Entwurf für den zentralen Wertstoffhof in Gronau

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bergisch Gladbach hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wo die geplante Sperrmüll- und Wertstoff-Annahmestelle angesiedelt werden soll und wie dieses wichtige Vorhaben in Zeiten knapper Kassen finanziert werden kann. Der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb hatte den Fraktionen in der Vergangenheit schon mehrere Standorte vorgeschlagen. All diese Vorschläge konnten jedoch nicht realisiert werden.

Letztendlich favorisierte die Verwaltung die Anpachtung eines Geländes im Gewerbegebiet Kiepemühle im Stadtteil Gronau, damit überhaupt eine Lösung des Standortproblems in greifbare Nähe kommt. Der zuständige Werksausschuss des Rates hat sich am 12. Mai schließlich mit Mehrheit für diesen Standort und die Pachtlösung ausgesprochen.

Kein zweit- oder drittbeste Lösung

Die SPD konnte diesem Vorschlag nicht zustimmen. Sie war der Auffassung, dass es bessere Lösungen gibt. Auf diese besseren Lösungen zu verzichten, nur weil es ein wenig länger dauert, bis diese realisiert werden können, kommt nach Auffassung der SPD nicht Frage.

Auch stellt sich nach Meinung der SPD-Fraktion die Frage, ob wirklich alle Verhandlungsspielräume an besser geeigneten Standorten ausgeschöpft worden sind. Die SPD-Fraktion konnte sich nicht dazu durchringen, eine offensichtlich zweit- oder drittbeste Lösung mitzutragen.

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„Die Ansiedlung weiterer Einrichtungen mit gesamtstädtischem Einzugsbereich im Stadtteil Gronau wird von der SPD ohnehin sehr kritisch betrachtet. Der Stadtteil trägt heute schon enorme Lasten für die Ge-samtstadt. Solange die in Aussicht gestellten positiven Entwicklungen – wie z.B. die Neubebauung und Nutzung des alten Wachendorff-Geländes – noch nicht umgesetzt sind, sollte der Stadtteil möglichst schonend behandelt werden“, sagt Fraktionschef Klaus Waldschmidt.

Pachtvertrag wird teuer

Die Finanzierung über einen Pachtvertrag wird von der SPD auch sehr kritisch beurteilt. Bei der jetzt beschlossenen Lösung fallen im Vergleich zu einem regulären Ankauf ungleich höhere Kosten an.

Der Standort selbst birgt nach SPD-Auffassung ein nicht zu unterschätzendes Konfliktpotenzial. Zwar handelt es sich um ein Gewerbegebiet – rechtlich ist sicherlich alles in Ordnung -, dennoch erscheinen Nutzungskonflikte programmiert.

Und was ist mit der Moschee?

Die neue zentrale Sperrmüll-Sammelstelle kann sich immerhin über eine illustre Nachbarschaft freuen, in unmittelbarer Nähe des Finanzamtes, gleich neben einer Fachhochschule, in Sichtweite eines stark frequentierten Verwaltungsgebäudes der Kreisverwaltung (Ausländerbehörde). Kaum weiter entfernt, gleich hinter dem Bahndamm befindet sich schließlich eine vielbe-suchte Moschee.

Klaus Orth, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Direktkandidat von Gronau spitzt den Konflikt polemisch zu:

Wenn sich anstelle der Moschee ein katholische Kirche befinden würde, wäre wohl kaum jemand auf die Idee gekommen, in so geringer Entfernung einen städtischen Schrottplatz einzurichten!“

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