Mal keine romantische Komödie, sondern einen temporeichen, teils drastischen Film über die Arbeit von Rettungssanitätern zeigt Kultkino am Donnerstag, den 13. Februar. Das Thema des Abends passt zum Beginn der Karnevalsumzüge, denn dann ist der Rettungsdienst noch einmal mehr gefordert und auch zum gerade vorgelegten Drogenbericht der Bundesregierung – ist aber nicht unbedingt etwas für zartbesaitete Kinogänger, obwohl es sich um eine Liebesgeschichte handelt.

Die (Traum-)Bilder, die hervorragenden Schauspieler und nicht zuletzt die Musik machen „Kammerflimmern“ zu einem Film, an den man sich noch lange erinnert.

Worum geht es? Paul Partenheimer (Matthias Schweighöfer), von seinen Kollegen Crash genannt, ist gerade mal sieben, als seine Eltern bei einem schweren Autounfall ums Leben kommen – ein Ereignis, das er niemals richtig verkraftet hat. Auch von einem Tumor auf der rechten Wange trägt er nicht nur körperliche Narben davon. Er wird von der Großmutter großgezogen.

Von den Ereignissen seiner Kindheit geprägt, arbeitet er 20 Jahre später als Rettungssanitäter, um Leben zu retten – aber er versucht auch vergebens, eine Vergangenheit wieder gutzumachen, die er nicht mehr ändern kann. Während der Arbeit wird er weiterhin mit Grenzsituationen konfrontiert. So kann er ein junges Mädchen nicht vom Selbstmord durch den Sprung von einem Hochhaus abbringen. Ein Obdachloser stirbt im Krankenhaus an einem nicht diagnostizierten Zuckerschock,  nachdem Crash aus Nachlässigkeit den Blutzuckertest vergessen und diesen Fehler im Krankenhaus vertuscht hat.

Jeden Tag aufs Neue sind Crash und seine Kollegen Fido und Richie so mit Leid, Kummer, Krankheit, Sucht und Tod konfrontiert. Beispielsweise wird ein Einsatz der Sanis bei einem Mann gezeigt, der einen Schlaganfall erlitten hat: Er kann nun seiner Frau nicht mehr sagen, was er fühlt, bemüht sich aber darum quälend, während er verarztet wird. Um diese massive Belastung durchzustehen, hat jeder seine eigenen Abwehrmethoden entwickelt.

Fido weigert sich, die Notsituationen als solche anzuerkennen: Eigentlich ist doch jeder selber schuld. Richie verbringt seine Freizeit mit Feiern. Er will sich den Spaß am Leben partout nicht nehmenlassen.

Nur Crash scheint sich gegen die schrecklichen Eindrücke, die täglich auf ihn einprasseln, nicht schützen zu können: Getrieben von dem verzweifelten Wunsch, niemanden aufzugeben und jeden retten zu wollen, verkraftet Crash seine Hilflosigkeit angesichts Tod und Leid nur schlecht.

Bei einem Einsatz trifft er auf „November“ (Jessica Schwarz), eine hochschwangere junge Frau, deren Freund nach einer Überdosis Heroin stirbt. Sofort erkennt Crash, dass sie die „Frau seiner Träume“ ist. Schnell werden die beiden ein Paar und Crash scheint endlich aufzublühen.

Als bei November die Wehen einsetzen, rast das Paar im von Fido gesteuerten Rettungswagen in Richtung Krankenhaus. Dabei kommen sie von der Straße ab und verunglücken. Während das Baby noch an der Unfallstelle geboren wird, erleidet Crash ein Schädel-Hirn-Trauma. Fido versucht ihn zu reanimieren…

Talkgast Thienel

Fazit: ein deutscher Film, der zwar keine leichte Kost ist, kein „Feel-Good“-Film, der aber bewegt und durch grandiose Hauptdarsteller überzeugt. Ein Film zwischen Traum und Trauma, dessen Bilder lange in Erinnerung bleiben werden.

Talkgast Janina Böhme

Für den Talk sind dieses Mal gleich zwei kompetente Gesprächspartner zu Gast: Janina Böhme, Leiterin Rettungsdienst des DRK-Kreisverbandes Rheinisch-Bergischer Kreis e.V. sowie Dr. Peter Thienel, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Rheinisch-Bergischen Kreises und DRK-Kreisverbandsarzt. Sie werden aus dem Berufsalltag berichten.

Kammerflimmern“ am 13.2.2014 um 19.30 Uhr im Bergischen Löwen. Karten gibt es an der Theaterkasse oder an der Abendkasse zum Preis von 3,- €. Kultkino ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Magazins Franzz, der Brunotte Filmtheater AG und der Bergischer Löwe GmbH.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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