Die gesamte Anlage auf dem Plan. Oben das Kombibad, unten die IGP. Der 3-Stöcker steht rechts.

Heute war ein Besichtigungstermin im neu errichteten Wohncontainerblock auf der Wiese hinter der Gesamtschule (IGP) in Paffrath für die Anwohner. Die Pressesprecherin der Stadt, Marion Linnenbrink, war vor Ort, unterstützt von Vertretern der Stadtverwaltung, des Deutschen Roten Kreuzes und der Initiative „Willkommen in Paffrath“. Ab 11 Uhr strömten die Nachbarn über die Wiese in den Neubau.

Mit dem heutigen Tag war man gerade so weit fertig geworden, dass die Räume gereinigt waren. Aber der Bau ist immer noch nicht bezugsfertig. Es gibt weder Betten noch andere Möbel, nur ein paar mobile Stellwände. Heizung und Warmwasser laufen über die Stromversorgung.

Die Möblierung soll jetzt bald stattfinden, außerdem müssen vor dem Containerbau noch Sanitärcontainer mit Duschen aufgestellt und angeschlossen werden. Erst dann, wahrscheinlich gegen Ende Februar, sollen die ersten Flüchtlinge aus den Hallen in Katterbach hierher verlegt werden.

Die Fotos zeigen als erstes den Grundriss des Erdgeschosses. Erste und zweite Etage sind genau so aufgeteilt. Danach folgen Fotos der Räumlichkeiten.

Durch den Haupteingang gelangt man in diesen langen Flur von dem rechts und links die einzelnen Räume abgehen. Gleich links ist der Treppenaufgang in die oberen Etagen und der Zugang zum Versorgungsraum, wo Wasser- und Gasleitungen ankommen. Rechts um die Ecke befindet sich als erstes eine kleine Küche und dahinter die Toilettenräume.

Die Türen sind alle noch falsch beschriftet, denn die Container sind ja gebraucht und tragen noch Beschriftungen, wie sie von der Kölner Uni ursprünglich genutzt wurden. So ist eben hinter dieser Tür kein Kopierer sondern die Versorgungsleitungen.

Das sieht nicht wirklich fertig aus.
Diese Miniküche gibt es auf jeder Etage.
Jede Etage hat eigene Toilettenräume

Die Wohnräume sind entweder Doppel- oder Einzelcontainer und werden in diesem Containerblock als Wohnraum für Einzelpersonen oder Familien genutzt. Oder als Gruppen- oder Büroräume.

Die genaue Nutzung der Räume ist derzeit noch völlig offen, weil niemand weiß, welche und wieviele Personen von der Bezirksregierung geschickt werden, wenn die “Atempause” bei den Zuweisungen zu Ende ist. Zunächst sollen die oberen beiden Etagen des 3-Stöckers belegt werden, das Erdgeschoss steht für Gruppenräume und Verwaltung zur Verfügung. Zum Beispiel für das DRK, dass die Anlage betreibt. Und für das Wachpersonal, das rund um die Uhr da sein wird.

Geplant ist, dass in jedem der vier Gebäude etwa 50 Personen unterkommen. Der 3-Stöcker soll aber, wenn nicht zuviele Füchtlinge kommen, als Multifunktonsgebäude frei bleiben. Damit können – bei normaler Belegung – 150 bis 200 Menschen hier wohnen.

Pro Container 3 Lampen
Sicherungskasten unter der Decke

Geradeaus durch den langen Flur kommt man am Ende zu der Außentreppe in die Obergeschosse. Sie dient nur im Notfall als Feuertreppe, der Ausgang ist normalerweise verschlossen.

Mehr gab es in diesem Containerblock per heute nicht zu besichtigen. Interessant waren aber die Pläne der drei noch im Bau befindlichen, weiteren Häuser, die L-förmig und eingeschossig auf der restlichen Wiese entstehen.

Hier zunächst der Plan eines solchen Gebäudes. Grundsätzlich sind alle drei Gebäude von der Aufteilung her gleich. Nur die Belegung mit Einzelpersonen oder Familien ist unterschiedlich eingezeichnet, ist aber kein feststehender Plan. Auch hier hängt die Belegung davon ab, welche Personen uns zugewiesen werden.

Alle waren sich einig, dass man am liebsten Familien mit Kindern hätte. Für diese ist das Flüchtlingsleben wohl am schwersten, sie hätten aber in diesen Gebäuden die größtmögliche Intimsphäre, die für Kinder von allergrößter Wichtigkeit ist.

gelb = Damen-WC und Duschen / grün = Herrn-WC und Duschen

Und so soll das alles aussehen, wenn es fertig ist. Das Foto ist nicht gut geworden, der Blitz hat leider versagt und ich habs nicht gemerkt.

Von rechts nach links sind für diese L-Häuser folgende Termine für die Fertigstellung geplant:

  • Rechts ist das Fundament fast fertig, die Container können demnächst aufgestellt werden, Fertigstellung also ca. Mitte bis Ende Februar
  • Mitte: Fertigstellung geplant bis Mitte März
  • Links: Fertigstellung geplant bis Mitte April

Wobei “Fertigstellung” nicht gleich “bezugfertig” bedeutet. Um die Häuser dann bezugsfertig zu machen benötigt man wohl noch einmal 4 Wochen pro Gebäude. Grob geschätzt wird die ganze Anlage dann im Frühsommer ganz fertig sein. Die graue Verbindungsfläche zwischen den Häusern sieht Asphalt vor.

Und so sieht es derzeit auf der Wiese tatsächlich aus:

Das rechte L-Haus vom Plan oben: Fundamente sind gegossen.

Das mittlere L-Gebäude vom Plan oben. Hier hat man mit den Versorgungsleitungen begonnen.

Das L-Gebäude ganz links auf dem Plan oben. Hier ist lediglich die Grasnarbe entfernt worden. Dieses Gebäude wird als erstes und bisher einziges aus nagelneuen Containern bestehen.

Zu guter Letzt gab es noch einen Plan mit Ansichten der fertigen Anlage, von allen Seiten.

Wie weit die ganze Anlage eingezäunt wird und wo neue Zäune angebracht werden, muss noch geklärt werden. Aus Sicherheitsgründen wird es vermutlich nur einen einzigen großen Zugang auf das Wiesengelände geben, aber genaues mag da noch niemand sagen. Fest steht wohl nur, dass es keinen Zugang zur IGP geben wird.

Was die Nachbarschaft an Fragen hatte, weiß ich nicht. So lange bin ich nicht geblieben. Ich werde den Bau der Häuser weiter mit Fotos verfolgen und über den Fortschritt berichten.

(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

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