Die Schwerfelstraße in Refrath soll dauerhaft zur Schulstraße umgewidmet werden. Archivfoto:

In Refrath soll Bergisch Gladbachs erste Schulstraße nach einem einjährigen Verkehrsversuch dauerhaft eingerichtet werden. Der Schulweg ist für die Kinder durch die Maßnahme deutlich sicherer geworden, belegt eine Auswertung. Der Ausbau weiterer Schulstraßen gerät durch den Sparkurs der Stadt jedoch ins Stocken.

Die Schulstraße in Refrath im Umfeld der KGS In der Auen wird dauerhaft eingerichtet. Die Auswertung des einjährigen Verkehrsversuchs zeige, dass die Schulstraße die Verkehrssicherheit für Schüler:innen erhöht und die Zahl der Elterntaxis vor dem Schuleingang spürbar reduziert habe. Das teilt die Verwaltung in einer Vorlage für die kommende Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehrsflächen (AMV) mit.

Mit Einrichtung der Schulstraße bleibt der Bereich im Schulumfeld auch künftig an Schultagen montags bis freitags jeweils von 7.30 bis 8.15 Uhr sowie von 14.30 bis 15.15 Uhr für den Autoverkehr gesperrt. Konkret geht es um die Schwerfelstraße sowie die angrenzenden Abschnitte der Asternstraße und des Veilchenwegs, die dauerhaft zur Schulstraße umgewidmet werden sollen.

Der Verkehrsversuch war am 4. September 2025 gestartet. Entsprechende Verkehrsschilder weisen seitdem auf die Regelung und die Sperrzeiten hin. Anwohner:innen wurden im Vorfeld darüber informiert und erhielten Ausnahmegenehmigungen. Sie dürfen die ausgewiesenen Schulstraßen jederzeit befahren – ebenso Lehrkräfte, Handwerker:innen und Pflegedienste.

Positive Rückmeldungen

Die Evaluation – basierend auf Verkehrszählungen, Elternbefragungen, Austausch mit der Schulleitung – zeigt laut Verwaltung, dass die Schulstraße „zu einer spürbaren Reduzierung des motorisierten Hol- und Bringverkehrs vor dem Schuleingang“ und zu einer „erkennbaren Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Schulumfeld“ beitrage.

Rückmeldungen und Beobachtungen der Schulleitung seien durchweg positiv. Und auch die Polizei habe bei stichprobenartigen Kontrollen keine sicherheitsrelevanten Hinweise oder Anmerkungen gegenüber der Verwaltung vorgebracht. 

Schulstraße als letzte Maßnahme

Die Einrichtung einer Schulstraße ist laut Verwaltung die letzte Maßnahme in einem mehrstufigen Konzept, um den Schulweg sicherer zu gestalten. Vorher finden eine Reihe von anderen Maßnahmen statt, etwa die Einrichtung von sogenannten Walkingbussen und Elterntaxizonen sowie Aktionstagen an den Schulen.

Die Evaluation kommt zu dem Ergebnis, dass die vorangegangenen Maßnahmen zwar eine wichtige Grundlage geschaffen, „der entscheidende verkehrliche Effekt jedoch erst durch die Schulstraße selbst erreicht wird“. Auch künftig soll die Polizei laut Verwaltung kontrollieren, ob die Schulstraßen-Regelung eingehalten wird, damit die Wirksamkeit langfristig bestehe.

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An vielen Schulstandorten spielen sich morgens zu den Bring- und Abholzeiten gefährliche Szenen ab, weil viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto bis kurz vor den Schuleingang fahren. Dadurch bilden sich Staus, Autos rangieren auf der Straße, in Einfahrten oder auf Gehwegen und gefährden Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, mit dem Rad oder Roller fahren.

Auch in Hand läuft seit Anfang des Jahres ein einjähriger Verkehrsversuch: Dort werden im Umfeld von GGS und KGS Hand gleich drei Straßen für den Bring- und Holverkehr gesperrt – Im Grafeld, der Heimstättenweg und die Sankt-Konrad-Straße. 

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Schulstraßen in Hand: Knöllchen für die Unbelehrbaren

Um das hohe Aufkommen von Elterntaxis rund um die Grundschulen in Hand einzudämmen, hat die Stadt drei Schulstraßen eingerichtet. Autos dürfen in den Bring- und Abholzeiten nur mit Ausnahmegenehmigung einfahren. Einige Eltern halten sich allerdings nicht daran und ignorieren das Verbot, wie ein Besuch vor Ort zeigt.

Drei Schulstraßen sollen Eltern in Hand zur Vernunft bringen

Elterntaxis stellen für Kinder die größte Gefahr auf dem Schulweg dar. Am Dienstag sind in Hand drei Schulstraßen eingerichtet worden, um die Sicherheit rund um die beiden Grundschulen und die Kita zu erhöhen – zunächst als Verkehrsversuch. Eltern in Warnwesten kommt dabei eine besondere Rolle zu.

Anfangs hatten die Eltern Absperrbaken bedient, die Polizei war regelmäßig vor Ort, um Verstöße von Eltern zu ahnden. Nach übereinstimmender Aussage von Eltern, Schulleitung und Polizei hat sich durch die Schulstraßen-Regelung die Lage vor Ort deutlich entspannt. Eine offizielle Evaluation steht noch aus. 

Ausbau der Schulstraßen ungewiss

Wie es mit weiteren geplanten Schulstraßen weitergeht, ist offen, wie die Verwaltung als Antwort auf eine gemeinsame Anfrage von Grünen und SPD mitteilt. Darin erkundigen sich die beiden Fraktionen nach dem aktuellen Sachstand der Schulstraßen-Vorhaben an der GGS Kippekausen, der EGS Bensberg und der Concordiaschule. 

Ein ursprünglicher Zeitplan hatte vorgesehen, dass dort nach den Sommerferien Schulstraßen als Verkehrsversuche starten sollten. Doch wegen der „sich weiter zuspitzenden Personalsituation im Sachgebiet Mobilität ist es aktuell nicht möglich, die Verkehrsversuche an den Schulstandorten wie geplant zu beginnen“, teilt die Verwaltung mit. 

Zurzeit werde eine Strategie erarbeitet, wie künftig Vorbereitung und Durchführung von Schulstraßen bzw. Verkehrsversuchen sowie die Betreuung der Schulen organisiert werden können. Darüber will die Verwaltung in der Ausschusssitzung im September informieren. „Fest steht aber schon heute, dass sich die bisher angestrebten Zeitschienen deutlich verzögern und eine parallele Bearbeitung von mehreren Schulstandorten nicht mehr leistbar sein wird“, heißt es weiter.

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Sparkurs gefährdet Ausbau der Schulstraßen

Die ersten Schulstraßen in Bergisch Gladbach laufen derzeit noch als Verkehrsversuche, weitere waren geplant. Sie sollen die Schulwegsicherheit für Kinder erhöhen, Elterntaxis eindämmen. Doch die beschlossenen Haushalts- und Stellenkürzungen könnten das Aus für das Projekt Schulstraßen bedeuten.

Bereits Ende Mai hatte die Stadt auf Nachfrage des Bürgerportals mitgeteilt, dass sich die vorgesehenen Haushalts- und Stellenkürzungen auf das schulische Mobilitätsmanagement auswirke: So habe ein Mobilitätsmanager nach dem Ratsbeschluss sein Arbeitsverhältnis zum 31. Mai 2026 beendet. Die Stelle könne nicht nachbesetzt werden. Das führe dazu, dass sich sowohl aktuelle als auch geplante Projekte zeitlich verzögern „oder zukünftig möglicherweise gar nicht mehr umgesetzt werden können“.

Dabei sieht die Verwaltung grundsätzlich „an allen Schulen in Bergisch Gladbach Verbesserungsbedarf im Bereich der Schulwegsicherheit für Kinder“, wie es in der aktuellen Stellungnahme. „Insbesondere das Freihalten von Sichtfeldern, ausreichende Gehwegbreiten sowie kindgerechte Querungsmöglichkeiten, entsprechen an vielen Standorten nicht den heutigen Standards.“

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ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Der langwierige Prozess zur Einführung einer Schulstraßenregelung an der KGS In der Auen in Bergisch Gladbach – Refrath wird durch den vollumfänglichen Erfolg zu Gunsten der Verkehrssicherheit der Schüler*innen gekrönt.

    Wir bleiben am Ball und fordern von Politik und Stadtverwaltung die uneingeschränkte und konsequente Fortführung der Umsetzung von Schulstraßen im Stadtgebiet.

    Herzliche Einladung zur “Kidical Mass” Kinder-Fahrraddemo
    am 28.06.26 um 12:00 Uhr
    an der Villa Zanders auf dem Konrad-Adenauer-Platz

  2. Verrückte Idee: wie wäre es, wenn die Eltern den Schulweg sicherer gestalten würden, indem sie freiwillig nicht mehr mit dem Auto bis quasi auf den Schulhof fahren würden?

    Das hätte für die Gesellschaft und den einzelnen auch noch finanzielle Vorteile! Und viele Kinder wären frei und stolz, selbst ihren Weg zu finden. Bei ganz weiten oder doofen Schulwegen würde ja vielleicht auch eine Teilstrecke reichen?