Die Pizzeria ist doch neu? Ja – und nein: Neben dem Löwen City Center hat das „Casa d’Italia“ tatsächlich erst vor drei Monaten eröffnet. Allerdings gab es die Pizzeria von Agim Veliu schon an anderer Stelle, und zwar 13 Jahre lang. Wer weiß wo? Auflösung im Text – plus ein Testbesuch am neuen Standort.

Sonne durchflutet das kleine Lokal, italienische Popmusik schallt uns entgegen. Eine Frau ist mit uns eingetreten, sie läuft zielstrebig zur modernen, dunkelgrau verkleideten Theke. „Eine Margherita?“, fragt der Mann mit den kurzen, leicht gelockten Haaren, „ja!“, entgegnet die Frau.

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Während er die Pizza einpackt, plaudern sie, es scheint nicht das erste Mal zu sein. Nachdem sie sich freundlich verabschiedet haben, kommt der Mann zu uns an den Tisch, an den wir uns inzwischen gesetzt haben. Offen und herzlich begrüßt er meinen fünfjährigen Sohn, erzählt sofort von seinem eigenen Kind – leider alles andere als eine Selbstverständlichkeit im Restaurant, umso positiver fällt es mir auf.

Wir befinden uns im „Casa d’Italia“, einer Neueröffnung neben dem Löwen City Center – oder eigentlich einer Wiedereröffnung. Ganze 13 Jahre lang führte Agim Veliu die gleichnamige Pizzeria in der Rheinberg-Galerie, bis vor drei Jahren. Dann eröffneten er und seine Familie das „Zalero“ in Bensberg. Vor knapp drei Monaten kam nun das Lokal mit dem alten Namen am neuen Standort hinzu.

Casa d’Italia
Hauptstraße 155
51465 Bergisch Gladbach
Tel.: 02202 / 4605656
Email: veliu.casaditalia@gmail.com

Öffnungszeiten: Mo-Sa 12-18 Uhr

Einige Stammkund:innen aus der Rheinberg-Galerie hätten die Wiedereröffnung schon mitbekommen und seien freudig im neuen Lokal erschienen, erzählt er. Viele wüssten es aber auch noch nicht.

Das neue „Casa d’Italia“

Er selbst freut sich, mit dem alten, neuen „Casa d’Italia“ wieder in der Innenstadt präsent zu sein. Allerdings ist hier doch einiges anders als im Einkaufszentrum: Mit nur 16 Tischen drinnen und draußen (ohne Außengastronomie deutlich weniger) sei es schwer, einen guten Umsatz zu machen. Daher liege ein Schwerpunkt auf Essen zur Abholung. Demnächst werde er sich auch mit Lieferung auseinandersetzen müssen, sagt er und lacht.

Lieber würde er einfach nur vor Ort Menschen bewirten – das sagt er nicht, aber das merkt man. Er redet gern mit seinen Gästen. Ist ganz entspannt, was unsere Extra-Wünsche angeht (Pasta mit Pfifferlingen ohne Sahne? Kein Problem. Eine Kinderportion Nudeln nur mit Tomatensoße? Klar!). Nur mein Mann bestellt eine Pizza All’Arrabiata genau so, wie sie in der Karte steht (13,90 Euro).

Auf dem Weg zur Küche begrüßt Veliu ein Paar, das gerade hereinkommt und fragt, ob es seinen Hund mit reinnehmen dürfe. „Wenn er uns nicht beißt“, sagt er und lacht wieder.

Moderne Einrichtung, klassische Karte

Nachdem unsere Bestellung aufgegeben ist, kann ich mich in Ruhe umsehen: Das Lokal ist ganz modern renoviert worden, Tische und Stühle in Holzoptik und schwarzem Metall bilden einen schönen Kontrast zur mintfarbenen Wand.

Wir sitzen an der Fensterseite auf einer dort eingelassenen Sitzbank auf gemütlichen, grauen Sitzkissen. Das Paar mit Hund hat sich gegenüber von uns an einem Hochtisch mit Barstühlen niedergelassen. Auf jedem Tisch stehen ein künstliches Pflänzchen mit kleinen, bunten Blüten, klassisch italienische Salz- und Pfeffermühlen sowie ein kleiner Holzblock mit dem brandgemalten Schriftzug „Casa d’Italia – Pizzeria & Ristorante“.

Darin steckt die Karte. In dieser findet man neun verschiedene Pizzavarianten, von „Margherita“ (10,50 Euro) über „Tonno & Cipolla“ (13,90 Euro) bis hin zu „Salmone“ (15,50 Euro), aber auch acht Pastagerichte (ab 12,50 Euro), sechs Salate (ab 11 Euro) und diverse Snacks unter dem netten Namen „Sfiziosità“, zu Deutsch: Köstlichkeiten. Da stehen zum Beispiel Pizzabrötchen (4,90 Euro), „Bruschetta“ (6,90 Euro) oder „Scampi Aglio e Olio“ (12,90 Euro) zur Auswahl.

„Show-Cooking“ in der (halb)offenen Küche

Jetzt beginnt Agim Veliu, hinter der Theke einen Pizzateig durch die Luft zu wirbeln. Mein Kind und ich gehen Zuschauen. Wir sehen, wie Veliu Tomatensoße mit einer Kelle auf dem Teig verstreicht, Käse darauf streut, Salami, Pilze sowie Zwiebeln verteilt und die Pizza dann in den mit Edelstahl verkleideten Ofen schiebt.

Nun wenden wir uns dem Fenster zur Küche zu. Hier brutzelt etwas auf dem Gasherd. Ein grauhaariger Mann schwenkt die Pfanne, eine hohe Flamme lodert auf und verschwindet Augenblicke später wieder. Das Kind ist begeistert.

Es dauert nicht lange, bis das Essen auf unserem Tisch steht. Mein Kind hat einen ziemlich vollen Teller Penne mit Tomatensoße bekommen, die zwar noch dampfen, aber schon eine gute Esstemperatur haben (auch keine Selbstverständlichkeit) und trotz der für meine Augen ziemlich normalen Portionsgröße nur 7,50 Euro kosten.

Die frischen Pfifferlinge an meinen Bandnudeln (15,90 Euro) sind lecker, ich hätte sie allerdings lieber nur mit Öl und Knoblauch gegessen und auf die Tomaten verzichtet, die die Pilze geschmacklich überlagern. Die Pizza meines Mannes ist schön kross.

Kurz zusammengefasst: Das Casa d’Italia ist ein gemütliches, barrierefreies Mittagslokal mit solidem italienischem Essen und einem sehr netten Besitzer. Toll für alle, die in der Stadt arbeiten oder tagsüber einkaufen gehen. Auch mit Kindern.


Hinweis der Redaktion: Wir testen die Cafés und Restaurants anonym. Falls für die Geschichte erforderlich, geben wir uns nach dem Bezahlen zu erkennen. Die Rechnung zahlen wir selbst.


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ist freie Reporterin des Bürgerportals. Geboren 1984, aufgewachsen in Odenthal und Schildgen. Studium in Tübingen, Volontariat in Heidelberg. Nach einem Jahr als freie Korrespondentin in Rio de Janeiro glücklich zurück in Schildgen.

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  1. lecker, lecker, lecker – ich bin froh, dass Casa d’Italia wieder da ist.
    Es gibt es aber auch von Veliu für abends, allerdings in Bensberg, ein italienisches Restaurant mit mehr Auswahl. Super!

  2. Seit den unsinnigen Corona-Maßnahmen (Schließungen der Gaststätten) suche ich keine Gaststätte mehr auf, sondern koche selber zuhause.

    1. Meine Erfahrung in dem neuen Restaurant: Ich habe eine köstliche Pizza Arrabiata gegessen: Abwechslungsreicher Belag auf wunderbar dünnen Teig. Hätte ich – obwohl auch einfallsreicher Hobbykoch – wahrscheinlich so nicht hinbekommen.

      Der Autorin des Artikels ein „Dankeschön“ für den Tipp.

    2. Zu Hause selbst kochen ist immer eine gute Idee (wenn man’s kann). Wenn die (sinnvollen und notwendigen) Maßnahmen während der Corona-Zeit dazu beigetragen haben, ist das zu begrüßen.

  3. Das liest sich sehr gut und es sieht sehr appetitlich aus. Eine Frage an die Autorin – ist das Lokal tatsächlich barriefrei (auch die WCs)?

    1. Generell wäre eine Sammlung der barrierefreien Restaurants schön. Ein Beginn könnten die in-gl Berichte sein, die diesen Punkt dann inkludieren.