Fassungslosigkeit, Unverständnis und Trauer stand den gut 100 Menschen ins Gesicht geschrieben, die sich am Samstag Abend zunächst auf dem Bürgersteig an der Stationsstraße und dann auf dem Platz vor dem S-Bahnhof versammelt hatten.

Ein Kreuz, Blumen, Kerzen und Karten am Tatort.

Genau hier war am vergangenen Sonntag um 4.20 Uhr der 29-jährige Peter Maurer mit mehreren Stichen tödlich verletzt worden. Auf einem Stein neben dem Tatort waren die ganze Woche über Blumen, Kerzen und Karten abgelegt worden.

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Für Samstag hat ein Unbeteiligter, der nach eigenen Angaben selbst einen Angehörigen durch eine ähnliche Tat verloren hatte, über Facebook zu einer Gedenkveranstaltung “für die Opfer von Gewalt und Hass” aufgerufen. Ein weiterer Facebook-Nutzer hatte es dann übernommen, die Kundgebung ordnungsgemäß anzumelden.

Etwas mehr als 100 Menschen, wie das Opfer vor allem Russlanddeutsche, kamen am Samstag zum Tatort. Die Stadt Bergisch Gladbach hatte bereits im Vorfeld angekündigt, keinen Vertreter zu entsenden – und auch sonst waren nur ein paar Bergisch Gladbacher dem Aufruf gefolgt, die nicht zum näheren Umfeld der Russlanddeutschen gehören.

Nach einigen Minuten stillen Gedenkens ergriff ein Freund der Familie des Opfers das Wort. Er nahm den Ort des Geschehens auf und sagte:

Ein Bahnhof ist ein Ort, um anzukommen. Und um wegzufahren. Die Familie von Peter ist hier angekommen. Sie hat hier Freunde und Arbeit gefunden – eine Heimat. Peter ist jetzt von uns gegangen. Aber er wird unter uns bleiben.”

In der Nähe des Tatortes an der Stationsstraße wird mit Karten, Blumen und Kerzen des Toten gedacht.

Weitere Informationen:

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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4 Kommentare

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  1. 8 Jahre nach dem Mord an meinem Freund Peter Maurer ist der Haupttäter noch immer auf freienem Fuß und vermutlich in der Türkei anzutreffen. Dies zu der gängelnden Bemerkung des Admin, der sich Sachen herausnimmt die ihm nicht zustehen und mit der Bemerkung die Aufklärung überlassen wir der Polizei, Komentare löscht und sich damit überaus wichtig nimmt. Wie die Pollizei, wie die Behoerden den MORDFALL aufklären, es ist ungeheuerlich. Zwei Mittäter wurden vor dem Amtsgericht Bergisch Gladbach zu lächerlichen Strafen verurteilt, die keine Strafen sind und es gab Geldauflagen u.a. von 2000 Euro und der VATER DES ERMORDETEN SAGTE BITTER: 2000 EURO FÜR MEINEN TOTEN SOHN; SCHLIMME SACHE.
    ICH WERDE HEUTE EINMAL BEI DER POLIZEI BERGISCH GLADBACH BZW. STAATSANWALTSCHAF KOELN NACHFRAGEN; WIESO SICH HIER VORLIEGEND NICHTS BEWEGT.
    Wolfgang Flügel

  2. Die letzten beiden Kommentare wurden gelöscht, die Aufklärung des Falles überlassen wir der Polizei. Dass es einen konkreten Verdächtigen gibt, der offenbar ins Ausland geflüchtet ist, hatte die Polizei mitgeteilt und war von uns berichtet worden. Admin

  3. Unabhängig vom sonstigen Artikel: Ungeschickt, den Namen zwar im Artikel zu anonymisieren, aber direkt im Bild daneben den ganzen Namen zu zeigen…

  4. Ein sehr guter Artikel, der sich auch kritisch mit dem Desinteresse der Bürger bezüglich dieses Schicksals befasst. Das finde ich sehr angemessen.