Mit dem lokalen Frauennetzwerk Bergischer Women’s Hub möchten die Gründerinnen andere Frauen dabei unterstützen, ihre beruflichen Ziele zu erreichen und den Mut für Veränderung aufzubringen. Workshops in einem geschützten Rahmen bieten die Möglichkeit, sich auszuprobieren. Dabei werden manches Mal auch ungeahnte Dinge freigesetzt.

Sie möchten Frauen empowern, sie sichtbar machen, sie dabei unterstützen, sich weiterzuentwickeln und ihre Kompetenzen zu stärken: Dieses Ziel eint die Gründerinnen des Bergischen Women’s Hub. Sie haben das lokale Netzwerk ins Leben gerufen, um Frauen zusammenzubringen und sie bei konkreten beruflichen Anliegen zu unterstützen.

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„Viele Frauen stellen ihr eigenes Licht unter den Scheffel, glauben, dass sie nicht gut genug sind oder nicht genug können“, weiß Julia Sämann. „Sie holen sich zu selten Hilfe, wollen Anderen nicht zur Last fallen und denken, dass sie alles allein schaffen müssen.“ Die 42-Jährige arbeitet als Business Coachin und Mentorin. 

Vor ihrer Selbstständigkeit war Sämann lange als Managerin in der Personalentwicklung tätig. Gemeinsam mit Katja Johland hatte sie die Idee, Frauen miteinander zu vernetzen, einen Raum zu schaffen, in dem sie sich ausprobieren und Ideen testen können. „Wir möchten Wegbegleiterinnen für Frauen sein, damit sie das Beste aus ihrer jeweiligen Lebenssituation machen.“

Weg in die Selbstständigkeit gewagt

Die beiden kennen sich über ihre Kinder aus Kita und Schule. Johland arbeitete im Marketingbereich einer Telekommunikationsfirma. 2021 verließen beide ihre Konzerne, wagten den Weg in die Selbstständigkeit, um das zu machen, worauf sie Lust hatten. In Johlands Fall ist es unter anderem die Vermietung von Ferienimmobilien. 

„Wir kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen, aber wir können uns gegenseitig unterstützen und anderen Frauen Starthilfe geben“, sagt Johland. Aktuell gehören 25 Frauen dem Netzwerk an, sie sind zwischen 21 und 60 Jahre alt. Die Bandbreite der Berufe reicht von der Yoga-Lehrerin bis zur Innenarchitektin. 

„Wir suchen nicht die klassischen Karriere- oder Unternehmerfrauen, sondern Frauen, die individuelle Ideen und Träume haben und teilweise noch den Mut entwickeln müssen, um diese zu verwirklichen“, erklärt Sämann. Es gehe im Netzwerk darum, Menschen zusammen zu bringen, die Lust haben, ihr Wissen und ihre Erfahrung zu teilen und so etwas zu bewegen. 

Von der Idee bis zur Gründung

„Es geht uns darum, eine Verbindung zu schaffen: Wir agieren nicht als Einzelkämpferinnen, sondern versuchen gemeinschaftlich die einzelnen Mitglieder weiterzubringen“, sagt Sarah Edelmann, die ebenfalls zum Gründungsteam des Bergischen Women’s Hub gehört.

Sarah Edelmann, Katja Johland und Julia Sämann.. Foto: Stolzenbach

Die 41-Jährige hatte über eine Bekannte von der Idee des Frauennetzwerks erfahren. Im Sommer 2024 luden Sämann und Johland zu einem Stammtisch-Treffen in ein Brauhaus ein. 15 Frauen kamen, größtenteils aus dem eigenen Bekanntenkreis. Sie besprachen erste Ideen und Vorstellungen.

Im Dezember schließlich gründeten Johland, Sämann und Edelmann den Bergische Women’s Hub. Die Vierte im Bunde ist Mona Orban, die als Expertin für Kommunikation aber eher im Hintergrund agiert.

Die vier Frauen sind alle auch Mütter. „Wir hatten das Bedürfnis nach einem Ort zum Arbeiten außerhalb der eigenen vier Wände, wo man nicht nebenher den Haushalt macht und Mutter ist“, berichtet Edelmann. Gefunden hat das Team ihn nach einiger Suche in den Räumen der ehemaligen Hirsch-Apotheke in der Innenstadt. „Hier haben wir ein Coworking-Space in schöner Atmosphäre, der den Hub-Gedanken im Sinne einer Begegnungsstätte einschließt.“

Workshops für Mitglieder

Zeitgleich können sechs Frauen in den Räumen arbeiten. Außerdem bietet das Netzwerk dort Workshops und andere Veranstaltungen an. Die Mitglieder können die Arbeitsplätze und einen multifunktionalen Besprechungsraum quartalsweise buchen. 

Sarah Edelmann beispielsweise nutzt die Räume auch für ihre Arbeit als Resilienztrainerin und Coachin. Die 41-Jährige ist gelernte Diplom-Ökonomin und arbeitete zuletzt in der Personalleitung. „Das passte irgendwann nicht mehr zu meiner Rolle als Mutter. Nach drei Konzernen fasste ich daher den Plan, mit 40 den Sprung in die Solo-Selbstständigkeit zu wagen.“ 

Die meisten Mitglieder – wie auch die vier Gründerinnen – sind Frauen zwischen 40 und 50 Jahren. „Die Kinder sind da, zum Teil aus dem Gröbsten raus. Viele Frauen sind in einem Hamsterrad unterwegs zwischen Job und Familie“, sagt Sämann. „Es beginnt eine weitere Lebensphase und häufig fragen sich Frauen, wie es beruflich weitergehen soll, was sie erreichen wollen.“ 

Raum für Veränderung schaffen

Das Netzwerk möchte dabei Hilfestellung geben. „Wir wollen Frauen motivieren und inspirieren und einen Raum für Veränderung schaffen, in einer behüteten Umgebung“, erläutert Johland. „Bei unseren Workshops fließen manchmal Tränen, weil bei den Teilnehmerinnen etwas bewegt und freigesetzt wird.“  

Hohe Einstieghürden gibt es beim Bergischen Women’s Hub nicht, die Mitgliedschaft ist kostenfrei. Die Frauen müssen nicht selbstständig tätig sein, es gibt im Netzwerk auch einige angestellte Mitglieder. „Das Schöne im Hub ist: Niemand ist hier, weil er es muss, sondern alle sind da, weil sie es wollen, aus einem eigenen inneren Antrieb“, sagt Edelmann. 

Netzwerk schafft berufliche Verbindungen

Die Gründerinnen selbst verdienen mit dem Netzwerk kein Geld, das betonen sie. „Für uns ist es ein wertstiftendes Sozialprojekt und keine Einnahmequelle. Aber durch das Netzwerk ergeben sich Möglichkeiten und berufliche Verbindungen. Das sehe ich auch als Investition“, erläutert Johland. 

Das Netzwerk bietet regelmäßig Workshops und Vorträge an, weitere Formate sind in Planung, etwa ein einmal im Monat stattfindendes „Lunch Date“. So vielfältig die Mitglieder, so verschieden sind auch die Themen der Workshops – von Krypto-Währung über Stressmanagement zu Yoga und Keramik. 

Der nächste Workshop „Entdecke die Kraft deiner Stimme“ findet am Freitag, 13. Juni, von 19 bis 21 Uhr statt. Gemeinsam mit Stimmcoach und Sängerin Isabell Honig erfahren die Teilnehmer:innen unter anderem, wie sie mit ihrer Stimme Präsenz und Souveränität ausstrahlen und lernen Techniken, um ihre Stimme kraftvoll und klar einsetzen. Die Teilnahme kostet 39 Euro, Anmeldung: kontakt@isabell-honig.de.


Wer Interesse hat, dem Bergischen Women’s Hub beizutreten, schreibt eine Mail: bergischewomen@gmail.com. Auch auf Instagram ist das Netzwerk aktiv

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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