Wer sich jetzt noch als Juniorpartner der CDU für den kommenden Rat bewerben will, der sollte alles geben, mehr als alles, denn die SPD hat bereits alles gegeben, mehr geht kaum. Es scheint, als würde der kommende Wahlkampf von der neuen großen Liebe verweht.

Erfreulich daran: Die von Peter Baeumle-Courth vorgeschlagene Plakatunion aller Kandidaten, sie kann zumindest für CDU und SPD verwirklicht werden.

Von der Plakatunion zur Ratshochzeit

Vorschlag für ein Motiv: Der CDU-Bürgermeister stadtsmännisch im Vordergrund, diskret dahinter der SPD-Assistent, den Koffer in der Hand. Oder: Der CDU-Bürgermeister durchschreitet des Ratsaales Tür, für ihn geöffnet vom dienstfertigen SPD-Assistenten. Offene Frage nur: Wer gibt den Assistenten?

Desungeachtet erklärt Herr Waldschmidt jetzt schon´mal, wenn auch unausdrücklich den Wahlkampf für beendet, noch bevor er angefangen hat. In der GroKo geht´s eben gemütlicher an die Pötte, vor allem wenn man ohnehin nicht siegen will, auf keinen Fall kämpfen.

Von Angie lernen, heißt siegen lernen – Ronald zeigt, wie man Probleme löst

Liest man sich dagegen desselben Peter Waldschmidts geradezu flammend kämpferische Haushaltsrede von vergangenem Dezember durch, war die Erwartung eines kantig klaren SPD-Wahlkampfes  mit Charakter und Chuzpe nicht unberechtigt.

Das WAR sozialdemokratisch. War. Was ist daraus geworden?

Eine merkwürdige Mischung aus Softeis nach außen und Betonpampe nach innen.  Ein bloß kurzer und eher zufälliger Besuch jüngst bei der Fraktion, jagte jedenfalls mir gehörig depressive Schauer über den Rücken. Vor der stolzen Fahne des alten SPD-Ortvereins nur Müdigkeit, Grimm und verhärtete Gesichter, man hätte es malen müssen. Was ist da passiert?

Von vergangenem Dezember bis jetzt, mehr und mehr wich die profilierte Kampfansage eilfertigen Grußadressen an die Stadtbesitzer, mit der freundlichen Bitte um privilegierte Teilhabe.

Niemand hat die Absicht, eine GroKo zu bilden

Nein, die CDU würde es auch allein machen, fürchtet aber, es reicht nicht. Denn: Der Wähler, er bleibt eben nur begrenzt zurechnungsfähig.

Wieder mit der FDP? Nach dem Crash bei der Bundestagswahl zu unsicher, außerdem gab es da renitente Tendenzen, zu lästig, und am Ende, wenn doch, vielleicht zu knapp.

Mit den GRÜNEN? Eine zeitlang gab es da ja Flirts, Schwarzgrün, wie modern und schick, aber das scheint vorbei, zu anstrengend.

Also: Dann doch einfach ganz fett an die Beute: GroKo, SCHWARZrot, was in Berlin geht, geht auch in BGL, ein Hauch von ganz, aber ganz großer Politik.

Wenn CDU und SPD nun schreiten Seit´ an Seit´ …

Da ruft dann der Hausbesitzer ´mal ganz nonchalant bei seinem größten Mieter durch und biete ihm an, die unteren Etagen doch gemeinsam zu verwalten. Und wie´es aussieht, Wohnraum ist ja knapp, neue passende Wohnungen sind schwer zu finden, außerdem teuer – der größte Mieter hat, scheint´s, eingeschlagen. Symbolische Gesten wurden schon und werden noch geleistet.

Jetzt gibt´s im Haus GL einen Besitzer, zwei Verwalter und viele kleinere Mieter – das ist immerhin eine klare Orientierung für den kommenden Wahlkampf, den die kleinen Mieter nun hoffentlich nicht auch für beendet erklären!

Dieser Beitrag erschien zuerst im Newsblog der Demokrative14

H-G. Ullmann

ist gebührend ratloser Bürger, gelegentlicher Zaungast am Spielfeldrand, findet interessante Gespräche ohne Scheuklappen inspirierend und bewahrt sich den Reiz (manchmal auch fassungslosen) Staunens als Mittel geistiger Ausgeglichenheit.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.