Die Stationsstraße zwischen S-Bahnhof, Marktkauf, Löwencenter und RheinBerg-Galerie gehört zu den Hauptverkehrsadern Bergisch Gladbachs: 12.000 Fahrzeuge quälen sich von Ost nach West durch zwei Kreisverkehre und über zwei Fußgängerampeln, 12.000 Menschen kreuzen sie täglich auf dem Weg vom Bahnhof in die Fußgängerzone (oder umgekehrt).

Und keiner ist mit dem Zustand zufrieden: Staus, Warteschlangen an den Ampeln, Missverständnisse im Kreisverkehr und jede Menge Fußgänger auf der Fahrbahn haben den Straßenabschnitt zum gefährlichsten Unfallschwerpunkt im ganzen Kreis gemacht.

Hier (und ganz unten) finden Sie eine Bildergalerie, die 
den aktuellen Zustand rund um den S-Bahnhof verdeutlich

Dabei hatte die Regionale 2010 von Anfang an eine völlige Umgestaltung der Stationsstraße vorgesehen, die nur auf der Prioritätenliste nach hinten gerutscht war. Doch nach heftiger Kritik macht die Stadtverwaltung nun Dampf. Ab Montag, 8. April, wird die Stationsstraße für (mindestens) drei Wochen komplett gesperrt, der Verkehr umgeleitet, die Straße für 130.000 Euro umgebaut.

Danach wird man sie nicht wiedererkennen: sie verändert ihre Gestalt ebenso wie ihre Funktion. Die Stationsstraße wird höher gelegt, beide Ampelanlagen werden abgebaut, das Tempolimit auf 20 Kilometer pro Stunde gesenkt – was zu einem friedvollen und zügigen Miteinander aller Verkehrsteilnehmer führen soll. Pojektleiterin Nicole Schumann verspricht:

Der Verkehr fließt ohne Ampeln in Zukunft zwar langsamer, dafür aber stetig.“

Wie das ganze aussehen und funktionieren soll, erläutert die Stadtverwaltung im Details. Wir haben uns die Pläne mal angesehen.

Die Umbauphase

  • ab Montag vier Uhr wird die Stationsstraße ab dem Minikreisel vor der RheinBerg-Galerie über die Rampe bis zur Kreuzung Paffrather Straße voll gesperrt
  • Autofahrer werden durch acht Hinweistafeln auf Umleitungen um die Baustelle herum geführt
  • für die Fußgänger ist die Poststraße die Verbindungsweg zwischen Innenstadt und Bahnhof, alternativ die Grüne Ladenstraße
  • Busse werden über die Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße in nördliche Richtung zum Kreisverkehr an der Paffrather Straße umgeleitet und nehmen von dort aus ihre normalen Fahrtrouten auf

Die endgültige Gestalt: verkehrsberuhigter Geschäftsbereich

Klick auf das Bild öffnet größere Ansicht.

  • ab Einmündung Poststraße bis hinter der Kreuzung Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße wird die Stationsstraße zu einem „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“
  • spürbare Bodenschwellen markieren Anfang bzw. Ende und reduzieren die Einfahrtsgeschwindigkeiten in diesen Bereich
  • das gesamte Straßenniveau wird um 7 cm angehoben
  • die Höchstgeschwindigkeit ist auf 20 km/h begrenzt
  • absolutes Halteverbot und Abpollerung der Fahrgasse sorgen für freie Sicht
  • Ampeln gibt es nicht mehr, das Überqueren der Stationsstraße ist für Fußgänger überall möglich
  • auf Höhe der Poststraße hilft ein zusätzlicher Zebrastreifen, wo insbesondere Menschen mit Behinderungen die Straßenseite bevorrechtigt wechseln können
  • auf Höhe der meistfrequentierten Fußgängerpassage (Kreuzungsbereich Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße) bekommt die Stationsstraße eine Mittelinsel
  • um Unfallgefahren durch einfädelnden Verkehr zu verhindern, wird es künftig nicht mehr möglich sein, die hintere Umfahrung der RheinBerg Passage in Richtung Stationsstraße zu verlassen (Sperrung ab Parkhaus Löwencenter)
  • Zufahrt zum Parkhaus des Löwencenters ist weiterhin von der Stationsstraße möglich, die Ausfahrt nur in Gegenrichtung zum Kreisverkehr Johann-Wilhelm-Lindlar-Straße
  • die Umrandung des Baumquartiers auf dem Bahnhofsvorplatz erhält ihr endgültiges Pflaster

Weitere Informationen:

Alle Beiträge zur Stationsstraße
Alle Beiträge zur Verkehrspolitik in Bergisch Gladbach

Jetzt sind Sie dran: Was halten Sie von den Plänen?

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Die Fotos zeigen, wie es rund um den S-Bahnhof aussieht – und das Veränderungen sind. Klicken Sie ein Bild an, dann können Sie bequem per Pfeiltaste den Bahnhof umrunden.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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5 Kommentare

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  1. Als vor Jahren der neue Busbahnhof fertig war, hatte man doch glatt vergessen einen TAXI Stand mit einzuplanen. Man steckte die Taxen kurzerhand in die Poststraße, neben dem LINDEX,senkte den Bürgersteig nachträglich ab. Um dann den Taxistand zu verlegen. Und jetzt? Hat man die Taxen einfach auf das Gelände der ehemaligen Kohlehandlung abgeschoben. Kein fester Untergrund, bei trockenem Wetter Staub, bei Regen Morast und Schlamm. So plant man in Gläbbisch.

  2. Es wird schon funktionieren, da es keine andere Möglichkeit gib, es wird ein Chaos, wie überall in der Stadt, wo die Verkehrsplaner vom Schreibtisch aus planen, wie auch in der Vergangenheit, wo gut funktionierende Strassen mit Gegenverkehr in unnötige Einbahnstrassen umgewandelt wurden, wo die Autos alle in eine Richtung eingepfercht werden und unnötig über lange Strecken umgeleitet werden.
    Es fehlt noch eine Radarfalle in der künftigen Tempo 20 Zone, Aber die kommnt sicherlich auch noch.

  3. ich glaube auch, dass das besser sein wird als der jetzige Zustand, oder Ampelübergänge. Das wird eine Weilchen dauern, bis sich alle dran gewöhnt haben, dass sie dort eigentverantwortlich die Straße benutzen und auf Mitbenutzer achten müssen. Aber dann wird das funktionieren und sicherer sein, als jetzt.

  4. Jetzt werden wieder einige schreien, dass das alles nicht funktioniert. Ich sage: abwarten. Aller Anfang mag schwer sein, aber im Laufe der Zeit werden sich alle Verkehrsteilnehmer daran gewöhnen und am Ende wird es eine deutliche Verbesserung sein.
    Wenn man den Bahnhof inkl. Vorplatz an die City andocken will, den Verkehr aber wegen fehlender Alternativen nicht ganz verbannen kann, dann müssen Alternativen her und die werden jetzt gebaut.
    Beschlossen wurde dieses Konzept schon vor längerer Zeit im Verkehrsausschuss. Doch erst jetzt, wo die Fußgängerzone weitestgehend fertig ist, ist auch das Bahnhofsumfeld dran.
    In anderen Städten, und das wurde beim Beschluss damals deutlich, funktioniert dieses System des Miteinanders von Fußgängern, Zwei- und Vierrädern auch. Also wird es auch in Bergisch Gladbach funktionieren, wenn alle Rücksicht aufeinander nehmen.