Stefan Kunze ist im April 2013 nach einem Unfall gestorben.

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Nach fünf Jahren als Mitarbeiter in Vollzeit beim Kölner Stadt-Anzeiger wechselte Stefan Kunze  die Seiten und wurde Pressesprecher der Stadt Bergisch Gladbach. Seit Mitte November ist es nun seine Aufgabe, positive Nachrichten aus dem Rathaus und der Stadtverwaltung zu „verkaufen“.

Stefan Kunze ist 33 Jahre alt und in Refrath aufgewachsen. Nach dem Abitur machte er Zivildienst in einem Seniorenheim in Bergisch Gladbach und dann eine Ausbildung beim Gerling-Konzern in Köln als Versicherungskaufmann. Während des anschließenden Studiums arbeitete er bereits als Journalist.

Los geht’s. Nicht lange nachdenken, nicht weit ausholen – ein, zwei Sätze genügen.

Wie starten Sie in den Tag?
Nach dem Aufstehen überfliege ich erstmal ein paar Zeitungen im Internet, um mir einen Überblick zu verschaffen was passiert ist. Neuigkeiten über den 1. FC Köln stehen natürlich auch immer hoch im Kurs. Dabei gibt’s dann den ersten Kaffee.

Stefan Kunze ist in Refrath aufgewachsen. Mit Köln verbindet ihn vor allem seine Liebe zum 1.FC Köln.

Was wollten Sie als Kind werden?
Erst Bäcker, dann Holzfäller in Kanada

Und was sind Sie geworden?
Versicherungskaufmann, nach dem VWL-Studium Journalist, jetzt Pressesprecher der Stadt Bergisch Gladbach.

Wohin laden Sie Kollegen/Geschäftspartner am liebsten ein?
In der Stadt gibt es ein paar sehr nette Cafés, wo man ungestört reden kann.

Wohin gehen Sie gerne mit Familie/Freunden
Gut essen oder wir fahren übers Wochenende mit Freunden weg. Wohin ist dann fast egal.

Wohin gehen Sie, wenn Sie ganz für sich sein wollen?
Das kommt selten vor. Manchmal reicht es dann schon eine Runde um den Block zu gehen oder in den Park. Oder ein Abend zu Hause ohne Handy, Internet oder Sonstiges. Einfach mal Ruhe haben und lesen.

Wie sieht für Sie ein perfekter Tag aus?
Aufstehen, mit der Freundin frühstücken, und dann mit der Zeitung auf die Couch und stundenlang lesen. Anschließend treffen wir Freunde, und so vergeht der Tag.

Tee oder Kaffee; Bier oder Wein?
Kaffee und Bier. Ab und an darf’s auch ein Wein sein. Naja, und eine leckere Tasse Tee ist auch nicht zu verachten.

Stefan Kunze bei Facebook (Anmeld. erforderlich)
Die Website der Stadt
Pressebüro der Stadt Bergisch Gladbach
Kunzes Vorgängerin Iris Gehrke ging vor einem Jahr 

Was ist für Sie das größte Unglück?
Krankheit, bei der man nichts mehr machen kann, wenn man nicht mehr kämpfen kann.

Bitte ergänzen Sie: Bergisch Gladbach ist …
eine absolut lebenswerte Stadt in toller Lage. Man hat die Natur, das Grün und lebt trotzdem in einer Stadt. Es gibt Feste, ein kulturelles Angebot, und wem das zu klein, der kann schnell nach Köln fahren. Und Gladbach wird natürlich immer meine Heimat sein.

Was ist Bergisch Gladbachs größter Pluspunkt?
Es hat die richtige Größe – nicht zu groß und nicht zu klein. Im Kern ist es ein Dorf geblieben, wo jeder über ein paar Ecken jeden kennt. Und es macht Spaß hier zu arbeiten, mit einer sehr gebildeten und engagierten Bürgerschaft.

Was ist Bergisch Gladbachs größtes Problem?
Als gebürtigem Refrather fällt mir da natürlich sofort die Autobahnanbindung ein. Es gibt wirklich Schöneres, als ständig auf den Strecken von Bergisch Gladbach nach Refrath und Bensberg im Stau zu stehen. Deswegen versuche ich so oft wie möglich mit der Bahn zu fahren – wenn sie denn kommt. Da gibt es ja noch die Hoffnung auf ein zweites Gleis.

Wenn Sie drei Wünsche für Bergisch Gladbach frei hätten, würden Sie …
die Stadtkasse mit Gold fluten, damit viele schöne und sinnvolle Dinge bezahlt werden können. Da das leider nicht geht, wünsche ich mir Verständnis dafür, dass viele Dinge einfach nicht mehr zu leisten sind und der Staat keine Vollkaskoversicherung ist. Denn am Ende des Tages muss leider jemand kommen und die ganzen Schulden bezahlen.

Stefan Kunze im Presse-Büro im Rathaus. Aus den Fenstern des Erker-Zimmers hat er einen guten Überblick über alles, was auf dem Konrad-Adenauer Platz passiert.

Wenn Sie einen persönlichen Wunsch frei hätten, würden Sie …
Konkret fällt mir nichts ein. Ich bin zufrieden wie es ist. Es gibt da eine sehr schöne Liedziele: „So soll es sein, so kann es bleiben.“ Eine tolle Aussage. Klar gibt es immer mal ein paar Wünschchen hier und da, aber nichts wirklich Fundamentales.

Was war Ihre größte Leistung?
Das sollen andere beurteilen.

Was war Ihre größte Niederlage oder Ihr schlimmster Fehler?
Das auch.

Mein großes Ziel ist es, …
gut durchs Leben zu kommen, für den ein oder anderen Stütze zu sein, im Job etwas bewirkt zu haben.

Was ist Ihre Stärke?
Mit Humor an die Dinge heranzugehen. Das hilft, selbst wenn die Dinge nicht immer lustig sind. Und ich glaube, vielen Menschen und Dingen offen gegenüberzutreten.

Was ist Ihre Schwäche?
Meine Freundin sagt, ich würde ihr manchmal nicht richtig zuhören. Wenn ich dann antworte „Was hast du gesagt?“, ist sie merkwürdiger Weise sauer.

Wie sind Sie als Chef?
Ich hoffe fair und offen.

… und was würden Ihre Mitarbeiter sagen?
Hoffentlich dasselbe.

Worüber können Sie sich richtig aufregen?
Übertriebene Eitelkeiten, Narzissmus, Dummheit, Ignoranz

Wer ist Ihr größtes Vorbild im Beruf?
Ein konkretes habe ich da nicht. Aber ich sehen an viele Menschen Dinge, die mir gefallen.

Wer ist Ihr Vorbild im Privatleben?
Da kommt viel zusammen. Meine Eltern, wie sie ihren Lebensweg gehen aber auch die Eltern meiner Partnerin, die ebenfalls eine unglaubliche Zufriedenheit ausstrahlen. Ich glaube, man kann die Aufzählung abkürzen: Menschen, die mit sich selbst im Reinen sind. Das muss nicht immer zu 100 Prozent mein Lebensentwurf sein, aber ich finde es toll, wenn Menschen sich gefunden haben.

Was war der beste Ratschlag, den Sie je erhalten haben?
Nach vielen Jahren als Fußballer und unzähligen Spielen auf Asche in der Kreisliga der Rat meiner Freundin: „Lass’ es sein.“

Welchen Ratschlag würden Sie Ihrem Nachfolger/Ihren Kindern erteilen?
Lebt euer Leben, achtet aber auch rechts und links von euch auf die Anderen.

Welche Frage wurde nicht gestellt, würden Sie aber gerne beantworten?
Ich habe alles gesagt, was mir wichtig erscheint

W. Schmitz-Dietsch

Verleger seit 1980 (Freizeitbörse, Bergische Illustrierte, Live! Magazin) Heute Franzz, Kultur- und Stadtmagazin im Rheinisch-Bergischen Kreis. Mitbegründer des iGL Bürgerportal Bergisch Gladbach. In Sand geboren und wohnend. Verheiratet, drei Töchter.

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