den Kandidaten für Stadtrat und Kreistag auch der Vorstand neu gewählt wurde. Aufbruch symbolisierte auch der Veranstaltungsort: Die Versammlung fand auf dem neu gebauten „ISOTEC Campus“ auf dem Köttgen-Areal statt.

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Vorstand im Amt bestätigt

Thomas Hartmann wurde mit 98,1 Prozent für weitere zwei Jahre als Vorsitzender bestätigt. Seine Stellvertreter bleiben Bettina Mittenbühler und Dr. Oliver Schillings. Komplettiert wird der Vorstand durch Sascha Inderwisch (Schatzmeister), Manfred Klein (Schriftführer) und Vanessa Steinkrüger (Mitgliederbeauftragte).

Als Beisitzer wurden gewählt Christian Buchen, Claudia Casper, Elke Lehnert, Helga Kivilip, Oliver Renneberg, Elvi Reudenbach und Lutz Schade.

Die Kandidaten für alle Wahlkreise

Wegen der vielen Formalia bei einer Wahlaufstellung dauerte die Nominierung bis in den späten Abend. Der CDU Bergisch Gladbach ist es wieder gelungen, für jeden Wahlkreis einen Kandidaten und einen sogenannten „Huckepack-Kandidaten“ zu finden.

Die Präsenz vor Ort und die entsprechenden Kenntnisse sind, so die Erfahrung vieler Ratsmitglieder, ein wichtiges Argument bei der Wahl. Deshalb hat die CDU Bergisch Gladbach auch ein entsprechendes Vorgehen: Die Ortsverbände schlagen der Versammlung genau solche Personen vor. Damit wird sichergestellt, dass die Belange in den Stadtteilen von Menschen vor Ort im Rat und Kreistag vertreten werden.

Eine detaillierte Auflistung der Kandidaten ist zu finden auf der Homepage der CDU. Dort gibt es auch einen Newsletter, der monatlich über die lokalpolitischen Ereignisse informiert.

Unsere Ratskandidaten

  1. Schildgen: Harald Henkel
  2. Katterbach-West: Friedrich Zapf
  3. Katterbach-Ost/Paffrath-West: Vanessa Steinkrüger
  4. Paffrath Nord/Nußbaum: Josef Willnecker
  5. Paffrath-Süd: Thilo Gleichmann
  6. Hand-West: Julian Grabosch
  7. Hand-Ost: Gabriele Malek-Przenus
  8. Hebborn: Dr. Michael Metten
  9. Stadtmitte-Ost/Roamney-West/Hebborn-Nord: Oliver Renneberg
  10. Sand: Ulrich Gürster
  11. Stadtmitte-West: Rolf Becker
  12. Heidkamp-Nord/Heidkamp-Ost: Hans-Josef Haasbach
  13. Gronau-Ost/Heidkamp-West: Thomas Hildner
  14. Gronau-West: Max Kindervater
  15. Refrath-Nord: Hermann-Josef Wagner
  16. Refrath-West: Brigitta Opiela
  17. Refrath-Lustheide: Robert Martin Kraus
  18. Refrath-Mitte/Kippekausen: Kirsten Meyer-Bialk 
  19. Refrath-Frankenforst: Martin Bena
  20. Bensberg-Süd/Kaule: Gianna Billecke
  21. Lückerath/Heidkamp-Süd: Frank Reiländer
  22. Bensberg-Mitte: Manfred Habrunner
  23. Moitzfeld: Lutz Schade
  24. Bensberg-Süd/Bockenberg: Martin Lucke
  25. Bärbroich/Ehrenfeld/Herkenrath-Ost: Christian Buchen
  26. Romaney-Ost/Herkenrath/Herrenstrunden: Dr. Oliver Schillings

Hinweis der Redaktion: Bastian Ebel hatte seine Kandidatur nach der ersten Veröffentlichung dieses Beitrags zurückgezogen, für den Wahlkreis Gronau-West wurde Max Kindervater nachgewählt.

Dokumentation


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  1. Herr Müller, als Frau muss ich Ihnen entgegnen, dass ich es sowas von satt habe, wie unsere Gesellschaft künstlich versucht, “Frauen-quoten/-anteile” in die Höhe zu schrauben.
    Glauben Sie eigentlich wirklich, dass eine Frau, die eine bestimmte Position oder Funktion anstrebt, diese in Deutschland nicht erreichen kann, wenn sie die Qualifikation dafür mitbringt? Diese ganze blöde Diskutiererei über Geschlechter geht mir auf die Nerven und ich fühle mich als Frau von Kommentaren wie den Ihren oder Sebastians extrem abgestoßen. Da stellen sich Kandidaten zur Wahl und beim Ergebnis wird kritisiert, wie viele davon einen Pippimann oder eine Mumu haben ??? Geht es eigentlich noch? Wir sind doch alles Menschen ! Egal welchen Geschlechts! Solange das Gerede darüber einen solchen Stellenwert einnimmt, wird es nie eine Gleichberechtigung geben. Gleichberechtigung bedeutet für mich, dass es egal ist, ob man Mann oder Frau ist. Ich bin 56 Jahre alt und habe in meinem Leben aufgrund meiner Biologie nie einen Nachteil erlitten. Warum wird mir ständig suggeriert, dass ich zum benachteiligten Teil der Gesellschaft gehöre? Ich wette, ich wäre gewählt worden, hätte ich mich zur Wahl gestellt und wäre gegenüber meinen Mitkandidaten und Mitkandidatinnen die beste der Alternativen gewesen. Andernfalls hätte ich auch als Frau hinnehmen müssen, dass es eine(n) bessere(n) Mitbewerber oder auch Mitbewerberin gab.
    Selbst eine Alice Schwarzer kritisiert, dass die Gedankengänge mittlerweile in eine völlig falsche Richtung abgedriftet sind. Wir haben nur dann eine wirkliche Gleichberechtigung, wenn es egal ist, ob wir Mann, Frau, behindert, schwarz oder weiss sind und unseren Fähigkeiten und unserer Persönlichkeit entsprechend beurteilt werden. Das sind die einzigen Kriterien, in denen wir uns hinsichtlich unseres Wertes unterscheiden sollten.
    Und was in vorliegendem Fall die “Elitenauslese” einer “Volkspartei” angeht: da haben sich politikinteressierte Menschen zusammen gefunden, die unsere Zukunft mitgestalten möchten. Ein(e) jede(r) hatte die Möglichkeit, durch seine Person und seine Worte zu überzeugen. Was ist jetzt an der Vorgehensweise und dem Wahlergebnis falsch ???

    1. @Herr/Frau L.
      Egal was Alice Schwarzer sagt, ob Sie Männlein oder Weiblein sind, ob Sie der ” Pippimann oder eine Mumu” sind oder dass Sie “es sowas von satt habe(n)”

      Tatsache ist doch, dass interessierte/ambitionierte Frauen aufgrund von Vorurteilen, traditionellen Rollenbildern oder mangelndem Willen, in Politik und Wirtschaft gar nicht zum Zuge kommen würden, ohne dies zu Fördern.
      Vielleicht nur dann, wenn Frau einen Papa, Onkel oder Bekannten hat, der als Aufstiegsleiter dient.

      Andererseits kenne ich auch niemanden, der Vorurteile Frauen gegenüber hat, die darin ihre Erfüllung sehen, sich auf ihre “Weiblichkeit” zu reduzieren und die sich lieber nur um ihre Kinder und Familie kümmern, den Haushalt schmeißen wollen und sich eher fürs Kochen und Verwöhnen ihres Ehemanns interessieren.

      1. Frau Ulla, aus meinem Vornamen und der Tatsache, dass ich explizit auf meine “Weiblichkeit” hingewiesen habe, empfinde ich Ihre Anrede als “Herr/Frau” als ziemlich daneben.

        Ich habe meinen Beruf, in dem ich durchaus erfolgreich war, vor einigen Jahren aufgegeben, um genau das zu tun, was Sie mit -für mein Empfinden- sehr abwertenden Worten beschreiben. Aber mit vielen Kindern, auch welchen, die durchs Raster gefallen sind und dazu genommen wurden plus Eltern, die zusätzlich auf Hilfe angewiesen sind, muss sich auch jemand um eine große Familie kümmern. Und das mache ich sehr gerne. Insofern kenne ich beide “Rollenbilder” sehr genau aus eigener Praxis.

        Vielleicht für Sie nicht nachvollziehbar, aber ich wurde und werde in all meinen Tätigkeiten wertgeschätzt und sehe für mich jederzeit immernoch Möglichkeiten, Positionen zu erreichen, ohne von anderen gefördert zu werden. Vielleicht, weil ich viele Fähigkeiten habe und kompetent bin… ?! Aber ich bin mir sicher, es gibt auch noch sehr viele andere Frauen, die das erreichen, was sie sich zutrauen, erfolgreich sind, in dem was sie tun und keinen Papa oder Onkel als Aufstiegsleiter benötigen.

      2. @Sandra L. “Und das mache ich sehr gerne.”
        Ich freue mich aufrichtig für Sie! Auch das Sie es Sich finanziell erlauben können, das zu tun was man gerne macht.

        Eine Freundin, die tatsächlich in einer leitenden Position gearbeitet hat, musste sich Anfangs – weil offenbar unglaublich!! in den 80er/90er Jahren – deswegen wirklich fiese Sprüche von ekelhaften Kerlen mit Machogehabe anhören wie z.B. (natürlich immer duzend) “Du hast dich ja doch nur hochge….t” oder “kleine, wo ist denn Dein Vorgesetzter”, “hol mir mal Kaffee”, “kannst Du denn schon…” Das war m.E. schlimmer als Mobbing.
        Das hörte zwar später auf, nachdem Sie sich beweisen konnte und gelernt hatte sich gegen Männer durchzusetzen, aber wer will/braucht so etwas?

        Ich denke, auch wegen der Einführung der Frauenquote und 35 Jahre später hat sich das schon sehr verbessert, aber wir dürfen das nicht ständig infrage stellen lassen bzw. nicht wieder einreißen lassen von irgendwelchen Machos (oder von Ihnen).

      3. Ist es jetzt besser, dass an erfolgreichen Frauen immer das Makel der Quote klebt?
        Wie schaut es aus, wenn demnächst in der Gladbacher Verwaltung 75% Frauen arbeiten, weil es bereits jetzt in den unteren Etagen mehr als 50% sind?
        Wieso eigentlich nur in Führungspositionen? Ich fordere mehr biodeutsche Frauen bei den Abfallbetrieben !!

      4. Ich nenne es die “Männerquote”, die 70% nicht übersteigen darf.

        Und ich fordere auch mehr “biodeutsche” Männer bei der täglichen Büro- und Toilettenreinigung!

      5. @Ulla, sofern Sie mich als selbstbewußte Frau mit Macho’s auf eine Stufe stellen wollen, prallt dieses tatsächlich völlig an mir ab. Keine Ahnung, was Sie zu Ihrer Haltung gebracht hat, aber manchmal kann es helfen, einmal andere Perspektiven und Lebensbedingungen in seine Überlegungen mit einzubeziehen. Eine Familie zu unterhalten, bedeutet natürlich, Entbehrungen in Kauf zu nehmen und möglicherweise auf einen umfangreichen Einkommensteil verzichten zu müssen. Für viele stellt sich da nicht die Frage, ob man sich das leisten kann. Es muss gemacht werden. Kinder erziehen sich nicht von allein und alte Menschen müssen auch versorgt werden in unserer Gesellschaft. Oder wem genau wollen Sie diese Aufgaben zuweisen? Betreuern, Lehrern, oder Fachpersonal, das wir nicht mehr haben? Insofern kann es durchaus helfen, das was man macht, gerne zu tun. Außerdem hoffe ich doch sehr, dass Sie Ihre eigene Tochter, sofern Sie eine haben, in dem Wissen erzogen haben, dass Sie als Frau alles erreichen kann, was Sie möchte. Anstatt ihr auf den Weg zu geben, dass wir gottlob eine Frauenquote haben, die dafür sorgt, dass aus ihr etwas wird.
        Dass Sie nun noch Sexismus mit in den Ring werfen, trifft zwar nicht das Thema, aber hierzu kann ich nur sagen, ja, den gibt es. Habe ich auch auf vielfältige Weise erlebt, aber mit einer starken Persönlichkeit lässt sich da sehr gut mit umgehen. Und genau diese brauchen junge Männer ja heutzutage ebenfalls, wenn sie sich in der Arbeitswelt gegen eine weibliche Vorgesetzte behaupten müssen, was mit Sicherheit in vielen Fällen genau so schwierig sein wird. Sie schreiben von Vorurteilen Frauen gegenüber. Sie haben recht, dass es diese nicht geben darf und das erscheint mir auch nicht zeitgemäß. Mir scheint aber, dass Sie selbst durchaus eine Reihe von Vorurteilen Männern gegenüber haben und das finde ich gleichermaßen unrichtig.
        Und um auf das eigentliche Thema der gewählten Ratskandidaten zurück zu kommen: könnte der Ausgang der Wahl nicht daran liegen, dass sich immernoch sehr viel weniger Frauen als Männer für politische Ämter zur Verfügung stellen? Dann liegt es doch an den Frauen, sich zu engagieren. Ulla, Herr Höring hat geschrieben, es werden noch welche gesucht. Über die Quote haben Sie bestimmt gute Chancen, einen Posten zu bekommen, auch wenn Sie möglicherweise gar nicht dafür qualifiziert sind.

      6. @ Sandra L.
        Nur mal als Beispiel: Die Frauenquote unter Professor*innen an deutschen Unis liegt bei 29%, obwohl ca. 50% sowohl der Studierenden als auch derjenigen mit abgeschlossener Promotion weiblich sind. Wie erklären Sie sich die Diskrepanz in den universitären Führungspositionen? Ihrer Logik nach sind Frauen am Ende weniger qualifiziert – warum eigentlich? Von Natur aus?

      7. @Sebastian, auf Ihre Frage möchte ich antworten, obwohl Sie offenbar meine Meinung in Gänze nicht verstanden haben. Was ich geschrieben habe, entspricht so überhaupt keiner Logik, dass Frauen am Ende weniger qualifiziert sind und mir ist schleierhaft, wie Sie dieses meinen Worten entnehmen können. Zu Ihrem Beispiel könnte ich mir vorstellen, dass eine Diskrepanz in den universitären Führungspositionen noch in der Vor-Generation begründet liegt, aus der viele noch arbeiten. Diese verbliebenen “Älteren” werden wir wohl noch verkraften. Wir sehen den Generationswechsel beispielsweise auch bei Richtern erst langsam, nachdem eine große (überwiegend männliche) Pensionierungswelle Stellen frei macht, die nach und nach mit weiblich- wie männlichen Kollegen gleichermaßen besetzt werden. Könnte eine Erklärung sein, muss aber nicht. Die Universität in Zürich hat übrigens genau zu diesem Thema 2023 eine Studie durchgeführt und für viele Phänomene in den Strukturen von Stellenbesetzungen von Frauen und Männern KEINE Erklärung gefunden. Es gibt auch komischerweise immernoch eindeutig geschlechtsspezifische Berufe, im Gesundheitswesen sind 80 Prozent der Beschäftigten weiblich, im Sozialwesen 76 Prozent, in Erziehung und Unterricht 72 Prozent. In Kindertagesstätten ist der männliche Anteil von Beschäftigten verschwindend gering. Bei der Feuerwehr können weibliche Bewerberinnen nur eingestellt werden, wenn sie den körperlichen Anforderungen des Berufes entsprechen, was für unsere Bevölkerung im Notfall von großem Vorteil ist. Bei der Polizei sind die Voraussetzungen für Männer und Frauen geschlechtsspezifisch. Sie sehen, dass man die Ausgangslage durchaus differenziert sehen muss und nicht anhand eines Beispiels auf den gesamten Arbeitsmarkt projizieren kann. Ich finde allerdings, dass wir längst einen Generationen- und damit einen Sichtwechsel vollzogen haben, in dem Frauen nicht mehr extra gefördert werden müssen. Das haben wir längst nicht mehr nötig.

      8. @ Sandra L.
        Ich habe Sie schon verstanden, denke ich. Es ist natürlich einfacher, anderen Dummheit zu unterstellen, als die eigenen Argumente zu hinterfragen.

        Letztlich geben Sie wortreich ihr Bauchgefühl wieder, dass sich inzwischen Gleichberechtigung durchgesetzt hat und es daher keiner spezifischen Förderung bedarf. In vielen gesellschaftlichen Bereichen zeigen sich zwar tatsächlich Verbesserungen bei der Repräsentation von Frauen, Parität ist aber fast überall nicht erreicht. Ich habe das Beispiel der Professuren gewählt, weil hier die unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen von Männern und Frauen keine Rolle spielen und weil sich hier deutlich zeigt, dass Frauen unterrepräsentiert sind. Auch wenn sich in den vergangenen Jahren der Frauenanteil erhöht hat, deutet der langsame Anstieg darauf hin, dass auch bei Neubesetzungen von Professuren weiterhin Männer deutlich überrepräsentiert sind (Zahlen genau zu Neubesetzungen sind mir nicht bekannt und habe ich gerade auch nicht auf Anhieb gefunden). Das hat eine Vielzahl von Gründen, wenn aber – wie häufig – argumentiert wird, dass keine Diskriminierung vorliegt und die Auswahl nur nach fachlichen Kriterien und Qualität der Bewerbungen erfolgt, wird damit unterstellt, dass Frauen weniger qualifiziert sind als Männer. Damit werden gesellschaftliche Bedingungen für die Schlechterstellung von Frauen in der letzten Konsequenz naturalisiert, um sie nicht verändern zu müssen.

      9. Noch ein Nachtrag zu diesem Absatz: “Es gibt auch komischerweise immernoch eindeutig geschlechtsspezifische Berufe, im Gesundheitswesen sind 80 Prozent der Beschäftigten weiblich, im Sozialwesen 76 Prozent, in Erziehung und Unterricht 72 Prozent. In Kindertagesstätten ist der männliche Anteil von Beschäftigten verschwindend gering.”

        Das ist ja nun angesichts der immer noch stark verbreiteten Rollenerwartungen an Frauen und Mädchen alles andere als verwunderlich.

        Anekdotische Evidenz: Es ist erstaunlich und erschreckend, wie Mädchen und Jungen auch aktuell, hier in Bergisch Gladbach, in KiTas und Grundschulen mit “traditionellen” Rollenerwartungen konfrontiert und diese als unhinterfragte gesellschaftliche Norm immer wieder reproduziert werden.

      10. Sandra L.
        Sie irren sich, wenn Sie denken (oder so tun als ob), dass Haltungen und Meinungen, die “in der Vor-Generation begründet” liegen, wie von Geisterhand nach deren Ableben oder Ausscheiden aus dem Berufsleben verschwinden wenn Sie sagen, “Diese verbliebenen „Älteren“ werden wir wohl noch verkraften”.
        Leider ist es nicht so, wie Sie es hier vermitteln wollen.

      11. Ulla, bei dem Argument geht es nicht um Haltungen oder Meinungen der Vorgeneration sondern in der damaligen Struktur bzw. Verteilung der Geschlechter bei den Professuren.
        Diese wird sich langsam rauswachsen, wenn man nun z.b. neue Stellen 50:50 besetzt. Oder sollen jetzt nur noch Frauen eingestellt werden, damit es schneller geht. Wie sieht es dann in vielen Jahren aus, nur noch weibliche Professoren, weil die alten Männer in Rente sind?

        Strukturen ändern sich nicht von jetzt auf gleich, sondern müssen rauswachsen.

    2. Sehr geehrte Frau L.,

      mir ging es nicht um die Benachteiligung, wobei ein Komunalratsmandat nun einmal auch nicht besonders viele Vorteile mitbringe sollte oder gar darf, sondern um die Representation in Parteien und Parlamenten. Hierbei handelt es sich eben nicht um einen Sport- oder Hobbyverein, wo es um Partialinteressen geht. Es hat sich nun einmal herausgestellt, dass es langfristig für die Akzeptanz solcher Gremien abträglich ist, wenn bestimmte Gruppen dort nicht vertreten sind – egal durch welche Umstände dies zustande kam/kommt. So empfinde ich z.B. auch den Anteil an Beamtinnen und Rechtsanwälten in Parlamenten als unausgewogen. Nicht umsonst suchen Demokratien auch nach Modellen um ihre Gesellschaft besser abzubilden; unter anderem deshalb habe ich in einer Antwort bereits Aristoteles und den irischen Verfassungskonvent (hier ein Link dazu: https://www.democracy-international.org/de/face-face-mit-den-buergerinnen-der-irischen-citizen-assembly) erwähnt.
      Auch wenn Sie als Frau sich nie als benachteiligt empfunden haben, ist es doch fraglich ob bei geschlechterspezifischen Fragen die entsprechenden Aspekte der jeweiligen Gruppe angemessen berücksichtigt werden, wenn diese nicht am Diskurs beteiligt sind (siehe z.B. §218 im Bundestag).

      1. Ich bin mir sicher, dass wir das Thema von sämtlichen Seiten und allen unterschiedlichen Aspekten betrachtet haben.

  2. Parteien sollen Geschlechterparität anstreben, sagt der Gesetzgeber. Ist uns als CDU für die Wahl 2025 leider nicht gelungen. Wir arbeiten daran, für die Zukunft mehr Frauen als Kandidatinnen zu finden.

    Die Kandidat(inn)en kommen aus verschiedensten Berufen, vielen Altersschichten und sind vor allem in den jeweiligen Stadtteilen vor Ort verwurzelt. Ich bezweifele übrigens, ob eine “Bestenauswahl” wirklich zielführend ist. Wir brauchen Kommunalpolitiker, die sich vor Ort auskennen. Mit den Menschen sprechen und sich intensiv in Themen einarbeiten. Dieses Angebot können wir mit unseren Kandidaten unterbreiten!

    1. Die nicht erreichte Geschlechterparität kann man der CDU nicht vorwerfen. Der Frauenanteil bei den Kandidaten entspricht grob dem Frauenanteil bei den Parteimitgliedern. Man könnte auf die Idee kommen, der CDU den geringen Frauenanteil bei den Parteimitgliedern anzukreiden.

      Es ist bemerkenswert, dass ein CDU-Vertreter hier einräumt, dass eine Bestenauswahl (wie auch immer man sowas messen kann) nicht zielführend sei. Bei der Bundestagswahl wurde von der CDU meiner Meinung nach auch nicht eine Bestenwahl (Wahlkreiskandidat, Kanzlerkandidat) getroffen. Allerdings denke ich auch, dass viele andere Parteien hier keine Bestenwahl getroffen haben.

      Etwas unlogisch finde ich die Begründung mit der Verwurzlung vor Ort. Beim Kandidaten für das Bürgermeisteramt, gewissermaßen dem wichtigsten Kommunalpolitiker, hat man sich doch bewusst für eine nicht vor Ort wohnende Person entschieden?

  3. 80% Männer, scheint mir unsere Gesellschaft nicht so ganz abzubilden. – Schade.

    1. Warum sollte jede Partei in gleichem Maße die Gesellschaft abbilden?

      Ich hoffe, dass es die besten der Partei sind. Chromosomen, Farbe und andere Dinge sollten doch egal sein.

      1. Eine Partei muss das nicht zwingend – Parlamente allerdings schon.
        Und wenn eine Partie sich gerne mit dem Attribut “Volkspartei” schmückt, dann ist eine solch gravierende Abweichung leider schon ein Armutszeugnis.
        Ich würde es begrüßen wenn Aristoteles Gedanken wieder aufgegriffen würden und in Komunalparlamenten so etwas wie der Verfassungskonvent in Irland einzöge.

      2. Es sind vermutlich nicht die besten. Die Zusammensetzung deutet darauf hin, dass die Elitenauslese hier nach anderen Kriterien als nach Qualifikation abläuft.

      3. „Warum sollte jede Partei in gleichem Maße die Gesellschaft abbilden?“
        Diese Frage kann wohl nur ein Mann, der es gewohnt ist dass seine Themen und Interessen durch „Volksvertreter“ bisher ausreichend berücksichtigt wurden, stellen.

      4. Es ging um eine einzelne Partei.
        Und welche Themen und Interessen werden denn aktuell nicht vertreten? Ich denke, dass auf den langen Stimmzetteln sich wirklich jeder wiederfinden kann.
        Ob das dann eine Mehrheit wird, zeigt die Auszählung.

        Aber sicherlich muss eine (!!) Partei nicht die gesamte Gesellschaft abbilden.