Seit drei Jahren hat der lokale Partnerschaftsverein Schritt für Schritt eine lebendige, belastbare Brücke in die ukrainische Stadt Butscha gebaut. Und es geht weiter – mit Schülerbegegnungen an der IGP, einem Butscha-Platz auf Zanders und einigem mehr.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Städtepartnerschaftsvereins Bergisch Gladbach – Butscha e. V.

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Wer eine Brücke bauen will, braucht mehr als nur einen Bauplan. Man braucht Vertrauen auf beiden Seiten, tragfähige Verbindungspunkte – und Menschen, die bereit sind, den ersten Schritt zu tun. Seit seiner Gründung im September 2022 hat der Städtepartnerschaftsverein Bergisch Gladbach – Butscha e. V. genau das getan: Schritt für Schritt eine lebendige, belastbare Brücke zwischen Butscha in der Ukraine und Bergisch Gladbach in Deutschland gebaut – mit Händen, Herzen und Haltung.

Bei der gut besuchten Mitgliederversammlung am 1. Juli im historischen Rathaus von Bergisch Gladbach wurde deutlich: Diese Brücke steht. Und sie wächst.

 Bürgermeister Frank Stein, selbst Vereinsmitglied, fand in seinem Grußwort klare Worte: „Diese Städtepartnerschaft ist kein symbolisches Bauwerk – sie wird täglich begangen. Von Menschen, die einander nicht nur helfen, sondern füreinander Verantwortung übernehmen.“ Das gelte, so Stein, sowohl für den Aufbau in Butscha als auch für das, was in Bergisch Gladbach in Bewegung gesetzt worden sei.

Eine eindrucksvolle Bild- und Videopräsentation machte das sichtbar: Von den ersten Transporten über die persönliche Hilfe vor Ort bis hin zu gemeinsamen Festen in Butscha – was hier geleistet wurde, lässt sich nicht allein in Zahlen messen.

Die Vereinsmitglieder haben nicht nur Fahrzeuge über Grenzen hinweggebracht, sondern Vertrauen. Sie haben in Butscha Kinderfeste organisiert, am Friedenslauf teilgenommen, Hände geschüttelt, Gespräche geführt – und damit Brückenpfeiler gesetzt, die auch unter der Belastung des Krieges standhalten.

Lebendiger Austausch mit der IGP

Besonders lebendig ist die Verbindung im Austausch mit der Integrierten Gesamtschule Paffrath. Im September wird bereits zum dritten Mal eine Schülergruppe aus Butscha für eine Woche zu Gast sein.

Das gemeinsame Thema heißt „Brücken bauen“ – und es ist mehr als nur ein Motto. In der schuleigenen Imkerei-AG haben Jugendliche Honig aus Butscha in Gläser abgefüllt. Die Gläser kann man in Bergisch Gladbach kaufen, der Erlös geht direkt an die Imkerinnen und Imker in der Partnerstadt. Aus Zusammenarbeit wird Solidarität, aus einer Idee ein Netzwerk.

Ein Butscha-Platz auf dem Zanders-Gelände

Und die Verbindung vertieft sich weiter: Vom 12. bis 14. September 2025 wird eine Delegation aus Butscha zum Stadtfest in Bergisch Gladbach erwartet. Geplant ist dabei auch ein besonderes Zeichen der Freundschaft – die symbolische Einweihung des neuen Butscha-Platzes auf dem Zanders-Gelände. Mitten in der Stadt wird damit ein Ort entstehen, der die Partnerschaft sichtbar verankert. 

 Auch von der anderen Seite wird gebaut – mit Offenheit, Neugier, gegenseitiger Anteilnahme. 

Es ist ein Austausch, der nicht einseitig bleibt: „Wir bauen diese Brücke gemeinsam mit den Menschen, die wir nicht nur kennen, sondern die schon lange unsere Freunde sind.  Und wir merken: Wir können viel lernen von der ukrainischen Seite – über Ausdauer, über Hoffnung, über Würde“, so Frank Haag, Vorsitzender des Vereins.

Neuer Vorstand gewählt

Mit der Wahl eines neuen Vorstands wurden weitere Verstärkungen eingebaut: Arne Meinhardt übernimmt künftig die Aufgaben als Geschäftsführer, Nikolaus Habers wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, Timo Stein wird sich als stellvertretender Schatzmeister engagieren.

Nicole Haag bleibt dem Team als stellvertretende Geschäftsführerin erhalten, Albert Heider führt sein Amt als Schatzmeister fort. Frank Haag bleibt Vorsitzender des Vereins und dankte dem bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Thore Eggert für seinen großen Einsatz und seine Verlässlichkeit in der Aufbauphase. Als Beisitzer wurden gewählt: Frank Stein, Jörg Köhler, Guido Wagner und Hendrik van Elst.

Spendenverdopplungsaktion der Bethe-Stiftung

Ein besonders tragfähiges Element der kommenden Monate ist die Spendenverdopplungsaktion der Bethe-Stiftung: Bis zum 30. September 2025 werden alle eingehenden Spenden bis zu einer Gesamtsumme von 50.000 Euro verdoppelt. Wer jetzt spendet, hilft also doppelt – ein starker Impuls für die nächsten Schritte.

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Der Blick nach vorn bleibt offen und entschlossen zugleich: Die Brücke zwischen Bergisch Gladbach und Butscha ist längst kein Provisorium mehr – sie ist tragfähig, lebendig und bereit für neue Wege. Was als Antwort auf einen Krieg begann, ist zu einem dauerhaften Miteinander geworden. Und dieses Miteinander wird weiter wachsen – mit jeder Begegnung, jedem Transport, jedem Besuch der ukrainischen Schülerinnen und Schüler, jedem Schritt aufeinander zu.

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  1. Zu Rolf C., 05. Oktober 2025

    wenn Sie mir bitte hier die Links zu den forensisch-pathologischen
    Gutachten/Berichten/Reports des „ICC“ und des „UNHCHR“ anzeigen?! Auf deren Website habe ich auch vorher schon nichts dazu finden können, trotz der Eingabe unterschiedlicher Suchwörter?! Sicher kennen Sie den Zugang direkt.

    Indizien: Ihr ungebrochenes Vertrauen, dass Sie Indizien entgegenbringen, vermag ich nicht zu teilen. Indizien, das wissen Sie, sind in der Rechtswissenschaft heftig umstritten (der „BGH“ musste in dieser Angelegenheit verschiedentlich intervenieren und muss das wohl auch weiterhin) und führen in der Rechtspraxis immer wieder zu krassen Fehlurteilen.

    1. Sorry, ich hab schon zu viel Zeit mit ihrer (Selbstzensur) Verschwörungstheorie verbracht, ich helfe jetzt nicht noch beim suchen. Schauen sie mal bei Wikipedia. Ich weiß, Wikipedia ist keine verlässliche Quelle …

      Das ist dann auch klassische Troll Strategie: Indizienprozessse führen zu Fehlurteilen. Jeder Verurteilte, der nicht gestanden hat oder bei der Tat beobachtet wurde, wurde wegen Indizien verurteilt. Alles Fehlurteile?

      Ich bin raus. Einen schönen Tag noch.

      1. Wikipedia ist zwar keine verlässliche Quelle, aber nichttriviale Feststellungen unterliegen dort einer Belegpflicht. Diese Belege anzuschauen lohnt sich allemal.

      2. Angesichts von soviel GELARTHEIT streiche ich die Segel. Ich weiß jetzt immerhin, dass Sie wissen, was und wer ein „Verschwörungstheoretiker“ ist.

      3. @Drucker “Wikipedia ist keine verlässliche Quelle” war nur mein Vorgriff auf den zu erwartenen nächsten Zug, des “Gegner”, beim Taubenschach.

      4. Die Feststellung ist abgesehen davon aber auch wahr. Selbst innerhalb der Wikipedia gilt die Wikipedia nicht als valide Quelle, wenn es ums Belegen von Fakten geht. Deshalb auch der Hinweis auf die dort aufgeführten Quellen und Belegstellen, denn die sind oft Gold wert, wenn man wirklich in ein Thema einsteigen möchte – da hätte der Herr Doktor sich auf einfache Weise schlau machen können.

  2. Menschlichkeit?? Städtepartnerschaft mit ganey tikva .. wie lange wollen sie sich noch selbst belügen.. wie so steht Deutschland immer auf der falschen Seite der Geschichte?

    1. Bergisch Gladbach unterhält Städtepartnerschaften mit Ganey Tikva (Israel) und Beit Jala (Palästina), die zur gleichen Zeit begründet wurden und zum Brückenbau beitragen sollen. Es hat auch schon gemeinsame Begegnungen von Angehörigen dieser drei Gemeinden gegeben. Bitte erläutern Sie genauer, was daran in Ihren Augen falsch ist.

  3. Und was ist , wenn die Wahrheit die immer bekannterweise erst Jahre später ans Tageslicht kommen ,doch eine ander Geschichte erzählt?wie wird Bergisch Gladbach dann sich positionieren?Ich frag ja nur? İst ja sooft schon passiert,wie viele wissen .

    1. Was soll das für ein Geraune sein? Für die russischen Kriegsverbrechen in Butscha und andernorts gibt es sehr klare Indizien.

      1. Hallo, Sebastian,

        Ihre Sicherheit und Selbstgewißheit des Urteils im Fall Butcha einzig auf der Grundlage von Indizien überrascht mich doch sehr. Vermissen Sie nicht (internationaler Standard!) z.B. forensisch-pathologische Gutachten, die triftigere Auskunft geben könnten? Joe Lauria, der Autor dieses Beitrags (https://consortiumnews.com/2022/04/04/questions-abound-about-bucha-massacre/), präsentiert ebenfalls eine Indizienlage, zeigt aber bereits in der Überschrift seines Artikels an, dass er fragend und vorsichtiger und zurückhaltender an die Sache herangeht. Eine unparteiische Untersuchung obliege letztlich der „UNO“.

      2. @Dr. Rainer Dittrich, befassen sie sich mal mit dem Begriff Indiz. Der ICC und der UNHCHR haben Vorort genau diese “forensisch-pathologische Gutachten” erstellt. Die Schuldfrage ist, anhand der Indizien, eindeutig geklärt.

      3. @Dr. Rainer Dittrich
        Es gibt “Satellitenbilder von Butscha, die sich über einen längeren Zeitraum hinweg auswerten lassen. Aus ihnen geht hervor, dass schon mehrere menschliche Körper auf dieser Straße lagen, als das russische Militär die Stadt noch kontrollierte. Ein solches Satellitenbild wurde am 18. März 2022 aufgenommen. Das russische Militär hat die Stadt am 30. März 2022 verlassen.”

        Hiernach –> https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/faktenfuchs-falsche-behauptungen-zu-video-aus-butscha,T274pZ0

        ist lediglich “die Identität der Opfer oder was genau mit ihnen passiert ist.” DAS!! benötigt noch eine eigene Untersuchung.

  4. Ein Leuchtturm und damit Vorbild der Menschlichkeit – Verbundenheit aller Menschen- diese so aktiv-lebendige und kreative Städtepartnerschaft in Zeiten von Krieg und Frieden.
    Ungewollt stellt sie allerdings auch wegen der derzeitigen politischen Weltlage die anderen Städtepartnerschaften zumindest medial in den Schatten. Danke allen Machern und der Bethe-Stiftung !

    1. Weder im Artikel noch im Kommentar geht es um die Partnerschaft zu Ganey Tikva.