Alexander Felsch. Foto: Thomas Merkenich

Der Bürgermeisterkandidat von CDU und FDP will im Fall seiner Wahl eine Verkehrswende herbeiführen. Dazu gehöre neben der Sanierung und dem Ausbau der Straßen auch ein neues Konzept für Pendler und Vielfahrer. Als Motto für ein „100 Tage Programm“ gibt Alexander Felsch aus: Vernunft statt Ideologie.

Wir veröffentlichen eine gemeinsame Pressemitteilung von CDU und FDP

Die CDU in Bergisch Gladbach will die Wende in der städtischen Verkehrspolitik. Für Alexander Felsch, Bürgermeisterkandidat von CDU und FDP, ist eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur eines der absoluten Kernthemen. In dessen Zentrum seht die schnelle Sanierung maroder Straßen und Wege, ein gemeinsames, respektvolles Miteinander aller Verkehrsteilnehmer und ein neues Verkehrskonzept für Pendler und Vielfahrer. 

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Der marode Zustand unserer Straßen, Fuß- und Radwege liegt auch an den schweren Versäumnissen von Verwaltungsspitze und der rot-grünen Ratsmehrheit. Denn im Haushalt der letzten beiden Jahre sind für Erhalt und Ausbau der Verkehrswege insgesamt 17 Mio € beschlossen. Doch die Stadt hat nur rund ein Drittel davon verbaut.

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„Wir haben verlernt zu bauen“, sagt Alexander Felsch. Stattdessen habe sich die Ratsmehrheit jahrelang mit der Laurentiusstraße beschäftigt. „Das war eine ideologisch motivierte Debatte über 550 Meter Fahrradstraße, anstatt die Aufgaben in ganz Bergisch Gladbach mit der dringend notwendigen Breite und Tiefe anzugehen“, kritisiert der CDU-Fraktionsvorsitzende, Dr. Michael Metten.

Dass das Rathaus den Sanierungsstau auch mit fehlenden Planungskapazitäten erklärt, wollen CDU und FDP nicht gelten lassen. „Wir müssen die neu gegründete Infrastruktur- und Projektgesellschaft (IPGL) weiter stärken, um Planung und Bauen von Infrastrukturmaßnahmen schneller zu erledigen“, so der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende, Dr. Alexander Engel. Des weiteren könnte auch endlich ein sinnvolles Baustellenmanagement etabliert werden, damit Bürgerinnen und Bürger während der anstehenden Sanierungsmaßnahmen nicht über Gebühr belastet werden, so Dr. Engel. 

Verlängerung Linie 1, Reaktivierung Linie G

Das Programm von Alexander Felsch enthält eine Vielzahl von Punkten, um den Verkehr in Bergisch Gladbach langfristig zu verbessern und zukunftsfähig zu machen. In Bezug auf den ÖPNV müssen S11 und die Linie 1 zu jeder Zeit die verlässlichen Verbindungen nach Köln sein.

Felsch setzt sich ein für den Ausbau des zweiten Gleises für die S11, die Verlängerung der Linie 1 zur Anbindung des Technologieparks und die Reaktivierung der alten Linie G von Köln-Mülheim bis Bergisch Gladbach als zukunftsfähige ÖPNV-Anbindung. 

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Die aktuelle Taktreduzierung der Linie 1 steht beispielhaft für die fortschreitende Schwächung des ÖPNV. „Als Bürgermeister werde ich alles dafür tun, um die Beziehung zu Köln wieder ins rechte Lot zu bringen“. Für ihn sei es Chefsache, die Beziehung zur KVB zu pflegen und konstruktiv zum Wohle der Stadt zu führen.

Vernetztes Angebot aus Fahrrad, Auto und ÖPNV

Dringend erforderlich ist laut CDU und FDP auch eine zukunftsfähige Verkehrsplanung für das Zanders-Areal. „Wir müssen hier vorausdenken, statt den Dingen ihren Lauf zu lassen“, sagt Felsch. Der Vorschlag, das derzeitige Mobilitätskonzept unter Berücksichtigung des Zanders-Areals neu aufzustellen, wurde von Rot-Grün abgelehnt.

Eine gute Verkehrspolitik sind für CDU und FDP ein pragmatisches, kluges und vernetztes Angebot aus Fahrrad, Auto und ÖPNV. „Für mich gilt auch im Verkehr: Jeder Jeck ist anders“, sagt er mit einem Augenzwinkern und hebt damit die individuelle Entscheidungsfreiheit der Bürgerinnen und Bürger hervor.

Dreispuriger Ausbau der L289

Alexander Felsch richtet den Blick nach vorne: Attraktiv vernetzter Verkehr bedeute, Mobilitätsknoten intelligent einzurichten. Den Schlüssel dazu bilden Mobilitätsstationen, an denen der Umstieg zwischen den Verkehrsträgern bequem möglich sein soll. Neben Parkplätzen für PKWs, Fahrradgaragen und Ladestationen sollten auch Dienstleistungsangebote – wie zum Beispiel Packstationen, Kioske etc. – die Attraktivität erhöhen und den Wechsel des Verkehrsträgers erleichtern.

Letztlich funktioniert das aber nur, wenn beispielsweise die Schnellbusse auch leistungsfähig sind. Um das auch in der Zukunft zu gewährleisten, könne für die Trasse zwischen Spitze und Bensberg der dreispurige Ausbau der L289 ein wichtiger Schritt sein. Die dritte Spur stände dann den Schnellbussen zur Verfügung und würde ihre Fahrtrichtung je nach Bedarf wechseln.

Mobilität darf die Menschen in Zukunft nicht weiter belasten – sie müssen sich in Bergisch Gladbach sicher, effizient und unbeschwert fortbewegen können.

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  1. “Ausbau des zweiten Gleises für die S11”

    Das zweite Gleis bringt überhaupt nichts, wenn die S-Bahn es nicht einmal pünktlich bis Dellbrück schafft.

    Eine schnelle Lösung wäre, die S11 zu splitten, z.B. in Dormagen. Dann schauen Pendler zwischen Bergisch Gladbach und Köln nicht in die Röhre, wenn im Raum Düsseldorf mal wieder ein Signal ausfällt.

    Wie es aussieht, bietet Alexander Felsch bei der S11 keine Lösungen, sondern wärmt nur das Märchen vom zweiten Gleis auf. Schade. Das ist zu wenig.

    1. hallo, ja, bei ‘zu wenig’ steig ich ein.
      Es kommt jedoch irgendwie von allen (Parteien) zu wenig
      Und
      Thema Planung.Riesige Brücke. falls je ein zweites Gleis S11 käme .
      Gigantisch – daneben!
      Und
      Wie kann es sein, dass alle PolitikerInnen keinerlei Einfluss auf Verkehrsanbindung der Nachbarstadt haben?
      Thema: Linie 18 soll an Herler Str. enden
      “mal eben so”, schon ab Sept.?!
      Dellbrück & Thielenbruch abgehangen .. somit auch GL, mal wieder, ohne Anschluss

      sehr dubios

  2. “Mobilität darf die Menschen in Zukunft nicht weiter belasten – sie müssen sich in Bergisch Gladbach sicher, effizient und unbeschwert fortbewegen können.”

    Sicher und unbeschwert fortbewegen, bedeutet dann wohl ganz viele neue Radwege. Oder sind “Menschen” nur Menschen wenn sie Auto fahren?

    “Dreispuriger Ausbau der L289” Der Witz war gut. Versuchen wir es doch erst mal mit Radwegen die diese Bezeichnung auch verdienen. Vielleicht kommt der Bus dann schneller durch, auch ohne Busspur.

    Dann große Visionen von neuen Bahnstrecken, wo die letzten Jahrzehnten, meist unter CDU Führung, nichts passiert ist.

    Ich fasse zusammen: Wir machen nichts, dann machen wir auch nichts falsch!

  3. Die CDU verfolgt hier nicht die Strategie des Stillstandes, sonden die der Vernunft. Wir sollten unseren gesunden Menschenverstand bemühen und nicht ideologische Idealvorstellungen. Unser Straßennetz ist in schlechtem Zustand und muss gemacht werden, klar, aber wir müssen die Aufteilung der Fahrbahn nicht neu definieren. Das hilft letztendlich nicht weiter. Unser ÖPNV ist nur sehr begrenzt wenn überhaupt eine Alternative zum PKW. Erst wenn der ÖPNV genau so schnell und komfortabel ist wie das eigene Auto, werden die Menschen bereit sein, dieses Angebot wahrzunehmen. Das darf aber nicht bedeuten, den Autoverkehr so unattraktiv wie möglich zu machen, und dem Bürger das Auto mit System zu vermiesen. Nein, der ÖPNV muss so gut werden, damit man eine echte Wahl hat. Und genau dieser Ansatz, den Alexander Felsch hier verfolgt, ist hier der richtige Weg.

    1. Eine “echte Wahl” gibt es nicht, wenn 95% des verfügbaren Straßenraums und der Finanzmittel dem Autoverkehr zugutekommen. Unter diesen Voraussetzungen ist klar, dass ÖPNV und Fahrrad keine gleichwertigen Alternativen sein können.

      Damit möglichst alle Menschen das Verkehrsmittel (angst-)frei wählen können – und zwar real, nicht nur auf dem Papier – , muss die Infrastruktur für den Radverkehr massiv ausgebaut und Ausgaben für Bus und Bahn erhöht werden. Das bedeutet häufig (nicht immer) eine Umverteilung von Platz, der innerorts naturgemäß begrenzt ist.

    2. Ich finde Ihren Beitrag ausgesprochen klug formuliert, Herr Wagner. Auch meiner Meinung nach kann es nur so funktionieren

    3. “Die CDU verfolgt hier nicht die Strategie des Stillstandes, sonden die der Vernunft.”
      Unter vernünftiger Verkehrspolitik verstehe ich nun doch etwas ganz anderes, nämlich unsere Stadt vor immer größer werdenden, stehenden oder (u.a. nur KURZSTRECKEN fahrenden) Autokolonnen zu bewahren.
      Dies gelingt nur, indem man seinen Leuten auch eine möglichst großzügige, problemlose und sichere Fortbewegung auf Radwegen ermöglicht.
      Abgesehen vom Umweltfaktor (der vielen Politikern offenbar egal ist) und dem Kostenfaktor ist auch der Zeitfaktor beim Einsatz eines Fahrrades nicht zu unterschätzen!
      “Im Nahverkehr ist das Fahrrad unschlagbar schnell; bei einer Entfernung bis zu fünf Kilometer hängt es alle anderen Verkehrsmittel ab: Man muss an keiner Haltestelle warten und keinen Parkplatz suchen, sondern fährt direkt bis vor die Tür. Und mit dem Pedelec oder dem schnellen S-Pedelec sind auch längere Strecken problemlos machbar.”

      https://www.vcd.org/artikel/verkehrsmittel-im-vergleich

      1. @Ulla
        Ist es wirklich so einfach wie Sie es aus verständlicher Sicht der Lobbyvertretung VCD kommentieren?

        Müsste man nicht die Fakten mit den entscheidender Kriterien beurteilen?

        Klima:
        Es ist nicht so, wie behauptet, dass Fahrradfahren Klima-freundlicher als Autofahren sein muss.
        Zum Vergleich sollte der CO2-Fußabdruck (Cradle to Cradle) pro km angerechnet werden. Das Umweltbundesamt gibt dazu die Hinweise als CO2 Emissionen des Menschen.
        Ihr Argument der Zeitersparnis mit Fahrrad oder Pedelec bleibt selbstverständlich. Und ein Förderung des Fahrradfahrens und der Infrastruktur sollte weiterhin ein Schwerpunkt sein.

        Zusätzlich sind z.B. für die ehrliche Diskussion die VDI-Studie zu Antriebskonzepten und die Analysen von Oswald Metzger ” Demnächst ohne Auto”.
        https://www.amazon.de/dp/B07WDLKR1Z?ref=KC_GS_GB_DE
        Aus öffentlich verfügbaren Daten zeigt der Volkswirt, dass der ÖPNV pro km Transport die CO2 Emissionen wie ein fossil bedankter Polo hat.
        Er untersuchte nicht, wie der Vergleich mit eFuels oder HVO100 ausgesehen hätte, was die Grünen auch in unserer Stadt jahrelang mit Mythen verhindert haben.

        “Zeit ist Geld!” hieß es früher richtigerweise. Was Transport zum Wohlstand beiträgt, dazu gibt es wenig vertrauenswürdige Literatur.
        Die Kosten der vermeidbaren (!!) Staus in Bergisch Gladbach habe ich mit ca. 12 Millionen Euro/a konservativ abgeschätzt.

        Sollten die Bürger Herrn Felsch nicht bitten, mit einer neuen klimafreundlichen und wirtschaftlichen Mobilitätswende, unsere Stadt noch lebenswerter zu gestalten?

        Wer hat etwas dagegen?

      2. Herr Maus, sie erwähnen das Umweltbundesamt. Die Grafik, auf der Seite des VCD, stammt vom Umweltbundesamt. Und nun?

        “Aus öffentlich verfügbaren Daten zeigt der Volkswirt, dass der ÖPNV pro km Transport die CO2 Emissionen wie ein fossil bedankter Polo hat.” – Nur weil Daten öffentlich verfügbar sein sollen, können sie trotzdem Schwachsinn sein. Wie in diesem Fall.

        Auch wenn der VCD, als Lobbyist, vielleicht mal Zahlen schönt, so kompletten Unsinn wie sie, als Verbrenner und HVO100 Lobbyist, verzapft er nicht. Sorry! Aber das ist echt nicht mehr zu ertragen. Und ich verstehe nicht, dass sie hier immer noch ein Forum bekommen und Werbung für einen Kollegen im Geiste machen dürfen.

      3. Hr. Maus zu “der CO2-Fußabdruck (Cradle to Cradle) pro km”
        Kennen Sie die diese Metastudie?

        https://www.fvv-net.de/fileadmin/Storys/020.30_Bilanz_gezogen/FVV_LCA_Lebenszyklusanalyse_Frontier_Economics_R595_final_2020-06_DE.pdf

        Ich zitiere: Hier “lässt sich festhalten, dass trotz der zahlreichen bereits vorhandenen Studien und Analysen immer noch wichtige Informationen für eine umfassende Lebenszyklusanalyse fehlen, z. B. für die Phase „Infrastruktur“ oder zu relevanten Antriebstechnologien (z. B. FCEVs oder Antriebstechnologien mit EKraftstoffen). Zudem hängen die GesamtCO2Emissionen stark vom Einzelfall und den spezifischen Rahmenbedingungen ab”
        Die Studie ist aus 2020, und, mal ehrlich, wissen Sie hier bereits mehr?

        UND bitte bedenken Sie, “für den Treibhauseffekt ist es unerheblich, an welchem Ort die Emissionen anfallen.”

  4. Es ist schön, dass sich Herr Felsch auch Gedanken über den öffentlichen Schienenpersonennahverkehr macht. Hier haben die Verantwortlichen Jahrzehnte lang geschlafen. Was ich weiterhin nicht verstehe ist die Stilllegung der Gleisverbindung von Bergisch Gladbach bis zur Haltestelle Neuenweg der KVB in Bensberg. Diese Stilllegung wird ja von den politischen Akteuren bejubelt. Hier hätte man auf Kosten des Bundes eine schnelle S-Bahn Anbindung von Bensberg und Refrath erhalten. Plus die Anbindung zweier Schulzentren , Gewerbe- und Wohngebieten und einer überregional bekannten Freizeiteinrichtung. Kreuzungsfrei , etwa 3 Minuten Fahrzeit. Wenn man sieht wie lange die Busse für diese Strecke manchmal brauchen wäre das doch eine Alternative gewesen, die zudem nicht die Kasse der Stadt Bergisch Gladbach belastet hätte. Selbst eine Machbarkeitsstudie wurde ja abgelehnt.

  5. Der Wahlkampf beginnt und es ist zu befürworten, dass Herr Alexander Felsch hier auch inhaltlich Stellung bezieht.

    Im Bereich der Verkehrsplanung wurde in den vergangenen Jahren viel über die Köpfe der Anwohner entschiedenen.
    Schön, dass es nun anders werden soll.

  6. Ich wünsche der CDU-Fraktion und Herrn Felsch viel Erfolg. Die städtische Politik muss unbedingt wieder ideologiefrei werden.

    Ganz wichtig für die Zukunft der Stadt ist die Gestaltung des großen Zanders-Areals. Ob die Stadt diese Aufgabe alleine stemmen kann? Da habe ich inzwischen starke Zweifel. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten – zum Beispiel die Aufteilung des Grundstücks, um Privatinvestoren mit ins Boot zu holen. Das hätte eigentlich längst passieren können. Auch hier ist Pragmatismus gefragt.

    1. Hallo Herr Schlösser,
      jede politische Richtung ist ideologisch. Auch wenn Ihnen nun die der CDU und deren Politik besser gefällt und Sie es somit nicht als ideologisch empfinden, weil Sie sich mit den Vorstellungen und Wünschen der CDU eher identifizieren können.

    2. „Ideologiefreiheit“ klingt gut, darf aber nicht zum Deckmantel für konservativen Stillstand werden. Die CDU hatte lange genug die Chance, pragmatische Lösungen mitzugestalten – genutzt hat sie sie nicht. Es wird Zeit für frischen Wind und eine neue politische Richtung hoffentlich Rot-Rot-Grün. Ich wünsche mir deshalb, dass die CDU bei der nächsten Wahl verliert – zum Wohle der Stadt.

      1. AnwohnerGladbachs, wir haben jetzt alle Ihren Wunsch verstanden, den Sie immer wieder wie ein Mantra wiederholen.
        Was mir persönlich fehlt bei vielen Kommentaren -und insbesondere bei Ihrem- ist der RESPEKT Personen gegenüber, die sich für das Wohl der Bürger und unserer Stadt einsetzen, kandidieren, sich mit Sachverhalten auseinander setzen, eigene Problemlösungen entwickeln und in den inhaltlichen Dialog treten. Für mich ist schwer begreiflich, rückwärtsgerichtete Nörgelei zu betreiben, statt ganz neue Ideen und Positionen aufzugreifen und mit weiter zu denken. Abgesehen davon, dass man damit seinen eher nicht gerade netten Charakter enttarnt (was bei mir an anderer Stelle schon zu absolutem Entsetzen geführt hat), wird jeglicher demokratische Entwicklungsprozess auf diese Weise mit Füßen getreten. Ich persönlich bin froh um die vielen neuen Impulse und Gedankenprozesse, die ein Wahlkampf mit sich bringt und sehe immer die Chance zur Verbesserung darin. Natürlich halte ich konstruktive Kritik für sinnvoll, aber niemand kann von sich selbst behaupten, dass er es sämtlichen Bürgern von GL recht machen könnte.

  7. ….Es ist Wahlkampf!
    Versuchen wir einfach Aussagen aller Kandidaten auszuwerten und einiger Kandidaten zu ignorieren (nicht ernst zu nehmen). Endlose Kommentare laden nicht zu lesen ein!

  8. Als wir vor uns vor 16.425 (sechszehntausendvierhundertfünfundzwanzig) Tagen für den Umzug von Köln nach Bergisch Gladbach entschieden haben, wurde bereits von einem zweiten Gleis für die damals gerade fünf Jahre alte S11 geträumt. Und jetzt kommt ein Kandidat für das Amt des Bürgermeisters und verspricht die zweite Spur in einem großspurigen Programm. Dazu gehört auch der dreispurige Ausbau der L289 für Schnellbusse. Fehlt eigentlich nur noch eine Wasserstraße mit Bötchen auf der Strunde, eine U-Bahn ins Bergische und eine Schwebebahn ins Irgendwo.

    Alexander Felsch setzt sich in seinem 100-Tage-Programm für alles Mögliche ein. Und er will „alles dafür tun, die Beziehung zu Köln wieder ins rechte Lot zu bringen“. Nur: Köln baut kein zweites S-Bahn-Gleis (Hinweis: Hier ist die Deutsche Bahn gefragt) und die L289 ist eine Landesstraße. Wahrscheinlich hat ihm seine Partei noch nicht verraten, dass sie in den letzten Jahrzehnten zwar häufig die Mehrheit im Rat hatte, aber offensichtlich nie die Chancen ergriffen hat, die Probleme zu lösen.

    Der schönste Satz des 100-Tage-Programms: „Mobilität darf die Menschen in Zukunft nicht weiter belasten – sie müssen sich in Bergisch Gladbach sicher, effizient und unbeschwert fortbewegen können“. Ein Nonsens-Satz als Programm.

    Alexander Felsch würde bei einer Wahl zum Bürgermeister auf jeden Fall zur Veränderung der Situation im Bergischen beitragen: Sein 100-Tage-Programm verspricht eine Menge heiße Luft. Das reicht aber angesichts der Erderwärmung kaum aus.

  9. Weiß Herr Felsch, dass es seine CDU ist, die seit Jahren Straßensanierungen blockiert bzw. verzögert – Altenberger-Dom-Straße, Laurentiusstraße, zuletzt die gesamte Ausschuss-Sitzung? Hier noch ein Prüfauftrag oder Gutachten, da noch ein Verkehrsversuch, sich wiederholende lange Diskussionen…

    Seine Aussage zur “individuellen Entscheidungsfreiheit der Bürgerinnen und Bürger” geht an der Realität vorbei. Denn solange das Radfahren in der Stadt (gefühlt oder tatsächlich) lebensgefährlich ist, gibt es diese ‘Entscheidungsfreiheit’ eben nicht. Auch hier ist es die CDU, die jeglichen Fortschritt versucht zu blockieren – obwohl klar ist, dass bessere Radwege zu weniger Stau auf den Straßen führen und damit allen Verkehrsteilnehmer:innen zugutekommen.

    Verlängerung der Straßenbahn nach Moitzfeld, Reaktivierung der Linie nach Gladbach-Stadtmitte – das klingt gut, ist aber viel zu unkonkret. Die Stadt kann das nicht allein stemmen, aber sie kann zumindest Machbarkeitsstudien auf den Weg bringen, auch zur Verlängerung der 4 nach Odenthal und einer Straßenbahn-Abzweigung auf dem alten Bahndamm!

  10. Das 100-Tage-Programm von Herrn Felsch klingt nach schnellen Lösungen, bleibt aber bei genauerem Hinsehen oberflächlich und unrealistisch. Ein „100-Tage-Programm“ ist reiner Populismus: Wer behauptet, in dieser kurzen Zeit grundlegende Veränderungen herbeizuführen, verkennt die Realität komplexer Planungs- und Beteiligungsverfahren. Was unsere Stadt braucht, ist ein langer Atem und kontinuierlicher Fortschritt – genau das liefert die aktuelle Politik, Schritt für Schritt und mit Blick auf die Zukunft.

    Die Verlagerung der Linie 1 und die Reaktivierung der Linie 6 sind komplexe Großprojekte, die längst von der aktuellen Ratsmehrheit (Grüne & SPD) mit konkreten Schritten und echter Bürgerbeteiligung vorangetrieben werden – nicht mit leeren Versprechen.

    Im Gegensatz dazu gibt es bereits sichtbare und laufende Verbesserungen: Neue und sichere Fahrradstraßen, zusätzliche Radabstellanlagen, Verkehrsberuhigung in Wohngebieten sowie eine stetige Modernisierung der Straßen- und Radinfrastruktur. Das sind konkrete Fortschritte, von denen alle Bürger*innen profitieren.

    Auch die immer wieder von CDU und FDP kritisierte „fehlende Planungskapazität“ ist kein Versäumnis, sondern eine Herausforderung, die aktiv angegangen wird. Mit der Gründung der Infrastruktur- und Projektgesellschaft (IPGL) hat die Stadt einen wichtigen Schritt gemacht, um Planung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten zu beschleunigen. Die Grünen setzen sich konsequent dafür ein, die IPGL weiter zu stärken – allerdings braucht es realistische Erwartungen: Fachkräfte sind bundesweit knapp, und auch die beste Organisation kann komplexe Verfahren nicht über Nacht beschleunigen. Ein sinnvolles Baustellenmanagement wird bereits kontinuierlich verbessert, aber schnelle Wunderlösungen gibt es nicht.

    Die Aussage „Wir haben verlernt zu bauen“ greift viel zu kurz. In einer wachsenden und verdichteten Stadt wie Bergisch Gladbach geht es nicht nur um „mehr Bauen“, sondern vor allem um eine gerechte und nachhaltige Aufteilung des begrenzten Verkehrsraums – damit alle sicher und klimafreundlich mobil sein können.

    Wer wirklich eine lebenswerte und nachhaltige Stadt will, setzt auf echten Klimaschutz und gerechte Mobilität – nicht Phrasen und Scheinlösungen aus der Vergangenheit.

    ___________
    Hinweis der Redaktion: Jan Lobermeier ist Sachkundiger Bürger der Grünen im Stadtrat

  11. Den Vorrednern kann ich nur zustimmen! Bitte Herr Felsch, konkretisieren Sie ihr 100 Tage Programm! Bisher klingt es nach ollen Kamellen, die oftmals nicht in der Hand der Stadt liegen.

    Übrigens: für einen Radweg zwischen Spitze und Herkenrath gibt es jedes Jahr mindestens eine Raddemo, auch von Eltern und Schülerinnen und Schülern. Leider seit Jahren bisher ohne Erfolg, weil die benötigten Flächen in Privatbesitz sind, und Sie wollen eine Busspur….. Hehre Ziele! Ein sicherer Radweg wäre schon was!!

  12. Die kommunale CDU verfolgt die im Bund erfolgreiche Strategie, erst Jahre mit lähmendem Stillstand regieren (16 Jahre Merkel, 10 Jahre Urbach), und dann alles auf 3 1/2 bzw. 5 Jahre rot/grün schieben.

    Mir geht das ideologisch motivierte Affentheater um die gesamtstädtisch relativ unbedeutende Laurentiusstraße zwar auch auf die Nerven, aber in zwei Jahren beschlossene 17 Millionen Euro für den Erhalt und den Ausbau von Verkehrswegen, das kann sich angesichts der Vorgängerpolitik durchaus sehen lassen.

    Das Problem mit der Umsetzung ist ein allgemein beklagtes Problem, ist weder dem derzeit amtierenden SPD-Bürgermeister noch den regierenden Ratsparteien anzulasten, und ist im Übrigen ein Geschäft der laufenden Verwaltung.

  13. Die Rede von „Vernunft statt Ideologie“ klingt wie das übliche CDU/FDP-Mantra, sobald es um Verkehrspolitik geht. Felsch bleibt völlig unkonkret, was das in der Praxis bedeutet.
    In der Verkehrspolitik ist genau das häufig ein Signal für „weiter wie bisher“ oder reine Symbolpolitik ohne echte Veränderung.

    Tatsache ist: Die schlechte Verkehrsinfrastruktur ist das Ergebnis jahrzehntelanger Untätigkeit der eigenen Parteien, und von einer echten Verkehrswende fehlt im Programm von Herrn Felsch jede Spur.

    „Sanierung und Ausbau der Straßen“ ist der Hinweis darauf, dass weiterhin vor allem dem motorisierten Individualverkehr Vorrang gegeben wird. Das steht eigentlich im Widerspruch zu einer echten Verkehrswende, bei der Verkehrsvermeidung und -verlagerung ebenso wichtig sind wie Sanierung.

    Der Verweis auf ein „Konzept für Pendler und Vielfahrer“ klingt zunächst gut, doch ohne eine klare Strategie für den ÖPNV-Ausbau bleibt es inhaltsleer. Insbesondere weil Großprojekte wie der S11-Ausbau außerhalb kommunaler Gestaltungsmöglichkeiten liegen.

    Wer wirklich Verkehrswende will, braucht konkrete Pläne für ÖPNV, Rad und nachhaltige Stadtentwicklung – und nicht nur hohle Wahlkampfphrasen.

  14. Verkehrswende liest sich gut, das Ganze ideologiebefreit ebenfalls. Ich befürchte nur, dass Ideologiefreiheit darin endet, weiter einseitig das Kfz als Individualtransportmittel zu bevorzugen. Und das wär alles andere als eine Verkehrswende. In den letzten Jahren gab es einige wenige positive Ansätze (s. Kommentar von Herrn Brings) in die Richtung muss es weitergehen.

  15. Die marode Verkehrsinfrastruktur ist ein Überbleibsel der jahrzehntelangen CDU-geführten Koalition. Das betrifft sowohl die normalen Straße, Radwege (wurden mindestens 10 Jahre vollständig ignoriert) und auch den ÖPNV.
    In den langsamen Mühlen der kommunalen Politik, die von so vielen Faktoren abhängig ist, da sind in 4-5 Jahren leider nicht viele große Löcher zu bohren. Insbesondere was den Ausbau des ÖPNV betrifft, da hat sie Koalition nichts geliefert. Ich kann es nicht mehr hören. Den S11 Ausbau politisch zu befürworten ist doch ein Witz. Das tut jeder und es ist politisch seit gefühlt Jahrzehnten beschlossen. Das jetzt andere Faktoren dazu führen, dass dieses Projekt erst in 20 Jahren umgesetzt wird, das liegt nicht an der hiesigen Politik, die ihre Aufgaben gemacht hat.

    Leider finde ich kein Wort zum Bahndamm. Das ist eine große Chance für Bergisch Gladbach, jetzt wo die Schienen nie wieder von der DB genutzt werden.

    Ideen für den Radverkehr werden auch nicht präsentiert. War aber zu erwarten. Hier hat rot grün in den letzten Jahren einige Sachen verbessert (inkl. konkreter Straßensanierungen), wenn auch in sehr überschaubarem Tempo, so ist wenigstens etwas passiert.

    Auch bei den Straßen hat Rot Grün einiges konkretes vorzuweisen. Handstraße, Hauptstr (vor Quirls, Gnadenkirchen), Odenthaler Str (stadtauswärts nach Voiswinkel, ab Laurentiusstraße bis Mühlenberg, Paffrather Straße! und konkrete Umsetzungspläne für reibungslosen Lückenschluss (Paffrather – Markt, Laurentiusstraße). Das sind alles gute Sachen.

    P.S. Laurentiusstraße wird keine Fahrradstraße sondern wird für Fußgänger und auch Autofahrer durch neuen Belag verbessert. Jeder profitiert.

    1. Danke besser kann man es nicht sagen! Rot-Grün hat zum erstenmal seit langem positive Veränderungen ermöglicht und dann dort wo man Veränderungen erwartet.

  16. Leer Versprechen: Das kann die CDU seid Parteigründung. Ich hoffe so sehr dass er verliert! Gladbach hat so viel mehr Potenzial statt die Rolle rückwärts.

  17. Wenn man liest, dass „die schnelle Sanierung maroder Straßen und Wege“ im Zentrum der Verkehrspolitik der CDU stehen soll, fragt man sich umso mehr, warum die CDU zum Beispiel im letzten Verkehrsausschuss gegen die Sanierung der Dr.-Robert-Koch-Straße gestimmt hat.

    Die Dr.-Robert-Koch-Straße führt vom Marktplatz in Bergisch Gladbach hoch zum Marien-Krankenhaus und zum Friedhof St. Laurentius. Die Straße gleicht einer Buckelpiste, ist marode und löchrig. Als Zufahrt zum Krankenhaus wird sie für Rettungseinsätze und zum Krankentransport benötigt. Der katastrophale Zustand der Straße wirkt sich negativ auf die Patientinnen und Patienten im Rettungswagen aus.

    Im Verkehrsausschuss wurde daher beschlossen, die Fahrbahn zu sanieren und den Gehweg zu erneuern. Alle Fraktionen haben zugestimmt, nur die CDU war dagegen – ohne Begründung und ohne Alternativvorschlag.

    ___________
    Hinweis der Redaktion: Jonathan Ufer ist Mitglied der Fraktion der Grünen im Stadtrat.

  18. Anders, als die Überschrift vermuten lässt, geht aus dem Artikel nicht hervor, was Herr Felsch innerhalb von 100 Tagen umsetzen will. Für jedes einzelne der genannten Verkehrsprojekte sind 100 Tage jedenfalls viel zu wenig. Also, liebe CDU und FDP: Was soll konkret in 100 Tagen geschehen?

    1. Die Überschrift sagt doch nur, dass Herr Felsch ein Programm ankündigt – insofern trifft sie zu. Was dann mal wirklich im Detail drinsteht und ob es Luftschlösser oder realistische Vorhaben, neue Ideen oder alte Kamellen sind, das werden wir gegebenenfalls sehen.

      Wie wir wissen, kann man in der Politik vieles ankündigen (z.B. in 24 Stunden den Ukrainekrieg zu beenden). Ob später auch geliefert wird, ist eine ganz andere Frage.