Ein Schulprojekttag in einem Bestattungsunternehmen? Das soll funktionieren? Sind da nicht die Hemmschwellen bei Schülerinnen und Schüler zu groß? – solche oder ähnliche Fragen mögen dem ein oder anderen durch den Kopf gegangen sein, als er von der Idee erfahren hat, dass Schülerinnen und Schüler des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums einen Projekttag in den Räumlichkeiten der Fa. Pütz-Roth und den dazugehörigen Gärten der Bestattung durchführen würden.

Dass ein solcher Tag funktionieren kann, konnten alle Beteiligten und Besucher am Samstag, den 30. Mai 2015, erleben. Als Abschluss einer Kooperation von Schule und Bestattungshaus im Verlauf des ganzen Schuljahres, während der schon im Vorfeld Schülergruppen zu verschiedenen Gelegenheiten bei der Fa. Pütz-Roth zu Gast waren, präsentierten Jugendliche aus Kunstkursen der Stufe 8 und allen Oberstufenjahrgängen ihre Werke, die sich mit der Endlichkeit und Vergänglichkeit des Lebens, aber auch mit Hoffnung über den Tod hinaus auseinandersetzen.

Zum Einsatz kamen verschiedene Medien und Materialien. Lag der Fokus in der Klasse 8 vor allem auf der Erarbeitung von Videoinstallationen, so fertigen Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 10 Graphitzeichnungen unter dem Oberthema „Spuren“ an.

Werke aus dem Bereich der Plastik entstanden im Leistungskurs der Q1, abgerundet wurde die Ausstellung durch Fotographien von Schülerinnen des Leistungskurses der Q2. Unter fachmännischer Anleitung der unterrichtenden Lehrer Herrn Grothe, Herrn Jaeger und Herrn Schönhöfer wurden in den Räumlichkeiten des Unternehmens die passenden Plätze für die Kunstwerke ausgesucht.

Dabei ließen Hanna und David Roth, die die Firma seit dem Tod ihres Vaters führen, allen Beteiligten der Schule absolut freie Hand. So entstanden Räume der Stille, in denen die Videoinstallationen oder auch eine Serie von Schülerfotographien in Ruhe betrachtet werden konnten.

Viele Arbeiten fanden Platz in einem zentralen Raum der so genannten Villa, so dass die Besucherinnen und Besucher sie gesammelt auf sich wirken lassen konnten. Aber auch in anderen Räumen und Fluren sowie im und am Haus der Klage und andern Plätzen in den Gärten der Bestattung fand sich das passende Ambiente für die ein oder andere Schülerplastik.

Ebenfalls im Garten konnten die Besucherinnen und Besucher einer Audioinstallation lauschen, für die Schülerinnen und Schüler eines Englischkurses der Q1 englische und deutsche Gedichte der Romantik eingelesen hatten.

Zu der eigentlichen Ausstellung gab es ein buntes Rahmenprogramm. Nach kurzen Eröffnungsworten durch David Roth und mir selbst, als Organisator auf Seiten der Schule, stellten zunächst Schülerinnen und Schüler ihr musikalisches Können unter Beweis.

An Klavier, E-Bass und E-Gitarre sowie an der Querflöte musizierten Schülerinnen und Schüler mehrerer Jahrgangsstufen. Aber auch eine Schülerin, die erst im kommenden Jahr das Nicolaus-Cusanus-Gymnasium in der neuen Jahrgangstufe 5 besuchen wird, trat in diesem Rahmen bereits auf.

Eingebaut in das musikalische Programm war ein Sketch der Klasse 6a unter dem Titel „Laptopkurs für Rentner“, den Frau Nickel-Kranz, die Sozialpädagogin des NCG, mit den Schülerinnen und Schülern einstudiert hatte. Im Anschluss an das Eröffnungsprogramm zeigte die Ballett-AG ihre Choreographie „Schwarz – Weiß – Rot“, deren mittlerer Teil von einer Schülerin der AG selbst zusammengestellt worden war.

Nach einer kurzen Pause folgte schließlich ein weiterer Programmhöhepunkt mit der Aufführung der antiken Tragödie „Antigone“ von Sophokles, in der das Verbot, einen im Kampf gefallenen Feind zu bestatten, zu einem tödlichen Konflikt in der Herrscherfamilie des antiken Theben führt. Erste Planungen zur Aufführungen dieses Stückes hatte die betreuende Lehrerin Frau Gerber bereits vor einigen Jahren gemeinsam mit einem Kollegen aufgenommen, der nach schwerer Krankheit zwischenzeitlich verstorben war und der in den Gärten der Bestattung seine letzte Ruhestätte gefunden hat.

So schloss sich gewissermaßen ein Kreis, als in dem Raum, in dem vor zwei Jahren die Trauerfeierlichkeiten stattgefunden hatten, nun das Theaterstück durch Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b zur Aufführung kam.

Zwischen all den Programmpunkten gab es aber auch noch genug Raum für Gespräche über die Schülerwerken und -vorführungen bei den von der Fa. Pütz-Roth bereitwillig zur Verfügung gestellten Getränken.

Die betreuenden Kolleginnen und Kollegen danken ihren Schülerinnen und Schülern sowie den Eltern für den Einsatz, allen Besucherinnen und Besuchern für ihr Kommen und der Fa. Pütz-Roth für die Unterstützung.

Jörg Schmitter

[leer]

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.