Die Chronik der Nachkriegsjahre der Großen Gladbacher Karnevalsgesellschaft zieren zwei Fotos: Franz Heinrich Krey, der noch jung und unerfahren 1957 vom Ex-Bauern zum Präsidenten gewählt wurde, der zunächst einmal die zerstrittene Karnevalsgesellschaft einen musste. Es gelang ihm mit Bravour – und von da an war Krey aus dem Karnvalsgeschehen Bergisch Gladbachs nicht mehr wegzudenken. Das zweite Foto (unten links) zeigt ihn 33 Jahre später, als er das Amt niederlegte, aber natürlich ein echter Jeck blieb.

Auch politisch gehört Krey zu den Konstanten der Stadt, die BLZ nennt ihn gar den “Gladbacher Übervater”. Und es stimmt, die Zahl seiner Ämter und Funktionen ist kaum überschaubar: Er war Abgeordneter in Stadtrat, Kreistag und Bundestag, war Bürgermeister und nebenbei auch noch Reporter der BLZ. Nach wie vor ist er ein Hüter des heimischen Brauchtums und Aktivist des Vereinswesens.

Aber der Reihe nach. Schon als Gymnasiast hat er als freier Mitarbeiter für die Kölnische Rundschau gearbeitet, dort ein Volontariat angeschlossen und dann als Redakteur das Ressort „Köln Land“ bearbeit.

Doch dann wuchs die Neigung zur Politik und er wechselte die Seiten. Er übernahm Führungspositionen in der Jungen Union und CDU. 1952 trat er in die CDU ein. Bis Mitte der siebziger Jahre war er Landesgeschäftsführer der CDU in NRW. Von 1975 bis 1991 war er der Vorsitzende des Kreisverbandes. Dem Rat der Stadt gehörte er von 1965 bis 1974 an, dem Kreistag von 1975 bis 1984.

Fünf Legislaturperioden, von 1976 bis 1994, saß er als direkt gewählter Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Keinen einzigen Sitzungstag hat er ausgelassen, Hunderte von Besuchergruppen aus dem Wahlkreis führte er durch Bonns Politikbetrieb. Und als er dann ausschied überließ er das gut bestellte Feld seinem politischen Ziehsohn Wolfgang Bosbach, der das Mandat bis heute inne hat.

Heute, im höchst aktiven Unruhestand sitzt Krey oft vor dem PC und schreibt an seinen Memoiren, in denen sich „die Fülle des Lebens spiegeln” soll. Ein weiterer Teil der Zeit geht für den Verein „Haus und Grund“ drauf, dessen Vorsitzender er ist. Da kämpft er für niedrigere Gebühren und scheut dabei auch nicht den offenen Konflikt mit der CDU-geführten Stadtverwaltung. Außerdem arbeitet er im Verschönerungsverein und bei den Rotariern mit.

Vor allem aber war uns ist Krey ein großer Liebhaber seiner Heimat. Die BLZ zitiert den Jubilar:

Ich habe nie die Augen vor ihren Mängeln verschlossen und leide darunter. Aber Gladbach ist mein Leben – und auch ganz objektiv eines der lebenswertesten Fleckchen auf der ganzen Welt ist.

Quellen: Chronik der Großen Gladbacher, BLZ, KSTA
Fotos: Chronik der Großen Gladbacher

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Redaktion

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