Mit großem Einsatz und hohen Erwartungen war die eurokritische Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) vor der Bundestagswahl in Bergisch Gladbach in den Wahlkampf gezogen. Doch nach der Wahl forderten  diese Energieleistung, das Ergebnis (2,8 Prozent der Direktstimmen) und die Aussicht auf die nächste Wahlrunde schon im Frühjahr ihren Tribut: Mit Martin Haase (Bundestagskandidat und Vize-Kreischef) und Daniel Obst (Vorsitzender des Kreisverbandes) traten die beiden Personen zurück, die am stärksten in der Öffentlichkeit wahr genommen worden waren.

Beim Kreisparteitag an diesem Mittwoch will die AfD nun eine neue Führung wählen – und entscheiden, in welchem Umfang die Partei bei der Wahl zum Stadtrat, Bürgermeister, Kreistag und Europaparlament am 25. Mai antritt. Offenbar gibt es viel zu besprechen: auf fünf Stunden hat die AfD diese Versammlung laut Einladung angesetzt.

„Aktuell sind im Vorstand der AfD-RBK die Positionen des Sprecher, zweier stellvertretender Sprecher sowie eines Beisitzers vakant“, bestätigte Haase dem Bürgerportal. Aus beruflichen Gründen könne er selbst nicht an dem Kreisparteitag teilnehmen, er unterstütze die Partei aber weiterhin nach Kräften, betonte Haase. Ausgerechnet eine Kandidatur zum Europaparlament schloss der Europa-Experte definitiv aus – „alles weitere wird sich im Januar zeigen“, sagte Haase. Spätestens dann müssen die Kandidatenlisten aufgestellt werden.

Auch Daniel Obst führt zeitliche Gründe für seinen Rücktritt vom Amt des Vorsitzenden an. Er habe es einfach nicht geschafft, Ehrenamt und den Beruf unter einen Hut zu bekommen. Ob die AfD überhaupt bei der Kommunalwahl antreten wird, sei „noch nicht final entschieden“. Für eine Listenkandidatur stehe er wahrscheinlich nicht zur Verfügung, als Direktkandidat könnte er sich aber durchaus am Wahlkampf beteiligen.

Torsten Jungbluth, der den Bundestagswahlkampf sehr aktiv unterstützt hatte, kündigte eine Kandidatur für ein Vorstandsamt an. Aber auch er räumte ein, dass ein solcher Einsatz wie im vergangenen Herbst nicht noch einmal zu leisten sei. Zunächst müsse jetzt ein neues Führungsteam gewählt werden, dann könne man die Lage sondieren und voraussichtlich in der zweiten Januarhälfte eine Entscheidung treffen, ob man zur Kommunalwahl antritt – oder eben nicht.

Der Kreisparteitag der AfD ist öffentlich. Er findet am 11. Dezember, 18:30 Uhr, im „Fürstenhöfchen“ statt.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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2 Kommentare

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  1. Naja, von “Puste” war bei der AfD bislang ja eh noch nie viel zu spüren, sondern eigentlich immer nur von “heißer Luft”. So ist sie bis heute die einzige Partei in unserem Lande, welche nicht über ein Parteiprogramm verfügt. Und ausser in ihrem Wahlprogramm hat sie sich auch bislang weder zu europa- oder aktuellen bundespolitischen Themen geäußert, geschweige denn bisher auch etwas zu landes- und lokalpolitischen Themen beigetragen.
    So verwundert es auch nicht, dass sie sich auch auf ihrem vergangenen Landesparteitag hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt hat, ebenso wie sie es wohl heute Abend auf ihrer Kreisversammlung halten wird. Da kann man ja nur gespannt sein, ob sich dies zukünftig einmal ändert und die AfD auch einmal etwas sinnvolles programmatisches zu sagen hat.