Rollstuhlfahrer Markus D´Hom demonstriert, wie er mit seinem Rollstuhl in das Auto ein- und aussteigt.

Für den Dezember haben sich die Mitglieder des Inklusionsbeirates und die Behindertenbeauftragte der Stadt Bergisch Gladbach gemeinsam mit dem Ordnungsamt eine Aktion überlegt, die das Falschparken auf Behinderten-Parkplätzen im Fokus hat. Die Bürgerschaft in Bergisch Gladbach soll für die besondere Situation von Menschen mit schwerster Behinderung sensibilisiert werden.

Hildegard Allelein als Behindertenbeauftragte und Ute Unrau als Leiterin der Ordnungsbehörde stellten am Montag auf dem Parkplatz am Stadthaus An der Gohrsmühle den neuen Flyer mit der der Überschrift „Sind Sie im Stress?“ vor. Verteilt werden die Flyer parallel zum Verwarnungsgeld.

Hildegard Allelein verdeutlichte, dass auf einem Behindertenparkplatz nur schwerbehinderte Menschen parken dürfen, die sich außerhalb des Wagens dauernd nur mit fremder Hilfe oder nur mit großer Anstrengung fortbewegen können.

Nicht jedem Behinderten steht ein Platz zu

Wer zum berechtigten Personenkreis gehört, wird aufgrund von ärztlichen Gutachten durch das regional zuständige Versorgungsamt geprüft und festgestellt. Nur Personen, die in ihrem Schwerbehindertenausweis die Merkzeichen “außergewöhnlich gehbehindert” (aG) oder “blind” (Bl) vermerkt haben, haben eine Berechtigung auf blauen EU-Parkausweis. Nur dieser berechtigt zum Parken auf Behindertenparkplätzen.

Ute Unrau erläuterte zudem, dass nicht jeder (geh-)behinderten Mensch einen Behindertenplatz nutzen dürfe. „Auch ein Gipsbein oder schweres, unhandliches Gepäck berechtigen nicht“, so Ute Unrau, „auf dem Behindertenparkplatz zu parken.“ Zudem sei zusätzlich zum Schwerbehindertenausweis die spezielle, durch die örtliche Ordnungsbehörde ausgestellte, Parkberechtigung benötigt.

„Ich parke doch nur kurz“

„Leider gibt es sehr viele ‚Falschparker‘ auf den Behindertenparkplätzen“, erklärte Ute Unrau weiter. Die Ausreden „Ich parke doch nur kurz“, „Ich sitze doch im Auto“, „Ich kann heute schlecht gehen“, „Ich habe so viel Gepäck“ sind typisch.

„Ich denke auch, dass nicht jedem bewusst ist, dass er mit dem Falschparken tatsächlich Behinderte beeinträchtigt“, ist Hildegard Allelein überzeugt. „Es gibt wahrscheinlich ein Informationsdefizit rund um Behindertenparkplätze“, mutmaßt die Behindertenbeauftragte.

31 Behindertenparkplätze auf öffentlichen Parkflächen

Sie hofft, dass die Aktion dazu bei trägt, dass sich Bürgerinnen  und Bürger Gedanken darüber machen, warum diese Parkplätze eingerichtet wurden und sie beim nächsten Mal eben nicht mehr nutzen. 31 Behindertenparkplätze gibt es auf den öffentlichen Parkplatzflächen im Stadtgebiet.

Din der Aktion beteiligten Verwaltungsmitarbeiter: Tim Rademacher, Behindertenbeauftragte Hildegard Allelein, Ordnungsamtsleiterin Ute Unrau und Markus D´Hom.

Rollstuhlfahrer Markus D´Hom demonstrierte beim Pressetermin, wie er mit seinem Rollstuhl in das Auto ein- und aussteigt. Dabei beschrieb D´Hom auch, wie er regelmäßig die Parkplatzsituation erlebt. „Da ich mit dem Rollstuhl anreise, muss ich bei normalen Parkplätzen immer befürchten, dass die Tür nicht weit genug geöffnet wird. Die breiteren Behindertenparkplätze geben mir sehr viel mehr Sicherheit.“ Markus D´Hom findet es gut, dass die Aktion auf das Verständnis der Mitbürgerinnen und Mitbürger setzt.

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Pressestelle Stadt BGL

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