Der stolze Neubau der Rheinenergie in Köln Ehrenfeld

Der stolze Neubau der Rheinenergie in Köln Ehrenfeld

Mit 50,1 Prozent ist die Rheinenergie Mehrheitseigentümer an der Belkaw in Bergisch Gladbach, die Stadt hält „nur“ eine Minderheit. Außerdem sind Rheinenergie und Belkaw eng miteinander verknüpft, das gesamte Belkaw-Personal hat Arbeitsverträge bei der Rheinenergie, die Energie wird komplett aus Köln bezogen. Daher lohnt es sich für die Bergisch Gladbacher, sich die Geschäftszahlen der Kölner genau anzuschauen.

Am Montag legten Rheinenergie-Chef Dieter Steinkamp und Finanzvorstand Dieter Hassel, die auch bei den Bürgerversammlungen in Bergisch Gladbach aufgetreten waren, die Zahlen für 2013 vor. Dabei zeigte sich, dass das Unternehmen besser durch die Turbulenzen der Energiewende kommt als viele andere Konzerne der Branchen. Aber auch bei der Rheinenergie sinkt der Gewinn – und es gibt einige Risiken.

Die wichtigsten Zahlen im einzelnen:

  • Der Umsatz stieg leicht von 2,37 auf 2,41 Milliarden Euro, zählt man den Handelsumsatz hinzu, waren es sogar 3,7 Milliarden
  • Der Gewinn vor Steuern ist 2013 von 206 auf 175 Millionen Euro gesunken. Für das laufende Jahr werden nur noch 160 Millionen Euro erwartet
  • Nach Steuern sank der Gewinn von 172 auf 157 Millionen Euro
  • Der Gewinn geht zum größten Teil (111 Millionen Euro) an die Stadt Köln, die 80 Prozent der Anteile hält, 26 Millionen gehen an den Minderheitsgesellschafter RWE, 20 Millionen in die Rücklagen
  • Die Investionen stiegen kräftig von 57 auf 130 Millionen Euro
  • Die Zahl der Mitarbeiter stieg von 3104 auf 3138

Als Grund für den Gewinnrückgang gibt Steinkamp an, dass mit den Kraftwerken kaum noch Geld verdient werden könne. Das gilt auch und vor allem für Gaskraftwerke, die rund die Hälfte der Energie liefern, die die Rheinenergie erzeugt.

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Risiko Energieerzeugung

Dennoch investiert die Rheinenergie 350 Millionen Euro in das neue Gaskraftwerk „Niehl 3″. Wie unwägbar der Ausgang dieses Geschäfts ist zeigt die Tatsache, dass die Rheinenergie für dieses Projekt keinen Partner finden konnte. Zu unsicher angesichts immer wieder drohender Gesetzesänderungen im Energiebereich, urteilt die Branche.

Steinkamp räumte bei der Pressekonferenz ein, dass sich erst in Zukunft zeigen werde, ob die potenziellen Partner mit ihrem Rückzug den richtigen Weg gewählt hätten, oder die Rheinenergie mit der Investition ein gutes Geschäft gemacht habe.

300 Millionen Euro will die Rheinenergie bis 2020 insgesamt investieren, auch in die Erzeugung erneuerbarer Energie. In Bronkow, südlich von Berlin, hat die Rheinenergie eine 12-Megawatt-Photovoltaikanlage erworben, damit verdreifacht sich ihre Sonnenstrom-Erzeugung auf (bescheidene) 18 Megawatt. Bei der Windkraft halten die Kölner Beteiligungen, die 90 Megawatt entsprechen. Neue konkrete Projekte wurden jetzt nicht vorgestellt.

Schwierigkeiten mit den Beteiligungen

Probleme hat die Rheinenergie mit ihren  derzeitigen Beteiligungen, Das spanische Solarkraftwerk Andasol (Anteil: 12,5 Prozent) macht Verlust. Beim Mannheimer Versorger MVV mussten die Kölner 2013 53 Millionen Euro (2012: 60) abschreiben.

Für die Kunden (auch der Belkaw) wichtig: Die Gaspreise werden 2014 nicht erhöht. Beim Strom sei das allerdings noch nicht sicher. Preisstabilität hatte auch der Geschäftsführer der Belkaw, Klaus Henniger, im Interview des Bürgerportals angekündigt.

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Wirtschaftsspion

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