Barbara Stewen mit Sabine Gresser-Ritter. Foto HuÄ

Die von den Nazis ermordete Olga Oppenheimer stand im Zentrum eines Dia-Vortrags mit Lesung der Autorin Barbara Stewen im Himmel un Ääd-Begegnungscafé.

Wir veröffentlichen einen Beitrag des Himmel un Ääd

Barbara Stewen, Mitglied des Arbeitskreises der Künstler Bergisch Gladbach, des Schriftstellerverbandes Köln sowie des Künstlerbundes BBK Bonn, berichtete in ihrem ergreifenden Vortrag über ihre umfassenden Recherchen zur Biografie der jüdischen Künstlerin Olga Oppenheimer. 

Olga Friederike Oppenheimer wird am 9. Juli 1886 in Köln geboren – als Erstgeborene einer jüdischen Kaufmannsfamilie mit sechs Kindern. Ihre Eltern führen ein gutbürgerliches Leben. Schon früh zeigt sich Olgas künstlerisches Talent: Ihre Eltern erkennen die Begabung und richten ihr 1906 ein Atelier in der Rubenstraße ein – ein Raum für Kreativität und Selbstentfaltung.

Doch so wohlbehütet verläuft ihr Leben nicht weiter. Bereits mit 32 Jahren befand sich die Künstlerin schon in der Psychiatrie im Kloster Waldbreitbach in Rheinland Pfalz und hat nach jetzigen Erkenntnissen dort 23 Jahre lang keinen Besuch empfangen können. Am 10. Februar 1941 wird Olga Oppenheimer mit zwei weiteren Frauen aus Waldbreitbach abgeholt. Ein ausrangierter Postbus bringt sie in die Tötungsanstalt Hadamar. Dort, unter dem Deckmantel der Aktion T4, werden Menschen mit Behinderung und psychischer Erkrankung systematisch ermordet – als „unwertes Leben“.

Die grausame Zeremonie in Hadamar ist in allen Tötungszentren gleich: Abzählen, Untersuchen, Fotografieren, Vergasen, Verbrennen, eventuell auch durch ein kleines Fenster den Todeskampf beobachten, aus wissenschaftlichen Gründen. 11. Februar 1941 – Olga Oppenheimer ist tot.

Barbara Stewen: „Danke, dass ich bei Himmel un Ääd über die Künstlerin Olga Oppenheimer lesen konnte. Es war mir zu Beginn des Projektes, initiiert vom Kölner Schriftstellerverband und dem LVR, ein Anliegen, die Menschen aufzuspüren, die Olga Oppenheimers Schicksal in die Hände nahmen und sie, die jüdische Künstlerin, Mutter von zwei Kleinkindern,  vernichteten. Sie verbrachte 23 Lebensjahre isoliert hinter ‘grauen Anstaltswänden‘. Unterstützung und Hinweise bekam ich auch von der Ärztekammer NRW, besonders die Erkenntnisse über Dr. Walther Poppelreuter“.

Weiterhin recherchierte Stewen u.a. im Erbbiologischen Institut Brauweiler, im Staatsarchiv Duisburg, im Landgericht Köln sowie zahlreichen psychiatrischen Kliniken in  NRW und Rheinland Pfalz. Initiiert war das Recherche-Projekt vom LVR und dem Kölner Schriftstellerverband.

Himmel un Ääd ist das ökumenische Begegnungscafé in Schildgen. Sie finden uns auf der Alteberger-Dom-Str. 125

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