Gerhard Zorn ist ein alter Hase in der Politik des Rheinisch-Bergischen Kreises – und sein Problem hat drei Buchstaben: SPD. Bereits dreimal bewarb sich Zorn für ein Bundestagsmandat, dreimal verlor er gegen Wolfgang Bosbach. Zweimal,  2004 und 2009, trat er gegen Rolf Menzel bei der Landratswahl an, und verlor.

Doch im dritten Anlauf will er nun endlich gegen den ortsfremden CDU-Kandidaten Hermann-Josef Tebroke punkten und ins Kreishaus einziehen. Wenn auch wohl nicht bei der ersten Runde am 20. November, aber vielleicht bei der Stichwahl am 4.  Dezember.

Wenn Zorn auch in der Lokalpolitik eine feste Größe ist, und einer der letzten Sozialdemokraten mit einem gewissen Bekanntheitsgrad in Bergisch Gladbach und im RBK, so ist der Mann mit dem markanten grauen Igelschnitt doch vielen Bürger nicht bekannt.

Der Privatmann

Zorn ist in Overath aufgewachsen, in Heiligenhaus wohnt der 46 Jährige auch heute mit seiner Frau. Er war lange in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv und leistete seinen Zivildienst in einem Heim für behinderte Kinder ab.

Zwei Erfahrungen, die ihn nach eigener Auskunft bis heute prägen – persönlich und politisch. Er hat keine Kinder, liest gerne historische Romane und Krimis, geht mit seiner Frau spazieren – und wenn die Zeit reicht, überrascht er sie sogar mal mit einem mehrgängigen Menü. Meistens jedoch, so bedauert er, reicht es dann doch nur für einen Espresso.

Der Jurist und Verwaltungsbeamte

Zorn hat Jura studiert, arbeitete nach dem Staatsexamen kurze Zeit als Anwalt und ging dann zum Landschaftsverband Rheinland (LVR). Dort leitet er eine Abteilung des Integrationsamtes, in der über Leistungen im Zusammenhang mit der Beschäftigung Schwerbehinderter entschieden wird.

Der SPD-Politiker

Seit seinem 19. Lebensjahr ist er SPD-Mitglied.  In Overath war er sachkundiger Bürger und Ratsmitglied. Seit 1992 ist er Mitglied der Kreistagsfraktion, seit 1999 Fraktionsvorsitzender. Inhaltlich beschäftigt er sich vor allem mit der Verkehrs-, Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik. Er ist der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Rhein-Berg und Sprecher der SPD-Fraktion in der Verbandsversammlung des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS).

Wofür Gerhard Zorn eintritt

Schon im letzten Wahlkampf hatte Zorn auf zwei Themen gesetzt, die sich inzwischen als Dauerbrenner erwiesen hatte: Die  Finanzkrise und Kinder. Damals kritisierte er Amtsinhaber Menzel, der gar nicht bemerke, wie sehr sich die Welt seit dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman verändert habe – und wie sehr das Thema auf die kommunale Ebene durchschlage.

Konkret schlug er damals vor, alle für 2009 bis 2013 geplanten Investitionen 2011 umzusetzen. Durch Investitionen in Kreisstraßen, Schulen und Energiesparmaßnahmen könne man ein eigenes Konjuntkurpaket auflegen.

Sein zweiter Hauptpunkt sind die Kinder: Der Rheinisch-Bergische Kreis müsse tatsächlich kinderfreundlich werden „und sich nicht nur so nennen“. Deshalb fordert er, das erste Kindergartenjahr beitragsfrei zu machen und so in die Abschaffung der Elternbeiträge einzusteigen. Außerdem machte sich Zorn für  mehr Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige, flexible Kita-Öffnungszeiten, eine verlässliche Übermittagsbetreuung und alternative Betreuungsformen stark, etwas in Form von  Leih-Omas und Leih-Opas. Er fordert einen Familienpass mit Rabattangeboten und die Förderung familienfreundlicher Unternehmen.

Weitere Ziele, die Zorn als Landrat umsetzen möchte:

  • Beschäftigung: mehr Ausbildungsplätze, Unterstützung der Unternehmen im demographischen Wandel, eine unternehmerfreundliche Verwaltung
  • Bildung: mehr Ganztagsschulen, Mensen in allen weiterführenden Schulen, Unterricht behinderter Kinder in Regelschulen und die Halbierung der Zahl der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss
  • Senioren: Bedingungen, die ein aktives und mobiles Leben im Alter garantieren, durch die Förderung von barrierefreien Wohnungen und ortsnahen Einkaufsmöglichkeiten.
  • Bürgerbeteiligung: Bürger sollen frühzeitig bei wichtigen Entscheidungen wie zum Beispiel der Veränderung der Deponie am Lüderich mit einbezogen werden

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Weitere Informationen und Dokumente:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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