Das Jugendzentrum Q1 der evangelischen Kirche soll nach dem Umzug vom Quirlsberg auf das Zanders-Areal mit deutlich weniger Fläche auskommen und seine zwei Räume auch anderen Akteuren der Jugend- und Sozialarbeit zur Verfügung stellen. Einige Angebote des Q1 können aber auch im benachbarten Gleispark stattfinden.

Nicht nur die Pfadfinder und das Kita-Museum müssen nach den aktuellen Plänen der Stadt mit der Aufgabe des Q1-Gebäudes auf dem Quirlsberg zusammenrücken, auch für das evangelische Jugendzentrum Q1 selbst wird deutlich weniger Raum zur Verfügung stehen: In der Zentralwerkstatt soll es einen ebenerdigen Raum von gut 106 qm sowie einen weiteren im Obergeschoss mit 95 qm erhalten, teilte die Verwaltung auf Nachfrage mit.

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Das nach Einschätzung der Stadt marode Q1-Gebäude an der Gnadenkirche hat eine Fläche von insgesamt 1287 qm. Die Pfadfinder Falke Bernadotte und das Kindergartenmuseum sollen in einem neuen „Jugendquartier“ zusammen 250 qm erhalten und gemeinsam multifunktional nutzen. Ein Plan, der nach Ansicht der Pfadfinder nicht aufgehen kann.

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Im Jugendhilfeausschuss präsentiert die Verwaltung einen neuen Plan für die Zukunft des sanierungsbedürftigen Q1-Gebäudes. Er sieht neben einer Minimal-Reparatur des Altbaus einen deutlich kleineren Neubau in der Innenstadt vor. Die Pfadfinder, die neben dem Kindergartenmuseum dort einziehen sollen, sprechen sich gegen den Vorschlag aus. Was aus dem Jugendzentrum selbst wird, bleibt offen.

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Der Stamm Folke Bernadotte kämpft für den Erhalt seiner bisherigen Räume im maroden Gebäude auf dem Quirlsberg. Vor der Ratssitzung, in der über die Zukunft des Q1 entschieden wird, wollen die Pfadfinder vor dem Bensberger Rathaus demonstrieren. Sie kritisieren die Verkleinerung der Räume für die Jugendarbeit im geplanten Neubau.

Mit klaren Aussagen zur Zukunft des Q1 auf Zanders hatte sich die Stadtverwaltung bislang zurückgehalten. Die Evangelische Kirche als Träger hatte sich kaum geäußert, ist aber mit den Plänen einverstanden.

Im Finanzausschuss am Donnerstag war klar geworden, dass es sich beim Umzug in die Zentralwerkstatt um eine Plan handele; politische Beschlüsse sind dazu noch nicht gefasst worden.

Integration in soziokulturelles Zentrum

Die Zentralwerkstatt auf dem Zanders-Areal. Im rechten Bereich befinden sich die Räume, die für das Q1 angedacht sind. Foto: Thomas Merkenich

Der Fachbereich Jugend will das Q1 in das Gesamtangebot des geplanten soziokulturellen Zentrums in der Alten Zentralwerkstatt integrieren. Das historische Gebäude im Kern des Zandersareals solle „ein zentraler Ort werden, an dem sich viele Akteure der Stadt aus verschiedenen Angebotspaletten der Jugendhilfe, der sozialräumlichen Netzwerkarbeit, der Kultur, des Sports und Vereinen und vielen weiteren Feldern beteiligen können“, so die Stadt.

Neben den Räumen für ein Café, die große Veranstaltungshalle und Kursräumen sehe das Betreiberkonzept die zwei 106 bzw. 96 qm großen Räume ohnehin „für die vorwiegende Nutzung von Angeboten für und mit Jugendlichen, aber auch anderen generationsübergreifenden Maßnahmen vor“.

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Zanders-Zentralwerkstatt: Verbaute Schönheit mit Geschichte und Perspektive

Die alte Zentralwerkstatt soll bei der Neugestaltung des Zanders-Areals eine besondere Rolle spielen – als Begegnungsort und als Keimzelle einer neuen Altstadt. Das passt nicht nur zur Architektur des gut 140 Jahre alten Backsteingebäudes, sondern auch zu seiner Geschichte. Denn die Werkstatt steht für den Wandel von Zanders zu einem Industriebetrieb – und ist im Laufe ihrer Geschichte immer wieder umgebaut und erweitert worden.

Weniger Fläche für die Jugendarbeit

In der Konsequenz verliert die Jugendarbeit in der Stadtmitte damit doppelt: Als Ersatz für die 1287 qm im alten Gebäude gibt es künftig im „Jugendquartier“ und in der Zentralwerkstatt zusammen noch rund 450 qm – und der geplante zusätzliche Raum für die Jugendarbeit in der Zentralwerkstatt ist damit auch belegt.

Hinzu kommt, dass sich das Q1 in der Zentralwerkstatt die zwei Räume mit weiteren Nutzern teilen soll: „In diesen Räumlichkeiten sind auch andersartige Nutzungen aus der Jugendhilfe/ Jugendarbeit sowie dem Sozialbereich gewünscht“, erläutert die Stadt. Zudem ist der Raum im Obergeschoss nur über eine Außentreppe zu erreichen und damit nicht barrierefrei.

Allerdings könne das Q1 einen Teil seiner Angebote und Maßnahmen draußen veranstalten, in der neu gestalteten Spiel- und Sportfläche des Gleisparks, so die Stadt. Dort könnten sie an die Spiel- und Sportgeräte (Multifunktionsspielfeld, Skateranlage, Tischtennisplatten, Spielecontainer) andocken.

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Arbeiten für den Gleispark auf Zanders starten

Ein wichtiger früher Baustein für die Nutzung des Zanders-Areals durch die Öffentlichkeit nimmt Gestalt an: Die Arbeiten für den künftigen Park im Bereich der Gütergleise haben begonnen, im Frühjahr soll die öffentliche Grünfläche mit Spiel- und Sportangeboten eröffnet werden.

Mit der evangelischen Kirchengemeinde seien bereits 2025 konzeptionelle Überlegungen angestellt worden, „wie bedarfsorientierte Angebote der Jugendarbeit in diesen beiden Räumlichkeiten verortet werden können“. Wenn die Aufgabe des Q1-Gebäudes von der Politik beschlossen sei, so die Stadt, würden die Gespräche fortgeführt.


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  1. Bitte bleiben Sie sachlich, auch in dieser Debatte. Anonyme Kommentare, die der Verwaltung pauschal Inkompetenz, Desinteresse oder Korruption unterstellen, werden von uns nicht freigegeben.

    1. @Redaktion

      Ich kann schon gut verstehen, dass es erhebliche Empörung um die Vorgänge Q1 gibt, denn nach den Wahlversprechen in 2025 sollte eigentlich mehr Bürgernähe und Transparenz ins Rathaus einkehren. Doch gerade dieser Beitrag ihrer Reaktion ist für die Stadtverwaltung und den neuen Bürgermeister ein Offenbarungseid.

      Seit Wochen verlangen die Betroffenen mehr Information und Beteiligung und üben zawr laute, aber sehr fundierte und sehr sachliche Kritik. Was sie hier jetzt aktuelle berichten ist in keiner Vorlage des Stadtrats nachzulesen und selbst die Ratsmitglieder, die über diese Fragen entscheiden sollen, wurden und werden nicht richtig informiert.

      Ich möchte Polemik nicht gutheissem, aber bei einem solchen städtischen Vorgehen muss die Verwaltung sich nicht wundern, dass sie mit Vermutungen, Verdächtigungen, Verschwörungen und sogar Beschimpfungen attackiert wird.

      Um das zu verhindern, wäre ein umfassendes Informations-, Kommunikations- und Beteiligungskonzept für die Betroffenen, des JHA und für den ganzen Stadtrat hilfreich, damit diese Hiobsbotschaften nicht „tröpfchenweise“ über Umwege aus der Presse erfahren müssen.

      Tomás M. Santillán – Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach Die Linke

      1. Wir lassen ein breites Meinungsfeld zu. Wer aber aus der Anonymität heraus agiert wird mit strengeren Maßstäben gemessen. Verdächtigungen ohne Grundlage oder Beschimpfungen haben bei uns grundsätzlich keinen Platz.

    2. @Redaktion: Das ist auch absolut richtig so! Es besteht kein Anlass für diese Unterstellungen, schon mal gar nicht anonym.

      Aus den Terminen, an denen ich teilgenommen habe, konnte ich durchaus den Eindruck mitnehmen, dass die handelnden Personen in der Verwaltung mit echtem Interesse und persönlichem Einsatz dabei waren.
      Problematisch ist jedoch, dass Kommunikation und Entscheidungsprozesse bislang nicht die notwendige Transparenz und Nachvollziehbarkeit aufweisen – man könnte es auch als “Salamitaktik” bezeichnen.

      Gerade vor diesem Hintergrund irritiert der Umgang mit zentralen Fakten der aktuellen Diskussion: Eine als „wahrscheinlich“ bezeichnete Zwischenlösung wird faktisch zur Entscheidungsgrundlage erhoben – obwohl wesentliche Fragen zu Fläche, Eignung und zeitlicher Perspektive weiterhin offen sind.

      Gleichzeitig stehen weiterhin Sanierungskosten für das Q1 im Raum, die offenbar auf einem Vollsanierungsansatz basieren, ohne dass transparent dargestellt wird, welcher Teil davon tatsächlich für einen sicheren Weiterbetrieb erforderlich ist. Diese Differenzierung ist jedoch entscheidend für jede seriöse Bewertung.

      Wenn auf der einen Seite mit maximalen Anforderungen und Kosten argumentiert wird, auf der anderen Seite aber Lösungen mit deutlich geringeren Standards und ungeklärter Perspektive akzeptiert werden, entsteht zwangsläufig ein Widerspruch.

      Und irgendwann ist die Lücke zwischen Neubau und sinnvoller Sanierung vielleicht auch gar nicht mehr so groß, wenn tatsächlich mit gleichem Maß gemessen wird.
      Wenn das das Ergebnis sein sollte, ist noch weniger verständlich, warum das Gebäude am Quirlsberg so unbedingt aufgegeben werden soll – gibt es eine versteckte Agenda? Wirtschaftliche Interessen von potenziellen Investoren? Ich kann nur hoffen, dass so etwas nicht im Nachhinein herauskommt, der Vertrauensschaden wäre enorm.

      Es geht also weniger um einzelne Positionen, sondern um die grundlegende Frage: Nach welchen nachvollziehbaren Kriterien wird hier eigentlich entschieden?

      Solange diese Kriterien nicht offen gelegt und konsistent angewendet werden, bleibt die Debatte angreifbar – unabhängig davon, wie engagiert die Beteiligten im Einzelnen handeln.

  2. Offene Fragen zum Jugendzentrum Q1 transparent aufklären!

    Die Debatte um die Zukunft des Jugendzentrums Q1 lässt weiterhin viele zentrale Fragen offen. Insbesondere die Kostenschätzungen und Planungen sind nicht ausreichend nachvollziehbar, was Zweifel an der Entscheidungsgrundlage aufwirft.

    Statt Klarheit zu schaffen, gelangen neue Informationen immer wieder scheibchenweise über die Presse an die Öffentlichkeit (siehe diesen Beitrag oben). Diese „Hiobsbotschaften“ verändern fortlaufend die Ausgangslage und erschweren eine fundierte Entscheidung im Stadtrat, da wichtige Informationen fehlen oder unvollständig bleiben.

    Um Transparenz herzustellen, liegt ein eine Anfrage und Fragenkatalog vor, den der Bürgermeister im Stadtrat beantworten sollte. Nur durch vollständige Offenlegung aller Fakten kann eine verlässliche Grundlage für politische Entscheidungen geschaffen und Vertrauen in den Prozess gestärkt werden.

    Hier die Anfrage mit Fragenkatalog des Stadtratsmitglied Tomás M. Santillán (Die Linke) an die Stadtverwaltung Bergisch Gladbach als PDF.
    https://www.santillan.de/app/download/7794094251/Anfrage%20Baukosten%20Qi%20Jugendzentreum%20zur%20Ratssitzung%20am%2026.01.2026.pdf

    Tomás M. Santillán – Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach Die Linke

    1. Sehr geehrter Herr Santillán, mir sind noch nicht einmal die Eigentumsverhältnisse klar geworden, um betr. das Q1 überhaupt etwas verstehen zu können.

      Z.B. gehört der Grund und Boden, auf dem die Stadt das Gebäude seinerzeit errichtet hat, der Kirche?
      Wenn ja, wie lange läuft das Pachtverhältnis über den Grund und Boden zwischen Kirche und Stadt noch bzw. wann würde es sowieso (samt Gebäude) an die Kirche zurückfallen.
      Wäre die Kirche denn überhaupt bereit, das Pachtverhältnis zu mit der Stadt zu verlängern?
      Wenn nicht, lohnt es sich für die Dauer der Rest-Pachtzeit (5, 10, 15 Jahre ?), hier auch nur rd. EUR 250.000,00 Sanierungskosten, zu investieren?

      Falls der Pachtvertrag über den Grund und Boden zwischen Kirche und der Stadt sowieso bald enden würde und der Grund und Boden mitsamt dem Gebäude Q1 an die Kirche zurückfällt, dann würde sich vielleicht auch erklären, warum hier solche horrenden Sanierungskosten ins Spiel gebracht werden.

      Denn je höher die aufgelaufenen Sanierungskosten eingeschätzt/angesetzt werden (seitens der Kirche?) desto geringer würde der Restwert für das Gebäude ausfallen und somit die Entschädigungszahlung der Kirche an die Stadt gering gehalten.

      1. Die Antworten auf alle Fragen finden Sie in unseren Berichten, zum Beispiel hier:

        https://in-gl.de/2026/03/11/kommunal-kurz-und-knapp-jugend-verlaesst-das-q1-gebaeude/

        Ganz kurz: Grundstück und Gebäude gehören der Stadt, waren an die ev. Kirche vermietet, die hat den Vertrag gekündigt – und ist raus aus dem Spiel. Warum? Dazu gibt es hier Antworten:

        https://in-gl.de/2026/01/23/evangelische-kirche-gibt-weitere-objekte-auf-dem-quirlsberg-ab-bergisch-gladbach/

  3. Ich persönlich finde es sehr schade, dass gerade in einer Zeit wo immer mehr Entfremdung stattfindet auch das Angebot zu menschlicher und persönlicher Nähe zu Gemeinschaft und gemeinsamen Aktivitäten immer weiter begrenzt wird. Bedenklich finde ich hierbei auch, dass die Räume nicht komplett barrierefrei sind. Das sollte meiner Meinung nach ein Mindestanspruch sein, den wir im öffentlichen Raum haben sollten!

    Schade, dass die Stadt für so viele Sachen Geld hat aber für etwas so wichtiges wie den Zusammenhalt der Gesellschaft, schon in frühen Jahren zu etablieren, nicht

  4. In Rheinland-Pfalz war die AfD bei den jungen Wählern auf Platz 1. Macht sich eigentlich irgendeiner mal Gedanken darum, wieso das so ist? Wenn man sich nicht um seine Jugend kümmert, wenn man an ihnen spart und sie ständig zurückstecken müssen und vor allem, wenn Ihnen Gemeinschaft nicht ermöglicht wird oder erschwert wird, dann wenden Sie sich irgendwann denen zu, die ihnen das bieten. Ich hoffe, dass Politik, das endlich mal zur Kenntnis nimmt.

  5. Die aktuelle Debatte um das Jugendzentrum Q1 offenbart vor allem eines: eine bemerkenswerte Beliebigkeit in der Argumentation.

    Über Monate hinweg wurde das Gebäude am Quirlsberg als „nicht zukunftsfähig“ dargestellt. Insbesondere die fehlende Barrierefreiheit wurde dabei immer wieder als zentrales Gegenargument für einen Weiterbetrieb angeführt – verbunden mit der impliziten Botschaft, dass nur eine umfassende und entsprechend teure Generalsanierung oder ein Ersatzneubau verantwortbar sei.
    Nun zeigt sich: Diese Maßstäbe gelten offenbar nur dann, wenn sie ins Konzept passen.
    Denn ausgerechnet die aktuell diskutierte Verlagerung in die Zentralwerkstatt erfüllt zentrale Anforderungen selbst nicht: weder eine vollwertige Barrierefreiheit noch eine annähernd vergleichbare Flächenausstattung. Stattdessen stehen dort rund 201 Quadratmeter zur Debatte – ein Bruchteil dessen, was bisher zur Verfügung steht.

    Noch gravierender ist jedoch die Unsicherheit dieser Option. In der politischen Debatte wurde inzwischen selbst eingeräumt, dass der Umzug keineswegs gesichert ist, sondern lediglich als „wahrscheinlich“ gilt (https://in-gl.de/2026/03/20/kommunal-kurz-und-knapp-teuere-sanierungen/) . Wenn selbst die vermeintliche Lösung unter so deutlichem Vorbehalt steht, stellt sich umso mehr die Frage, auf welcher Grundlage hier eigentlich Entscheidungen getroffen werden sollen.
    Gleichzeitig bestätigen die aktuellen fachlichen Einschätzungen genau das, was bereits im vergangenen Jahr nach einer gemeinsamen Begehung festgestellt wurde: Für einen sicheren Weiterbetrieb des bestehenden Gebäudes ist keine Generalsanierung im Neubaustandard erforderlich. Notwendig sind vielmehr gezielte Maßnahmen in sicherheitsrelevanten Bereichen wie Elektroinstallation und Brandschutz.
    Vor diesem Hintergrund wird die Widersprüchlichkeit der Argumentation offensichtlich: Während beim bestehenden Gebäude hohe – teilweise maximalistische – Anforderungen angelegt werden, ist man bei der Alternativlösung bereit, erhebliche Abstriche zu akzeptieren – bei Barrierefreiheit, Fläche und Planungssicherheit.

    Das ist nicht nur inkonsequent, sondern fachlich kaum vermittelbar.
    Wer ernsthaft an einer tragfähigen Lösung für die Jugendarbeit interessiert ist, muss gleiche Maßstäbe an alle Optionen anlegen. Alles andere erweckt den Eindruck, dass hier weniger nach sachlichen Kriterien entschieden wird als nach politischer Opportunität.
    Gerade in Zeiten knapper Haushaltsmittel ist ein solcher Umgang mit vorhandener Infrastruktur schwer zu rechtfertigen.

    Die entscheidende Frage lautet daher: Warum wird eine funktionierende, teilweise barrierefreie Bestandslösung mit kurzfristig überschaubarem Sanierungsbedarf schlechter bewertet als eine unsichere, räumlich eingeschränkte und ebenfalls nicht vollständig barrierefreie Übergangslösung?

    Darauf bleibt die Debatte bislang eine überzeugende Antwort schuldig.

  6. Verstehe ich das richtig?

    Das Q1 soll unter anderem nicht saniert werden, da die Herstellung eines barrierefreien Zugangs die Baugenehmigung angeblich nicht hergeben würde

    Stattdessen wird das Jugendzentrum nun auf Zanders ausgelagert. Dort hat es nicht nur weniger Platz, den es sich auch noch teilen muss, die Hälfte der Räume ist nun auch nicht barrierefrei
    Der “Witz” an der ganzen Sache ist, dass das Jugendzentrum aktuell komplett barrierefrei ist.

    Es wird nun also nicht nur 2/3 der Fläche für die Jugendarbeit gekürzt, es wird sogar aktiv Barrierefreiheit abgeschafft. Das kann doch wirklich keine Alternative sein!

    Deshalb kommt alle sehr gerne zu unserer Kundgebung am Dienstag ab 16 Uhr vor der Ratssitzung

  7. Die Stadt Bergisch Gladbach fragt aktuell Kinder und Jugendliche, was sie brauchen – und gleichzeitig sollen zentrale Treffpunkte wie das Q1 aufgegeben werden.
    Dort findet seit Jahren erfolgreiche und sogar ausgezeichnete Jugendarbeit statt. Trotzdem sollen die Angebote verkleinert und teilweise aus der Innenstadt verlagert werden. Gleichzeitig werden noch öffentliche Mittel in eine kurzfristige Übergangslösung investiert, ohne eine nachhaltige Perspektive zu schaffen.
    Das Ergebnis: funktionierende Strukturen werden unterbrochen, Wege werden länger und wichtige soziale Treffpunkte gehen verloren.
    So entsteht eine Lücke, die nicht einfach wieder geschlossen werden kann – und im schlimmsten Fall geht eine ganze Generation verloren.

    Jugend braucht Raum – zentral, dauerhaft und jetzt.

    1. Unterstützen sie den Erhalt des Q1 und zeigen sie ihren Unmut auf der angekündigten Demonstration am 24.03 um 16:00 Uhr am technischen Rathaus Bensberg

  8. Es wird immer unverschämter!

    Die aktuellen Pläne zum Jugendzentrum in Bergisch Gladbach bestätigen, was sich seit Wochen abzeichnet: Aus großen Wahlversprechen wird eine Politik der Verkleinerung und Kürzung. Statt eines zentralen Jugendkulturzentrums bleiben gerade einmal 201 Quadratmeter in der Zentralwerkstatt – ein massiver Rückbau.

    Während von „soziokulturellen Lösungen“ gesprochen wird, schrumpfen Räume und Angebote, ein eigenständiger geschützter Ort in der Stadtmitte rückt in weite Ferne. Gleichzeitig zeigt sich eine klare Prioritätensetzung: Für andere Projekte ist Geld da, die Jugendarbeit wird auf Restflächen am Rand reduziert.

    In meinen Augen ist Wählertäuschung. Im Wahlkampf wurde der Jugend ein starkes, zentrales Angebot versprochen – jetzt passiert das Gegenteil. Statt Transparenz erleben wir widersprüchliche Aussagen und Informationen, die nur scheibchenweise und widerwillig an die Öffentlichkeit gelangen. Das untergräbt Vertrauen und nährt den Eindruck, dass Zusagen bewusst relativiert werden.

    Ein klares durchschaubare Konzept, Transparenz und ein verbindlicher Plan für ein bedarfsgerechtes Jugendzentrum fehlen weiterhin – obwohl es sich um grundlegende soziale Infrastruktur handelt.

    Die Demonstration der Pfadfinder „Quirlsberg der Jugend erhalten“ am 24. März 2026 um 16 Uhr vor dem Rathaus Bensberg ist deshalb folgerichtig. Sie zeigt: Es geht längst nicht mehr nur um Räume, sondern um die Glaubwürdigkeit von Politik und den Stellenwert der Jugend in dieser Stadt.

    Tomás M. Santillán – Mitglied des Stadtrats Bergisch Gladbach Die Linke