Inzwischen schalten sich auch Kollegium und vor allem die Elternschaft der Realschule Kleefeld öffentlich in die Schulstandortdebatte ein. Die Schulpflegschaft erhielt nun im Gespräch mit Bürgermeister Lutz Urbach den Hinweis, dass die Beratungen über die mögliche Verlegung des Nicolaus Cusanus Gymnasiums (NCG) ins Kleefeld am 13. März im Schulausschuss unter Umständen noch einmal verschoben werden.

Update 2:  Bürgermeister und CDU-Fraktion antworten:
+ Der Brief von Lutz Urbach
+ Der Brief der CDU-Fraktion
Update 1: Schüler der Real- und Hauptschule Im Kleefeld werden
am Dienstag gegen 9.00 Uhr dem Bürgermeister und der Verwaltungsspitze ihre
Unterschriften mit Argumenten zum Erhalt des Standortes ihrer Schule übergeben.
Passend zum Valentinstag werden auch Rosen von den Klassen- und SV-Sprechern
überreicht. Die gesamte Schülerschaft wird mit grünen und weißen Luftballons
auf dem Marktplatz auf sich aufmerksam machen, um ihrer Bitte, dem Erhalt des
Standortes, Ausdruck zu verleihen.


Auf der Website der Realschule Kleefeld schreibt die Schulpflegschaft mit Verweis auf Bürgermeister Urbach:

Am 13. März wird der Schulausschuss tagen.  Die Verwaltung beabsichtigt, bis dahin eine Beratungsvorlage zur „Optimierung“ der Schulstandorte zu erstellen. Da diese Vorlage umfassend sein wird, weil sie die unterschiedlichen Details berücksichtigen soll, könnte sich dieser Beratungstermin noch verschieben.

Sollte diese Vorlage für den März-Termin fertig gestellt sein, ist dennoch nicht sicher, dass der Ausschuss schon zu einer Entscheidung kommt. Es ist eher davon auszugehen, dass die Politik weiteren Beratungsbedarf sieht und eine Entscheidung vertagen wird. Irgendwann wird der Schulausschuss jedoch einen Beschluss fassen, der allerdings anschließend noch im Stadtrat zur Sprache kommen wird.

Also: Es besteht kein Zeitdruck und wir dürfen davon ausgehen, dass unseren Argumenten genügend Raum gegeben wird.

Schon zuvor hatte die Schulpflegschaft einen ausführlichen Brief an den Bürgermeister und die Ratsfraktionen geschickt, in dem sie sich über das bisherige Vorgehen irritiert sieht und sehr konkrete Alternativvorschläge macht.

Dieser Brief ist jetzt auch in der Facebook-Gruppe “Kleefelder wollen im Kleefeld bleiben” und zuvor schon auf der Website der Schule veröffentlicht worden. Wir dokumentieren den Brief  vom 24. Januar:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Urbach,

bislang haben wir als Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Schülerinnen und Schüler der Realschule Im Kleefeld die Überlegungen, unseren Schulstandort anderweitig zu nutzen, beobachtet. Nun wächst auch im Kleefeld die Unruhe, so dass wir in einer Elternversammlung die Sachlage diskutiert haben und uns mit einer Stellungnahme sowie konkreten Fragen direkt an Sie wenden. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir diesen Brief auch an die Mitglieder des Schulausschusses und an die Fraktionen im Stadtrat richten.

Vorweg zwei Hinweise:

1. Sie haben, wie bereits im letzten Jahr – kurz bevor die Anmeldungswoche an den weiterführenden Schulen beginnt – die Öffentlichkeit über den Arbeitskreis informiert, der die Verlegung des NCG in das Schulzentrum Kleefeld untersuchen soll. Wir sind sehr enttäuscht über dieses ungeschickte Timing, denn viele Eltern fragen, ob sie ihre Kinder überhaupt noch im NCG oder in der Realschule Kleefeld anmelden sollen. Wir unterstellen keine böse Absicht, bitten aber doch, zukünftig die Konsequenzen eines solchen Vorgehens zu bedenken.

2. Ferner sind wir irritiert, dass der Arbeitskreis NCG/Verwaltung unsere Schule besucht, untersucht und bewertet, ohne dass unser Schulleiter dazu gebeten wird. Das empfinden wir als sehr unhöflich und kann so verstanden werden, als würden unsere Empfindungen gar nicht zählen.

Zur Sache:

1. Vor der Ausgangslage des demographischen Wandels und rückläufiger Schülerzahlen können wird die Bemühungen der Stadt verstehen, auch bei den  Schulen zu sparen und über die Schließung eines Schulstandortes zu diskutieren. Wir erkennen das Bestreben an, nicht noch mehr Schulden anzuhäufen, weil wir uns auch um die Zukunft der Bürgerinnen und Bürger, besonders aber auch um die Zukunft der Schülerinnen und Schüler sorgen.

Ebenfalls mit Blick auf die Zukunft der Schülerinnen und Schüler verfolgen wir ein Ziel: Wir möchten die Realschule Kleefeld am jetzigen Standort erhalten.

Auch wenn die Gymnasien durch die Schulpolitik des Landes – Wegfall der Grundschulgutachten – aktuell mehr Schüleranmeldungen erhalten, ist die Realschule dennoch eine gesunde und zukunftsfähige Schule. In den späteren Jahrgängen nimmt sie viele Schülerinnen und Schüler auf, die auf dem Gymnasium keinen Erfolg haben. Häufig müssen sogar die Schulwechsler an die Hauptschule weitervermittelt werden, weil die Realschulen nur über begrenzte Aufnahmemöglichkeiten verfügen. Daraus folgt, dass nicht nur die Anmeldezahlen im fünften Schuljahr maßgebend sind, um die Zukunftsfähigkeit einer Schule darzustellen.

Für die Stadt Bergisch Gladbach ist es also erstrebenswert, gut erreichbare Realschulen für alle Schülerinnen und Schüler aus allen Stadteilen bereit zu halten. Dies ist bei einer Zusammenlegung der Realschule Im Kleefeld mit der Marie-Curie-Realschule für den Norden und Westen der Stadt nicht mehr gewährleistet.

Die Schulform der Realschule ist dann im Norden bzw. Westen der Stadt unterrepräsentiert, während es im Süden/Osten drei Realschulen gibt: Realschule Herkenrath, Johannes-Gutenberg-Realschule sowie die Otto-Hahn-Realschule in einem maroden Schulzentrum.

Wir fragen uns, ob der demographische Wandel im Süden/Osten nicht stattfindet, oder ob man den Kindern aus Schildgen, Katterbach, Paffrath, Nußbaum, Hebborn und Hand den Weg nach Gronau, Herkenrath bzw. Bensberg eher zumuten will als umgekehrt.

2. Der demographische Wandel ist an Zahlen festgestellt worden. Können diese Zahlen, die vermutlich für das gesamte Stadtgebiet berechnet wurden, auch auf die einzelnen Stadteile heruntergebrochen werden, so dass nachvollziehbar ist, in welchen Stadteilen mit wie vielen Kinder zu rechnen ist? Wir geben zu bedenken, das gerade am Pannenberg, an der Mutzer Straße, im Hermann-Löns-Viertel sowie zwischen Dellbrücker Straße und IGP Neubaugebiete entstanden sind bzw. entstehen, in denen Kinder zu erwarten sind.

3. Ferner würde uns interessieren, wie viel Prozent auswärtiger Kinder in den einzelnen Realschulen beschult werden. Die entsprechenden Zahlen für die Gymnasien wären auch interessant. Wenn diese Prozentzahlen im Norden/Westen geringer ausfallen, so würde sich die Frage stellen, warum nicht eine Realschule im Süden/Osten geschlossen werden könnte. Wir vermuten, die Realschulen (und Gymnasien) im Süden/Osten nehmen mehr Kinder aus umliegenden Gemeinden auf, als die Schulen im Norden. Aber: Die Kinder aus den umliegenden Gemeinden können schließlich auch in ihrem Heimatort versorgt werden.

Wir fragen uns, ob es wichtiger ist, Kinder aus Köln, Rösrath und Overath im Süden/Osten zu versorgen, als die Kinder aus der eigenen Stadt?

4. Wir schlagen als eine mögliche Lösung vor, die Otto-Hahn-Realschule auslaufen zu lassen und das Otto-Hahn-Gymnasium an den Ahornweg zu verlegen, nachdem dort die Haupt- und Realschule ebenfalls ausgelaufen sind.

5. Der demographische Wandel macht allerdings auch vor den Gymnasien nicht halt. Wer sich mit dem zukünftigen Bedarf an Schulstandorten beschäftigt, muss auch die Frage nach dem zukünftigen Bedarf an Gymnasien stellen. Wir interessieren uns für die Frage, auf welches Gymnasium man zukünftig verzichten will. Diese Frage stellt sich aktuell, weil es um anstehende Sanierungsmaßnahmen geht.

Denn es macht keinen Sinn, heute ein Gymnasium zu sanieren, das morgen überflüssig ist. Wird dies ein Gymnasium im Süden/Osten sein oder eines im Norden?

Diese Frage gehört mitten in die Diskussion, denn diesen Fehler hat man vor zehn Jahren bereits bei der Marie-Curie-Realschule gemacht, die saniert und vertraglich in einem Public-Private-Partnership gesichert wurde und heute verzichtbar wäre.

Wir schlagen als eine alternative Lösung vor, die Otto-Hahn-Realschule an den Ahornweg zu verlegen und für das OHG eine Kooperation mit den anderen Gymnasien zu erwägen, es auf diese Weise auslaufen zu lassen.

6. Die Vorteile der Lösungsvorschläge unter Punkt 4 und 5 sind folgende: Die enormen Sanierungskosten des Schulzentrums Saaler Mühle würden eingespart und ein sehr attraktives Grundstück stände Investoren zur Verfügung. Möglicherweise ist dieses Grundstück sogar für das Mediterana interessant. Die Vermarktungschancen sind hier sicherlich besser als die eines Grundstücks in der Reuterstraße.

Ferner würden von diesen beiden Lösungsansätzen nur zwei Schulen (OHG und OHR) betroffen sein, nicht drei Schulen (NCG, RS und HS Kleefeld).

Und vor allem: Die Vielfalt des Schulangebots im Norden/Westen bliebe erhalten.

Wir möchten nicht den „schwarzen Peter“ weiterreichen, aber wir möchten auch nicht länger als brave „Opferlämmer“ zuschauen, wie man in der Öffentlichkeit über unsere Schule verfügt, sondern uns an Lösungen beteiligen. Wenn Schulstandorte hinterfragt werden, dann bitte alle Schulstandorte, sachlich, unvoreingenommen und in einer transparenten Form. Wir bitten um eine faire Prüfung aller denkbaren Varianten, nicht nur um die Darstellung der bequemsten Variante.

Wir fühlen uns unserer Schule und der Schulform der Realschule sehr verbunden. Beide haben eine lange Tradition in unserer Stadt. Übrigens: Die Realschule Im Kleefeld feiert am 2. Februar 2013 ihr 25. Jubiläum. Wir möchten Sie schon jetzt dazu herzlich einladen.

Weitere Informationen:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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