Foto: Stefan Krill/Bergisch Schön

Ein Klick vergrößert das Bild. Unten links die Ulme und Platane auf dem Zanders-Gelände, in der Mitte der Park der Villa Zanders, rechts der Forumpark. Foto: Stefan Krill/Bergisch Schön

Die Vorgeschichte ist bekannt: 59 kleine, große und sehr große Bäume sollen im Zuge der Regionale 2010 und der Bauarbeiten für „Strunde hoch vier” in der Innenstadt gefällt werden, auf einer breiten Linie zwischen dem Zanders-Gelände, durch den Park der Villa Zanders und den Forumpark bis zur Stadtbücherei.

Um welche Bäume es geht, macht eine aktuelle Luftaufnahmen von Stefan Krill (siehe unten) deutlich. Zwar sollen nicht alle Bäume auf dem Foto gefällt werden, aber viele davon. Vor allem die sehr großen und sehr alten Bäume im Forumpark sind nicht betroffen.

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Baumschützer, Bürgerinitiativen und die Grünen hatten dennoch protestiert, 900 Unterschriften gesammelt – und nur wenig erreicht. Die Planung sei abgeschlossen, Einzelfälle werden geprüft, aber insgesamt sei da nichts zu machen, so die Antwort der Verwaltung.

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Damit gab sich Gabriele Apicella vom Arbeitskreis Bäume nicht zufrieden; in der Ratssitzung am Dienstag bat sie Bürgermeister Lutz Urbach um eine weitere Prüfung.

Der Bürgermeister erläuterte zunächst, dass im Fall der Bäume im Park der Villa Zanders nicht die Bauarbeiten für „Strunde hoch vier” der Grund für die Fällungen sind, sondern die Regionale 2010.

In den Planungen für dieses Projekt war festgeschrieben worden, einen Teil der Mauer am Südrand des Parks zu schleifen und die Bäume zu entfernen – damit eine Sichtachse auf die Villa Zanders frei wird, wenn man sich aus Bensberg der Innenstadt nähert. Dabei gehe es nicht nur um Ästhetik, sondern auch um „angstfreie Zugangsräume”, zitierte Urbach.

Die Planung für „Strunde hoch vier” in der Innenstadt. Von der Stadtbücherei zum Zanders-Gelände wird ein Wasserkanal verlegt, an der Schnabelsmühle entsteht ein Kreisverkehr

Auch ihm tue diese Entscheidung weg, wie der gesamten Verwaltung, betonte der Bürgermeister. Das gelte auch und vor allem für die gewaltige Platane und Buche, die am Rand des Zandersgeländes steht und dem geplanten Kreisverkehr an der Schnabelsmühle weichen soll.

Hier, so Urbach, werde noch einmal ganz genau geprüft und versucht, wenigstens die Platane zu retten; für die Ulme sehe er wenig Hoffnung.

Die Planskizze für die Schnabelsmühle zeigt unten links, welche Bäume gefällt werden sollen.

Auch ein Antrag der Grünen, die gefällten Bäume nach Abschluss der Bauarbeiten komplett zu ersetzen, stieß in der Verwaltung auf Widerspruch (Antrag und Stellungnahme der Verwaltung, PDF). Es sei geplant, entlang der Gohrsmühle 19 Kaiserlinden in Form einer Allee zu pflanzen; was im Park der Villa Zanders und im Bereich des Kreisverkehrs passiert, stehe noch nicht fest.

Hinweis der Redaktion: Stefan Krill hat mit seinem Multicopter noch mehr Fotos der herbstlichen Innenstadt gemacht, die wir bald zeigen werden. Sie können die Fotos aber bereits auf der Facebook-Seite „BergischSchön” bestaunen oder die Android-App von BergischSchön herunterladen, die die Fotos im Videoformat abspielt.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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3 Kommentare

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  1. Ulme und Platane stehen auf dem Zandersgelände an der Ecke Bensberger Str/Gohrsmühle; sie sind zum Teil auf dem Foto unten links zu sehen; in der Planskizze gehören sie zu den mit roten Kreuzen markierten Bäumen; bei dem Verweis auf die Website der Grünen (bei Lesen Sie mehr) gibt es Fotos.

  2. Hallo, Herr Watzlawek,
    mein Entsetzen und meine Empörung spare ich mir für meinen nächsten Artikel auf. Zunächst nur eine Frage: Was ist mit „gewaltige Platane und Buche“ genau gemeint? Könnte man die nicht in einer der Planskizzen genau lokalisierbar einzeichnen?

  3. Die Kreuzung Schnabelsmühle / Bensberger Straße ist einer der wenigen Knotenpunkte in Bergisch Gladbach, der gut funktioniert. Ich sehe überhaupt keinen Sinn darin, für viel Geld einen Kreisverkehr zu bauen. Der Hinweis auf Landeszuschüsse und die Baumaßnahme im Zusammenhang mit der „Strunde hoch vier“ kann den Kreisverkehr nicht rechtfertigen. Ohne ihn dürften auch einige Bäume gerettet werden!