Das Alte Arbeitsamt in der oberen Hauptstraße ist abgerissen, der Bau eines Wohnhauses durch eine Anwohnerklage blockiert. Foto: Thomas Merkenich

In einem offenen Brief fragen engagierte Strundorfer die Wahlkämpfer in Bergisch Gladbach nach ihren Planungen und Ideen für das aus ihrer Sicht vernachlässigte Viertel. Sie werfen der Politik der vergangenen Jahrzehnte vor, das Gebiet an der oberen Hauptstraße übermäßig belastet zu haben – und stellen eine Reihe konkreter Forderungen auf.

Wir dokumentieren den offenen Brief der engagierten Bürger um Gabi Trautmann:

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„… in Strundorf überzeugen uns die plakatierten Themen nicht. Uns interessiert viel mehr die Frage, was Sie für unser Viertel konkret planen? 

Wünschen würden wir uns: 

  • Tempo 30 auf der oberen Hauptstraße
  • eine Verringerung des Verkehrs im Allgemeinen
  • Maßnahmen gegen Radfahrer und eBiker auf den Bürgersteigen, die Anwohner und Passanten gefährden, teils sogar schon angefahren haben
  • eine wirksame Reinigung von Straße bzw. öffentlichem Raum (schon seit der Einrichtung des Gewerbegebietes finden wir Brötchentüten, Becher, Dosen, Flaschen und weiteren Müll vor der Tür und im Garten, die wir auf unsere Kosten entsorgen müssen)
  • eine zuverlässige Parkplatzregelung (wie z.B. das Düsseldorfer Modell mit der Firma Lidl)
  • eine Verringerung der Lärmbelastung (das Gewerbegebiet v.a. der Lidlparkplatz wird regelmäßig als Spiel- und Verkehrsübungsplatz genutzt)
  • Die Freigabe des Bürgersteiges Kürtener Straße (Warum ist der Bürgersteig vor dem Pütz-/Rothgelände schon seit Jahren gesperrt?)

Warum sind Veranstaltungen zur Gewinnmaximierung Dritter und zu Lasten der Ansässigen seit Jahren möglich? Und das auch noch ohne Vorabinformation und Regelungen für die Strundorfer …

Und wir wünschen uns Maßnahmen gegen den Drogengenuss und den Drogenumschlag, den wir seit Kurzem bemerken.

In den letzten Jahrzehnten haben wir keinen einzigen Politiker, geschweige denn eine Partei getroffen, die sich in irgendeiner Weise um die Entwicklung unseres Viertels gekümmert hätten. Alle getroffenen Entscheidungen wie die Einrichtung des Gewerbegebietes oder die Ausweitung der Öffnungszeiten führten zu einer Mehrbelastung für die Anwohner …

Für unsere Wahlentscheidung werden Ihre Perspektiven für Strundorf ausschlaggebend sein. 

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Zum Beispiel Strundorf: Wie ein Stadtteil abbaut

Mehr als 20 bergische Fachwerkhäuser sind in den vergangenen 50 Jahren zwischen Hauptstraße, Vollmühlenweg, Am Mühlenberg und Odenthaler Straße verschwunden. Mit vielen historischen Fotos dokumentiert Friederike Naroska in ihrem neuen Buch, wie sich dabei das Viertel verändert, wie die obere Hauptstraße von einer gepflasterten Dorfstraße zur verlotterten Ausfallstraße wird. Gleichzeitig rettet die Autorin viele Geschichten vor dem Vergessen. Oder erinnern sich sich an das Zillertal?


Wir freuen uns auf Ihre Ideen wie Sie einer weiteren Vernachlässigung unseres eigentlich so idyllischen Strundorf entgegenwirken wollen …“

Die Antworten werden in der kommenden Woche erwartet.

Die Aktion zeigt: Bei einigen Anwohnern der oberen Hauptstraße hat sich viel Unmut angestaut, denn das Strundorf wird seit Jahrzehnten systematisch vernachlässigt. Schon lange beklagen die Anwohner in Strundorf einer übermäßige Belastung ihres Veedels:

Das Gewerbegebiet wird häufig als großer Pluspunkt beschrieben. Doch Strundorfer wissen: Das Verkehrsaufkommen hat sich erhöht, Müll wird nicht nur achtlos auf den Bürgersteig geworfen, sondern auch auf Fensterbänken und in Eingängen abgestellt. 

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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