Das Junge Ensemble hat sich als fester Bestandteil im THEAS Theater etabliert und mit seinen letzten sieben Projekten das Publikum begeistert. Gleich zweimal gewann das Ensemble den Preis des Stadtverbandes Kultur der Stadt Bergisch Gladbach, denn BOPP.

Jedes Jahr entwickeln die Teilnehmer unter dem Leitgedanken „Was die Jugend bewegt, im Theater erfahren“ unter der Regie des Intendanten David Heitmann ein eigenes Theaterstück zu einer bewegenden Thematik. Die Textgrundlage wird von den Darstellern im Laufe der Probenzeit selbst erarbeitet.

„Richtung unbekannt”: Flucht aus der Perspektive eines Jugendlichen

Die 8. Produktion beschäftigt sich unter dem Titel „Richtung unbekannt“ mit der aktuellen und allgegenwärtigen Thematik von Flucht, Zuwanderung und Neuanfang in einem fremden Land.

Krieg. Eine gefährliche und lange Flucht. Ein Neubeginn in einem fremden Land. Jamal ist 15 Jahre alt und mit den Eltern und Geschwistern aus Afghanistan vor der Taliban geflohen. Das Ziel der Reise ist Deutschland. Nach vielen Wochen endlich angekommen. Doch allein.

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Die Familie ist in den Wirren der Flucht auseinandergerissen worden. Wie geht es jetzt weiter? Wie soll man hier zurechtkommen? Eine Sprache, die man nicht spricht. Ein System, das man nicht kennt. Auffanglager, Behördengänge, fremde Menschen. Ständig auf die Hilfe von anderen angewiesen. Und dann? Wird der Asylantrag genehmigt? Oder steht die Abschiebung an, zurück in ein Land, das man nicht mehr versteht und in dem man nicht mehr sicher ist?

Ein Jugendlicher wie jeder andere – bis er fliehen muss

Für die Mitglieder des Jungen Ensembles war es eine besondere Erfahrung, die Figur des Jamal zu kreieren und auf der Bühne zum Leben zu erwecken, da sie sich auf diese Weise einmal intensiv aus der Perspektive eines Jugendlichen mit der aktuellen Flüchtlingsthematik beschäftigen konnten.

Von jedem der Darsteller steckt ein wenig in Jamal und ein bisschen von Jamal findet sich in jedem von ihnen. „Ja, da Jamal ein(e) Jugendliche(r) wie jeder andere ist bis er fliehen muss“, antwortete eines der Mitglieder auf die Frage, ob er sich mit Jamal identifizieren könne.

Premiere: Samstag, 7. November, 20 Uhr
Weitere Vorstellungen: 8.11., 13.11., 14.11., 20.11., 21.11.
Reservierungen: 02202 9276 5015, theater@theas.deOnline

Was bedeutet Heimat?

Im Zuge der Produktion haben die Jugendlichen sich intensiv mit den Aspekten Heimat und einer manchmal unumgänglichen Flucht aus eben dieser beschäftigt.

Auf die Frage, was Heimat für sie bedeute kam von einem der Darsteller folgende Antwort:

„Heimat ist ein Ort, an dem man sich zu Hause fühlt! Wo man weiß, dass man akzeptiert und geliebt wird. Ein Ort, wo man Menschen um sich herum hat, die sich um dich sorgen.“

In diesen Worten lässt sich ein klares Bewusstsein dafür erkennen, was die Flüchtlinge alles hinter sich lassen mussten. Insgesamt lässt sich nun nach zwei Monaten der intensiven Beschäftigung mit der Thematik eine besondere Sensibilität in Bezug auf Flüchtlinge erkennen.

Viele Darsteller haben vor sich nach dem Projekt, wenn sie es nicht bisher schon getan haben, in diesem Bereich zu engagieren und den Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten dabei zu helfen in Deutschland ein schönes neues zu Hause zu finden.

„Sie einfach herzlich willkommen heißen, ohne Vorurteile“, so die schlichten aber treffenden Worte einer der Darsteller.

Spuren im Wasser – Produktion des Jungen Ensembles im Theas 2014

Zum Hintergrund: Das Konzept des Jungen Ensembles

Die Philosophie des Jungen Ensembles besteht darin, begabten Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, ihre schauspielerischen Fähigkeiten zu vertiefen und eine professionelle Theaterproduktion mitzuerleben.

Die Teilnahme an einem Projekt des Jungen Ensembles ist für alle Mitspieler kostenfrei, denn im Fokus steht die Förderung von jungen Talenten, die die Möglichkeit, die ihnen geboten wird auch wertzuschätzen wissen und die Erfahrung auf der Bühne zu stehen genießen.

„Man ist jemand ganz anderes auf der Bühne, man schlüpft in eine andere Rolle und fühlt sich auch in diese ein. Es ist schön mal jemand anders zu sein als man selber ist.“ Mit diesen Worten beschreibt einer  der aktuellen Darsteller diese besondere Bühnenerfahrung.

Weitere Informationen und Kontakt:
THEAS Theaterschule & Theater e.V., Jakobstraße 103, Bergisch Gladbach
Telefon 02202 / 92 76 500; Telefax 02202 / 92 76 50 19
E-Mail kontakt@theas.de; Internet www.theas.de

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