Der Kalander-Saal gehört zum künftigen Altstadt-Quartier. Foto: Thomas Merkenich

Die Umgestaltung des Zanders-Areals in ein modernes Stadtquartiers wird Schritt für Schritt konkreter. Der zuständige Ausschuss beschloss ein Konzept für die Offenlegung der Strunde und den Abriss von Nebengebäuden, nach intensiver Diskussion über Klimafolgen und Kosten. Für die Gründung einer Energie GmbH wurde die Basis gelegt.

Wir fassen die wichtigsten Debatten und Entscheidungen des Ausschusses zur Konversion des Zanders-Geländes zusammen.

Für die Offenlegung der Strunde, die bislang weitgehend unterirdisch das Zanders-Areal durchquert, waren vier Varianten ausgearbeitet worden. Nach Vorstellung und Diskussion im (nicht-öffentlichen) interfraktionellen Arbeitskreis stimmte der Ausschuss am Mittwoch der Variante 1 ohne weitere Debatte zu. Demnach soll die Strunde von Norden nach Südosten quer durch das Gelände geführt werden.

Der Plan zeigt die beiden zuletzt gewählten Varianten, beschlossen wurde die weiter südlich gelegene Variante 1.
Details zur Streckenführung

Im ersten Abschnitt der Variante 1 führt die Strunde unmittelbar durch das ehemalige Fabrikgelände und durchquert dabei das Gebäude „Zellstofflager“ (Gebäude 89E), um sich dann zwischen dem Verwaltungsgebäude (Geb. 231) und den denkmalgeschützten Gebäuden „Bleicherei und Museum“ (Gebäude 26 und 27) nach Süden zu bewegen. Der neu geschaffene Gewässerlauf erhält meist ein 4 m breites Profil mit Sohlbreiten von 1,2 m bis 1,5 m und einer nach Westen ausgerichteten Böschung. Straßenseitig wird das Gewässer mit einer Ufermauer begrenzt. Die Tiefe der Strunde ist hier mit ca. 1,1 m sehr flach, so dass sich nur eine ca. 3 m breite Böschung ergibt. Die Böschungen schließen an gebäudenahe Grünbereiche an und integrieren diese.

Es ergeben sich mehrere Überwege: Eine Fahrverbindung von der Tiefgarage unter Vewa 3 (Geb.152), eine Fußgängerbrücke zum Eingang der Vewa 4 (Geb. 231) und die Querung der Verbindungsstraße zur Gohrsmühle. In allen Fällen wird die Sohle des Gewässers mit naturnahem Substrat weitergeführt, um die Sohldurchgängigkeit sicher zu stellen. Dieser erste Abschnitt der V1 wird nach der Vorplanung großzügiger eingeordnet, als dies im Rahmen der Machbarkeitsstudie möglich schien. Vor allem der Abschnitt vor dem Feststofflager (Geb. 89E) kann als Trittstein für eine naturnahe Gewässerentwicklung angelegt werden.

Neben Vewa 4 und der Verbindungsstraße zur Gohrsmühle kommt eine enge Passage, mit dem Straßendurchlass und den eng stehenden Gebäuden und Wegeverbindungen. Die Gewässerplanung sieht hier ein 4 m breites Kastenprofil mit Sohltiefe bis ca. 2 m vor. Als Entwicklungsbeispiel dieses Abschnittes kann die offene Strunde vor der Odenthaler Straße herangezogen werden.

Der zweite Abschnitt beginnt nach der Unterquerung der Verbindungsstraße zur Gohrsmühle. Dort öffnet sich das Gewässer zum Platz neben dem denkmalgeschützten Pförtnergebäude (Vewa 5) etwas, um dann in Richtung Gleispark zu fließen. Hier gibt es nochmals eine Fußgängerbrücke und vor der Halle 1A einen befahrbaren Durchlass in einer Breite von 5 m.

Das Gewässer wird ab dem Platz neben Vewa 5 einseitig geböscht und auf der Gegenseite mit Ufermauer geführt. Die Gleise werden bis zur Böschung geführt und nach der Ufermauer wieder aufgenommen.

Dieser so gestaltete zweite Abschnitt verläuft bis hinter das Gebäude „Staplerwerkstatt“ (Geb. 35), um danach in den großzügigen letzten Abschnitt zu münden. Der Verlauf durch die dann teilweise zurückgebaute Halle 1A (Geb. 36) erfolgt mit 2 m Abstand zur Staplerwerkstatt und 5 m zur Halle 1A. Das Gewässer hat bis hierhin eine einseitige Ufermauer und eine Sohlbreite von 3 m und 8 m Böschungsbreite. Die Tiefenlage des Gewässers liegt ca. 2,6 m – 2,8 m unter Gelände.

Die Tiefenlagen sind im letzten Abschnitt hoch und die Böschungsbreiten erheblich. Hier gibt es keine konkurrierenden Nutzungen. Die Böschungen und Ufer sind Gehölzbestanden und die Zugänglichkeit an das Gewässer wird eingeschränkt, um hier wieder eine echte Trittsteinfunktion herzustellen. In diesem Abschnitt kann eine erhebliche Anzahl an Biotopelementen integriert werden. Die Breite des Gewässers wird bis zu 25 m bei einer Tiefe von über 3 m entwickelt.

Die Planvariante V1 ist gekennzeichnet durch 2 Trittsteinbereiche (der Erste neben
dem nördlichen Bereich „Exzellenzbaustein“ und der Weitere südlich der Staplerwerkstatt Geb. 35) und einem urban gestalteten mittleren Abschnitt. Dieser urbane Teil wird durch die Realisierung einer durchgehenden Gewässersohle mit standortgerechtem Substrat und die Gestaltung von staudigen oder gehölzbestandenen Bermen im Sohlbereich aufgewertet. Die Sohle ist 3-4 m breit, die Gewässerbreite liegt bei 1,2 m -1,5 m. Der restliche Sohlbereich wird ca. 0,2 m höher angelegt und durch Stauden- und Gehölzbewuchs naturnah gestaltet. Der Eingriff in alten Baumbestand ist in dieser Variante gering zudem werden größere asphaltierte
Flächen entsiegelt.

Alles Infos zur Offenlegung der Strunde finden sich im Ratsinformationssystem

Teuere Abriss

Um die großen denkmalgeschützten Gebäude im Zentrum des Geländes potenziellen Investoren präsentieren zu können sollen rund um Kalandersaal, Sortiersaalgebäude und Lagerhochhaus im kommenden Jahr eine ganze Reihe von Nebengebäuden abgerissen werden. Dafür veranschlagt die Zanders Entwicklungsgesellschaft (ZEG) Kosten in Höhe von 7,4 Millionen Euro.

Die grün schraffierten Gebäude rund um die denkmalgeschützten Bauten in grau sollen abgerissen werden.

Josef Cramer (Grüne) kritisierte dieses Vorgehen – diese Kosten hätte die Stadt doch auf den künftigen Investor abwälzen können. Das hätte gravierende Nachteile, entgegnete ZEG-Geschäftsführer Oliver Brügge, weil für die drei Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von immerhin 17.500 Quadratmeter sehr wahrscheinlich nicht ein, sondern drei Investoren benötigt würden. Zudem seien rund um das Gebäude-Ensemble des sogenannten Altstadtquartiers viele öffentliche Plätze und Straßen geplant.

Erste Überlegungen zur Nutzung des Altstadtquartiers

Eine längere Debatte entbrannte über die Frage über die Auswirkungen auf den Klimaschutz. Im Strukturatlas hatte sich die Stadt u.a. darauf festgelegt, alle Materialen, die beim Abriss anfielen, wieder zu verwenden – im Sinne einer klimaschonenden Kreislaufwirtschaft. Ein Prinzip, an das Vertreter der SPD und Grünen erinnerten – und davor warnten, es gleich beim ersten konkreten Abrissprojekt zu missachten.

Dem hielten Brügge und CDU-Fraktionschef Michael Metten entgegen, dass es sich hierbei um eine „Vision“ bzw. Zielvorstellung handele, die sich an den Realitäten messen lassen müsse. Das Ziel werde von allen hochgehalten, doch gebe es auf dem Markt bislang keine Konzepte, wie das in der Praxis vollständig umgesetzt werden könne. Bauteile oder auch nur das kleingemahlene Material komplett auf dem Gelände wieder zu verwenden, sei ohnehin illusorisch, daher müssten regionale Lösungen gesucht werden, sagte Metten.

Brügge kündigte an, das Konzept der Kreislaufwirtschaft Stück für Stück zu erproben, zum Beispiel beim Umzug der Stadtbücherei in das Kantinengebäude.

Der Ausschuss stimmte dem Verwaltungsvorschlag zum Abriss der Nebenbauten einstimmig zu, bei Enthaltung von Josef Cramer.

Auch die ehemalige Schreinerei am der Mainstreet, ein Flachbau aus den 1960er Jahren wird abgerissen, beschloss der Ausschuss einstimmig. Dieses Gebäude ist schwer mit Schadstoffen belastet und daher nicht weiter verwendbar. Die Fläche soll voraussichtlich als Erweiterung des anschließenden Büstengartens genutzt werden.

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Gründung einer Energie GmbH

Gemeinsam mit der Belkaw (bzw. RheinEnergie) will die Stadt als Minderheitsgesellschafter eine Energie GL GmbH gründen, die sich um die komplette nicht-fossilen Energieversorgung des Zanders-Areals und und womöglich auch angrenzender Gebiete kümmern soll.

Dabei geht um ein Projekt mit sehr hohen Investitionssummen und potenziell gewichtigen Konsequenzen, sowohl für die Finanzen der Stadt wie für die Belkaw. Auch diese Punkte waren im interfraktionellen Arbeitskreis besprochen worden, doch nach Auffassung der CDU fehlen noch immer einige Daten und Fakten, seien einige Konsequenzen noch nicht bis zum Ende durchdacht. Daher warnte Metten vor einem voreiligen Beschluss.

Bürgermeister Frank Stein, unterstützt von Grünen und SPD, hielt dem entgegen, dass mit diesem Beschluss nur die Basis für eine Gründung gelegt werde – bis zum tatsächlichen Startschuss könnten alle Konsequenzen in Ruhe geprüft und Festlegungen auch revidiert werden.

Nachdem auf Vorschlag der CDU eine weitere Formulierung zur Prüfung der finanziellen Auswirkungen auf Stadt und Belkaw eingeführt wurde, stimmte der Ausschuss dem Beschlussvorschlag mehrheitlich zu, bei Enthaltung der FDP und einem Nein des Einzelratsmitglied Fabian Schütz.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Die 7,4 Millionen für den Abriss der Nebengebäude erscheint mir sehr hoch veranschlagt, selbst wenn einiges belastetes Material gesondert entsorgt wird. Wie kommt man auf diese Summe?

    1. Ein wesentlicher Teil der aktuell veranschlagten Abrisskosten resultiert aus den stetig steigenden Deponie- und Entsorgungskosten, die sich in den vergangenen Jahren massiv verteuert haben. Gerade deshalb ist der Blick auf die REGIONALE-Veranstaltung im Mai 2025 auf dem Zandersgelände wichtig: Dort stand in zahlreichen Vorträgen und Diskussionsrunden die Wiederverwendung von Baustoffen und die Nutzung der im Bestand gebundenen grauen Energie im Mittelpunkt.
      • „Aus grau wird gold!“ – ein Impuls zur intelligenten Flächen- und Ressourcenentwicklung.
      • „Aus Resten werden Ressourcen!“ – Diskussion über Kreislaufwirtschaft im Bauen.
      • „Jeder Kubikmeter zählt!“ – Appell, die Potenziale vorhandener Strukturen ernsthaft zu prüfen.
      • „Transformation gestalten!“ – Reiner Nagel (Bundesstiftung Baukultur), der eindringlich auf die Wertschätzung des Bestands verwies.
      https://www.bundesstiftung-baukultur.de/publikationen/material-fuer-vortraege?utm_source=chatgpt.com

      Die Frage bleibt allerdings, ob die zahlreichen Teilnehmenden – darunter auch viele politische Entscheidungsträger – diese Veranstaltung als ernsthaften Arbeitsauftrag verstanden haben oder lediglich als eine visionäre Schau, die man wohlwollend beklatscht, ohne sie in die Realität zu übertragen. Denn die Ansprechpartner und Fachleute waren vor Ort, haben ihre Expertise angeboten und konkrete Wege aufgezeigt – wer das nicht verstanden hat, wollte es vielleicht auch gar nicht verstehen.

      Natürlich wird es ohne Rückbau nicht immer gehen, insbesondere bei kontaminierten Bauten oder Böden. Doch entscheidend ist, dass man sich vorab ausreichend Gedanken macht, wie viel erhalten, umgebaut oder in Kreisläufen genutzt werden kann, bevor teure Entsorgung und der Verlust grauer Energie zur Regel werden – denn Bestandsgebäude gibt es noch genug, nicht nur auf dem Zandersgelände.

      Danke!

  2. Mein Beitrag bezieht sich nicht auf die Planung und die diversen Projekte. Ich bin begeistert von dieser Präsentation. Ich habe schon etwa 10 Führungen durch das Zanders-Gelände mitgemacht und immer wieder Neues entdeckt – je nachdem zu welchem Zeitpunkt, mit welchem Schwerpunkt, in welchem Bereich und welche Person durch das Gelände geführt hat.
    Diese Präsentation ergänzt das alles wunderbar. Ich könnte mich Stunden lang damit beschäftigen. Vielen Dank!

  3. Kommentar zur Gründung der Energie GL GmbH

    Die Gründung der Energie GL GmbH ist ein richtungsweisender Schritt für Bergisch Gladbach. Gemeinsam mit der BELKAW – und damit mittelbar auch mit der RheinEnergie AG als Hauptgesellschafterin der BELKAW – stellt sich die Stadt als Gesellschafterin an die Spitze der Energiewende vor Ort. Damit wird der Weg frei für eine zukunftsfähige Energieversorgung des Zanders-Areals und „perspektivisch auch weiterer Quartiere“ (§ 2 Gesellschaftsvertrag).

    Die Vorteile liegen auf der Hand:
    • Kommunale Steuerung und Kontrolle: Mit einem Sitz im Aufsichtsrat, klaren Berichtspflichten und der Einbindung des zentralen Controllings der Stadt ist gewährleistet, dass politische Gremien jederzeit Einblick haben und steuernd eingreifen können.
    • Klare Eigentümerstruktur: Die Energie GL GmbH wird getragen von der Stadt Bergisch Gladbach (25,1 %) und der BELKAW GmbH (74,9 %). Die BELKAW ist wiederum mehrheitlich im Eigentum der RheinEnergie AG (Köln). Damit steht hinter dem Projekt ein starker regionaler Energieversorger mit Fachwissen und Finanzkraft, gleichzeitig bleibt die Stadt als Minderheitsgesellschafterin eng eingebunden.
    • Stärkung der lokalen Daseinsvorsorge: Das Projekt schafft Planungssicherheit für Unternehmen und Bürger, stärkt die Versorgungssicherheit und ist ein zentraler Baustein für Klimaschutz und Dekarbonisierung.
    • Langfristige Stabilität: Im Unterschied zu rein privaten Investoren geht es nicht um kurzfristige Rendite, sondern um Tarifstabilität, Nachhaltigkeit und Gemeinwohlorientierung.

    Natürlich ist richtig, dass es sich um ein Großprojekt mit erheblichen Investitionen handelt. Deshalb ist die im Ausschuss auf Vorschlag der CDU eingefügte Ergänzung zur Prüfung der finanziellen Auswirkungen für Stadt und BELKAW ein wichtiges Signal. Die Entscheidung ist aber kein „Blankoscheck“, sondern schafft zunächst nur den Rahmen für die Gründung – alle konkreten Projekte müssen später im Detail geprüft, beschlossen und bei Bedarf angepasst werden.

    Gerade deshalb sollte die Chance genutzt werden, den Gesellschaftsvertrag klarer zu fassen: Der § 2 des Vertrags legt als Unternehmenszweck die Wärme- und Kälteversorgung fest.

    Von Investitionen in Gaskraftwerke oder kleine Atomkraftwerke (SMR) ist hier keine Rede. Doch da die Bundesregierung aktuell u. a. wieder über den Neubau von Gaskraftwerken diskutiert und am Zanders-Areal mit hoher Wahrscheinlichkeit eine ausreichend dimensionierte Gasleitung vorhanden ist, könnte eine spätere Reaktivierung fossiler Nutzung rechtlich nicht ausgeschlossen sein, solange dies im Vertrag nicht explizit untersagt wird.

    Um spätere Fehlentwicklungen oder Zielkonflikte zu vermeiden, wäre es daher sinnvoll, ergänzend klarzustellen, dass Beteiligungen an fossilen Kraftwerken oder Atomtechnik explizit ausgeschlossen sind.

    So wird das Profil der Gesellschaft eindeutig: Energie GL GmbH steht für eine erneuerbare, lokale, sichere und transparente Energieversorgung – und nicht für alte Technologien, die uns nur neue Abhängigkeiten bescheren würden.

    P.S.: Die Alten Stadthäuser könnten direkt in die Wärme- und Kälteversorgung mit eingebunden werden.

    Danke!

  4. Irgendwie kann ich in der Planung keinerlei öffentlichen Personen-Nahverkehr erkennen. Gleise würden ja liegen, warum werden diese nicht an die Straßenbahn angebunden?

    1. Naja, vielmehr muss man nun endlich eine Lösung für den entstehenden PKW/LKW Verkehr einplanen. Daher muss dringend an der Bahndammtrasse der entsprechende Prozess fortgesetzt werden. Ich persönlich halte es für unrealistisch einen kompletten neuen Stadtteil ohne eine Lösung für den individuellen Verkehr zu planen. Dies würde für Bensberg und Refrath den endgültigen Verkehrskollaps bedeuten und das Zandersviertel in Teilen nicht vermarktbar machen. Viele Grüße Robert Martin Kraus CDU Refrath/Frankenforst

      1. Herr Kraus,
        ​Mit Verlaub: Ihr Fokus auf die Lösung des Individualverkehrs über die Bahndammtrasse ist in der Planung eines neuen Stadtteils im Jahr 2025 hoffnungslos veraltet und ein strategischer Fehler. Die Planung eines zukunftsfähigen Quartiers primär auf der Grundlage von Straßenbau für den motorisierten Verkehr zu verankern, ignoriert die Realitäten des Klimawandels und die erfolgreichen urbanen Konzepte Europas.

        ​Sie argumentieren, ein Stadtteil sei ohne eine PKW-Lösung “nicht vermarktbar”. Das Gegenteil ist der Fall! Ein neuer, moderner Stadtteil, der den Menschen eine hohe Lebensqualität bietet, muss autofrei oder zumindest autoarm sein.

        ​Schauen Sie nach Hamburg (Hafencity, Überseequartier) oder international nach Freiburg (Vauban), nach Kopenhagen oder Amsterdam: Diese Städte gewinnen Einwohner und Investoren gerade wegen ihrer klaren Priorisierung von Fahrrad, Fußverkehr und leistungsstarkem ÖPNV, nicht wegen breiter Autotrassen. In diesen Quartieren sind Stellplätze teuer, oft ausgelagert und der Alltag findet ohne eigenes Auto statt. Dort steigen die Immobilienpreise, weil die Lebensqualität so hoch ist.

        ​Die Bahndammtrasse für den PKW-Verkehr zu opfern, wäre eine verpasste Jahrhundertchance. Die Gleise müssen zwingend für eine schnelle, effiziente Anbindung an die Straßenbahn/Schiene genutzt werden. Alles andere würde Bergisch Gladbach als rückwärtsgewandt abstempeln und den Verkehrskollaps langfristig nur verschlimmern, da jede neue Straße nur noch mehr Autos anzieht (induzierter Verkehr).

        ​Wir brauchen keine weitere Straße für den PKW-Verkehr der Vergangenheit, sondern eine Schienenverbindung für die Mobilität der Zukunft.

      2. Die Idee der Bahndammtrasse als Straßenverbindung ist seit Jahren mausetot. Auch wenn alle paar Jahre jemand versucht, diesen Zombie wiederzubeleben. Da hätte die alte Planung für die L286n noch größere Chancen auf Realisierung.

      3. Klar, die Gladbacher fahren dann über den Bahndamm, um sich hinten im Stau anzustellen, anstatt in Refrath draufzufahren.

        Bindet endlich Brück, Merheimm, Kalk etc. mit einer Bahnlinie an den Bahnhof GL Zentrum an. Das würde Entlastung und Mehrwert bringen.

      4. so gross ist das zandersgeläne auch nicht, dass man da eine strassenbahn durchlegen muß. eine duchfahrt mit einer buslinie ist sicher hilfreich. und zur fahrradstadt wird GL auch in 20 Jahren nicht.
        den verkehrskollaps haben wir jeden tag in BGL. auch ohne pnedelverkehr steht oder kriecht der verkehr auf allen hauptadern. aber das ist so gewollt und wird akzeptiert…

      5. Die Straßenbahn dürften und sollten auch andere benutzen, nicht nur die Leute auf dem Zandersgelände.

      6. Es gibt eine Lösung für den Individualverkehr: Ein leistungsfähiges Radwegenetz!
        Dann löst sich der tägliche Stau in Luft auf, und die Anwohner:innen freuen sich über weniger Lärm + Abgabe.

        Zur Erinnerung: Eine Straße auf dem Bahndamm würde mehr KFZ-Verkehr in die Innenstadt ziehen. Die Dolmanstraße würde *nicht* entlastet.

      7. Und täglich grüßt das Murmeltier! Als CDU-Lobbyist des “Autobahnzubringer e.V.” versuchen immer und immer wieder durch den kleinen Rückwärtsspiegel des Autos zu schauen, anstatt nach vorne durch die große Windschutzscheibe und damit in die Zukunft der Stadtentwicklung zu schauen, damit sich die Lebens- und Aufenthaltsqualität in Bergisch Gladbach weiter verbessert. Und wie sie selber schreiben, ist der Autobahnzubringer Ihre persönliche Meinung. Deshalb stehen Sie auch dem Verein “Autobahnzubringer e.V.” sehr nahe. Da hilft es auch nicht dem Verein einen neuen positiven Vereinsnamen wie “Nachhaltige Mobilität GL e.V.” zu verpassen. Der öffentliche Nahverkehr sollte weiter vorangetrieben werden.