Die Aula gehört zu den Problemkindern der Sanierung; seit 2020 müssen die Schüler:innen ohne sie auskommen. Foto: Thomas Merkenich

Den Zeitplan für das Nicolaus-Cusanus-Gymnasium passt die Stadt ein weiteres Mal an. Der Ausfall einzelner Handwerksfirmen hat weitere Kettenreaktionen ausgelöst. In Abstimmung mit der Schule gibt es jetzt einen neuen Ablaufplan und Licht am Ende des Tunnels: Der neue Nordtrakt und die Aula sollen spätestens bis Jahresende fertig werden, der sanierte Mitteltrakt ein Jahr später.

Der im Sommer 2025 vorgestellte Zeitplan für die Sanierung des NCG ist nicht zu halten, die Hoffnung auf eine Fertigstellung der einzelnen Bauteile im Frühjahr bzw. Sommer diesen Jahres ist zerplatzt, teilten Hochbaudezernent Thore Eggert und die Fachbereichsleiterin Alexandra Meuthen am Dienstag bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit der Schulleitung mit.

Mit einem neuen Bauablauf- und Zeitplan sei nun aber sichergestellt, dass das NCG spätestens zum Jahresende einen neuen Nordtrakt und eine sanierte Aula bekommt und endlich zum Lehrkräfteraumprinzip wechseln kann.

Schulleiter Sven Hees begrüßte, dass das NCG damit eine klare Perspektive erhalte. Die Schule habe die Belastungen nur tragen können, weil Lehrerschaft, Hausmeister, Sekretärinnen, Schülerinnen und Schüler und auch Eltern immer wieder enorme Flexibilität und Einsatz gezeigt hätten. Die Schulgemeinschaft soll Anfang März bei einem gesonderten Termin im Detail informiert werden.

Zur Sache: Auf die Anmeldezahlen beim NCG …

… hatten die langen Bauarbeiten nach Angaben von Schulleiter Sven Hees in den vergangenen Jahren keine Auswirkungen, das NCG habe mit jeweils rund 120 Schüler:innen alle vier Eingangsklassen voll besetzen können. Die starke Schulgemeinschaft habe viel aufgefangen, der Einsatz neuer, größerer Schulcontainer seit vergangenem Sommer und die Aussicht auf eine moderne Schule habe die Stimmung deutlich verbessert. Das sei auch aktuell beim Tag der offenen Tür zu spüren gewesen.

Der neue Nordtrakt ist nahezu fertig und soll im Winter bezogen werden. Er bietet 20 Unterrichtsräume, vier Fachräume und einige Differenzierungsräume. Foto: Thomas Merkenich

Ab dem kommenden Winter, so versicherten Eggert und Meuthen, können die Aula, die Verwaltung, Bibliothek und der neue Nordtrakt genutzt werden. Womöglich sogar schon früher. Die (erneute) Sanierung des Mitteltraktes werde jedoch um mehr als ein Jahr aufgeschoben und soll im Winter 2027/28 abgeschlossen werden. Danach geht es dann nahtlos mit der Sanierung des Oberstufengebäudes weiter.

letzter Standaktueller Stand
Fertigstellung Aulageplant April 2026Winter 2026
Fertigstellung Nordtraktgeplant April 2026Winter 2026
Fertigstellung Verwaltunggeplant April 2026Winter 2026
Fertigstellung Mitteltraktgeplant Sommer 2026Winter 2027
Schadstoffsanierung, Abbruch Südtraktgeplant Sommer 2026Frühjahr-Sommer 2027
Fertigstellung Außenanlagengeplant 20272027/2028
Sanierung Oberstufengebäudegeplant 2027/20282028/ 2029 (Beginn)
Neuanlage Grünes Klassenzimmer2028

Die Sanierung des NCG (mit einem neuen Nordtrakt) hatte 2020 begonnen und war ursprünglich auf drei Jahre terminiert. Die erneute Sanierung des Mitteltraktes war zunächst nicht Teil des Plans. Und dann wurde das Projekt immer wieder von Ausfällen bei den einzelnen Gewerken getroffen. Beauftragte Unternehmen gingen in der Corona- und der Ukrainekrise in die Insolvenz, von anderen Firmen wurden vereinbarte Leistungen nicht bzw. fehlerhaft erbracht.

Anders als bei den Projekten der Schulbaugesellschaft, die in der Regel mit Generalunternehmern und mit Modulen arbeitet, ist beim NCG die Stadt selbst die Bauherrin und schreibt die Gewerke einzeln aus. Sobald eines davon ausfiel, musste gemahnt, neu verhandelt und oft auch neu ausgeschrieben werden. Jede Verzögerung zieht einen Rattenschwanz von Auswirkungen nach sich.

Die Stadt nennt in der Vorlage für den zuständigen Ratsausschuss einige Beispiele, die das Drama deutlich machen: Zuletzt war der Akustikbauer für die Aula „aus dem Bauprozess rausgefallen“. Weil notwenige Unterlagen fehlten, konnten Angebote für die Bestuhlung nicht gewertet werden, daher musste auch diese Ausschreibung neu veröffentlicht werden.

Die neue rote Außenschale der Aula musste zunächst wieder entfernt werden, auch der zweite Anlauf ist noch nicht abgeschlossen, der Innenausbau hängt weit zurück. Foto: Thomas Merkenich

Bei der Sanierung des Mitteltraktes, so die Stadt weiter, seien Metallbauer, Bodenleger, Trockenbauer und Schreiner ihren Aufgaben nicht nachgekommen. Für die Außenanlagen habe niemand ein prüffähiges Angebot eingereicht.

Je nach Vergabeverfahren dauert es laut Stadt bis zu drei Monate, eine neue Firma zu beauftragen. Mit den Firmen, deren Arbeit auf diese verzögerten Gewerke aufbauen, müssen neue Zeitpläne ausgehandelt werden. Im Ergebnis werde der ganze Bauablauf enorm beeinträchtigt und eine immense zusätzliche Arbeitsbelastung für die Verwaltung erzeugt.

Kaum ein Quadratmeter auf dem Schulgelände ist nicht zugestellt. Fotos: Thomas Merkenich

Schulbetrieb und Baustelle werden sauber getrennt

Hinzu kommt, dass die Gebäude eng miteinander verzahnt sind, das Schulgelände nahezu komplett mit Containern zugestellt ist und die Sicherheit der Schüler:innen höchste Priorität hat.

Daher hat die Stadt die Planung gemeinsam mit der Schulleitung jetzt noch einmal neu sortiert, um „eine klare Linie zwischen Schulbetrieb und Baustelle zu ziehen“. Damit kommen die Bauarbeiten schneller voran, der Unterricht werde weniger gestört, die Klassen müssen weniger häufig umziehen. Im Gegenzug sei darauf verzichtet worden, den neuen Nordtrakt doch schon zum Sommer 2026 in Betrieb zu nehmen.

Stattdessen sollen – sofern der Plan jetzt aufgeht – bis spätestens Ende 2026 der 1. Bauabschnitt mit Aula, Verwaltung, Bibliothek sowie dem großen Nordtrakt mit Fahrradkeller in die Nutzung gehen. Dafür kann ein großer Teil der Container freigezogen werden. Einen Zugang zu diesem ersten Teil des „neuen“ NCG gibt es dann über die Reuterstraße und den Treppenturm im Nordtrakt.

Der zweite Bauabschnitt mit der Sanierung des Mitteltrakts wird vom Schülerverkehr abgekoppelt und soll in 2027 fertig gestellt werden. In dieser Zeit muss die Mensa in einen der Container-Blöcke ziehen. Der alte Lehrerparkplatz wird wieder frei und neu hergestellt.

Ebenfalls in 2027 erfolgen die Schadstoffsanierung und der Abbruch des Südtrakts (was aufgrund des Lärms nur in den Sommerferien geht). Die Außenanlagen, Innenhof und Grünes Klassenzimmer folgen und sollen 2028 an die Schule übergeben werden.

Danach geht es dann mit der Sanierung und Aufstockung des relativ neuen Oberstufengebäude weiter. Sie soll 2028 oder 2029 beginnen. Erst danach können dann auch die Container aufgegeben werden, in die jetzt zunächst der zusätzliche G9-Jahrgang untergebracht wird.

Kosten haben sich weit mehr als vervierfacht

Die Kosten für das Gesamtprojekt steigen mit der Verzögerung natürlich an. In welchem Ausmaß sei noch nicht klar, dazu könnten erst im April Angaben gemacht werden, weil noch Verhandlungen mit Baufirmen ausstehen, erläuterte Meuthen.

Zur Sache: Was die Stadt beim NCG gelernt hat

In der inzwischen zehnjährigen Projektphase hat der Fachbereich Immobilien einige Erfahrungen gesammelt, die bereits bei den weiteren Schulbauprojekten zum Tragen kommen. Immerhin fünf Schulen (neben IGP und AMG auch die KGS Bensberg sowie die Grundschulen Steinbreche und Kippekausen) hat der Fachbereich (über die Projekte der Schulbaugesellschaft hinaus) auf dem Zettel.

Zu den wichtigsten „Learnings“ gehören laut Fachbereichsleiterin Alexandra Meuthen:

  • Die Projekte müssen in der Vorbereitung (Phase 0) viel gründlicher durchdacht und geprüft werden; das geschieht gerade zum Beispiel bei der IGP mit einer Reihe von „epischen Schulen“.
  • Generalunternehmer können eine Hilfe sein, sind aber nicht immer die kostengünstigste Lösung und erfordern immer auch viel Projektsteuerung in der Verwaltung.
  • Bei der Projektsteuerung hat die Verwaltung sehr viel dazugelernt.
  • Bei Sanierungen macht es für alle Seiten Sinn, von Anfang an die ganze Schulgemeinschaft in ein Interimsgebäude auszulagern, wie es jetzt bei der IGP und beim AMG geplant ist.
  • Der Austausch mit den Schulleitungen: Diese sollen vom ersten Tag der Planung intensiv beteiligt und ehrlich informiert werden – damit greift Meuthen einen Wunsch von NCG-Vizedirektor Jörg Schmitter auf.

Die letzte Kostenprognose stammt aus dem Juni 2025 und beläuft sich auf Gesamtkosten von 48 Millionen Euro (ohne die G9-Erweiterung). Für die Teilsanierung einer einzigen Schule und mehr als das Vierfache von dem, was 2014 veranschlagt worden war.

Die NCG-Chronik

NCG stellt sich auf neue Übergangslösung ein

In den Ferien wurde der Fahrplan für die letzte Etappe der Sanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums erneut durcheinander gewirbelt. In drei großen Containern fand sich Schimmel, damit fehlten plötzlich zwölf Räume. Zwar einigten sich Stadt und Schule auf eine Übergangslösung, doch erneut rücken die Schüler:innen zusammen. Auch die Musikschule muss bluten, die Sanierung des Mitteltraktes wird aufgeschoben.

Sanierung des NCG dauert (noch etwas) länger, wird (noch viel) teurer

Ursprünglich sollte die Sanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums 2023 abgeschlossen sein. Da das nach wie vor nicht der Fall ist, wird Jahr für Jahr ein Update erforderlich. In einer neuen Vorlage für den Schulausschuss heißt es jetzt relativ vage, das Projekt solle „zum Schuljahr 2027/2028“ fertiggestellt werden. Bei weiter kräftig steigenden Kosten. Wir haben nachgefragt.

Noch ein Jahr länger: Neuer Zeitplan für NCG-Sanierung

Wie angekündigt hat die Stadtverwaltung den Fahrplan für die NCG-Sanierung angesichts der vielen Probleme auf der Baustelle aktualisiert. Dabei wird deutlich, dass sich die Fertigstellung um voraussichtlich ein weiteres Jahr verzögert. Für die Schulgemeinschaft hat die Dauerbaustelle gravierende Folgen.

Stadt prüft neuen Zeitplan für das NCG

Die erneute Ausschreibung für die Elektroarbeiten bei der Sanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums ist beendet und die Stadt hofft, dass Mitte März die Arbeit an diesem wichtigen Gewerk weiter gehen kann. Aber auch die Montage der neuen Fassade liegen still, in weiteren Bereichen gibt es erhebliche Probleme. Daher werden die Termin- und Kostenpläne jetzt erneut überarbeitet.

Sanierung des NCG verzögert sich erheblich

Eigentlich sollten der neue Nordtrakt und die Aula des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums im nächsten Frühjahr fertig werden. Doch nachdem ein Unternehmen in die Insolvenz gegangen ist, das für die Elektroanlagen zuständig war, läuft der Plan aus dem Ruder. Nun muss dieses Gewerk neu ausgeschrieben werden, weitere Klassen sollen ausgelagert werden.

NCG-Sanierung kostet fast 50 Prozent mehr

Wie rasant die Kosten öffentlicher Bauprojekte steigen lässt sich an der neuen Prognose für die Teilsanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums ablesen. Es sind aber nicht nur die explodierenden Baukosten, die für eine Anstieg um weitere zehn Millionen Euro verantwortlich sind.

Destruktion und Rekonstruktion des NCG

Leon Wörmann hat das Nicolaus Cusanus Gymnasium bereits vor neun Jahren verlassen, doch die alte Schule und ihre Verwandlung in der laufenden Sanierung lässt ihn nicht los. Daher hat er sie nach 2017 und 2020 jetzt zum dritten Mal mit der Kamera besucht. Wir setzen die Fotoreportage fort.

Das NCG in ganzer Pracht

Die Gebäude des Nicolaus-Cusanus-Gymnasium sind über die Jahrzehnte verwahrlost, dabei war der Bau einmal eine Architektur-Ikone. Das zeigen die Fotos von Leon Wörmann sehr eindrücklich. Er hatte das NCG als Schüler erlebt, er hatte es 2017 als angehender Fotograf porträtiert und er dokumentiert jetzt den Teilneubau.

Abrissarbeiten am NCG laufen an

Schadstoff-Funde hatten den Termin zunächst etwas verzögert, doch jetzt sind die Abrissarbeiten am Nicolaus Cusanus Gymnasium gestartet. Für Schüler, Lehrer und Verwaltung sind als Übergangslösung Containerklassen errichtet worden. Auch die Anwohner müssen sich auf eine länge Bauzeit einstellen.

So wird das NCG umgebaut

Die Sanierung des NCG startet mit der Aufstellung erster Container im März. Die Kosten werden derzeit auf 25 Millionen Euro geschätzt, doch damit wird man kaum hinkommen. Das Kollegium hat eine neue Schule auf Basis des Lehrerraumprinzips geplant.

Das kann weg: NCG bekommt ein neues Gebäude

Bei der Sanierung des NCG schlägt die Stadtverwaltung eine Wende vor: Große Teile des Gebäudes sollen abgerissen und neu gebaut werden; das sei deutlich billiger als eine Sanierung und bringt Schülern, Lehrern und Betreiber große Vorteile. Die Pläne im Details.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Was für eine Art Journalismus soll das eigentlich sein, wenn nicht einmal mehr nach der Verantwortung für diese Glanzleistung gefragt wird.

      1. Anscheinend letzteres. Alles andere hätte das wohlige Gefühl der Empörung – das wärmende Herdfeuer gängiger Social-Media-Aktivitäten – zu sehr gedämpft.