Foto: Thomas Merkenich

Wir hatten unsere Leser:innen gefragt, welche Fragen sie im Vorfeld der Kommunalwahl am 14. September umtreiben. Neun Kernfragen haben wir identifiziert und den Parteien vorgelegt. Hier kommen die ausführlichen Antworten der Grünen – die eine Stadt anstreben, „die allen gehört, in der niemand diskriminiert oder vergessen wird“.

Bei der Wahl des Bürgermeisters unterstützen die Grünen in Bergisch Gladbach Marcel Kreutz (SPD). Sie treten in allen Wahlkreisen mit eigenen Kandidat:innen an, die Reserveliste ist mit eben so vielen Frauen wie Männern besetzt. Spitzenkandidaten sind die aktuelle Fraktionsvorsitzende Theresia Meinhardt im Tandem mit David Kirch.

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Bei der Wahl 2020 hatten die Grünen von 16 auf fast 28 Prozent zulegen können und wurden mit 16 Sitzen im Stadtrat zweitstärkste Fraktion nach der CDU. Gemeinsam mit SPD und FDP bildeten sie eine Ampelkoalition, die jedoch Ende 2022 mit dem Austritt der FDP platzte. Seither kooperieren Grüne und SPD weiterhin, müssen sich für Mehrheitsentscheidungen im Stadtrat Unterstützung bei anderen Parteien suchen. Nach der Wahl am 14. September wollen die Grüne weiterhin mit der SPD zusammenarbeiten.

Auch die Grünen haben die neun Fragen unserer Leser:innen aus der Aktion „Deine Stimme, Deine Themen“ beantwortet. Los geht’s.

1 Was sind Ihre Ansatzpunkte, die Verkehrsprobleme der Stadt zu lösen? 

Wir setzen auf platzsparende und klimafreundliche Mobilität für alle. Dafür stärken wir den Rad-, Fuß- und öffentlichen Nahverkehr und machen ihn attraktiver. Bessere Infrastruktur für platzsparende Verkehrsmittel vermeidet Staus und macht den Verkehr effizienter. Davon profitieren auch diejenigen, die aufs Auto angewiesen sind. 

Wir sorgen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr mit einem ausgebauten Radwegenetz, mit verkehrsberuhigten Zonen und mehr Tempo 30 – damit auch jedes Kind sicher zur Schule kommt. Darüber hinaus tragen intakte und zügig sanierte Straßen zu einem effizienten und sicheren Verkehr bei.

Nicht alle Menschen brauchen eigene Verkehrsmittel: wir fördern daher Carsharing und Leihräder, damit Fahrzeuge mehr genutzt werden und weniger herumstehen. Für den Verkehrsanschluss an Köln machen wir weiter Tempo beim Ausbau der S11 und unterstützen die Verlängerung der Linie 18.

Hintergrund: In der Umfrage „Deine Stimme, Deine Themen“ hatten wir gefragt, welche Themen Ihnen bei der Kommunalwahl am 14. September wichtig sind und auf welche Fragen Sie Antworten verlangen. 711 Personen hatten mehr als 1000 Fragen eingereicht. Zu den Topthemen haben wir 9 Fragen formuliert, die die Kernanliegen der Teilnehmer:innen widerspiegeln – und sie den Parteien vorgelegt, die für den Stadtrat antreten.

auswertung

Verkehr und mehr: Bergisch Gladbachs WahlAgenda

Nicht die Parteien geben die Themen in diesem Wahlkampf vor, sondern die Wählerinnen und Wähler selbst: In der Umfrage „Deine Stimme, Deine Themen“ hatten wir gefragt, welche Themen Ihnen bei der Kommunalwahl am 14. September besonders wichtig sind und auf welche Fragen sie Antworten von der lokalen Politik verlangen. Daraus ergibt sich diese WahlAgenda für Bergisch Gladbach.

2 Wie wollen Sie die Leistung der Verwaltung als bürgernahe Dienstleisterin stärken?

Damit die Verwaltung Anliegen von Bürger*innen schnell und unkompliziert bearbeiten kann, setzen wir auf sinnvolle digitale Abläufe. Gleichzeitig sichern wir die persönliche Erreichbarkeit der Stadtverwaltung durch den Erhalt der Bürgerbüros in Bensberg und Refrath.

Wir möchten den Ausschuss für Anregungen und Beschwerden (AAB) stärken, damit Bürger*innen ihre Anliegen und Ideen direkt an der richtigen politischen Stelle einbringen können und Ideen schnell umgesetzt werden können. Darüber hinaus begleiten wir aktiv den Umzug ins moderne Stadthaus an der Bensberger Straße.

Foto: Thomas Merkenich

3 Was tun Sie zur Aufwertung des Stadtbildes, gegen Vermüllung und Leerstand?

Viele Orte in Bergisch Gladbach sind exklusive Orte. Sie sind oft von den gleichen – erwachsenen und meist wohlhabenderen – Menschen beansprucht. Andere finden dort keinen Platz: Jugendliche werden in Parks bestenfalls komisch beäugt und häufiger verscheucht. Für alte Menschen ist es schwierig, in ihrem Tempo durch die Stadt zu kommen. Menschen mit Behinderungen, Jugendliche oder Menschen mit wenig Geld haben kaum Räume, in denen sie ihre Freizeit verbringen können – weder draußen noch drinnen.

Vermüllung entsteht oft, wenn Menschen sich nicht zugehörig oder ausgegrenzt fühlen, wenn sie eben nicht den Ort für sich sinnvoll beanspruchen dürfen. Die GRÜNEN machen eine Stadt, die allen gehört! Wir möchten Orte schaffen und fördern, die einen Raum bieten für alle.

Das Stadtbild möchten wir mit Entsiegelung und mehr Bepflanzung aufwerten. Durch die Einführung einer Verpackungssteuer kann sowohl der Plastikverbrauch, als auch der in der Stadt entstehende Müll reduziert werden.

In der Schloßstraße in Bensberg möchten wir eine Fußgängerzone einrichten. Das verbessert die Aufenthaltsqualität in Bensberg und belebt den Einzelhandel. Die Wirtschaftsförderung als Beratungsangebot für lokale Unternehmen möchten wir stärken, damit unsere Ortszentren lebendig bleiben und modernisiert werden können. 

Unser Chatbot zur Wahl in GL: Wir haben eine Künstliche Intelligenz mit den vollständigen Programmen der Parteien in Bergisch Gladbach gefüttert. Nun können Sie in einem Chat Ihre Fragen stellen. Probieren Sie es aus, fragen Sie nach Übereinstimmungen mit eigenen Präferenzen, lassen Sie die Aussagen der Parteien zu bestimmten Themen vergleichen, …

4 Wie kann man den Klimaschutz schneller vorantreiben?

Klimaschutz ist Menschenschutz – die Voraussetzung für ein gutes Leben jetzt und in der Zukunft. Wir setzen auf nachhaltige Energieversorgung und stehen hinter der klimaneutralen Neuausrichtung der BELKAW, wir stärken den Ausbau von Solarenergie und unterstützen die Zusammenarbeit der Stadt mit der Bürgerenergiegenossenschaft.

Wir setzen das städtische Klimaschutzkonzept konsequent um und investieren in Hitze- und Hochwasserschutz für sicheres Leben vor Ort. Durch die kommunale Wärmeplanung sorgen wir dafür, dass die Wärmeversorgung nachhaltig wird und langfristig bezahlbar bleibt. Mit mehr Grünflächen und dem Schwammstadt-Prinzip für Versickerung und nachhaltiges Wasser-Management machen wir Bergisch Gladbach klimaresilient und sichern die Lebensqualität in unserer Stadt. 

5 Wie wollen Sie Sanierung und Ausbau von Kita, OGS und Schulen beschleunigen?

Für den schnellen Ausbau und die unkomplizierte Sanierung von KiTas, OGS und Schulen braucht es Menschen, die diese Aufgaben umsetzen. Deswegen stärken wir die Schulbau GmbH und stocken ihr Personal weiter auf.

Für die Schul-Sanierungen nehmen wir die schon beschlossene Priorisierungsliste als Vorlage, um Struktur in die Vorhaben zu bringen und möchten sie so überarbeiten, dass auf kurzfristige Entwicklungen schnell reagiert werden kann. Damit können sich die Schulen auf Flexibilität in der Verwaltung verlassen. Das ist effizienter und zielführender als per Gießkannenprinzip Geld auszuschütten.

Die angespannte Lage bei den KiTa-Plätzen konnte sich in der letzten Zeit beruhigen. Dennoch stellen wir weiter vorausschauend sicher, dass genug Plätze für alle Kinder vorhanden sein werden. Verlässliche Öffnungszeiten und Unterstützung der Träger sichern die Qualität der Betreuung in den KiTas.

Diese Maßnahmen funktionieren nicht ohne Austausch zwischen Verwaltung und Einrichtungen. Wir setzen uns daher für eine bessere Zusammenarbeit zwischen der Stadt, Eltern und Schul-, OGS- und KiTa-Leitungen ein, damit schneller Probleme benannt und Lösungen gefunden werden können.

6 Welche Wege sehen Sie, Angebote für Senior:innen und die Jugend zu sichern? 

Senior*innen und Jugendliche brauchen Orte für Freizeit und Weiterentwicklung. Wir verpflichten uns, Öffnungszeiten, Personal und Angebote der Jugendzentren und Senior*innen-Begegnungsstätten abzusichern, wir fördern generationenübergreifende und inklusive Projekte sowie neue Initiativen.

Wir stärken die Sportvereine und öffnen Sport- und Aktionsflächen wie z.B. Sportanlagen an Schulhöfen für mehr Bewegungsräume am Nachmittag und am Wochenende. Wir stehen hinter unseren 

Mehrgenerationenparks und Begegnungscafés – damit alle Menschen in unserer Stadt Räume für Teilhabe, Freizeit und Austausch haben.

7 Wie wollen Sie dafür sorgen, dass Wohnen für alle Menschen bezahlbar ist? 

Auf dem Zanders-Gelände entsteht ein neues Stadtviertel. Dort wollen wir gutes und bezahlbares Wohnen ermöglichen. Die GRÜNEN stehen zum 30%-Ziel von gefördertem Wohnungsbau in Neubauprojekten.

Zusätzlich unterstützen wir moderne gemeinschaftliche Wohnformen wie Mehrgenerationen-Wohnen und Inklusionsprojekte und fördern Wohngenossenschaften, damit die Stadt nicht den Investoren gehört, sondern den Menschen, die hier leben.

Durch Nachverdichtung – ohne neue Flächen zu versiegeln – schaffen wir zusätzlichen Wohnraum in bestehenden Vierteln. 

8 Wie wollen Sie Migration und Integration so gestalten, dass unser Gemeinwesen nicht überfordert wird?

Migration überfordert das Gemeinwesen nicht – Rassismus und fehlende Teilhabe tun das. Bergisch Gladbach wächst mit den Menschen, die hier leben und arbeiten, egal woher sie kommen.

Die GRÜNEN setzen sich für eine faire Aufnahme und gute Unterbringung von Geflüchteten ein. Das ist rechtlich geboten und menschlich selbstverständlich. Mit einem vorausschauenden Ausbau der Unterkünfte sorgen wir dafür, dass nicht wieder Sporthallen zur Unterbringung verwendet werden müssen. Wir stärken Willkommensinitiativen, erleichtern den Zugang zu Sprachkursen und fördern lokale Integration durch Begegnung, Beteiligung und Zusammenarbeit in den Stadtteilen.

9 Was ist Ihr Leuchtturmprojekt für die nächsten fünf Jahre?

Die GRÜNEN machen Miteinander zum Stadtgefühl! Wir wollen eine Stadtgesellschaft, in der alle Menschen einen Platz haben. Durch Gleichberechtigung im Straßenverkehr, durch bessere Ansprechbarkeit der Verwaltung, mit Orten, an denen sich alle wohl fühlen dürfen und durch langfristigen Schutz des Lebens in unserer Stadt.

Durch gute Bildung und Betreuung, Angebote für Jung und Alt, bezahlbares Wohnen und durch Inklusion und Integration. In allen diesen Themen arbeiten wir für eine offene, inklusive Gesellschaft, die durch Zusammenarbeit und Beteiligung lebt.

Die GRÜNEN möchten eine Stadt, die allen gehört, in der niemand diskriminiert oder vergessen wird. Unser Leuchtturmprojekt ist daher nicht die eine Maßnahme, mit der wir Grüne Politik schmücken wollen. Es ist unsere Haltung: Alles, was wir politisch tun, wird für die Menschen in unserer Stadt gemacht – für eine Stadt für alle!

Weitere Informationen:
Wahlprogramm
Kandidat:innen
Website

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

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  1. Hier mal großes Lob an (fast) alle, die in (nicht nur) dieser Diskussion als auch überhaupt dank dem Bürgerportal über Parteigrenzen hinweg fair, oft kenntnisreich und anregend debattieren! Ich lerne jedenfalls dank Ihnen und dem Bürgerportal einiges und habe etliche meiner Meinungen bei neuem Sachstand geändert.
    So, dieses Kompliment möchte ich auch mal sagen ( gerade weil es -leider,leider- zu oft ein verpestetes Klima von unsachlichen Schmähungen und Herabwürdigung gibt).

    1. Jetzt werden viele feixen und können und wollen unfairerweise nicht zugeben, was wir Robert Habeck alles zu verdanken haben. Die dank ihm begonnene ökologische Energiewende ist jetzt unterbrochen oder wird vielleicht nach dem Motto „Nach uns die (ökologische) Sintflut“ sogar rückabgewickelt.

  2. Von welcher “klimaneutralen Neuausrichtung der BELKAW” ist die Rede?
    Mir wäre nicht bewusst, dass die Belkaw irgendwo Wind- oder Solarparks baut oder sich an deren Bau beteiligt.

    Insgesamt klingt vieles gut, bleibt aber vage und allgemein. Etwas konkretere Aussagen und Vorhaben würde ich mir schon wünschen.

    1. Ihre Parteikollegen sind doch schon lang genug im Aufsichtsrat und auch die Geschäftsberichte sind einsehbar.
      Die Belkaw ist an Biogas-Pool 2 und an einem Windpark beteiligt.

    2. BELKAW macht sich zukunftsfest, indem sie nun auch Energiedienstleistungen wie PV-Anlagen, Wärmepumpen und Wallboxen aus einer Hand in Zusammenarbeit mit regionalen Fachbetrieben anbietet und sich gemeinsam mit der RheinEnergie auch bei erneuerbaren Energien wie Solar- und Windprojekten engagiert. Ziel muss ja sein, das Geschäft unserer Stadtwerke auch in einer Zukunft ohne fossile Energieträger nachhaltig sicherzustellen.

      1. Sorry, aber das ist mir viel zu unkonkret. Wo baut die Balkaw neue Wind- oder Solarparks? Auf ihrer Homepage finde ich dazu 0,garnichts.

  3. Meine Meinung ist nicht relevant, ich meinte die Meinung der Bürger, lieber Drucker

    1. Die Sie woher so genau kennen? Ich habe eher den Eindruck, dass Sie Ihre eigenme Meinung extrapolieren.

  4. Warum haben die Grünen die zusammen mit der SPD- teilweise mit der Freien Wählern – nicht begonnen, IHR Wahlprogramm umzusetzen? Und warum geben sie Geld der Stadt aus, zB. Für Skater-Park, Laurentius Straße, Schildgen etc. Die Grünen sollten die Meinung der Bürger besser kennen!

    1. Meine Vorstellung als langjähriger Bürger dieser Stadt vertritt Rot-Grün. Mit allen den von Ihnen genannten Punkten. Und ich nehme auch positiv wahr, dass sie ihre Agenda, ihr Wahlprogramm sehr wohl umsetzen, zahlreiche Maßnahmen begonnen bzw. die Weichen richtig gestellt haben.

      So z.B. beim der Schulsanierung, der Errichtung neuer Kitas und der Gründung der Schulbaugesellschaft. Ein Radverkehrsnetz wurde geschaffen und befindet sich im Aufbau. Klima- und Baumschutzsatzung wurden erstellt und die Engstellen beim Straßenbau und der Sanierung sollen durch organisatorische Veränderungen in der Stadtverwaltung aufgelöst werden und Fahrt aufnehmen. Und vieles mehr…

      Gestern wurde das neue Schwimmbad mit Sporthalle in Refrath eröffnet.

      Es bleibt sehr viel zu tun und es gibt sicherlich ausreichend Verbesserungspotential. Ich bin aber überzeugt, das der eingeschlagene Weg gut ist, eine langen Atem benötigt – Geduld ist auch nicht meine Stärke – und hoffe daher, Rot-Grün können mit Marcel Kreutz als neuen Bürgermeister ihre Arbeit erfolgreich weiter führen.

  5. Wahlprogramme im Praxistest: Was bringt uns das GRÜNEN-Programm für Wohnraumschaffung und die Alten Stadthäuser?

    Vor jeder Wahl ist entscheidend, welche programmatischen Zusagen später als Grundlage für konkrete Projekte dienen können. Dieser Kommentar zeigt, wo das GRÜNEN-Programm im Rheinisch-Bergischen Kreis mit den Zielen unserer noch in Planung befindlichen Genossenschaft „Wohnraumschaffung – Alte Stadthäuser“ übereinstimmt – und fragt am Ende: Was haben die anderen Parteien zu bieten?

    „Mit der Rheinisch-Bergischen Siedlungsgesellschaft (RBS) haben wir einen starken Partner, um bezahlbaren, nachhaltigen und inklusiven Wohnraum zu schaffen. … Dabei steht sowohl der Ausbau des Bestands an bezahlbaren, barrierefreien und altersgerechten Wohnungen als auch die energetische Sanierung des Wohnungsbestands im Mittelpunkt.“ [Wahlprogramm GRÜNE: Seite 12, Kapitel 6 „Soziale Gerechtigkeit“]

    – Hier wird die Rolle der RBS-GmbH betont. Allerdings bleibt offen, ob auch Genossenschaften als Partner in den Blick genommen werden. Das SPD-Programm fordert ausdrücklich eine stärkere Berücksichtigung genossenschaftlicher Bauträger. Gerade die Kombination RBS-GmbH + Genossenschaften könnte Synergien schaffen: öffentliche Gesellschaft mit städtischem Auftrag (RBS-GmbH) + bürgergetragenes Modell mit Eigeninitiative und Innovationskraft.

    Offene Frage: Sind die GRÜNEN bereit, die RBS-GmbH systematisch mit Genossenschaften zu verzahnen, um im Sinne des Gemeinwohls schneller bezahlbaren Wohnraum zu schaffen?

    „Wir wollen die Bürgerenergiegenossenschaften im Kreis weiter stärken, damit sie sich in Klimaschutzprojekten und bei der Wärmeplanung engagieren.“ [Wahlprogramm GRÜNE: Seite 3, Kapitel 1b „Klimaschutz und erneuerbare Energien“]

    – Das zeigt: Die GRÜNEN sehen Genossenschaften als Erfolgsmodell. Bisher jedoch vor allem im Bereich Energie. Die Übertragung dieses Prinzips auf den Wohnungsmarkt wäre ein logischer Schritt – und hier setzt unser Projekt an.

    Offene Frage: Wenn Bürgerenergiegenossenschaften Vorbildcharakter haben – warum nicht auch Bürgerwohnungsgenossenschaften als Motor einer klimafreundlichen und sozialen Wohnungspolitik?

    „Wir setzen uns für die Entwicklung und Umsetzung von Hitzeaktionsplänen ein … Nachbarschaftsgärten und die Begrünung in den Quartieren fördern … ein Förderprogramm zur Anpflanzung von Bäumen auflegen.“ [Wahlprogramm GRÜNE: Seite 4, Kapitel 1c „Anpassung an den Klimawandel“]

    – Das deckt sich direkt mit unserem Ansatz, die Alten Stadthäuser nicht nur in Wohnungen, sondern in lebendige, grüne Quartiere mit Aufenthaltsqualität zu verwandeln. Genossenschaftlich gestaltete Innenhöfe, Begegnungszonen und Nachbarschaftsgärten (auf dem Dach), passen perfekt in dieses Konzept.

    „Unsere Demokratie lebt vom Mitmachen. Wir setzen uns dafür ein, Bürgerwerkstätten zu schaffen, ehrenamtliche Tätigkeiten zu unterstützen … und werden ein eigenes Förderprogramm zur Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements für Demokratie auflegen.“ [Wahlprogramm GRÜNE: Seite 9, Kapitel 4 „Jugend und Teilhabe“]

    – Genau hier trifft das GRÜNEN-Programm den Kern unseres Genossenschaftsmodells: echte Bürgerbeteiligung. In klassischen Wohnungsbauprojekten bleiben Bürgerinnen und Bürger meist Konsumenten. In unserer Genossenschaft werden sie Mitgestalter:
    – Eigentümer über Genossenschaftsanteile,
    – Mitentscheider über Versammlungen und Beiräte,
    – Mitgestalter durch Zeitkontingente und Engagement im Quartier.

    Das ist weit mehr als punktuelle Beteiligung in „Werkstätten“ – es ist dauerhafte Bürgerbeteiligung in gelebter Praxis. Damit wird unser Modell zu einer institutionalisierten Bürgerwerkstatt, die nicht nach Abschluss eines Projekts endet, sondern dauerhaft Mitbestimmung ermöglicht.

    Gerade hier liegt eine extreme Übereinstimmung zwischen GRÜNEN-Programm und unserem Konzept: Beide wollen mehr Demokratie, Mitsprache und bürgerschaftliches Engagement – wir liefern dafür das konkrete Werkzeug.

    „Bezahlbarer Wohnraum für alle … barrierefrei und altersgerecht.“ [Wahlprogramm GRÜNE: Seite 12, Kapitel 6 „Soziale Gerechtigkeit“]

    – Dieser Ansatz deckt sich direkt mit unseren Zielgruppen: ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich wohnperspektivisch verkleinern wollen oder müssen. Durch unser Modell wird im Gegenzug Wohnraum für Familien und Wohngemeinschaften frei. Hier zeigt sich erneut die Notwendigkeit, Genossenschaften ausdrücklich zu fördern, um diesen Hebel für den Wohnungsmarkt zu aktivieren.

    Zensus 2022: „0,0 %“ genossenschaftlich organisierter Wohnraum in Bergisch Gladbach (nur 7 Wohnungen).

    – Diesen Befund haben wir bereits im SPD-Kommentar kritisch hervorgehoben. Dass im Gegensatz zu anderen Städten im Zensus-Datenblatt kein Vergleich dargestellt wird, ist bemerkenswert.

    Die offene Frage gilt für SPD und GRÜNE: Welche Schritte wollen beide Parteien gemeinsam unternehmen, um diesen Wert endlich sichtbar und spürbar zu erhöhen?

    Gesamtbewertung:
    Das GRÜNEN-Programm liefert viele Bausteine, die unser Genossenschaftsmodell unmittelbar stützen: Energiegenossenschaften als Vorbild, Bürgerbeteiligung als Prinzip, klimafreundliche Quartiersgestaltung und Fokus auf altersgerechtes Wohnen. Doch: die klare Benennung genossenschaftlicher Bauträger im Bereich Wohnen fehlt noch. Hier muss nachgebessert werden.

    Offene Frage allgemein:
    Was haben die anderen Parteien zur Kommunalwahl zu bieten, auf das man sich nach der Wahl in ähnlicher Weise berufen kann, um unsere genossenschaftlichen Ziele – mit den Alten Stadthäusern als Startprojekt, aber im Kern auf das gesamte Konzept der Wohnraumschaffung ausgerichtet – gemeinsam voranzubringen?

    Unser Konzept nachzulesen unter:
    https://w104sz3kx.hier-im-netz.de/wordpress/ – wer es noch nicht kennt … Danke!

  6. Antwort 1 der Grünen “Wir setzen auf platzsparende und klimafreundliche Mobilität für alle.” sollte ergänzt werden um ” nur nicht Autofahrer”. Die einseitige Verkehrspolitik der Grünen führt zu mehr Standzeiten und mehr Abgasen; die Zuwächse des PKW-Verkehrs werden komplett negiert.

    1. Ist denn der Zuwachs des PKW-Verkehrs ein Naturereignis, dem man machtlos gegenübersteht?

      1. Zumindest ist es eine Tatsache, die in Bergisch Gladbach noch durch sinnlose Ampelschaltungen in den Folgen verschlimmert wird

      2. “führt zu mehr Standzeiten und mehr Abgasen”..
        ..”noch durch sinnlose Ampelschaltungen in den Folgen verschlimmert”

        Ein Tipp von einer Seniorin an Sie: Aktivieren Sie die Start-Stop-Funktion an Ihrem PKW einfach.
        Die Funktion dient nämlich dazu, den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen zu reduzieren, insbesondere im Stadtverkehr oder an Ampeln, wo häufig Stopp-and-Go-Situationen auftreten.

      3. Drucker, klar, Elektroautos und ältere Verbrenner-Modelle haben es bestimmt (noch) nicht.
        Aber warum schalten viele (die meisten?) PKW-Fahrer, die es nutzen könnten, diese Funktion einfach manuell aus?
        Beschweren sich aber (oder sind besorgt), wie hier z.B. Herr Held, über ZU VIELE ABGASE während “Standzeiten” und über, seiner Wahrnehmung nach “sinnlosen Ampelschaltungen”.

      4. Hallo Ulla,
        ich persönlich kann nachvollziehen, wenn man die Start-Stopp-Automatik abschaltet. Wenn ich an der Ampel stehe und das Auto ist “aus”, dann braucht es ewig bis der Wagen wieder an ist und ich losfahren kann. Und so manche Grünphase wurde verpasst.
        Und was die sinnlose Ampelschaltung angeht, so kann ich Christian Held auch zustimmen. Am Wochenende, in den Abend-, Nacht- und Morgenstunden ist an so mancher Kreuzung eine Ampelschaltung nicht erforderlich. Man steht ewig bei rot und kein weiteres Auto ist zu sehen.

      5. “das Auto ist “aus”, dann braucht es ewig bis der Wagen wieder an ist und ich losfahren kann”
        Hallo Herr Nüm, dann machen Sie etwas falsch oder Ihr Auto braucht eine neue Starterbatterie? Jedenfalls würde ich mal in eine Werkstatt fahren und fragen, woran das liegt (natürlich nur, wenn Ihnen das mit den vielen Abgasen wichtig ist).
        Mein Kleinwagen ist mittlerweile 11 Jahre alt, ich nutze diese Funktion seit 11 Jahren und er springt OHNE VERZÖGERUNG an.
        Es ist übrigens auch sehr angenehm, diese Funktion auf der Autobahn, insbesondere an den Grenzübergängen nach D. zu haben, wo man (danke CDU) mal schnell eine Stunde im Stopp-and-Go-Modus warten muss.

        “Man steht ewig bei rot”
        Gucken Sie spaßeshalber mal auf Ihre Uhr, das sind in der Regel 30 – 90 Sekunden, an kleineren Straßen schon mal 2 Minuten!!

    2. Einige Ampelschaltungen, wie z.B. auf der Odenthaler Str., sind in jeder Hinsicht kontraproduktiv.
      In den Nebenzeiten (ca. 22 Uhr bis 6 Uhr) fährst du mit erlaubten 50 km/h durch die menschenleere Stadt. Solange kein Verkehr ist, zeigen die Ampeln dauergrün. Sobald sich jedoch ein Fahrzeug nähert, wird auf rot geschaltet. Man muss bis auf ca. 20 km/h verzögern, dann schaltet die Ampel kurz vor dem anhalten wieder auf grün.
      Effekt: Höherer Verbrauch, höhere Umweltbelastung, höhere Lärmbelastung der Anwohner durch den unnötigen Beschleunigungsvorgang.

      Die Ampeln so zu schalten, hat irgendwann mal irgendwer entschieden. Und seit Jahrzehnten nervt diese oberlehrerhafte Gängelei.

  7. „Das Stadtbild möchten wir mit Entsiegelung und mehr Bepflanzung aufwerten.“

    und

    „Mit mehr Grünflächen und dem Schwammstadt-Prinzip für Versickerung und nachhaltiges Wasser-Management machen wir Bergisch Gladbach klimaresilient und sichern die Lebensqualität in unserer Stadt.“

    Diese Ambitionen der Grünen lesen sich gut – in der politischen Realität der vergangenen Jahre war davon allerdings leider wenig zu sehen.

    Weder bei den großen Bauprojekten in Bergisch Gladbach, noch beim „Jahrhundertprojekt“ Schloßstraße in Bensberg spiel(t)en sie eine große Rolle. Auch nicht bei der Planung des Deutschen Platzes und der neuen Feuerwache Süd (beides Bensberg). Und auch im so dringlich von den Grünen eingeforderten Klimaschutzkonzept fehlt jede gezielte Ambition in Richtung Entsiegelung und Grün.

    Ob sich dies in den kommenden Jahren wirklich ändern wird? Das wäre ja fast eine 180-Grad-Wende.

    Ich greife mir dieses spezielle Thema heraus, weil ich es im wahrsten Sinne des Wortes im Umfeld der anderen dringenden Herausforderungen untergehen sehe.

    Und weil ich den Grünen vor einigen Jahren noch zugetraut hätte, sich energisch für Umwelt und Klima in unserer Stadt einzusetzen. Und beides eben NICHT in “politischen Kompromissen” untergehen zu lassen.

    Vielleicht sind die oben zitierten Aussagen ja ernst gemeint und ein Stück der Leidenschaft für Natur, Umwelt und Klima – und damit für die Lebensqualität in unserer Stadt – kehrt bei den Grünen tatsächlich zurück.

    Ich fände es prima!

  8. Ich hätte gerne konkreteres zu Punkt 8
    gewusst:
    ,,Wir stärken Willkommensinitiativen, erleichtern den Zugang zu Sprachkursen und fördern lokale Integration durch Begegnung, Beteiligung und Zusammenarbeit in den Stadtteilen.‘‘

    Ich selbst leite seit 10 Jahren eine der wenigen verblieben Willkommensinitiativen in BGL in Refrath
    Ich möchte konkret wissen wie wir gestärkt werden, wie soll der Zugang zu Sprachkursen erleichtert werden
    Wie soll die Zusammenarbeit konkret aussehen?
    Ich kann als Leiterin der Initiative Willkommen in Refrath/ Frankenforst feststellen, dass wir in vielen Bereichen aktuell überfordert sind .
    Herzliche Einladung zum Austausch und zur Begegnung und zur konkreten Lösungsfindung.
    Brigitta Opiela
    Mitglied der CDU und Leiterin der Willkomensinitive Refrath/Frankenforst

    1. ” lokale Integration durch Begegnung, Beteiligung und Zusammenarbeit”

      Dies alles dürfte jedenfalls gefördert werden und wesentlich leichter fallen, wenn man die Aufnahmeeinrichtungen nicht so weit Abseits und möglichst unattraktiv gestalten würde, wie das in der Vergangenheit der Fall war bzw. forciert wurde.
      Viele würden sicherlich dort eher helfen, wenn die Aufnahmeeinrichtung in zentrumsnähe, fußläufig erreichbar und sichtbar wäre.

    2. Willkommensinitiativen leben ja vom enormen ehrenamtlichen Einsatz. Solchen Einsatz wollen wir gezielt stärken. Dafür sollte die Neuausrichtung der städtischen Ehrenamtsstelle diskutiert werden, damit Engagement erfolgreich beworben und vermittelt werden kann.

      Wir GRÜNE stehen für ein demokratisches Zusammenleben vor Ort in den Stadtteilen. Dort brauchen Initiativen das nötige Geld für Räume, Material und – wo nötig – auch für Personal, um Begegnung zu ermöglichen. Im engen Stadthaushalt ist eine Ausweitung der freiwilligen Mittel für den sozialen Bereich zwar nicht leicht, aber gerade diese Initiativen tragen ja eine lebendige Stadtgesellschaft und verdienen deshalb auch die entsprechende Wertschätzung und Unterstützung.

      Die GRÜNEN möchten eine Stadt mitgestalten, die eine offene Willkommenskultur lebt. Dazu gehört, Migration als Bereicherung zu sehen, und keine zusätzlichen Hürden durch unnötige Regulierungen (z. B. Bezahlkarte) aufzubauen.

      Lass uns sehr gerne mal über konkrete Umsetzung sprechen, ich freue mich auf Deine Anregungen!

      Joshua Vossebrecker (Co-Sprecher BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bergisch Gladbach)

  9. Ich schreibe mal den gleichen Kommentar, den iäch bei der CDU geschrieben habe.

    Vielleicht gibt es ja von den Grünen eine Antwort ;-)

    Tolle Antworten, von denen die meisten leere Worthülsen sein dürften.

    Was soll eigentlich oder anders gefragt wann wird endlich etwas gegen den immer mehr zunehmenden Fluglärm unternommen?

    Insbesondere in der Nacht, wenn ab 4 nicht mehr an Schlaf aufgrund des Lärm zu denken ist.

    Jeder Bürger, der in der Nacht solch einen Lärmterror veranstalten würde, wäre ganz schnell angeklagt und verurteilt.

    Statt nur mit großartigen Versprechungen auf Pöstchen zu schielen wäre mal tatkräftige Unterstützung durch die Politik gefragt.

    Zum Wohlergehen und Erhaltung der Gesundheit des Wählers.

    Vielleicht mal eine warme Sommernacht im Raum Moitzfeld oder den Höhendörfern bei offenem Fenster verbringen

    Haben die Grünen vielleicht eine konkrete Antwort?

    Bärbel Höhn war bei ihrer Wahl damals auch ganz groß angetreten und wollte etwas gegen diesen infernalischen Lärm in der Nacht unternehmen.
    Ein Grund bei der Landtagswahl unter Wolfgang Clement die Grünen zu wählen.
    Ich hab es nie wieder gemacht. Von Fluglärm in der Nacht war nicht mehr die Rede.

    Und die autofreie Fußgängerzone von Bensberg ?
    Eher wird Bergisch Gladbach die umweltfreundlichste Radfahrerstadt von Deutschland…..

    1. Abflug Köln in der nächsten Nacht:
      01:50 – Bodrum (BJV)
      01:50 – Istanbul-Sabiha Gökcen (SAW)
      01:50 – Istanbul-Sabiha Gökcen (SAW)
      02:15 – Izmir (ADB)
      02:20 – Antalya (AYT)
      02:30 – Heraklion (HER)
      02:45 – Antalya (AYT)
      03:00 – Antalya (AYT)
      03:10 – Hurghada (HRG)
      03:15 – Antalya (AYT)
      03:30 – Antalya (AYT)
      03:40 – Antalya (AYT)
      03:45 – Antalya (AYT)
      03:50 – Antalya (AYT)

  10. Immerhin erkennen die Grünen, dass der Autoverkehr abnehmen müsste, um die Verkehrsprobleme zu lösen. Leider wird aber ähnich wie bei der CDU nicht erklärt, wie “Gleichberichtigung im Straßenverkehr” zu messen wäre.